Ausziehen?!?

Guten Tag,

Ich hab ein Problem mit meiner Familie in letzter zeit wächst mir hier zuhause alles über den Kopf und ich würde am liebsten ausziehen, nun hab ich leider kein eigenes einkommen da ich im mom noch bis 2010 mein Abi mache. Ich könnte zwar nebenbei für 400 euro arbeiten, wozu ich natürlich auch bereit wäre, jedoch 400 Euro nicht wirklich für eine eigene Wohnung reichen.

Meine Eltern wollen mich in dieser Sache nicht unterstützen, da sie die kontrolle über mich behalten wollen (jedenfalls sehe ich das so).

Ich habe starke Probleme mit meinem älterne Bruder (24), dieser hate viele Probleme, darunter SPielsucht und er neigt sehr häufig zu Gewaltausbrüchen, die er dann an mir auslässt.

So ist z.B meine Zimmertür bereits 2 Mal eingetreten worden von ihm. Mir wurden bzw werden auch immernoch diverse dinge von ihm geklaut( Geld, DvD’s, PC Spiele etc.) entweder benutzt er die sachen oder verkauft sie wobei das in den letzten jahren echt abgenommen hat.

Meine Eltern sehen nicht das ich einfach nicht mehr mit diesem Menschen zusammenleben möchte, wenn ich etwas sage was ihm nicht passt verprügelt er mich. Wenn ich ihn erwische wie er mir was klaut das gleiche … mein Bruder ist sehr kräftig gebaut und ich eher schmal daher kann ich dagegen nie viel ausrichten.

Ich habe meinen Eltern gesagt entweder zieht er aus oder ich. Sie sagten dann soll ich ausziehen aber mit geld brauche ich nich rechnen. Sie würden mir warscheinlich meine 150 euro kindergeld geben aber damit komm ihc nich zurecht.

Auch mit meinem Vater spitzt sich die Situation immer mehr zu. Auch er leidet unter meinem bruder aber kann nicht verstehen, dass ich ihn aufgegeben habe. Mein Vater ist in letzter Zeit extrem depressiv und lässt dies gern mal an mir aus.
Da kommen gern mal beleidgungen rüber oder einfach sätzte die mich echt traurig machen wenn die aus dem Mund meines vaters kommen.

Mit meiner mutter kann ich genausowenig darüber reden sie hat mitlerweile angefangen sich den kumemr hier zuhause wegzutrinken und wird wenn sie etwas getrunken hat sehr laut und schreit einfach rum , ohne ihr irgendwas getan zu haben.

Die frage ist nun sind meine Eltern verpflichtet mir einen Barunterhalt zu zahlen, d.h wären die oben genannten Gründe aussreichend dafür das eventuell vor gericht durchzukriegen.
Ich kann, und will heir nicht mehr wohnen. Ich kann nicht schlafen weil hier um 04 Uhr terror gemacht wird und ich will endlich hier raus. Bisher wollte ich das Jahr bis zum Abi noch abwarten aber ich halts einfach nicht mehr aus und wär sogar bereit das über ein gericht laufen zu lassen. Die frage ist nur würde ich vom Jugendamt etc. nen anwalt gestellt bekommen denn auch so einen könnte ich mir nicht leisten.

Ich hoffe jemand kennt sich damit gut aus und kann mir weiter helfen

Volljährig?
Hallo Tarik,
ich machs ganz kurz, eigentlich ist es ja auch eher eine Rechtsfrage:
Was Du schreibst, klingt überhaupt nicht gut und Du solltest dringend versuchen, Dir Unterstützung durch Freunde ( v.a. Zuhören)und Lehrer zu holen.
Das Jugendamt könntest du auch um Hilfe bitten, es wird aber äußerst schwierig, da Du bereits volljährig bist.
In begründeten Ausnahmefällen müssen sie Dir aber auch helfen, was nicht unbedingt heißt, Dir eine Wohnung zu finanzieren oder ähnliches, aber Dich beraten werden sie sicher.
Nimm Dir eine erwachsene Vertrauensperson zum Gespräch mit.

