Austausch mit Brasilien

Hi, ich bin in der 8. klasse im gymnasium. bei uns wird in der 9. klasse ein Austausch nach Brasilien angebeoten. Da es relativ günstig ist interresiere ich mich natürlich dafür, jedoch würde ich gerne wissen, ob es da wirklich so gefährlich ist, wie immer behauptet wird, oder ob man einfach nur angst einjagen will.
Ich freu mich über alles, was ihr so schreibt
gruß Kathie

Hallo Kathie,

in welche Stadt soll’s denn gehen? Steht das schon fest bzw. könntest du dir das aussuchen?

Kannst du denn Portugiesisch? (Wenn nicht, bringt es ja nicht viel.)

Schöne Grüße

Petra

Servus,

der Amazonas ist knapp 6.500 km lang. Die brasilianische Küste ist etwa 7.500 km lang. Von Porto Alegre nach Santarém sinds - wenn ich richtig schätze - immerhin weniger als 4.000 km.

Zum Vergleich: Flensburg-Berchtesgaden, das ist einmal Deutschland von N nach S, macht auf der Straße grade mal 1.090 km aus, Luftlinie knapp 1.000 km. Ein ganz guter Maßstab zum Vergleichen.

Rio de Janeiro hat etwa 6 Millionen Einwohner, der dazugehörige Ballungsraum etwa 11 Millionen. Im Norden des Landes sind sehr große Gebiete mit einer Bevölkerungsdichte von weniger als 5 Menschen pro Quadratkilometer.

An diesen Zahlen kannst Du Dir etwa vorstellen, dass diese Frage ungefähr so ist wie „Ich will nach Europa reisen. Ist es in Europa eigentlich gefährlich?“

Schöne Grüße

MM

würde ich gerne wissen, ob es da wirklich so gefährlich
ist, wie immer behauptet wird, oder ob man einfach nur angst
einjagen will.

Hallo Kathie,

ich kenne nur den Norden von Belém bis Manaus, aber ja, es ist gefährlich.
Man kann sich aber schützen. Eine Gelbfieberimpfung und eine Malariaprophylaxe sind dort ebenso wichtig wie ein gutes Mückenmittel. Ich empfehle Antibrumm Forte.

Gruß, Joe
PS Vorsicht vor den süßen Latinos :wink:

Hallo Kathi,

wo soll es denn hingehen und wie lange dauert der Aufenthalt? Es gibt gefährliche Gegenden in Brasilien und es gibt ungefährliche, das hängt ganz davon ab, wo dich deine Reise hinführt. Es ist natürlich ein riesiges Land, daher kann ich dir auch keine Gesamtempfehlung geben, sondern nur schildern, wie ich meine Aufenthalte dort empfunden habe. Ich war bis jetzt 3 mal jeweils für 6-9 Tage in Brasilien (Campinas, Curitiba, Ilha do Mel). Mein Eindruck ist: Es gibt neben ein paar reichen Leuten viele arme Leute, die extrem viel arbeiten müssen und daher ist die Freizeit-Infrastruktur sehr schlecht. (Ausnahme ist wohl Rio wegen der vielen Touristen) Sprich: Du willst was unternehmen (Sehenswürdigkeiten, Ausflüge usw.) und nach spätestens 3 Tagen hast du das Angebot ausgeschöpft. Durch die Armut im Land ist vieles halt nicht oder nur sehr schlecht erschlossen. Wir waren z. B. mal ein paar Tage auf der Ilha do Mel, das ist eine superschöne Insel vor Paraná und wir haben nichts gemacht außer wandern und Caipirinha trinken. Mehr konnte man auch nicht machen. Natürlich ist dort ein gigantisches Surfrevier, aber da wir keine eigenen Boards dabei hatten und es keine Möglichkeit gab welche zu leihen, wurde daraus natürlich nichts. Du konntest also nur rumhängen oder die 2 Geschäfte und 4 Kneipen auf der Insel besuchen. Es gab noch nicht mal irgendwo ein Volleyballnetz geschweige denn Bälle zu kaufen. Mit ein paar Wörtern portugiesisch konntest du gegen ein bisschen Bezahlung einen der Fischer auf der Insel bitten, dich zu den Delfinen raus aufs Meer zu fahren. Mehr gab es dort wirklich nicht zu tun.
So und ähnlich ist es uns auch in den großen Städten ergangen. Es gibt überall Kneipen, Discos und Restaurants, aber nur ganz wenige Möglichkeiten tagsüber mal etwas zu unternehmen. Außer du bist begeisterter Wanderer (und selbst das ist so ohne weiteres nicht immer möglich) oder nimmst in Kauf 200 km weit mit einem Taxi oder Bus zu fahren um evtl. Pferde zu mieten und einen Ausritt zu machen. Selbst in Curitiba, die als die Vorzeigestadt Brasiliens gilt, gibt es recht wenig zu tun. Und im Winter machen die sowieso alles dicht. Meine Mutter und ihr Mann haben im Februar 2 Wochen Urlaub in der Nähe von Fortaleza (im Nordosten) gemacht (ich hatte ihnen davon abgeraten)und sie waren auch nicht begeistert. Ihr Fazit: Schöne Gegend, schöner Strand, totale Langeweile. Sie konnten in dem Ort noch nicht mal ein Auto mieten um einen Ausflug zu machen. Versteh mich nicht falsch, ich bin ganz und gar nicht vergnügungssüchtig und mein Freund und ich reisen immer auf eigene Faust durch die Gegend und brauchen auch kein Animationsprogramm, aber in Brasilien ist es wirklich schwer, sich die Zeit zu vertreiben (außer du bist begnadete Disco- und Kneipengängerin). So ein Schüleraustausch soll ja nicht nur dazu führen, dass man die Sprache lernt, sondern man möchte ja in dem Land auch ein bisschen was erleben.

