Autofahren, obwohl nicht mehr dazu in der Lage!

Kann man jemanden am Autofahren hindern, der nicht mehr dazu in der Lage ist? Wir haben einen 74 jährigen Nachbarn, der selber zugibt, dass er nicht mehr richtig sehen und auch nicht richtig hören kann. Er erkennt mich nicht, wenn ich 20 m von ihm entferne stehe! Und dieser Nachbar fährt immer noch Auto. Ich fasse es einfach nicht. Ansprechen nützt nichts, da es ja „sein“ Fortbewegungsmittel ist - er kann ja auch nicht mehr richtig laufen. Muss immer erst etwas passieren, bis etwas unternommen wird? Jedem Autofahrer, der 3 Glas Bier getrunken hat, wird der Führerschein genommen - aus Sicherheitsgründen - und bei den alten Menschen, die keinerlei Reaktionsvermögen und Sehvermögen mehr haben, sagt keiner was. Es ärgert mich sehr, dass ich scheinbar nichts machen kann! Oder?
Gruss Maike

Sobald er ein Kind umgefahren hat
wirst Du Dir noch mehr Gedanken
machen !

Sollte er falsch auf die Autobahn
fahren, weil er den Weg nicht
mehr erkennt und Du den Unfall
im Fernsehen siehst, wirst Du „denken“…

Schreibe an die Verkehrsbehörde oder an die
Staatsanwaltschaft, wenn Du möchtest, mach
es anonym !

Schildere Dein Anliegen „sachlich“ ohne
persönliche Vorwürfe.

Die Folge kann durchaus sein, dass er zu einer
ärztlichen Untersuchung geladen wird. Kann
auch sein, dass die Polizei erscheint und ihm
„Schlüssel und Führerschein abredet“.

Na und ?

Wenn er in seinem Alter seinen Wagen verkauft hat er
genug „Klimpergeld“ in der Tasche, um sich ne Taxe
zu leisten !

Es geht hier nicht darum, jemanden „anzuscheissen“,
es geht hier darum, eine echte Gefahr
„einzustellen“.

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Hallo erstmal,

kleine Gegenfrage: Wie soll denn die zuständige Behörde von diesen Zuständen erfahren (und dann auch einschreiten), wenn du hier zwar deinem Frust Luft machst, aber nicht gegenüber der Führerscheinstelle des zuständigen Straßenverkehrsamts? Hellsehen können die nicht, und so ist es nur natürlich, dass die erst einschreiten, wenn „etwas passiert“ und die einen Unfall aufnehmende Polizei dann die entsprechenden Schritte einleitet.

Also schreib ein freundliches Briefchen an die Behörde (durchaus auch anonym möglich) und schildere die Sache sachlich! Beziehe dich insbesondere auf Alter, Sehkraft und Hörvermögen unter Nennung deiner eigenen Erfahrungen hiermit, begründe eine Anonymität mit der ansonsten guten Nachbarschaft, dann wird dir auch niemand verwerfen, du wolltest hier jemand schaden. Und schon wird man den Mann wegen Zweifels an seiner Fahrtüchtigkeit vorladen, eine Augen- und HNO-ärztliche Bescheinigung von ihm verlangen und wenn die nicht beigebracht wird, gibt es eben ein offizielles Gutachten, und wenn die Werte entsprechend sind, ist der Mann vom nächsten Tag an Fußgänger.

Gruß vom Wiz

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Hallo,
was Du „machen“ kannst wurde Dir ja zweimal vorgekaut. Zur Entscheidungsfindung könnten Statistiken, wie häufig diese Personengruppe einen Sach- vs. Personenschaden anrichtet hilfreich sein. Anschwärzen bei den Behörden hätte für mich zumindest einen extrem miesen Beigeschmack - aber jeder nach seinem Gewissen.

