Auto und Polen

Hallo!

Ich habe vor, eventuell in den nächsten Monaten einen Tagesausflug nach Polen in die ehemaligen deutschen Gebiete mit dem Auto zu machen. ('ne Art Kulturtrip)
Weiß irgendwer, ob ich dafür spezielle Dokumente brauche (polnischer Führerschein, Reisepass, Visum…) oder ob der einfache deutsche EU-Führerschein in diesem nicht-EU-Staat ausreicht?

Außerdem würe mich noch interessieren, ob die normalen Grenzübergänge durchgehend (auch nachts) für den Autoverkehr „geöffnet“ sind und eventuell auch, was so die normalen Wartezeiten so sind.

Vielen Dank schon mal im Voraus für’s Lesen,
Ch

Hallo!

Du benötigst einfach nur Fahrzeugschein und Führerschein sowie die grüne Versicherungskarte und eine Lankradkralle (*g*).

Grüße,

Mathias

P.S.: Tanken würde ich dort…

Ich habe vor, eventuell in den nächsten Monaten einen
Tagesausflug nach Polen in die ehemaligen deutschen Gebiete
mit dem Auto zu machen. ('ne Art Kulturtrip)
Weiß irgendwer, ob ich dafür spezielle Dokumente brauche
(polnischer Führerschein, Reisepass, Visum…) oder ob der
einfache deutsche EU-Führerschein in diesem nicht-EU-Staat
ausreicht?

Außerdem würe mich noch interessieren, ob die normalen
Grenzübergänge durchgehend (auch nachts) für den Autoverkehr
„geöffnet“ sind und eventuell auch, was so die normalen
Wartezeiten so sind.

Vielen Dank schon mal im Voraus für’s Lesen,
Ch

Hi,

ganz eindeutig geht aus Deinem Artikel nicht hervor, ob Du mit Deinem eigenen Fahrzeug fahren willst. Solltest Du in Erwägung ziehen, einen Mietwagen zu nehmen, sei erwähnt, daß ein Besuch in Polen von den meisten Autoverleihern verboten wird. Schließlich landen schon sehr viele Fahrzeuge von denen dort.

Frei nach dem Motto: Machen Sie Urlaub in Polen, Ihr Auto ist auch schon da.

Gruß
Christian

Ich hab da neulich was mitbekommen (etwas am Rande, ich will nicht nach Polen…), daß da offenbar Feuerlöscher vorgeschrieben sind, und deren (Nicht-)Vorhandensein gern bei Touristen geprüft wird…

Pop

Hi Christoph,
anbei noch ein paar kleine Infos:

Autofahrer benötigen den nationalen Führerschein und die Grüne Versicherungskarte (für Wohnwagenanhänger wird eine zusätzliche Versicherungskarte benötigt). Letztere ist einfach bei Ihrer Haftpflichtversicherung erhältlich.
Autofahrer, die nicht im Besitz dieser Karte sind oder deren Karte für Polen nicht gültig ist, müssen am Grenzübergang für die Dauer des Aufenthaltes eine Haftpflichtversicherung abschließen. Eine Haftpflichtversicherung muss ebenfalls abgeschlossen werden, wenn die Versicherungsgültigkeit während des Aufenthaltes in Polen erlischt. In solchen Fällen ist für die Zeit zwischen dem Ablauf der Gültigkeit und der Ausreise ein Versicherungsvertrag abzuschließen. Erfolgt dies nicht, so kann die Ausreise mit diesem Fahrzeug von den Grenzbehörden verweigert werden. Ohne Grüne Versicherungskarte riskieren Sie ein hohes Bußgeld.
Es wird empfohlen, vor Reiseantritt Zusatzversicherungen abzuschließen, wie z. B. Reiseunfall-, Reisekranken-, Reisegepäck-, Kurzkasko-, Insassenunfall- und Verkehrsrechtschutzversicherungen.
Ein Feuerlöscher im Auto ist Pflicht.
Verleiht ein Fahrzeughalter seinen Pkw zum Zweck der Einreise nach Polen an Dritte, ist eine amtlich beglaubigte Benutzungsvollmacht für den Pkw erforderlich. Vordrucke hierfür sind in den ADAC-Geschäftsstellen erhältlich und werden für Mitglieder auch dort beglaubigt.
Das Führen eines Fahrzeuges ist nach dem Genuss einer geringen Menge Alkohol verboten bzw. strafbar. Die zulässige Höchstmenge liegt bei 0,2 Promille.
Das Mitführen eines Warndreiecks sowie eines Verbandkastens ist vorgeschrieben. Auf allen Sitzplätzen besteht Gurtpflicht!
Vom 01. November bis 01. März muss man tagsüber mit Abblendlicht fahren. Für Motorräder gilt dies das ganze Jahr über.
Das Anlegen von Sicherheitsguten ist auch in Polen Pflicht.
Kinder unter 10 Jahren dürfen nicht auf den vorderen Sitzen sitzen.
So schnell dürfen Sie in Polen fahren:
(Die Geschwindigkeit wird oft auch Außerorts kontrolliert. Die Bußgelder sind teilweise höher als in Deutschland)

