Auswirkung auf Zähler / Nenner / Überkreuzeffekt?

Ich habe folgendes Problem:

Ich habe eine sog. Kosten-Umsatz-Quote geplant, deren Abweichung ich nach einem Jahr analysieren muß. Welchen Anteil an der Abweichung fällt auf Kosten und welcher auf Umsatz.

Bei der Abweichung gibt es zwei Effekte, die nicht einfach addiert werden können. Ich gehe davon aus, dass es mathematisch noch einen dritten Effekt geben muß (Überkreuzeffekt ?), der u.U. auf beide u.g. Effekte aufgeteilt werden muß.

  1. Ausgangsfall

Plan: 5 Kosten/100 Umsatz = 5% (Kosten-Umsatz-Quote)
Ist: 4 Kosten/90 Umsatz = 4,44%
Differenz: 0,56

  1. Effekt: gleiche Kosten / fallender Umsatz
    Plan: 5/100 = 5%
    Ist: 5/90 = 5,55%
    Differenz: 0,55

  2. Effekt: fallende Kosten / gleicher Umsatz
    Plan: 5/100 = 5%
    Ist: 4/100 = 4%
    Differenz -1,0

Addiert man beide Effekte, so erhält man 0,45 Differenz; im Ausgangsfall beträgt die Differenz 0,56. D.h es muß noch einen dritten mathematischen Effekt geben.

Kann mir jemand helfen, aus welchen Abweichungen sich die 0,56 zusammensetzen?

Addiert man beide Effekte, so erhält man 0,45 Differenz; im
Ausgangsfall beträgt die Differenz 0,56. D.h es muß noch einen
dritten mathematischen Effekt geben.

Da fehlen unendlich viele Therme höherer Ordnung

Die Formel lautet (Kosten steigen um +d_K von K_0 auf K=K_0+d_K, Umsatz sinkt um -d_U von U_0 auf U=U_0-d_U):

K/U = (K_0/U_0)*(1+d_K/K_0)/(1-d_U/U_0)

= (K_0/U_0)*(1+d_K/K_0)*(1+d_U/U_0+(d_U/U_0)^2+ …)

Das kann man jetzt ausmultiplizieren:

(K/U)/(K_0/U_0) =

  • 1 // 0. Ordnung
  • d_K/K_0 + d_U/U_0 // 1. Ordnung
  • (d_K/K_0)*(d_U/U_0) + (d_U/U_0)^2 // 2. Ordnung

MOD: Fullquote gekürzt.

Sorry ich bin kein Mathematiker, kann mich aber noch aus meiner Abi-Zeit blaß daran erinnern, dass man bei dieser Lösung drei Effekte mitspielen, nämlich

  1. Effekt: gleicher Zähler, sich ändernder Nenner (in diesem Fall: Umsatz).
  2. Effekt: sich ändernder Zähler, gleicher Nenner (in diesem Fall: Kosten).

Beide Effekte lassen sich nicht addieren, daher

  1. „Überkreuz“-Effekt

Den Überkreuzeffekt verteilt man schließlich proportional auf den 1. und den 2. Effekt.

Am Ende kann man eine Aussage darüber treffen, warum die o.g. Kosten-Umsatz-Quote gesunken ist. x% resultieren dabei aus den niedrigeren Kosten und y% resultieren aus einem niedriegeren Umsatz.

Diese Kosten-Umsatz-Quote wird oftamls in Geschäftsberichen großer Unternehmen verwendet, um sie untereinander vergleichen zu können.

Kann mir jemand bei meinem Problem helfen?

Gruß, Qlowz

MOD: Überflüssiges Fullquote gelöscht.

Ich bin kein Wirtschaftsmathematiker und habe auch vom Operational Research keine Ahnung. Was ich gesagt habe ist exakt und allgemeingültig.

meiner Abi-Zeit blaß daran erinnern, dass man bei dieser
Lösung drei Effekte mitspielen, nämlich

  1. Effekt: gleicher Zähler, sich ändernder Nenner (in diesem
    Fall: Umsatz).
  2. Effekt: sich ändernder Zähler, gleicher Nenner (in diesem
    Fall: Kosten).

Beide Effekte lassen sich nicht addieren, daher

  1. „Überkreuz“-Effekt

Den Überkreuzeffekt verteilt man schließlich proportional auf
den 1. und den 2. Effekt.

Der Term 2. Ordnung könnte die Rolle „Überkreuz“-Effekt spielen.

Besser aber: Warten, bis ein Wirtschaftler hier vorbeikommt.

