Auto fahren unter Wasser

Hallo,

ganz so dramatisch, wie der Titel ist meine Frage nicht. Ich sah gerade Bilder aus Tschechien, auf denen handelsübliche PKW über überschwemmte Straßen fuhren und dabei dauerhaft bis etwa zum Stoßfänger unter Wasser waren, bei Wellen, die durchaus beachtliche Höhe erreichten.

Frage: Wie tief darf eigentlich ein Auto sinken, bevor der Motor aufgibt? Ich denke mal, der Auspuffausgang sollte nicht dauerhaft unter Wasser sein, aber was ist mit dem Motor selber (ich gestehe, ich weiß nicht, wo genau mein Luftfilter sitzt)? In welcher Höhe wird idR die Luft angesaugt? Welche Teile könnten noch leiden?

Fragen über Fragen.

Gruß und Danke
Christian

Huhu!

Frage: Wie tief darf eigentlich ein Auto sinken, bevor der
Motor aufgibt?

Also, ich kann die erzählen, dass mein Fiesta (Baujahr 1995) schon bei großen Pfützen wild anfing mit der Batterieleuchte zu blinken und teilweise ausging … Aber du sprachst von Autos, nicht? Hmmh, weiß ich auch nicht.

Bye, Vanessa

Hallo Christian,

Frage: Wie tief darf eigentlich ein Auto sinken, bevor der
Motor aufgibt? Ich denke mal, der Auspuffausgang sollte nicht
dauerhaft unter Wasser sein, aber was ist mit dem Motor selber
(ich gestehe, ich weiß nicht, wo genau mein Luftfilter sitzt)?
In welcher Höhe wird idR die Luft angesaugt? Welche Teile
könnten noch leiden?

Falls du nicht den Aston Martin von James Bond besitzt (leider fällt mir jetzt der Filtitel nicht ein) solltest Du, wie Du schon richtig vermutet hast nicht mit dem Luftfilter-Ansaugstutzen unter Wasser geraten. Soblad der Luftfilter Wasser saugt, säuft der Motor in des Wortes Sinne ab.

Solange der Abgasdruck im Auspuff höher ist als der Druck des Wassers, kannst Du auch „unter“ Wasser fahren. Also immer hübsch am Gas bleiben.

Wichtig wäre noch die Dichtigkeit der Verteilers (bei älteren Autos) bzw. die Dichtigkeit der Motorsteuerung bei neueren Autos.

Wo bei Deinem Auto die Luft angesaugt wird? Klappe auf, nach einen großen meist schwarzen Kasten suchen, das dürfte die Luftansaugung sein. Dort mal suchen, wo genau angesaugt wird.

Ach ja, wie gut sind den Deine Türdichtungen? Vielleicht läuft ja Dein Motor noch, während Du schon Schwimmübungen machen mußt.

Und wenn Du Dich gar nicht mehr halten kannst. Es gibt ein deutsches Schwimmauto. Wurde so in den 60er (glaube ich) produziert. Heute ein absolut rarer Oldtimer. Der schwimmt tatsächlich wie ein Boot. In Berlin gibts den Club dazu.

Auf jeden Fall:

Ahoi für alle Landratten bei der nächsten Sturmflut an der Nordsee!

Danke für Deine Aufmerksamkeit
Klaus

Hi Christian,

auch große Pfützen können ein ziemliches Ärgenis sein. Nimmt Dein Luftfilter nämlich einen ordentlichen Schluck und gelangt dadurch Wasser in die Zylinder, versuchen die Kolben das Wasser zu komprimieren was natürlich nicht geht und schwupps ist die Karre hin. Also auch bei großen und tiefen Pfützen vorsichtig sein. Langsam durchfahren bis zur Motorhaubenhöhe ist aber grundsätzlich kein Problem.

