Aussprache von Konsonanten

Hallo!

Ich suche eine Seite/Buch, in der/dem erklärt ist, wie und warum die deutschen Konsontanen (besonders b, c, d, g, h, j, r, s, t und v) ausgesprochen werden. Z.B. warum b mal wie [b] oder [p] ausgesprochen wird, oder wann ein g z.B. als [g], [k], [c] oder [z] ausgesprochen wird. Hat da vielleicht jemand einen Tipp für mich?

Vielen Dank im Voraus

La Evita

Moin, Evita,

Ich suche eine Seite/Buch, in der/dem erklärt ist, wie und
warum die deutschen Konsontanen (besonders b, c, d, g, h, j,
r, s, t und v) ausgesprochen werden.

gugel mal schlicht mit der Überschrift.

Z.B. warum b mal wie [b] oder [p] ausgesprochen wird, oder
wann ein g z.B. als [g], [k],

Wenn kein Vokal folgt, ist es nicht ganz einfach, die Konsonanten weich auszusprechen.

(ein g als) [c] oder [z] ausgesprochen wird.

Das würde mich allerdings auch interessieren - ich hätte erstmal gesagt, das gibt es nicht.

Gruß Ralf

Hallo!

Ich suche eine Seite/Buch, in der/dem erklärt ist, wie und
warum die deutschen Konsontanen (besonders b, c, d, g, h, j,
r, s, t und v) ausgesprochen werden. Z.B. warum b mal wie [b]
oder [p] ausgesprochen wird, oder wann ein g z.B. als [g],
[k], [c] oder [z] ausgesprochen wird. Hat da vielleicht jemand
einen Tipp für mich?

Also ich wüsste jetzt kein Buch, in dem genau erklärt wird, wie man von der Schreibung auf die Aussprache kommt oder wie jeder Buchstabe wann ausgesprochen wird… aber bei konkreten Fragen kann ich da trotzdem helfen.

**werden im Hochdeutschen am Wortende immer stimmlos ausgesprochen, also als [p, t, k], das nennt man Auslautverhärtung. Deswegen wird „Kalb“ [kalp], „Wald“ [valt] und „Tag“ [taːk] ausgesprochen. Das ist auch bei Konsonantenclustern am Ende so, und nicht nur am Wortende, sondern eigentlich auch am Silbenende generell, also auch hier: „liebst“ [liːpst], „fragt“ [fʁaːkt], „Abendessen“ [ˈʔaːbəntˌʔɛsən].
Wie ein [c] oder [z] wird das im Deutschen aber nie ausgesprochen.

Für gilt übrigens das gleiche: Am Silbenanfang vor Vokalen ist’s immer stimmhaft, also [z], am Silbenende immer stimmlos, also [s]. Am Silbenanfang vor und wird es als [ʃ] („sch“) ausgesprochen. Ein Doppel-s und ein wird immer stimmlos gesprochen, also [s]. Die Verbindung wird als [ʃ] artikuliert.

Sicherlich gibt’s da noch mehr, aber das sind wohl die wichtigsten Regeln für diese Buchstaben. Das „r“ ist auch nochmal recht kompliziert, und das „c“ hat auch ganz viele Aussprachemöglichkeiten und Kombinationen.

Grüße,

  • André**

Hallo Evita!

Ich suche eine Seite/Buch, in der/dem erklärt ist, wie und
warum die deutschen Konsontanen (besonders b, c, d, g, h, j,
r, s, t und v) ausgesprochen werden. Z.B. warum b mal wie [b]
oder [p] ausgesprochen wird, oder wann ein g z.B. als [g],
[k], [c] oder [z] ausgesprochen wird. Hat da vielleicht jemand
einen Tipp für mich?

Ergänzend zu Andrés Mitteilung: Ich nehme an, mit [c] und [z] meinst Du [ç] bzw. [ʒ]. Dass Graphem g als [ç] ausgesprochen existiert am Wortende mit -ig wie in ewig, innig, König, ledig usw. Diese Aussprache ändert sich dann, wenn ein Ableitungssuffix folgt, das mit einem Vokal beginnt (ewige, innige, Könige, ledige) - dann ist es einfach [g]; oder wenn das Ableitungssuffix -lich folgt (ewiglich, inniglich, königlich, lediglich) - dann wird infolge der Auslautverhärtung, die André schon erklärt hat, ein [k] artikuliert.
Das [ʒ] kommt nur in Fremdwörtern vor und folgt dort den Regeln der Fremdsprache; so ist g in französischen Wörtern vor e und i ein [ʒ], im Italienischen an gleicher Stelle jedoch [dʒ]. Die Liste der Fremdsprachen ließe sich nun beliebig erweitern, da die Sprecher des Deutschen sich Mühe geben, alles so auszusprechen wie in der Ausgangssprache.

