i ch höre gerade einen Schweizer Radiosender, genauer gesagt die Na ch ri ch ten Der Na ch ri ch ten-Spre ch er liest die news in Schriftdeutsch (so die offizielle Bezei ch nung des Ho ch deutschen in der Schweiz) mit einer sehr eigenwilligen Betonung des ch in jedem Wort (im Gaumen oben)… Es gibt ja verschiedene Betonungen des ch : entweder hinten im Ra ch en oder eben oben im Gaumen. Gibt es dafür eine Regel?
Ich weiss nicht recht, wie ich die beiden Laute grafisch
unterscheiden soll, weil ich hier keine Lautschrift hinkriege und du
vielleicht nicht wüsstest, wie man diese richtig liest.
Aber ich hoffe mal, du weißt, wie man ‚machen‘ oder ‚doch‘
ausspricht. Dieser Laut folgt dunklen Vokalen, also a,o,u,au,
ausser, es handelt sich um eine Verkleinerungsendung.
Der andere Laut wie in ‚nicht‘ folgt hellen Vokalen, also
i,e,ü,ä,ö,eu und Konsonanten (‚bisschen‘) und wird für die
Verkleinerungsform -chen verwendet, z.B. ‚Mädchen‘.
Gruß, Tychi
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Hallo Tychi,
bis dahin stimmt’s, soviel ich weiß. Fehlt nur noch „ch“ als Anlaut zu erwähnen. Die Französische Aussprache /S/ und die englische /tS/ lass ich bewusst weg.
cha = /ka-/ (Charakter)
che = /çe-/ (Chemie)
chi = /çi-/ (Chitin)
cho = /ko-/ (Chor)
chu = /ku-/ (Chur; war das nicht 'ne Stadt in der Schweiz, spricht man das so aus? Aber dort ist ja ch- sowieso immer /k-/.)
chä = ?
chö = /kø-/ (Chöre)
chü = ?
chei = ?
chau = ?
cheu = ?
Das nur als Ergänzung. Sieht so aus als würde die Aussprache hierbei vom folgenden Vokal abhängen.
Ausnahmen bestätigen die Regel…
Tachchen, folgt dunklen Vokalen, also
a,o,u,au,
ausser, es handelt sich um eine Verkleinerungsendung.
Der andere Laut wie in ‚nicht‘ folgt hellen Vokalen,
also
i,e,ü,ä,ö,eu und Konsonanten (‚bisschen‘) und wird für die
Verkleinerungsform -chen verwendet, z.B. ‚Mädchen‘.
Nach meinem Sprachgefühl ist das genauso, und zwar ist das bestimmt anatomisch bedingt: Das „Doch-ch“ entsteht tief im Rachen und das „Ich-ch“ am Gaumen; bei den „hellen Vokalen“ befindet sich die Zunge eher vorne und damit näher am Gaumen, und bei den „dunklen Vokalen“ wird die Zunge nach hinten gezogen (um den Resonanzraum im Mund zu vergrößern) und befindet sich daher eher in der Nähe des Rachens.
Allerdings scheint es da auch je nach Dialekt Unterschiede zu geben. Ich (vom Niederrhein stammend) spreche z.B. das Wort „Kirche“ mit „Ich-ch“ aus. Hier in Bayern, wo ich seit kurzem das Vergnügen habe zu wohnen, höre ich das Wort „Kirche“ häufig mit einem „Doch-ch“. Zuerst dachte ich an einen Sprachfehler des Radiosprechers, aber anscheinend g’hört das hier so…