Landstraße mit 1 Fahrbahn 90

Landstraße mit 2 Fahrbahnen 100

Schnellstraße mit 1 Fahrbahn 100

Schnellstraße mit 2 Fahrbahnen 110

Autobahn 130

geschlossene Ortschaften 60

Besondere Straßenhinweisschilder, die Sie kennen sollten:
Koleiny: tiefe Rinnen auf der Straße
Objazd: Umleitung
Kontrola
radarowa: Geschwindigkeitsüberwachung
Dotyczy równiez
chodnika Hier dürfen Sie nicht auf den Gehwegen
parken.
Das Tankstellennetz ist gut ausgebaut. Es gibt verbleites Benzin mit 94 und 98 Oktan und bleifreies Benzin mit 95 und 98 Oktan. Diesel ist auch in Polen am billigsten. Mittlerweise ist der Benzinpreis fast so hoch wie in Deutschland.

Straßenverhältnisse

Es ist zulässig, einen Reservekanister mit Benzin bis max. 10 l zollfrei nach Polen einzuführen. Die Versorgung mit Benzin (auch Bleifrei) und Diesel ist in Polen flächendeckend sichergestellt. Die Entfernung zwischen den Tankstellen beträgt durchschnittlich 20-50 km. Wenn sie sich nicht direkt an der Straße befinden, weisen entsprechende Schilder darauf hin. Während der Sommersaison sind die meisten Tankstellen von 06.00 bis 22.00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 07.00 bis 17.00 Uhr, in Großstädten und an Kreuzungen von Fernstraßen sowie an internationalen Routen teilweise durchgehend Tag und Nacht geöffnet. Außer polnischen Motorölen vertreiben die Tankstellen auch Öle ausländischer Firmen, z. B. Shell, Mobil, Castrol, BP und AGIP. An verschiedenen Tankstellen können Campingtouristen Flüssiggasbehälter füllen lassen

Grenzübergänge

Von Deutschland aus können Sie folgende Grenzübergänge benutzen:
Gubin, Kolbaskowo, Kostrzyn, Lubieszyn, Olszyna, Sieniawka, Slubice, Swiecko, Zgorzelec.

Pannenhilfe

Bei technischen Pannen kann sich der Tourist telefonisch mit der nächsten Pannenhilfe des Polnischen Motorverbandes (PZM) unter der Telefonnummer 9 81 oder mit POLTOS - 9 54 in Verbindung setzen. Die Zentren des Pannenhilfsdienstes sind vorwiegend von 07.00 bis 22.00 Uhr geöffnet, manche kürzer und nur wenige bis 15.00 Uhr.
Außer diesem Pannenhilfesystem gibt es ebenfalls staatliche und private Reparaturwerkstätten. Manche Werkstätten sind von westlichen Automarken autorisiert. Das Büro für Motortouristik AUTOTOUR des Polnischen Motorverbandes PZM garantiert seine Unterstützung Klubmitgliedern, die in der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) sowie in der Alliance Internationale de Tourisme (AIT) vereinigt sind.
Im Rahmen der Internationalen Autohilfe sichert der Polnische Motorverband PZM ausländischen FIA- oder AIT-Mitgliedern kostenlose Pannenhilfe im Umkreis von 25 km von seiner Basis inklusive Abschleppung und einer Arbeitsstunde des Mechanikers (außer Ersatzteilen) und erteilt ebenfalls kostenlose Rechtsberatung beim Abschleppen des Fahrzeuges aus dem Gebiet Polens.
Alle anderen Dienstleistungen, die sich aus einer Fahrzeugpanne ergeben, werden mit Schutzbriefen der o. g. internationalen Organisationen beglichen. Der Inhaber solcher Schutzbriefe sollte sich dann mit dem Büro für Motortouristik in Verbindung setzen.