In Deiner Liste sind noch c, h, j, r, t und v übriggeblieben. Fangen wir mal mit den Einfachsten an: j ist im Deutschen immer [j] (in Fremdwörtern aber meist was Anderes, siehe die vorigen Erläuterungen), t in der Endung -tion [ts], sonst [t]. Da sollten keine Zweifel aufkommen.
Auch v ist nicht so schwer: In Fremdwörtern immer [v], in deutschen Wörtern immer [f]. Hat was mit der mittelhochdeutschen Rechtschreibung zu tun. Eine Ausnahme fällt mir gerade ein: Beim Bovist existieren beide Aussprachen, weil dieses Wort so tut, als sei es ein Fremdwort (Bo- wurde mit den französischen Wörtern für Pfau oder schön in Verbindung gebracht, und -vist sieht ja schon aus wie in „Aktivist“); dabei aber aus dem Althochdeutschen Vohe-vist „Furz der Füchsin“ abgeleitet ist. Die Aussprache [f] gilt übrigens in Süddeutschland auch bei lateinischen Personennamen: Karl Valentin heißt ['falənti:n].
Das h ist nur im Silbenanlaut als [h] zu hören, ansonsten längt es den vorangegangenen Vokal. Vor der Verb-Endung -en ist das h kein Anlaut, also gehen ['ge:ən] usw. Besondere Aussprachen bieten ch und sch. Letzteres wurde bereits von André erklärt. Ch ist nach a, o, u oder au [χ], sonst [ç]. Am Wortanfang tritt es jedoch nur in Fremdwörtern auf. Bei griechischen Fremdwörtern gilt vor a, o, (u, au - fällt mir grad kein Beispiel ein, gibt’s vielleicht nicht) die Aussprache [k], sonst [ç], wobei in Süddeutschland immer [k] gesprochen wird, was dann auch für geographische Eigennamen wie den Chiemsee gilt.
Steht das c allein, so handelt es sich entweder um ein Fremdwort oder um einen Eigennamen. Für lateinische Fremdwörter gilt vor a, o, u, au die Aussprache [k], sonst [ts].
Schließlich das r. Nach Vokalen ist es ein Schwaches a: [ɐ]. Die Kombination er wird als Ganzes wie [ɐ] gesprochen, nur in Verbalpräfixen ver-, er- ist es [εɐ]. Nach stimmlosen Konsonanten ist es [χ]. Nach stimmhaften Konsonanten und am Silbenanfang ist es [ʁ].

Nun sind alle Fragen (hoffentlich) geklärt, bis auf die nach einem Buch, wo das drinsteht. In Lehrbüchern „Deutsch für Ausländer“ sollte dies erklärt sein, ebenso in Büchern über Phonetik des Deutschen. Mitunter findet man auch in größeren Wörterbüchern gute Erklärungen, z.B. im P.O.N.S. Neugriechisch (es genügt das einbändige, aber nicht das kleine Taschenwörterbuch). Vielleicht hast Du ja sogar zufällig ein Wörterbuch zu Hause, wo das drin steht, und es ist Dir nur nie aufgefallen. (Wer liest schon das Vorwort eines Wörterbuchs?!)

Liebe Grüße,
Immo

Vielen Dank für die intensive Hilfe.

Ich habe mir das Aussprache-Wörterbuch des Dudens zugelegt und es erklärt die Aussprache relativ gut.

Nochmal vielen Dank!

Evita

Hallo,

Dass Graphem g als [ç]
ausgesprochen existiert am Wortende mit -ig wie in ewig,
innig, König, ledig usw.

Aber nur im pandeutschen Standard, der Bühnenaussprache und zahlreichen norddeutschen Mundarten. Im Süden Deutschlands sowie in Österreich und der Schweiz hört man in 99% aller Fälle ein ordentlich aspiriertes [k]!

Wenn du, liebe Evita, die Sache von der wissenschaftlichen Seite angehen möchtest, empfehle ich dir http://www.amazon.de/Phonetik-Phonologie-Graphemik-f… von meinem mittlerweile emeritierten Lehrer Hans Altmann. Dort findest du alle Regeln mit Begründungen.

Hallo!

Wenn du, liebe Evita, die Sache von der wissenschaftlichen
Seite angehen möchtest, empfehle ich dir
http://www.amazon.de/Phonetik-Phonologie-Graphemik-f…
von meinem mittlerweile emeritierten Lehrer Hans Altmann. Dort
findest du alle Regeln mit Begründungen.

Altmann ist emeritiert? Seit wann denn? Eigentlich hatte ich ja immer gehofft, ich könnte bei ihm noch promovieren … aber vielleicht macht er’s ja trotzdem …

Das Buch kann ich ebenfalls empfehlen.

Gruß,
Max