Gibt’s hier irgendwelche Regeln bezüglich der Aussprache von „can’t”? Im ersten Beispiel klingt für mich [ä] und im zweiten Satz hört sich das a im can’t als [a] besser an. Wo liegt da der Unterschied zwischen beiden Aussprachen? Ist es also egal, wie man can’t ausspricht?
Von mir dazu (bin kein Sprachexperte): Amerikaner sagen känt,
Briten kahnt.
Stimmt bloß nicht ganz
Es gibt auch im britischen Englisch einige Dialekte,
die „can’t“ wie „kännt“ aussprechen. Klingt zwar nicht
Amerikanisch, aber eben auch nicht wie „kahnt“.
Es gibt viel mehr Unterschiede.
um noch ein bisschen sprachwissenschaftliche Theorie hineinzubringen: Ob man nun [kænt] (känt) oder [kɑːnt] (ka:nt) sagt, ist davon abhängig, ob in der Variante des Englischen, in der man sprechen möchte, der “trap-bath split” stattgefunden hat, d. h. ob diese beiden Wörter identisch oder unterschiedlich ausgesprochen werden.
In der General-American-Aussprache und den meisten kanadischen Varianten, nicht jedoch in jedem amerikanischen Dialekt (Ausnahmebeispiel: Boston), werden beide Wörter mit /æ/ ausgesprochen; in der britischen Received Pronunciation wird trap mit /æ/ (flat a), bath mit /ɑː/ (broad a) gesprochen. In anderen Akzenten, z. B. Südhalbkugel-Englisch (Neuseeland, Australien, Südafrika etc.), wird das Phonem /ɑː/ zwar phonetisch als [ɒː], [ɐː] oder [aː] umgesetzt, hat aber de facto dieselbe Funktion. In einigen britischen Varietäten hingegen, von denen man annehmen müsste, es gebe nur den Unterschied /ɑː/ vs. /æ/, spricht man dafür trap mit /a/, bath mit /aː/. Letzteres ist dann nicht, wie in RP, derselbe Vokal wie in father, also nicht /ɑː/.
Als Ausländer ist man wahrscheinlich gut beraten, sich an eine der „Standardvarianten“ (GenAm oder RP etc.) zu halten. Ob man nun [kænt] oder [kɑːnt] sagt, ist nämlich, übertrieben formuliert, mitunter von Dorf zu Dorf unterschiedlich.
Das ist wie beim: nicht, nich, nit, net, ned ; oder ned?
Meines Erachtens nein: Das von dir genannte sind umgangssprachliche oder dialektale freie Varianten, die – wie auch bei “can’t” – eine gewisse Aussage über die geographische Herkunft des Sprechers zulassen. Im Gegensatz zu den Varianten von „nicht“ (als Standardbegriff) ist allerdings bei “can’t” keine der Aussprachen – ob nun [kænt], [kɑːnt], [kɒːnt], [kaːnt] oder [kɐːnt] – den anderen als standard- oder hochsprachlich „übergeordnet“. Ich denke, man sollte das sehen wie Abweichungen zwischen deutschem, österreichischem und schweizerischem Hochdeutsch, von denen auch keines „richtiger“ als das andere ist. Darüber hinaus entsteht bei diesem systematischen englischen split (siehe mein Artikel weiter oben) eine phonemische Unterscheidung, was bei einer gewöhnlichen Abschleifung von „nicht“ zu „net“ o. Ä. wohl nicht relevant ist.