Auto verkauft - Käufer findet jetzt Mängel !

Guten Abend!

Der Mann versucht, Dich mit einer sattsam bekannten Masche zu melken. Er müsste nachweisen, dass der Verkäufer ihm bekannte Mängel verschwiegen hat, was bei der geschilderten Sachlage schwierig bis unmöglich sein wird.

Gar nicht drum kümmern. Soll er doch vor Gericht ziehen, aber das wird er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht tun, weil es erkennbar aussichtslos wäre. Der Käufer versucht, durch Bangemachen ein bisschen Geld herauszuleiern. Die Vorgehensweise ist weit verbreitet und mancher Verkäufer zahlt aus Verunsicherung oder um Ruhe zu haben.

Gruß
Wolfgang.

Guten Abend,

zu Beginn vorab: Den Wagen habe ich im April 15 von einem seriösen Privatmann erworben, verkaufte ihn jetzt aber weil wir Familienzuwachs erwarten und der Wagen somit auf Dauer zu klein wird.

Von April bis zum Verkauf bin ich ca. 12.000 km mit dem Wagen gefahren & habe selbst einen Ölwechsel gemacht.

Vor kurzem inserierte ich mein Auto (Seat Altea) in einer Gebrauchtwagenbörse.
Gleich am nächsten Tag meldete sich ein Herr aus der Umgebung und bat um weitere Bilder des Autos.
Dieser bitte kam ich nach uns sendete ihm weitere Bilder zu.

Am nächsten Tag trafen wir uns so das er sich das Auto anschauen konnte.
Da er ein Shirt von Seat trug, fragte ich ihn ob er bei Seat arbeitet, daraufhin antwortete er das er für Seat arbeitet und die Mechaniker schult. - Demnach ist es also ein Mann vom Fach und weiß worauf er zu achten hat.

Das tat er dann auch, er schaute sich die Radaufhängung, den Motor, die Lichtanlage usw. ganz genau an, leuchtete jede Ecke aus und war bis auf die abgefahrenen Bremsen auf der HA (stand in der Anzeige) & das leichte Sägezahnprofil der Reifen sehr zufrieden mit dem was er sah.

Nun machten wir eine ausgiebige Probefahrt, während dessen meinte er das der Turbo, das Getriebe, der Motor und die Leitung ordentlich wäre uns es nichts zu meckern gäbe.

Ich sagte ihm das der Wagen im warmen Zustand 2 -3 Sekunden braucht bis er anspringt, das begründete er (als Seattechniker Schulungsmensch) auf die Batterie aus dem Jahr 2005, wobei ich auf den Anlasser tippte.

Nun gut, wir einigten uns im Preis und 2 Tage später kam er den Wagen holen.

Jetzt aber: 2 Tage später meldet er sich und sagt das wir reden müssen.

  1. Der Kupplungszylinder wäre undicht, er hätte über Nacht einen Ölfleck unter dem Wagen gehabt … - Ich muss ehrlich sagen das ich bisher noch nicht einen Ölfleck unter dem Wagen hatte !

  2. Die Heizung (Zusatzheizung) würde nicht funktionieren … - Ich weiß nicht genau was er damit meint, ich kenne nur die Heizung im Innenraum & die funktionierte bis dato einwandfrei !

  3. Die Klimaanlage würde nur ein laues Lüftchen machen, müsste evtl. nachgefüllt werden … - Ehrlich gesagt habe ich diese selten an, jedoch war ich mit der Kühlleistung zufrieden !

  4. Im Zündungsmodus würde die Warnglocke 5 mal leuten, das würde auf einen Fehler hinweisen, jedoch müsste hier auch eine Kontrolllampe im Auto angehen, tut sie aber nicht … - Das 5 malige leuten einer Glocke ist tatsächlich so, jedoch habe ich dies für den Anschnallhinweis gehalten. Jedenfalls kam ihm das spanisch vor und ließ bei Seat den Fehlerspeicher auslesen. So bekam er 4 Fehler angezeigt - Luftmassenmesser, Saugrohrklappe, Kombiinstrument (Tacho) und noch einen Fehler, weiß nicht mehr welcher das war.

Laut seiner Aussage begann er nun 1 & 1 zusammen zu zählen, das schlechte Warmstartverhalten, das 5 malige leuten und nun die Fehler im Speicher. Daraufhin baute er den Tacho aus und sagte das dieser schonmal offen war, schließlich wäre der Aufkleber durchtrennt. Ein Foto vom durchtrennten Aufkleber ließ er mir zukommen.

So, nun versucht er mir zu drohen … einmal schrieb er mir das ich bis heute Abend (damaliger Tag) Zeit hätte ihm das Geld für die Rep. zu bringen, da er mich ansonsten anzeigen würde. Daraufhin habe ich ihm geschrieben das ich mir nicht drohen lasse, ihm die mir bekannten Fehler (Warmstartverhalten, Bremsen HA) mitgeteilt habe, er eine ausgiebige Probefahrt gemacht & den Wagen gründlich begutachtet hat.
Zudem teilte ich mit das ich den Vorbesitzer aufgrund der Tachogeschichte anschreiben werde und bei einem Ergebnis rückmeldung machen würde.

Die Fehler die er jetzt angibt waren mir zu keinem Zeitpunkt bewusst. Der Wagen lief bis auf das schlechte Warmstartverhalten Einwandfrei, ich habe keinerlei Fehler, Aussetzer oder sonstiges gemerkt.

