Hi Sonja,
Und zwar mit Dach überm Kopf und erträglichem Lebensstandard,
und dauerhaft.
Stichwort dürfte wohl ‚erträglich‘ sein.
Ich gehe mal davon aus, daß das, was vor hundert Jahren auf dem Land normal war, heute als unerträglich gelten würde.
Wenn man von einem gewissen Anfangsbudget ausgeht, ist es doch
zumindest möglich, ein Haus zu bauen, das sich selbst mit
Strom und Wärme versorgt, gell?
Sicher, Stichwort Passivhaus.
Und mit einem anständig großen Grundstück wo Kühe/Ziegen,
Hühner, zwei bis drei Pferde, Getreide und ein großer Obst-
und Gemüsegarten Platz haben, dürfte man als Vegetarier
eigentlich auch genug zu essen haben.
Das müßte schon ein sehr ordentlich großes Stück Land sein.
Rechne allein pro Pferd mit einem Hektar Land; Pferde waren damals reiner Luxus. Kühe brauchen bei extensiver Haltung kaum weniger.
Aber dann finde ich, wird’s schwer. Wieviele Schafe braucht
man wohl, um sich seine kompletten Klamotten selbst zu
stricken
Kommt darauf an, wie häufig Du neue Klamotten brauchst.
Pro Schur kommt pro Schaf rund 4 - 5 kg Rohwolle zusammen. Das ergiebt rund 2 kg Garn.
(und will man überhaupt Schafwoll-Unterhosen tragen?)
Die wenigsten wohl, aber Vorlieben sind recht unterschiedlich 
Und was braucht man, um sich seine Seife selbst zu sieden?
Fett und Soda (oder Ätznatron = Natronlauge).
Seife war früher ein echtes Luxusgut, gewaschen wurde sich, wenn überhaupt, mit Sachen wie z.B. Seifenkraut
Wie
kommt man an Dinge wie Salz, und braucht man die unbedingt?
Salz wurde früher in großen Mengen zum Konservieren gebraucht. Brot und Sauerkraut enthalten große Mengen Salz, Käse auch. Und Pökeln war früher sehr üblich um Fleisch zu konservieren. Speck ohne Salz?
Also dass man sich sein Haus noch mit Konsumwaren einrichtet
und entsprechende landwirtschaftliche Geräte kauft, lasse ich
noch gelten. Aber wenn die Grundausstattung da ist, kann man
sich dann alles selber machen was man braucht, ohne ständig
fast zu verhungern?
Nicht von ungefähr hatte jeder größere Hof eine eigene Schmiede. Aber das will nun mal gelernt sein, das Schmieden.
Holzbearbeitung ist auch nicht ganz ohne, dito mauern.
Aber wenn man das kann, ist man schon recht unabhängig
Einen Brunnen bräuchte man wohl auch noch.
Sicher.
Und kann man diese ganzen Tiere, die man bräuchte, überhaupt
von dem, was man dann so hat, miternähren?
Bauern waren früher sicher keine Vegetarier, sie konnten sich diesen Luxus schlicht nicht leisten.
Der übliche Schlachttermin im Herbst hatte mehrere Gründe.
Zum einen hätte man das Fleisch von im Sommer geschlachteten Tieren kaum konserviern können, im Herbst half die Kälte gut mit, das Fleisch (einigermaßen) frisch zu erhalten.
Zudem wurden so überzählige Fresser eliminiert, man konnte nicht so viel Grünfutter lagern um alle durch den Winter zu kriegen.
Heizen:
Das gesamte Haus wurde nie beheizt, nur die Küche und zu besonderen Anlässen die gute Stube, Schlafräume nie.
Holz machte übrigens drei mal warm. Beim Fällen und Einbringen zum ersten mal, das zweite mal beim Sägen und Hacken und zum dritten mal beim Verheizen.
Fazit:
Möglich, aber nicht so sehr erstrebenswert.
Gandalf