? Spielt eventuell auch noch deine kulturelle Identität eine Rolle?
( Frage wegen des Nick und wegen der Bruderproblematik; für Eltern mit Migrationshintergrund ist es ja oft noch viel schwieriger, öffentliche Hilfen anzunehmen, als von „Einheimischen“ Eltern; falls ich völlig falsch liege, vergiss es einfach… :wink:)

Gäbe es vielleicht die Möglichkeit, zu einer befreundeten Familie zu ziehen; hast Du einen Freund, mit dem Du Dir das Zimmer teilen könntest, bis das Abi fertig ist?
Nicht das Mittel erster Wahl, aber durchaus möglich und machbar.
Und für Eltern oft eine Möglichkeit, nach außen ihr Gesicht zu wahren.

Außerdem hilft, falls Du keine persönliche Vertrauensperson hast, montags bis samstags zwischen 14 und 20 Uhr folgende Telefonnummer: 0800 111 0 333
Bundesweit und kostenfrei von Festnetz und Handy
http://jugendinfo.de/link.phtml?http://www.kinderund…
oder onlineBeratung: https://www.kijumail.de/kummerkasten/nutzer/zeigeAnm…
Alles Gute wünsche ich Dir,
Finjen

Hallo.
Versuch es mal bei der Caritas. (Egal welcher Nationalität du bist) Die haben dort in fast allen Städten eine „Beratungsstelle für jugendliche und junge Erwachsene“.
Du kannst es auch versuchen, Schülerbafög zu beantragen. Mehr als nein sagen können die nicht. Das, Kindergeld und der 400€- Job dürften für ein WG- Zimmer reichen.
Sprich eine ARGE an (die Hartz IV- Stelle) und schildere deine Situation. Frag nach, ob sie dir eine Wohnung (WG) genehmigen. Sag aber gleich, daß du bereit bist diesen 400€- Job zu machen und das Schülerbafög zu beantragen. Dann sind die gnädiger.
Ich wünsche dir alles Gute!!!
Anja

Hallo Tarik,

wenn Du einen Anwalt hinzu ziehen möchtest, dann kannst Du einen kostenlosen Beratungshilfeschein beantragen:
http://www.akademie.de/private-finanzen/ueberschuldu…

Sollte der bewilligt werden, dann geh zu einem Anwalt, der auf Familienrecht/Unterhaltsrecht spezialisiert ist. Vorher andere Beratungsstellen aufzusuchen, ist natürlich sinnvoll. Du bist aber volljährig und kannst sicherlich besser beurteilen, welche Schritte Du nun einleiten möchtest.

Einen dringenden Rat möchte ich Dir geben. Du baust an Deinem Abi, super! Versuche mit allen Mitteln durchzuhalten und schaffe Dir eine Umgebung in der Du gute Lernbedingungen vorfindest. Alles andere sollte für Dich momentan nachrangig sein, denn je besser Dein Schulabschluss ist, umso leichter wirst Du Dich wirtschaftlich und familiär emanzipieren können. Wenn Du dafür harte Entscheidungen bezüglich Deiner Familie treffen musst, dann nimm keine Rücksicht. Kämpfe für Deine Zukunft!

Mann, ich wünsch Dir was!
Andrea

Hallo Tarik,
das ist ja traurig, anstatt Deine Eltern froh sind, dss Ihr Sohn was lernt und ihn mit aller Kraft unterstützen, hast du nur Terror zuhause. Ich finde das so schade. Ich habe 2 Söhne, der älteste ist heute 28 jahre und hat in Duisburg an der Uni studiert. Als er 19 jahre alt war, hatten wir auch unsere Probleme, die aber mehr mit seinem Zimmer zusammenhingen und es ist auch nicht so eskaliert, aber ich habe damals gesehen, dass er sich von mir (meiner Meckerei um sein unaufgeräumtes Zimmer) und von seinem kleinen Bruder genervt fühlte, obwohl er schon eine eigene Etage im Haus bewohnte. Ich habe mich damals mit meinem Sohn hingesezt und mit meinem Mann und wir haben zusammen überlegt, was das Betse für ihn ist. herausgekommen ist dabei, dass er seine eigene Wohnung haben wollte und wir haben das so gemacht, wir haben ein Appartment (möbliert) gesucht zusammen und Oma hat die Kaution bezahlt, wir die Übernahme der Möbel. Er hat dann von uns sein Kindergeld bekommen und er hatte noch Unterhalt von seinem Vater zu bekommen, also für Miete, Strom etc. war Geld da, den Rest hat er sich mit Nebenjobs dazuverdient. Es gibt aber noch einen Tipp. Später als er dann an der Uni war, ist er gleich um geld zu sparen in die Uni-Wohngruppe gezogen - das Zimmer in der WG hat ca. 150,- euro oder so mtl. gekostet. ER war wie ausgewechslt, denn er hatte Jungs mit denen er lernen und Spaß haben konnte und hatte auch direkt ein nettes Mädchen an der Uni getroffen. Beide sind nach Abschluß ihres Studiums nach Österreich gezogen um dort zu arbeiten. Denen gehts heute super gut! In Deinem Fall würde ich an der Uni fragen, wie es mit einem Zimmer in der WG ist, da werden immer Zimmer frei, trag dich dort ein oder rede mit einer vertrauensperson an der Uni über dein Problem, denn schließlich willst du doch was lernen! ich wünsche Dir ganz viel Glück und das Du bald Ruhe für Dich findest. Mit Deinen Eltern wird sich nach Auszug auch später wieder alles regeln - glaub mir, es gibt halt immer mal stressige Zeiten zu hause und schwierige - die gehen aber - mit etwas Abstand - auch vorüber! Liebe Grüße