Gruß
Falckus

Hallo,

das Thema Elektrik wurde ja schon kurz angesprochen und darin sehe ich u.U. eher den begrenzenden Faktor als im Auspuff und dem Luftfilter. Wo im Auto liegt der tiefste nicht 100% wasserdichte Elektroanschluss, der durch das Wasser mit der Fahrzeugmasse kurzgeschlossen werden könnte? Ich denke dabei an u.U. nachträgliche und vielleicht nicht so 100% fachmännisch angebrachte Zusatzscheinwerfer, Nebelleuchten, Hupen, o.ä. Die normalen Quetschverbinder, Kabelschuhe, etc. sind sicher nicht wasserdicht und Batterie und Fahrzeugelektrik finden es u.U. gar nicht gut, wenn man dann ein schon dickes, evtl. fahrlässigerweise nicht gesondert oder an falscher Stelle abgesichertes nachträglich verlegtes Kabel mit dem Wasser so richtig schön dicke kurz schließt. Dagegen sind dann die ärgerlichen Kriechströme durch Feuchtigkeit nichts! Und ohne Saft verreckt Dir die Kiste dann auf der Stelle.

Auf jeden Fall, wenn es einen unvorbereitet trifft, nicht plötzlich bremsen um auch noch zusätzliche hohe Wellen unter dem Fahrzeug zu produzieren, sondern lieber mit mäßiger Geschweindigkeit und leichter Bugwelle weiterfahren.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Klaus

Falls du nicht den Aston Martin von James Bond besitzt (leider
fällt mir jetzt der Filtitel nicht ein)

Ich denke, Du meinst den weissen Lotus Esprit aus dem Film ‚The Spy Who Loved Me‘ mit Roger Moore. Den konnte Bond unter Wasser auf Knopfdruck in ein U-Boot verwandeln.

CU
Peter

Hallo Christian,
also der Ratschlag, das bis Höhe Motorhaube noch alles im Lack ist, ist Unsinn. Es kommt auf die Einbauhöhe der Ansaugöffnung an, die bei einigen Autos schon leicht oberhalb der Stoßstange sein kann. Deswegen rüstet man, sofern man auch mal einen Fluss durchqueren will, auch einen Geländewagen mit einem Zyklop aus. Ich selbst habe mit unserem Geländewagen auch schon den einen oder anderen Bach schadlos überstanden. Der Chrysler Voyager war allerdings dafür bekannt, das schon beim durchfahren tieferer Pfützen die gesamte Elektrik aufgab.
Elektrische Kabel können ruhig mal unter Wasser sein, nur die Hochspannungsführenden Kabel nicht. Der Auspuff darf gern unter Wasser sein, solange der Motor läuft schadet das nicht. Riskant wirds aber auch dann, wenn der Wasserpegel die Höhe des Zylinderkopfes erreicht. Wie gesagt, kritischster Punkt ist der Ansaugweg. Solltest Du allerdings gern auf dem Wasser statt unter Wasser fahren wollen, empfehle ich Dir das von Klaus schon genannte Amphicar http://www.automarken.net/modelle/amphicar.shtml
Gruss Sebastian

Hi,
ich arbeite als Autoelektriker (LKW) und wir haben jetzt durch das Hochwasser (bin Dresdner) schon viele Autos reinbekommen, die komplett getaucht waren.
Kontakte, Leuchten u. Anderes sind kein Problem. Das Problem liegt in den Elektroniken.
Die Motorelektronik die direkt am Motor angeschraubt ist, ist soweit wasserdicht. Aber alle anderen, die im Fahrerhaus sitzen, haben nur ein lasches Blechgehäuse, deshalb läuft das Wasser da rein, und sie sind meistens im A…

Hallo,

Also, ich kann die erzählen, dass mein Fiesta (Baujahr 1995)
schon bei großen Pfützen wild anfing mit der Batterieleuchte
zu blinken und teilweise ausging … Aber du sprachst von
Autos, nicht? Hmmh, weiß ich auch nicht.

Ähnliches ist mit meinem Golf 2 auch passiert. Bei Pfützen von nur 10-15 cm Tiefe und 50 km/h (also eigentlich was ganz normales) ging auch immer die Batterielampe an. Das lag daran, dass der Motor nach unten offen war, das Wasser gegen den Keilriemen gespritzt ist und dieser dadurch zu viel Schlupf hatte. Weil deshalb kein Ladestrom mehr da war ging natürlich die Leuchte an. Ausgegangen ist er aber nie.

Praktisch waren bei Nässe die niedlichen 155er Reifen, die 185er beim Golf 3 schwimmen zu leicht auf. Aber das ist ein anderes Thema.

Nils