Die angewandte Mathematik ist denkbar einfach:

(a) K_0 und U_0 ausklammern gibt K_0*(1+d_K/K_0) und U_0*(1-d_U/U_0)
(b) mit x = 1-d_U/U_0 die Formel für die geometrische Reihe anwenden:
1/(1-x) = 1 + x + x^2 + x^3 + …
© ausmultiplizieren

Mir ist aber klar, dass man beim Fachrechnen oft feste Formel bevorzugt. Aber wenn es so ein Standard-Begriff ist: Schon mal bei Google und Wiki probiert?

Noch ein Achtung: Bricht man die geometrische Reihe nach dem quadratischen Term ab, ist der Fehler oft noch sehr hoch.

Am Ende kann man eine Aussage darüber treffen, warum die o.g.
Kosten-Umsatz-Quote gesunken ist. x% resultieren dabei aus
den niedrigeren Kosten und y% resultieren aus einem
niedriegeren Umsatz.

Diese Kosten-Umsatz-Quote wird oftamls in Geschäftsberichen
großer Unternehmen verwendet, um sie untereinander vergleichen
zu können.

Das ist schon klar.

Kann mir jemand bei meinem Problem helfen?

In den Parallelforen gibt es schon die eine und den anderen, die sich recht gut mit Buchhaltung und Bilanz auskennen …

Gruß, Qlowz

MOD: Zitat gekürzt.

falsch

(b) mit x = 1-d_U/U_0 die Formel für die geometrische Reihe

richtig:
(b) mit x = d_U/U_0 die Formel für die geometrische Reihe

Noch ein Achtung: Bricht man die geometrische Reihe nach dem
quadratischen Term ab, ist der Fehler oft noch sehr hoch.

Den Fehler kann man natürlich im Kreutzterm KT per Definition berücksichtigen

(K/U) / (K_0/U_0) = 1 + d_K/K_0 + d_U/U_0 + KT (per def)

wenn man will.

ist K_0, K, U_0, U bekannt, kann man KT angeben.

Was soll ich jetzt machen?

Zurück zum Anfang: Welcher Anteil der Änderung wird vom Zähler bzw vom Nenner beeinflußt?

Gruß Qlowz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

falsch

(b) mit x = 1-d_U/U_0 die Formel für die geometrische Reihe

richtig:
(b) mit x = d_U/U_0 die Formel für die geometrische Reihe

Noch ein Achtung: Bricht man die geometrische Reihe nach dem
quadratischen Term ab, ist der Fehler oft noch sehr hoch.

Den Fehler kann man natürlich im Kreutzterm KT per Definition
berücksichtigen

(K/U) / (K_0/U_0) = 1 + d_K/K_0 + d_U/U_0 + KT (per def)

wenn man will.

ist K_0, K, U_0, U bekannt, kann man KT angeben.

Was soll ich jetzt machen?

Zurück zum Anfang: Welcher Anteil der Änderung wird vom Zähler
bzw vom Nenner beeinflußt?

Ich kann nur mathematisch antworten:

Nur im Grenzfall d_K/K_0 -> 0 und d_U/U_0 -> 0, in dem KT übrigens verschwindet, kann man eindeutig (!) angeben, welcher Anteil der Änderung des Quotienten auf die Änderung des Zählers und welcher Anteil auf die Änderung des Nenners zurückzuführen ist. Das Ganze nennt man Differentialrechnung.

Bei endlichen d_K/K_0 und d_U/U_0 ist es reine Willkür, was man wem zuschreibt.

Aber ich kann mir schon vorstellen, dass die Finanzmathematiker da etwas definiert haben.

Müsste ich unter vorgehaltener Waffe als Finanzlaie etwas definieren, würde ich d_K/K_0 + KT/2 und d_U/U_0 + KT/2 als die beiden Beiträge definieren.

Aber mein Rat bleibt bestehen: entweder auf einen Wirtschaftler warten, bis er vorbeikommt, oder in ein Wirtschaft-basiertes Parallelforum wechseln …

In der Fachnomenklatur ist es sicherlich auch wichtig, ob man die relativen Änderungen auf K_0, U_0 oder auf K, U bezieht.

Gruß Qlowz

Hi Frank,

ich habe schon bei deiner ersten Antwort verstanden, dass Du nur mathematisch antworten kannst.

Meine Hoffnung, dass es jemanden gibt, der sein mathematisches Know-How auf die Praxis umsetzen kann bleibt bestehen. Ob das ein Finanzmathematiker sein muß, bleibt dahingestellt.

Gruß Qlowz

MOD: Überflüssiges Fullquote gelöscht.