Viele Grüße
Hasenschnitte

Sicherheitshinweise des AA
_Von Raubüberfällen auf ausländische Kfz sind neuere Modelle von VW, Audi, Mercedes und BMW sowie Geländewagen mit ausländischem Kennzeichen, auch Ausfuhrkennzeichen, auf den Transitstrecken Breslau - Görlitz (A 4), Frankfurt/Oder - Warschau und im Warschauer und Danziger Stadtgebiet besonders betroffen. In den meisten Fällen versuchen die Täter, den Fahrer des Kfz zum Anhalten zu bewegen, um dann das Kfz zu rauben.

Die Täter weisen auf angebliche „Schäden“ (z.B. Reifen, Auspuff) hin oder täuschen Auffahrunfälle vor, bei denen sie versuchen, das leicht beschädigte Fahrzeug in ihre Gewalt zu bekommen. Das Auswärtige Amt rät, das Fahrzeug zunächst nicht zu verlassen, sondern ggf. nach einer kurzen Wartezeit, in der man sich über die Situation einen Eindruck verschaffen sollte, auszusteigen. Beim Verlassen des Fahrzeuges nach einem Unfall sollten Wertsachen immer eingesteckt und das Kfz abgeschlossen werden.

Vorsicht ist an Ampeln geboten. Auch an belebten Kreuzungen im Zentrum von Warschau ereignen sich Fälle von bewaffentem Autoraub. Ebenfalls kommt es auf den Parkplätzen von großen Supermärkten und bei der Hotelanfahrt zu Autodiebstählen.

Ausserhalb geschlossener Ortschaft dürfen nur unifomierte Polizeibeamte in Polizeifahrzeugen Verkehrskontrollen durchführen

Generell sollten Angebote bewachter Parkplätze für Pkws angenommen werden. Darüber hinaus sollten bei Fahrten die Autotüren immer verriegelt sein._

Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/l…

Automarke
Hallo Christoph,

Ich habe vor, eventuell in den nächsten Monaten einen
Tagesausflug nach Polen in die ehemaligen deutschen Gebiete
mit dem Auto zu machen. ('ne Art Kulturtrip)

Deutsche Autos sind relativ gern gesehen bei den Langfingern, Japaner anscheinend nicht. Ein Bekannter wollte mal seinen Mittelklassewagen in den Masuren loswerden und hat ihn einige Tage offen stehen gelassen: Er hat ihn wieder mit nach hause gebracht.

Tschuess Marco.

leicht off-topic
Hi Christian,

Frei nach dem Motto: Machen Sie Urlaub in Polen, Ihr Auto ist
auch schon da.

Oder: Kaum gestohlen - schon in Polen

Oder: Woran erkennt man, das ein Pole in den Himmel gekommen ist?
-Am grossen Wagen fehlen die Räder- :wink:
Gruss Sebastian

Hallo!

Erst mal danke für die vielen Hinweise. Mmh, auf die Idee mit dem Mietwagen bin ich noch nicht gekommen, aus meinem Artikel aber geht diesbezüglich eigentlich gar nichts hervor. Wie auch immer, soweit ich mich erinnere, ist es sowieso grundsätzlich von Seiten der Autovermietungen verboten, mit einem Mietwagen das Land zu verlassen, oder!?
Momentan habe ich zwar noch kein eigenes Auto, aber mit etwas Glück in Kürze entweder einen Golf oder einen Clio (ca. zehn Jahre Alt), viel mehr ist mit den Möglichkeiten eines durchschnittlichen Schülers auch normalerweise nicht rauszuholen. Irgendwie bezweifle ich, dass die Polen so scharf darauf sind, den abzuschleppen, so arm ist dieses Land nicht. :wink: Aber meine Wegfahrsperre (arretiert Gangschaltungshebel im ersten Gang und die voll angezogene Handbremse) wird wohl mitkommen müssen.
Der Grenzübergang bei Küstrin (wie auch immer das jetzt im Polnischen geschrieben wird) ist übrigens praktisch, genau da wollte ich zuerst hin.

