Auszug der Juden aus Ägypten

Als Kind hatte ich Mitleid mit den ägyptischen Soldaten, wie sie
allesamt den Tod im Roten(?)Meer fanden. Natürlich habe ich mich für
die Isrealiten gefreut, dass sie den Ägyptern entwischen konnten.
Daheim habe ich im Atlas nachgeschaut, wo das genau gewesen sein
könnte. Doch meine Recherchen waren höchst unbefriedigend, denn
ichweiß bis heute nicht, wo das gewesen sein könnte. Kennt jemand die
genaue Stelle?
Mit Gruß, Alexander

Auszug aus Ägypten

Ich weiß nicht, was das eine mit dem anderen zu tun haben soll, aber das Schilfmeer ist geografisch bis heute nicht identifizierbar. Es gibt unzählige archäologische Deutungsversuche mit ebensovielen Ungereimtheiten.

Für die religiöse Bedeutung der Episode ist das allerdings auch irrelevant. Übrigens sollte man die Bezeichnung „Juden“ und „Israeliten“ in diesem Kontext nicht durcheinandermischen.

Gruß

Metapher

Hallo Alexander,

Als Kind hatte ich Mitleid mit den ägyptischen Soldaten, wie
sie
allesamt den Tod im Roten(?)Meer fanden. Natürlich habe ich
mich für
die Isrealiten gefreut, dass sie den Ägyptern entwischen
konnten.

dazu gibt es einen Midrasch (Auslegungstradition), der erzählt, daß nach dem Durchzug durch das Rote Meer die Engel über die Rettung jubeln wollten. G-tt hat es ihnen untersagt mit dem Hinweis auf seine Trauer über seine getöteten Kinder, die Ägypter. Die mündliche Tradition des Judentums geht soweit zu sagen, daß G-tt darüber weinte.

Daheim habe ich im Atlas nachgeschaut, wo das genau gewesen
sein
könnte. Doch meine Recherchen waren höchst unbefriedigend,
denn
ichweiß bis heute nicht, wo das gewesen sein könnte. Kennt
jemand die
genaue Stelle?

Die wüßte ich auch zu gerne :wink:

historisch kritisch geantwortet:
siehe Metaphers Kommentar.
Es lassen sich vier Haupttheorien zur Route des Exodos herausdestillieren: Eine sogenannte „nördliche Route“, eine sogenannte „südliche Route“ und zwei Varianten einer sogenannten „zentralen Route“. Die überschneiden sich an keinem Punkt.

Und keine ist so in sich konsistent, daß sie alle geografischen oder sonstigen auftretenden Phänomene erklären könnte, sondern immer nur Teilbereiche.

Eine traditionelle Antwort aus talmudischen Kommentaren:
Es ist bewußt so beschrieben worden, daß sich die Route nicht klar identifizieren läßt, damit spätere Generationen nicht in Versuchung geraten - wenn sie den Ort lokalisieren könnten - dort irgendeine Form von Denkmal zu errichten und - modern ausgedrückt - einen Kult um einen Ort zu entwickeln.
Die Gefahr wäre dann, daß dieser besondere Ort sich verselbständigt.

Daran sieht man sehr schön, wie wichtig im Judentum die „Heiligkeit der Zeit“ (Schabbat und andere Feste) ist und daß die genaue Lokalisierung von Orten vielfach sekundär ist.

Viele Grüße und einen erholsamen Sonntag

Iris

Die Esel sterben leider nicht aus.

MOD: Der Artikel mußte aus Gründen der Netiquette entfernt werden.

dazu gibt es einen Midrasch (Auslegungstradition), der
erzählt, daß nach dem Durchzug durch das Rote Meer die Engel
über die Rettung jubeln wollten. G-tt hat es ihnen untersagt
mit dem Hinweis auf seine Trauer über seine getöteten Kinder,
die Ägypter. Die mündliche Tradition des Judentums geht soweit
zu sagen, daß G-tt darüber weinte.

Hallo, Iris!
Das Mitleiden Gottes mit den Ägyptern ist eine rührende und ergreifende Kommentierung:
Gott selbst ist in eine echte tragische Situation gekommen. Er steht vor einer Wahl, und es ist die Wahl zwischen zwei Übeln:
a) Rettung seines Volks und Untergang seiner ägyptischen Kinder
oder
b) Schonung der Ägypter und Verzicht auf die Rettung seines Volks.
Auf den ersten Blick.
Auf den zweiten:
Sollte man nicht beten, dass es Gott erspart bleibt, angesichts des siedlerischen Fundamentalismus heute oder morgen wiederum zu weinen und den Engeln verbieten zu müssen, in das Siegeslied aus Exodus 15 einzustimmen?
(Versteh mich bitte recht: Das ist keine Kritik an Deinem schönen Hinweis, im Gegenteil.)
mit besten Grüßen!
H.

Hm, ich dachte vor Gott sind alle gleich? Rassismus?

MOD: Löschung
Da dieser Artikelbaum leider eine sehr unerfreuliche Richtung genommen hat, sah ich mich gezwungen, diesen Teil zu entfernen.

Ich möchte euch dringend ersuchen, eure Wortwahl vor den Schreiben zu überdenken.

Gruss Harald

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Hallo.

dazu gibt es einen Midrasch (Auslegungstradition)

… und auch einige Halachot (religiöse Gesetze) welche dem ebenso entsprechen. So stehen wir auf, wann immer das Lied am Schilfmeer gelesen oder gebetet wird, um nicht nur die Freude des Liedes zu teilen (über die Rettung), sondern gleichzeitig auch die Trauer auszudrücken (über die Toten). Auch an Pessach vergiessen wir absichtlich Wein, wenn die einzlenen Plagen aufgezählt werden, da diese (bzw. deren Folge) eben unsere Freude mindern sollen usw.

Scholem,
Eli