Danke erstmal für die netten Antworten, ich möchte nur kurz was klar stellen. Es ist jetzt nicht so dass ich Eltern habe die sich nich um mich kümmern oder mir kein geld geben oder so. Im Grunde sind meine Eltern echt toll und ich sollte mich eigentlich glücklich schätzen. Nur die momentane situation ist halt so, dass mein Bruder enorm viel mist gebaut hat und meine eltern am ende sind mit ihm und ich auch. Aber deshalb verstehe ich nicht warum sich mich nicht ausziehen lassen.

Und wenn meine eltern so gereizt sind und ich dann nich genau das mache was sie sagen oder es einfach so ist, dass ich am wochenende mal nicht den genauen plan abgebe wohin ich gehe und wann ich wiederkomme rasten die total aus. Ich mein ich bin keine 16 mehr ich bin 20 Jahre alt und kann ja wohl für mich selbst entscheiden wann ich wieder nach hause komme.

Ich bin z.B noch nie bei der Polizei aufgefallen oder habe irgendeinen mist gebaut (ausser den kram den fast jeder macht wenn er 15-16 ist)

Nur wenn meine Eltern sehen was mein bruder am wochenende macht oder generell dann denken die anscheinend ich bin ja jünger als der, den einen haben wir verkorkst bei dem andern greifen wir jetzt richtig hart durch …

Und das halte ich einfach nicht mehr aus…

Ich mein ich bin kein unschuldsengel und bestimmt nicht derp erfekte sohn. ABer mit meinen Eltern kann man nicht einmal irgendwelche kompromisse aushandeln denn was ide sagen gild und auf meine meinung wird geschissen …

das relativiert allerdings etwas :wink:
Hallo nochmal, Tarik,

Danke erstmal für die netten Antworten, ich möchte nur kurz
was klar stellen.

Danke für die Realtivierung/ Richtigstellung.
Da ist ja doch eine etwas andere Situation, als das, was ich da heute nacht rausgelesen habe :wink:
Es klingt für mich eher nach „normaleren“ Problemen zwischen erwachsenen kindern, die noch im elterlichen Haushalt leben, als nach absoluter Krise.
Trotzdem ist das Verhalten Deines Bruders und die Reaktion Deiner Eltern nicht O.K…
Es scheint aber so, als sei noch einiges durch Gespräche möglich zu machen.
Und wie gesagt, eventuell wäre das Wohnen bei einem Freund, wo Deine Eltern auch die Familie kennen und mögen, ja eine Alternative.
Du könntest es ja mal ansprechen, nicht etwa als Drohung formuliert, sondern indem Du Deine Empfindungen sachlich und ernst schilderst.

Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass deinen Eltern egal ist, wie es Dir geht, sie scheinen nur mit vielem sehr überfordert zu sein… Vielleicht kannst Du das Gespräch führen mit jemanden dabei, den Deine Eltern respektieren und wertschätzen und vor dem sie nichts zu verbergen haben.
Schwester des Vaters, Onkel, sonstwer…
Alles Gute, halt durch!
Finjen

Hallo,

sorry, aber wenn Du schreibst, Deine Eltern kümmern sich toll um Dich, aber auch schreibst, sie tun nichts dagegen, dass Dein älterer Bruder Dich verprügelt, dann kann ich nicht recht folgen.