Ch

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Wenn ich ein Pole wär, würd ich dir den Frack aushauen :wink:
99,9 % der polnischen Bevölkerung ist rechtschaffend, nur ein Prozentbruchteil kriminell, wie in anderen Völkern auch. Wieso eigentlich baut man sofort eine gedankliche Brücke nach Polen, wenn man das Wort „Autodiebstahl“ hört ?
In Frankreich werden genauso Autos geknackt wie in Portugal oder Südafrika oder den U.S.A., dass das Land aufgrund seiner geografischen Lage ( wie auch die Tschechei oder Ungarn ) zur Drehscheibe für Diebstahlautos wurde, kann man den Polen allein nun weißgott nicht anlasten. Merkwürdigerweise wären Slovenien oder Kroatien aufgrund ihrer Lage genauso prädestiniert - warum hört man da nichts von Diebstahl und Carnapping ?
Als Kind ( bis etwa zum 11. Lj. ) war ich über mehrere Jahre regelmäßig in Polen im Urlaub, die üblichen Klischees ( Faul, Stehlen … usw. ) kann ich absolut nicht bestätigen, im Gegenteil ! Aber es ist eben immer eine kleine Anzahl schwarzer Schafe, die den Ruf der großen Herde ruinieren.
Außerdem : Wozu ist man mit seinem Fahrzeug kaskoversichert ?

Gruß

HM

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Ho, Herr Meyer,

Wenn ich ein Pole wär, würd ich dir den Frack aushauen :wink:

Igitt, ich wusste gar nicht, das Du gewalttätig bist :wink:

99,9 % der polnischen Bevölkerung ist rechtschaffend, nur ein
Prozentbruchteil kriminell, wie in anderen Völkern auch. Wieso
eigentlich baut man sofort eine gedankliche Brücke nach Polen,
wenn man das Wort „Autodiebstahl“ hört ?

Nun ja, ich komme aus Hamburg, wo alle paar Tage eine polnische Autowerkstatt ausgehoben wird, die umfrisierte gestohlenen Autos nach Polen verbringt.

In Frankreich werden genauso Autos geknackt wie in Portugal
oder Südafrika oder den U.S.A., dass das Land aufgrund seiner
geografischen Lage ( wie auch die Tschechei oder Ungarn ) zur
Drehscheibe für Diebstahlautos wurde, kann man den Polen
allein nun weißgott nicht anlasten. Merkwürdigerweise wären
Slovenien oder Kroatien aufgrund ihrer Lage genauso
prädestiniert - warum hört man da nichts von Diebstahl und
Carnapping ?

Hört man nicht?? Ich schon. Aber warum wird gerade für Polen eine Warnung für Urlauber ausgesprochen?
http://www.auswaertiges-amt.de/www/laenderinfos/laen…
oder
http://www.travel.state.gov/poland.html

Als Kind ( bis etwa zum 11. Lj. ) war ich über mehrere Jahre
regelmäßig in Polen im Urlaub, die üblichen Klischees ( Faul,
Stehlen … usw. ) kann ich absolut nicht bestätigen, im
Gegenteil ! Aber es ist eben immer eine kleine Anzahl
schwarzer Schafe, die den Ruf der großen Herde ruinieren.
Außerdem : Wozu ist man mit seinem Fahrzeug kaskoversichert ?

Sicher sind nicht alle Polen Autodiebe, weiss Gott nicht. Aber ein Teilnehmer eines Seminares, welches ich zur Zeit besuche, ist Geschäftsführer eines polnischen Unternehmens in D. Und auch er meinte, der Autodiebstahl sei ein echtes Problem. Schau Dir mal die Statistiken der Autoversicherer an, wo gestohlene Autos sich so wieder anfinden (wenn überhaupt). Na? Genau: Polen.
Berichten der Autoversicherer zufolge bestehen ganze Automärkte in Polen nur aus gestohlenen Fahrzeugen.
Hier ein Auszug aus einer Pressemitteilung von Protector:

