ich habe eine Frage und hoffe, ihr könnt mir da helfen. Ich habe in jungen Jahren (ich bin 27) schon einige Ausbildungen und Studienabschlüsse angehäuft (M.A. & Dr. phil.). Ich bin gelernter Kaufmann für Finanzen (IHK) und habe ein laufendes Unternehmen, das meine Aufmerksamkeit erfordert. Ich würde nun aber gerne eine Ausbildung zum Heilpraktiker machen. Ich konnte in Erfahrung bringen, dass zwischen Heilpraktiker und „kleinem Heilpraktiker“ unterschieden wird. Leider finde ich keine weiteren Informationen zur Ausbildung, weil jede Heilpraktikerschule offensichtlich ihre eigenen Anforderungen stellt.
Gibt es eine staatliche Prüfung oder ein bundeseinheitliches Konzept, nach dem ich mich für eine Prüfung vorbereiten kann? Ich würde mir gerne die Bücher kaufen und autodidaktisch lernen. Wenn ich denke bereit zu sein, würde ich gerne zu einer zentralen Prüfung antreten. Ich möchte ganz bewusst keine Vollzeitausbildung machen. Lässt sich das auch irgendwie umgehen täglich in der Schule zu sitzen?
Ich danke euch vielmals für eure Hilfe!
Danke, danke, danke!!!
der „kleine HP“ lohnt sich insofern nicht, als dass du dann „nur“ psychotherapeutisch d.h. ohne Diagnosestellung etc. arbeiten darfst. Wenn man sich schon der Herausforderung stellst, solltest du es ganz machen.
Autodidaktisch ist für einen nicht medizinisch Vorbelasteten schwierig bis unmöglich. Das Wissen, das „zwischen den Zeilen“ an den HP-Schulen gelehrt wird (mit Fallbeispielen, Geschichten aus der Praxis und Merksätzen sowie praktischen Übungen), steht nicht in Büchern.
Sieh dir mal folgenden Link an: http://www.heilpraktiker-fragen.de/pruefungsfragen/f… Links kannst du Daten (z. B. März 2011) anklicken und dann kannst du online 60 Fragen durchgehen. Du wirst schnell feststellen, dass du scheiterst
Mein Tipp: Such dir eine HP-Schule, die Wochenend-Module anbietet. Dann brauchst du nicht täglich oder in den Abendstunden dort zu sitzen, sondern schlägst dir eben die Wochenenden um die Ohren. Zusätzlich solltest du dir überlegen, welche Therapieformen du anbieten möchtest (Phyto, Akupunktur, Homöopathie, usw) und dann müsstest du nebenbei schonmal diese Lehrgänge besuchen. Denn was möchtest du deinen Patienten denn als Therapie anbieten? Wenn du die Prüfung in der Tasche hast, beherrscht du noch keine einzige Therapieform.
Super, finniepuh!
Vielen Dank für die Antwort und besonders für den Link. Weißt du zufällig auch, ob es zumindest möglich wäre, sich einer Prüfung zu unterziehen ohne eine Schule besucht zu haben, und wo man sich da anmelden müsste? Angenommen ich möchte wirklich den harten Weg gehen?
Prüfung mußt Du bei dem Gesundheitsamt beantragen in welchem Bundesland Du wohnst bzw. da wo Du Deine Praxis eröffnen möchtest.
Es gibt kein bundeseinheitliches Verfahren. Einige Bundesländer haben sich jedoch zusammengeschlossen und bilden einen einheitlichen gemeinsamen Fragenkatalog für die schriftlichen Prüfung.
Natürlich kannst Du autodidaktisch lernen, wirst aber die Prüfung nicht bestehen, ganz einfach weil die meisten Bundesländer zur mündlichen Prüfung auch einen praktischen Teil haben. Dann must du an einem Mitarbeiter des Amtes, der einen Patienten spielt, eine Anamnese, Differrentialdiagnose und Untersuchung vorführen. Machmal werden auch Injektionstechniken geprüft. All das kannst Du nur durch praktisches Üben lernen.
Die Prüfungsanmeldezeiten sind ca. 1 Jahr in manchen Ländern länger in manchen kürzer. Die Prüfung kostet zwischen 500 - 1500 Euro. Selbst wenn man durchfällt muß man für den Amtschrieb noch ca. 180 Euro löhnen.
So wie ich das sehe, hast Du im Moment einen halwegs sicheren Job. Als Heilpraktiker sind keine großen Gewinne zu machen. Ich denke eher, daß dies gewaltige finanzielle Einschränkungen für Dich bringen würde.
ich werde das Gefühl nicht los, du bist dir der Verantwortung nicht bewusst, die das Ganze mit sich bringt. Als Heilpraktiker würdest du mit und am Menschen arbeiten und wenn dein Unternehmen eine vernünftige Ausbildung nicht zulässt, bei der u.a. auch Handgriffe vermittelt werden, so würde ich mich an deiner Stelle damit abfinden, dass das augenblicklich möglicherweise nicht das Richtige für dich ist; zumal du keinerlei hilfreiche medizinische Vorbildung mitbringst, wenn ich mich recht erinnere.
Ich persönlich mag noch so wenig vom Nutzen der meisten Heilpraktiker halten, aber Schaden können sie ohne Zweifel zufügen; noch eher wenn sie eine miserable Ausbildung vorweisen.
Da das Heilpraktikergesetz einige Parallelen in der Heilkunde zum Arzt zulässt, frage ich dich: Würdest du dich von einem Arzt behandeln lassen, der seine Ausbildung darauf stützt, dass er nebenher ein paar Bücher gelesen hat? Ich nicht. Aber so etwas wissen die Patienten nicht.
Aber nunja… die Kohle, die die Heilpraktiker teilweise von ihren Kunden in den Rachen geworfen bekommen, ist natürlich verlockend…
Links kannst du Daten (z. B. März 2011) anklicken und dann kannst du online 60 Fragen durchgehen. Du wirst schnell feststellen, dass du scheiterst
Hab’ ich gerade mal gemacht und dabei spontan 82 Prozent richtig gehabt. Da ohne medizinische Vorbildung, kann die Anforderung also nicht allzu hoch sein .
Sorry, Jule, da wird wohl auch einiges an Glück dabei gewesen sein
Mein Chef ist Arzt und ist der Meinung, dass die Prüfung zum HP schon sehr anspruchsvoll ist. Und nach deiner bestandenen schriftlichen Prüfung kommt ja noch die Praktische, da wird sich dann differentialdiagnostisch die Spreu vom Weizen trennen.
Jemand mag von Heilpraktikern halten was er/sie will nur alles immer schlecht zu reden macht die Ärzteschaft an sich auch nicht besser.
also ich kenne HP, die sind umgesattelte Gartenbauer, Sekretärin, Beleuchterin, erfolgloser Schaupieler.
Niemand hat eine Vorbildung in evidenzbasierter Medizin.