Ich habe auch Kinder, und ich würde es nicht „mich kümmern“ nennen, wenn ich den einen den anderen verprügeln ließe. Das gibst bei uns partout garnicht. Keiner prügelt keinen.
Selbst in meinem recht antiken, bäuerlichen Elternhaus durfte mein älterer Bruder mich nicht verprügeln - das war gar kein Thema.

Dein Bruder ist 24 wenn ich das recht verstehe - ja der sollte doch längst ausgezogen sein und auf eigenen Beinen stehen. Wie lange wird der denn noch Muttersöhnchen bleiben?
Du solltest in Deinem Alter, wenns finanziell irgendwie geht, auch ausziehen. 20 ist ein gutes Alter, um selbständig zu werden.

Und wenn man erstmal nicht mehr Zuhause wohnt, nehmen einen die Eltern plötzlich viel ernster - das ist jedenfalls meine Erfahrung.

Dir alles Gute und die nötige Portion Zähigkeit gegenüber Behörden, Anne

Hallo

Es klingt für mich eher nach „normaleren“ Problemen zwischen erwachsenen kindern, die noch im elterlichen Haushalt leben, als nach absoluter Krise.

Wieso?? Findest du das normal, so ab und zu verhauen zu werden, wenn man mal ein falsches Wort sagt?

Es scheint aber so, als sei noch einiges durch Gespräche möglich zu machen.

Wie kommst du darauf?

@ Tarik: Ich persönlich würde dir raten, alles daransetzen, dass du ausziehen kannst, in allem Respekt vor den Eltern, und nach Möglichkeit auch vor dem Bruder und dessen Problemen. Aber so weit weg, dass sie dein Leben nicht mehr beeinträchtigen können.

Es scheint ja ein Suchtproblem und Depressionen bei euch in der Familie zu geben, und damit kann man nicht vernünftig leben. Ich kann mir übrigens vorstellen, dass es für die anderen überhaupt nur noch erträglich ist, weil du da bist und das Schlimmste irgendwie auffängst, und dass sie es deswegen um jeden Preis verhindern wollen, dass du weggehst.

Aber dann wird es vielleicht so schlimm für sie, dass sie wenigstens was dran tun (hoffentlich). So oder so, als Jüngster aus der Familie bist du nicht verantwortlich dafür, was sie tun.

Viele Grüße

normal- normaler, Beziehungsverstrickungen
Hallo Simsy,

Es klingt für mich eher nach „normaleren“ Problemen zwischen erwachsenen kindern, die noch im elterlichen Haushalt leben, als nach absoluter Krise.

Wieso?? Findest du das normal, so ab und zu verhauen zu werden, wenn man mal ein falsches Wort sagt?

Nein.
Selbstverständlich nicht.
Ich schrieb, es klingt nach „normal er en“ Problemen, nicht nach „normalen“.

Es scheint aber so, als sei noch einiges durch Gespräche möglich zu machen.

Wie kommst du darauf?

Anhand Tariks Reaktion, er verteidigte seine Eltern:
"ich möchte nur kurz was klar stellen.
Es ist jetzt nicht so dass ich Eltern habe die sich nich um mich kümmern oder mir kein geld geben oder so. Im Grunde sind meine Eltern echt toll und ich sollte mich eigentlich glücklich schätzen.
Nur die momentane situation ist halt so, dass mein Bruder enorm viel mist gebaut hat und meine eltern am ende sind mit ihm und ich auch.

Das, was Tarik in seinem zweiten Posting schrieb, ergab bei mir den Eindruck, dass Tarik ganz gut erkannt hat und weiß, worum sich die Probleme in seiner Familie drehen.
Das es ihm leid tut und er darunter leidet, was in der Familie passiert, dass er sich nicht zum Sündenbock machen lässt und dass er aber auch nicht einfach gehen kann; es gibt Bindung und Beziehung und gegenseitige Verpflichtungen.

Und das ist weder toll noch normal, aber „normaler“, als das, was ich im ersten Posting las ( klar, meine nächtliche Interpretation).
Da las ich keine Hoffnung mehr auf irgendwelche Veränderung, deshalb meine Anregungen, wo er sich Unterstützung holen könnte.