Wer mit dem Auto ins Ausland fährt, muss besonders gut auf seinen fahrbaren Untersatz aufpassen. Jedes fünfte (18.128) der knapp 83.000 Fahrzeuge, die 1998 der Polizei als gestohlen gemeldet wurden, verschwindet nach Angaben des Bundeskriminalamtes jenseits der deutschen Grenze - knapp 14.000 davon auf Dauer. Urlauber, die mit dem Pkw nach Osteuropa reisen, sollten ganz besonders vorsichtig sein. Allein in Polen wurden nach Schätzungen der Autoversicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) im vorigen Jahr über 4.000 in Deutschland kaskoversicherte Fahrzeuge gestohlen. Im Gegensatz zum stark rückläufigen Klaurisiko in Deutschland (minus 13,2 Prozent) wurden 1998 im Ausland noch fast genauso viele Fahrzeuge entwendet wie ein Jahr zuvor. Sehr hoch ist das Diebstahlrisiko auch in der Tschechischen Republik und in Ungarn. Dort wurden 1998 knapp 1.000 Fahrzeuge mit deutschem Kennzeichen gestohlen. An vierter Stelle der „Klau-Hitliste“ steht Italien (800) vor den Niederlanden (735).
Deinen Hinweis auf die Versicherung würde ich am liebsten überlesen. Ich habe nämlich ganz massiv was gegen diese Vollkaskomentalität der deutschen. Immer nach dem Motto: „Was solls, ich bin doch versichert.“ Aber dann wird sich über die Höhe der Versicherungsbeiträge echauffiert. Mit Verlaub: Das kanns nicht sein.
Gruss Sebastian

Hi Sebastian,

Nun ja, ich komme aus Hamburg, wo alle paar Tage eine
polnische Autowerkstatt ausgehoben wird, die umfrisierte
gestohlenen Autos nach Polen verbringt.

In dieser Formulierung kommt aber ein klein wenig das Stilmittel der Übertreibung zum Einsatz, oder?

Allein in Polen wurden nach Schätzungen der Autoversicherer im
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.
(GDV) im vorigen Jahr über 4.000 in Deutschland
kaskoversicherte Fahrzeuge gestohlen. Im Gegensatz zum stark
rückläufigen Klaurisiko in Deutschland (minus 13,2 Prozent)
wurden 1998 im Ausland noch fast genauso viele Fahrzeuge
entwendet wie ein Jahr zuvor. Sehr hoch ist das
Diebstahlrisiko auch in der Tschechischen Republik und in
Ungarn. Dort wurden 1998 knapp 1.000 Fahrzeuge mit deutschem
Kennzeichen gestohlen. An vierter Stelle der „Klau-Hitliste“
steht Italien (800) vor den Niederlanden (735).

Interessant wäre nur mal die Frage zu untersuchen, wie viele von diesen Diebstählen „echte“ Diebstähle sind und wie viele dabei nur der Versicherung auf die Sprünge helfen wollen. Auch in diesem Thread war irgendwas zu lesen von jemandes Kumpel, der extra tagelang sein Auto unverschlossen in Masuren stehen ließ - in der Hoffnung, es wird ihm geklaut. Ein Einzelfall? Ich denke kaum. Ich möchte gar nich wissen, wie viele Berliner, deren Karre niemand kaufen will, sich dann denken: Och, fahre ich mal am Wochenende nach Polen. So nach dem Motto: Das kauft mir jeder ab, man weiss ja, wie das in Polen abgeht…

MfG Claus

Hallo Claus,

Nun ja, ich komme aus Hamburg, wo alle paar Tage eine
polnische Autowerkstatt ausgehoben wird, die umfrisierte
gestohlenen Autos nach Polen verbringt.

In dieser Formulierung kommt aber ein klein wenig das
Stilmittel der Übertreibung zum Einsatz, oder?

Das kommt immer auf den Urzustand an. Der Witz ist ja, das genau an dem Ort, wo die geschlossene Werkstatt war, ein paar Tage wieder eine polnische „Autoselbsthilfe“ eröffnet. Sicher, das relativiert die Zahlen natürlich.

Allein in Polen wurden nach Schätzungen der Autoversicherer im
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.
(GDV) im vorigen Jahr über 4.000 in Deutschland
kaskoversicherte Fahrzeuge gestohlen. Im Gegensatz zum stark
rückläufigen Klaurisiko in Deutschland (minus 13,2 Prozent)
wurden 1998 im Ausland noch fast genauso viele Fahrzeuge
entwendet wie ein Jahr zuvor. Sehr hoch ist das
Diebstahlrisiko auch in der Tschechischen Republik und in
Ungarn. Dort wurden 1998 knapp 1.000 Fahrzeuge mit deutschem
Kennzeichen gestohlen. An vierter Stelle der „Klau-Hitliste“
steht Italien (800) vor den Niederlanden (735).