Gruß, Maja

Hallo,

gerade deswegen magich Teile von Brasilien weil man da tagsüber seine RUHE im whrsten Sinne des Wortes hat und schön faulenzen kann und logisch abends auf die Piste geht.

Manche nennen das auch Pauschalurlaub, müssen dafür aber in Hotelkomplexen abhängen:wink:

Ich find Brasilien als Urlaubsland jedenfalls toll und gerade als Naturliebhaber kannst du dort immer was entdecken.

Liebe Grüße,

Ralf

Hallo Ralf,

ob man Brasilien mag oder nicht hängt natürlich sehr von den ganz persönlichen Vorstellungen bezüglich Urlaub/Aufenthalt ab. Natürlich fand ich meine Aufenthalte in Brasilien auch in gewisser Weise interessant. Für mich persönlich bedeutet den ganzen Tag rumhängen und abends was trinken gehen allerdings Langeweile pur. Andere finden es super. Hier hatte ja eine rechte junge Person nach Brasilien gefragt, die dort evtl. zum Schüleraustausch hin möchte. Ich bin einfach von mir selbst ausgegangen und habe mir überlegt, wie es dort wohl einer unternehmungslustigen 17 oder 18 jährigen ergehen könnte.

Gruß, Maja

Also vielen dank schonmal für euche vielen sachen, die ihr mir geschreiben habt. also bei mir ich bin unkompliziert und langweile mich nicht schnell. also is es bestimmt nicht die schlechteste gegend dann.
wir fahren vorraussichtlich nach rio, wo wir aber auch in familien untergebracht sind, wo die kinder auf eine schule gehen, wo man auch deutsch lernt. also ist das mit dem portugisisch nicht zwangsläufig, jedoch bekommen wir davor noch einen crash kurs in der sprache.
wir werden in den sommerferien 3 wochen dorthingehen und ich denke, dass das programm gut ausgefüllt sein wird.
noch mal vielen dank für eure beiträge und ich freu mich natürlich immernoch über mehr.

Hallo Kathie,

ich kenne nur den Norden von Belém bis Manaus, aber ja, es ist
gefährlich.
Man kann sich aber schützen. Eine Gelbfieberimpfung und eine
Malariaprophylaxe sind dort ebenso wichtig wie ein gutes
Mückenmittel. Ich empfehle Antibrumm Forte.

Gruß, Joe
PS Vorsicht vor den süßen Latinos :wink:

vielen dank für den tipp mit den latinos…ich werds mir merken, auch wenns mir wahrscheinlich schwerfällt da die finger von zu lassen :wink: *g*
und natürlich auch vielen dank für die ganzen medizinischen tipps