So, wie ist da jetzt die Sachlage ?! - ER ist ein Mann der Techniker bei Seat schult, war bei der Modelleinführung 2005 dieses Wagens Ansprechpartner für die Werkstätten, hat eine ausgiebige Probefahrt gemacht und den Wagen genaustens begutachtet.

Wie soll ich mich verhalten ?
Weiter mit ihm kommunizieren ?
Ihn ignorieren ?
Kann er gegen mich angehen ?

Habe ich die Möglichkeit über die Fahrgestellnummer bei Seat prüfen zu lassen wann und warum der Tacho aufgemacht wurde ?

Ich habe einen Kaufvertrag vom ADAC für Gebrauchtwagenverkäufe von Privat genommen.

Gruß
der Muffibert

Hallo,

der versucht dich ganz eiskalt über den Tisch zu ziehen. Da er an dem Wagen offensichtlich schon geschraubt hat (Tacho) würde ich den, an deiner Stelle, auch nicht mehr zurück nehmen.

Gruß,
Steve

Hallo Muffibert,

im Kaufvertrag des ADAC https://www.adac.de/_mmm/pdf/Kaufvertrag_priv_priv_2015_V2_33300.pdf steht doch u.a. „…Das Kraftahrzeug wird unter Ausschluss der Sachmängelhaftung verkauft. Dieser Ausschluss gilt nicht für Schadensersatzansprüche aus Sachmängelhaftung, die auf einer grob fahrlässigen oder vorsätzlichen Verletzung von Pflichten des Verkäufers oder seines Erfüllungsgehilfen beruhen sowie bei der Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit.
Ggf. noch bestehende Ansprüche gegenüber Dritten aus Sachmängelhaftung werden an den Käufer abgetreten…“
Ein SEAT-T-Shirt kann man vermutlich erwerben oder bekommt es so und kann dadurch Seriosität zeigen, um den Verkäufer zu beeindrucken. Hat der Käufer durch ein Dokument bewiesen, dass er wirklich diese Position bei SEAT innehat?

Hast du den Namen des Herrn durch eine Suchmaschine laufen lassen? Auch das kann Aufschluss geben.
Und: Nachfragen beim ADAC (Rechtsabteilung) oder einem Rechtsanwalt - und du bist bestens informiert!

Alles Gute!

dafy

Hallo,

Da bin ich mal gespannt. Ich habe aus beruflichen Gründen schon Dutzende, vielleicht Hunderte Tachos ausgebaut. Bisher hatte ich keinen einzigen in der Hand, an dem ein Siegelaufkleber angebracht war. Aber vielleicht ist ja genau dieser Seat ein Einzelfall…

Und warum sollte man den Tacho überhaupt öffnen? Manipulation an der Laufleistung geht mit Hilfe von Computern viel schneller, mit weniger Aufwand und ist schwieriger nachzuweisen…

Grüße
Pierre

Ja, da ist er bei mir aber an der falschen Adresse !

Ich habe nur bedenken das er rechtlich gegen mich angehen kann … wobei ich mir nichts vorzuwerfen habe !

Hallo ich würde mich auf gar keinen Fall von diesem neunmalklugen Angeber heruntermachen lassen denn Du hast alles richtig gemacht . Er will nur Geld sparen . Wenn er noch weiter nörgelt sollte man ihn kurzerhand ignorieren .
viele Grüße noro

moin,

damit hast du gar nix zu tun.

dann droh ihm mal mit einer Anzeige wenn er dich weiter belästigt.Nötigung ist auf jeden Fall vorhanden. Von Heute auf Morgen kommen solche geschilderten Fehler nicht. Er will dich einschüchtern und den Preis drücken. Du hast einen Kaufvertrag und ein Privatmann, lass ihn mit RA kommen, das kann und wird er sich schenken, keine Aussicht auf Erfolg. Er müsste dir nachweisen, dass du „Mängel“ wissentlich verschwiegen hast. Wer weiss, welche Teile er schon gewechselt hat; was bringt dir ein Foto mit dem Tacho?
MfG

Hallo, wenn der Kaufvertrag den bekannten Passus enthält „wie besichtigt und probegefahren, Privatverkauf ohne Gewährleistung“ kannst Du Dich zurücklehnen. Wenn der Gewährleistungsausschluss fehlt, sieht es schlecht aus.

Dass der Mann vom Fach ist, ist zweitrangig.

Viel Glück

barmer

Hallo,
wie die Vorredner schon sagten bist du hier einem Betrüger auf dem Leim gegangen.Er hat aber aus meiner Sicht ‚Null‘ Chancen wenn du nicht umkipst. Wenn dir das alles zu lästig wird und du ganz auf nummer Sicher gehen willst, dann geh zu einem Rechtsanwalt und las denn ein Schreiben aufsetzen. Dann ist in der Regel Ruhe und du kannst ruhig schlafen.
Das ist im übrigen auch nicht teuer und einen Rechtsanwalt seines Vertrauens zu haben schadet heute eh nie !
Ansonsten ist die beste Devise ’ Nichts tun’ ! Auch nicht wenn irgendwelche Briefe, Mahnungen usw. kommen, einfach ignorieren.
ciao
Peter

Schau mal hier: http://www.recht.help/informationen/kfz-recht/gebrauchtwagenkauf-welche-rechte-sie-bei-einem-sachmangel-haben-und-ob-sie-sich-auf-garantie-oder-gewaehrleistung-berufen-koennen-wenn-sie-den-pkw-bei-einem-haendler-oder-von-einer-privatperson-erworben-haben/