Tarik selbst räumte aber am nächsten Tag ein, dass es soooo schlimm jetzt doch nicht sei, seine Eltern auch gute Seiten hätten.

Und wenn ich erst jemandem antworte: „Das geht so nicht weiter!“ muss ich fairerweise, nachdem er selbst die Situation relativiert hat, auch einräumen, dass sich die Situation zwar immer noch nicht gut anhört, aber doch etwas anders klingt, als nachts.

Da las ich nämlich nichts über Beziehung und das sie eigentlich doch ganz in Ordnung seien und so…
Es ist nicht so einfach, seine Familie zu verlassen, mit solchen Ratschlägen bin ich sehr vorsichtig.

Schläge und Gewalt sind nicht in Ordnung.
Depressionen, Sucht, Kriminalität sind sehr belastende Probleme.

Aber zu raten:
„GEH!“
ist einfach.
Dann steht der junge Mann da und dann?
Wer gibt dann den Halt und Identität?

Diese Familie benötigt Hilfe, dessen bin ich ganz sicher.
Aber das müssen die Familienmitglieder auch selbst so sehen und wollen.
Etwas befangen bin ich auch noch immer dadurch, das ich vermute, dass es sich auch um ein interkulturelles Dilemma handeln könnte, aber das sind nur Mutmaßungen.
Auch dann sind Schläge nicht in Ordnung.
( Aber sie sind bei anderen Menschen, in anderen Kulturen ein verwendetes Erziehungsmittel. Was ich nur erwähnen, nicht gutheißen oder damit entschuldigen möchte.)

@ Tarik: Ich persönlich würde dir raten, alles daransetzen,
dass du ausziehen kannst, in allem Respekt vor den Eltern, und
nach Möglichkeit auch vor dem Bruder und dessen Problemen.

Sehe ich genau so Simsy.
Das wäre sicher das Beste.

Aber so weit weg, dass sie dein Leben nicht mehr beeinträchtigen können.

Ich verstehe Deine Anregung, aber Eltern und andere Systemmitglieder wirken immer auf jemanden ein, da hilft die Entfernung nur in geringem Maße.

Es scheint ja ein Suchtproblem und Depressionen bei euch in der Familie zu geben, und damit kann man nicht vernünftig leben. Ich kann mir übrigens vorstellen, dass es für die anderen überhaupt nur noch erträglich ist, weil du da bist und das Schlimmste irgendwie auffängst, und dass sie es deswegen um jeden Preis verhindern wollen, dass du weggehst.

Sehe ich ebenfalls genau so.

Aber dann wird es vielleicht so schlimm für sie, dass sie
wenigstens was dran tun (hoffentlich). So oder so, als
Jüngster aus der Familie bist du nicht verantwortlich dafür,
was sie tun.

Du hast in allen Punkten recht.

„Aber“ Tarik ist Teil des Systems.
Allein auszusteigen, ist eine schwere Entscheidung;
Tarik wirkt auf mich trotz der geäußerten Kritik an seinen Eltern auch sehr gefangen, gebunden an sie, er empfindet auch Positives, bei aller Ohnmacht.
Da ist es oft nicht möglich, zu gehen.
Dies zu meiner „Relativierung“.

Für Tarik und auch seine Familie wünsche ich viel Kraft und das er für sich oder besser sie gemeinsam einen Weg finden, der sie aus diesem Teufelskreis bringt.
Hilfe von außen - Familienberatung o.ä. wäre da ein Stichwort, oder erste mal eine räumliche Trennung.
Grüße, Finjen

ich würde zum sozialamt gehen und mitteilen warum du ausziehen mußt: weil dein schulabschluß gefährdet ist. gleichzeitig kannst du schülerbafög oder ALG 2 beantragen. das kindergeld geht zwar auf das konto deiner eltern, muss aber dann an dich ausgezahlt werden. und eine WG wäre vllt. finanztechn. von vorteil, aber nicht immer. du mußt dafür kämpfen, es schenkt dir keiner was. und dann kannst du einen antrag für erstausstatung stellen. du schreibst alles auf, vom handtuchhalter bis zum tee-ei. mach dir eine liste, was alles im haushalt ist. lampe, teppich, möbel, wäsche, küchengeräte,waschmaschine usw. ein versuch ist es wert. gruß konstanze