Interessant wäre nur mal die Frage zu untersuchen, wie viele
von diesen Diebstählen „echte“ Diebstähle sind und wie viele
dabei nur der Versicherung auf die Sprünge helfen wollen. Auch
in diesem Thread war irgendwas zu lesen von jemandes Kumpel,
der extra tagelang sein Auto unverschlossen in Masuren stehen
ließ - in der Hoffnung, es wird ihm geklaut. Ein Einzelfall?
Ich denke kaum. Ich möchte gar nich wissen, wie viele
Berliner, deren Karre niemand kaufen will, sich dann denken:
Och, fahre ich mal am Wochenende nach Polen. So nach dem
Motto: Das kauft mir jeder ab, man weiss ja, wie das in Polen
abgeht…

Treffer ! Berlin ist was Autoklau angeht, die einsame Nummer eins in Deutschland. Ob nun die Polen die Grenznähe nutzen um in Berlin Autos zu klauen oder ob nun die Berliner die Grenznähe nutzen um ihr Auto „gewinnbringend“ klauen zu lassen kann ich nicht sagen. Da ist die Dunkelziffer auch zu hoch. Aber Dein Einwand ist natürlich korrekt. Nicht umsonst werden inzwischen Detektive eingeschaltet, die auf polnischen Automärkten gezielt nach Autos aus Deutschland fahnden. Leider ist Versicherungsbetrug inzwischen zum Gesellschaftsspiel geworden.
Bei neuesten Autos mit Wegfahrsperre und Alarmanlage liegt der Verdacht auch nahe, daß das Auto unter zuhilfenahme des Zweitschlüssels entwendet wurde. Aber sich auf Kosten anderer (auch Versicherungen) zu bereichern geht mir gehörig gegen den Strich. Wenn weniger betrogen werden würde (egal ob bei Sozialhilfe, Versicherungen, Steuern etc.), dann würden wir alle davon profitieren. Ich selbst war auch schon öfter mit höherwertigen Neuwagen in der Tschechischen Republik und habe jedesmal das Auto wieder mitgebracht, wäre auch blöd gewesen, mit der ganzen Familie per Bahn zurück zu fahren.
Trotzdem ist das Risiko in den Ostblockstaaten um ein vielfaches höher als hier.
Gruss Sebastian

Treffer !

Interessant wäre nur mal die Frage zu untersuchen, wie viele
von diesen Diebstählen „echte“ Diebstähle sind und wie viele
dabei nur der Versicherung auf die Sprünge helfen wollen

Du hast den Nagel auf den schwarzen Punkt getroffen !
Ich weiß aus meiner Branche, wie wenig Unrechtsbewusstsein die meisten Bürger haben, wenn es um erschlichene Versicherungsleistungen und Versicherungsbetrug geht !

Gruß

HM

Ausland und Mietwagen
Hallo auch,

Wie auch
immer, soweit ich mich erinnere, ist es sowieso grundsätzlich
von Seiten der Autovermietungen verboten, mit einem Mietwagen
das Land zu verlassen, oder!?

Überhaupt nicht. Ins westliche Ausland kannst Du eigentlich immer fahren. Bei Avis heißt’s immer: Italien ist verboten für BMW und Mercedes, der Osten für alle, und für Porsche das Ausland generell.

Gruß Kubi

Hi Hasenschnitte,

genau das gilt auch alles für die Tschechei. Angeblich braucht man auch den Nachweis ausreichender Geldmittel. Bis auf das fehlende D-Schild (was mir gleich an der Grenze gesagt wurde) hat sich aber (obwohl ich mindestens einmal im Monat fahre) noch kein Schwein um den Kram gekümmert - das sind einfach nur kleine Schikanen.

Wenn man allerdings eine längere Reise macht, ist es von Vorteil. Außerdem: In der Tschechei benötigen auch Kinder unter 10 Jahren ein Lichtbild im Personalausweis! Das gilt bestimmt auch für Polen, da würd ich mich noch informieren.

ciao,
erik

wie Du mir - so ich Dir
Hi Herr Meyer,

Du hast den Nagel auf den schwarzen Punkt getroffen !
Ich weiß aus meiner Branche, wie wenig Unrechtsbewusstsein die
meisten Bürger haben, wenn es um erschlichene
Versicherungsleistungen und Versicherungsbetrug geht !

Das kommt davon. Die Versicherungen haben ja auch kein Unrechtsbewußtsein beim Umgehen von Leistungen. Fazit: Bescheißen ist nötig, um das zuwenig Gezahlte vom letzten Mal reinzuholen.

ciao,
erik