Ansatz zur Erklärung
Hallo!
Also genau die einzelnen Schritte kann ich dir da nicht aufzählen, weil die Lobbyisten eher im „Geheimen“ arbeiten.
Man kann sich das aber leicht zusammenreimen.
Ich könnte mir vorstellen, dass zu allererst die Automobilhersteller der „Premium-Klasse“ (BMW, Porsche (&VW), Mercedes, Audi) sich sorgen machen, dass sie dann kleinere Autos bauen müssten wenn sie den CO2Grenzwert einhalten müssten. Das hätte zur Folge, dass sie mit Toyota etc. im gleichen Fahrzeugsegment um Kunden buhlen müssten. Die Folge wäre weniger Umsatz und noch weniger Gewinn. Daran haben die Premium-Autohersteller natürlich kein Interesse. Also lassen sie ihre Lobbyisten auf alles los, was irgendiwe Einfluss auf die Politik hat.
Erstmal werden die Abgeordneten kontaktiert, die ihren Wahlkreis dort haben, wo direkt Autohersteller viele Arbeitsplätze stellen. Aber auch dort, wo eine Stadt oder eine Region viel Steuergelder von Autoherstellern bekommen, weil diese dort ihren Hauptsitz haben (und deshalb dort viele Steuern gezahlt werden).
Die Autohersteller können neben der „Erpressung“ (Wir können auch Arbeitsplätze woandershin verlagern) auch noch alte Kontakte (Freundschaften, Beziehungen etc.) nutzen, um regionale Politiker und Abgeordnete für ihre Sache mobilisieren.
Sicher werden auch die grossen Zulieferer der Automobilindustrie angesprochen sich an ihre Politikerfreunde zu wenden und sie von ihrer Sache zu überzeugen.
Politik und Wirtschaft gehen ja schn lange Hand in Hand (besonders auf regionaler Ebene). Man sieht sich oft, man kennt sich, man hilft sich (z.b. Schröder half Holzmann mit Staatsbürgschaften und Krediten; das spielt sich im kleineren auch zwischen Kleinstadtbürgermeister und Selbständigen mit kleinen Firmen zuhauf ab.)
Politiker sorgen auch gerne mit Krediten ihrer Landesbanken für gute Kontakte zu Wirtschaftsbossen.
Diese vielen, vielen Politiker (vom einfachen Parteimitglied, das zufällig in der Autobranche arbeitet oder vom Parteimitglied, das einen Neffen, Schwager, Vetter etc. hat, der bei einem Automobilzuliefer arbeitet, über den Provinzbürgermeister, der einen Autozulieferer in seiner Stadt hat bis zu Bundespolitikern mit Einfluss (Huber, Beckstein für Bayern-BMW, Oettinger für Porsche und Mercedes in Baden-Württemberg und den Bundeswirtschaftsminister Glos…machen dann Druck (die kleinen nur durch hunderte oder tausende von Emails, die grossen durch Anrufe und die ganz grossen durch persönliche Treffen) auf die Politiker, die über das Gesetz bestimmen und überreden/überzeugen diese davon, dass das Gesetz nicht verabschiedet werden darf, bzw. überarbeitet werden muss.
Und das sind nur einige die „legitimen“ Methoden Politiker zu beeinflussen.
Es gibt hinter verschlossenen Türen bestimmt auch Mauscheleien, die keiner mitbekommen soll (Wenn du dafür sorgst, dass das Gesetz so und so geändert wird, bekommst du einen gutbezahlten Posten bei uns im Aufsichtsrat oder als Berater, wenn du aus der Politik aussteigst). Ich würde sowas schon Bestechung bzw. Korruption nennen.
Gute Beispiele dafür sind Schröder bei Gazprom, nachdem er als Kanzler die Abhängigkeit von russischem Gas gefördert hat und sich für die Ostseepipeline einsetzt hat oder der Ex-Wirtschaftsminister Müller, der verschiedenen Fusionen von Energiefirmen per Ausnahmegenemigung (obwohl das Bundeskartellamt dagegen war) die Erlaubnis dazu erteilt hat und jetzt bei einer Energiefirma einen Job hat.
Die Methoden, wie Lobbyisten ihre „guten Kontake“ zu Politikern pflegen sind da auch sehr vielfältig. Man denke nur an die „Pflege der politischen Landschaft“ mittels schwarzer Koffer. Es geht aber auch anders, indem man Politiker zu einem Informationsseminar für 2 Wochen nach meinetwegen Hawaii einlädt und in den 2 Wochen gibts nur einen Nachmittag eine Infoveranstaltung. Die Lobbyisten können diese Asugaben vn der Steuer absetzen und die Politiker bekommen einen Gratis-Urlaub.
Solche Methoden können natürlcih auch in Gratis-Bordellbesuchen enden, wie in der Presse in letzter Zeit zu lesen war.
Diese „legale Bestechung“ wurde schon nach dem Motte „Do ut des“ (Ich gebe, damit du gibst" schon bei den alten Römern praktiziert.
Das Wort „Filz“ ist dir in diesem Zusammenhang vllt auch schonmal untergekommen.
Weil die Politik mehr das macht, was die Lobbyisten wollen und nicht das macht, was gut für das Volk ist, haben viele (zurecht!) auch fast jegliches Vertrauen in die Politiker verloren.
Ich hoffe, dass dir meine Ausführungen etwas weitergeholfen haben.
LG, Sunny
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