Gruss
Enno

Ich habe nicht gewusst, dass man so ein Verhalten bei der Behörde melden kann. Vielen Dank! Ja, jetzt wird der Weg dann allerdings doch schwer, da das Nachbarschaftsverhältnis wirklich nicht schlecht ist. Aber ich möchte wirklich nicht hören, dass etwas passiert ist und ich hätte etwas unternehmen können! Er tut mir auch wirklich leid - der Nachbar, denn damit schränke ich seinen Bewegungsraum sehr ein. Aber wenn was passiert … Ich bin jetzt erst einmal froh, dass man nicht so hilflos dasteht, sondern was machen kann. Vielen Dank sagt Maike

Hallo, Maike,
ich kann gut verstehen, dass Du Dir Gedanken machst. Um das nachbarschaftliche Verhältnis nicht zu belasten, solltest Du das Thema auch nicht mit Nachbarn erörtern. Selbst einen anonymen Hinweis an die Behörde könnte man Dir dennoch anlasten, wenn Du Dich in diese Hinsicht schon öfter geäußert hast.

Sollte das nicht der Fall sein, kannst Du, wenn er führerscheinlos ist, unbelastet Deinem Nachbar anbieten, ihn bei Bedarf in Deinem Auto zu fahren.
Gruß
Eckard

hallo Maike

wenn der Opi das rauskriegt, wer die Meldung bei der Behörde gemacht hat, dann hast Du die Nachbarn als Feinde, das garantier ich Dir …

gruss

chatboy

Hallo,
dazu ist wohl schon zu spät. Peinlich finde ich ja schon die Idee mit der anonymen Anzeige, noch peinlicher allerdings das nachfolgende Angebot den Kutscher zu spielen, um sein Gewissen zu beruhigen - armes Deutschland.

Gruss
Enno

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Peinlich finde ich ja schon die
Idee mit der anonymen Anzeige, noch peinlicher allerdings das
nachfolgende Angebot den Kutscher zu spielen, um sein Gewissen
zu beruhigen - armes Deutschland.

Hallo, Enno,
mit Deutschland hat das wenig zu tun.
Eher mit der Besorgnis, dass dem Nachbarn aufgrund seiner altersbedingten Schwäche etwas zustoßen könnte oder er anderen Schaden zufügt. Ich bin kein Christ, ich meine aber, dass auf dem Prinzip „seines Bruders Hüter“ zu sein unser soziales Miteinander fußt.

Genau die Haltung „Was geht mich an, was mein Nachbar tut, wie es ihm geht.“ führt zu der sozialen Kälte an der unsere Gesellschaft zunehmend leidet, das ist die gleiche Haltung, die dazu führt wegzusehen, wenn z.B. Rüpel in der U-Bahn andere Menschen belästigen oder gar bedrohen und verletzen.

Natürlich kann man solche Fürsorge so weit treiben, dass sie in Bevormundung ausartet. Da muß man schon genau hinsehen und abwägen. In dem geschilderten Fall (soweit uns die Details vorlegen) aber erscheint es mir nach sorgfältiger Abwägung geboten, den Betreffenden, auch und gerade wenn er uneinsichtig ist, davon abzuhalten, sich und anderen Menschen zu schaden.

Und wenn man dann versucht, die Nachteile, die dadurch entstehen nach Kräften abzumildern, ist das nicht scheinheilig und hat auch nichts mit „Gewissen beruhigen“ zu tun.

Gruß
Eckard

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Hallo Eckard
da hast Du genau den Punkt getroffen. Wenn jemand schon nicht mehr
selbst in der Lage ist, die Gefahr zu erkennen, dann sollten andere
einschreiten. Was ist die Aufgabe des Führerscheins im Verhältnis zum
schweren Unfall mit Tod, Querschnittslähmung oder anderen schweren
Folgen? Oder spielende Kinder? Wenn der auf 20m noch nicht mal seine
Nachbarn erkennt.
Gruß & Stern
TeeBird
der zwei ähnliche Traumen hat

Hallo,
dann stelle ich nochmals die Frage in den Raum in wieviel % der Fälle solche Fahrer einen Personen- vs. einen Sachschaden anrichten ? Wie ernstzunehmen ist die Allgemeingefährdung, die von einen nicht mehr fahrtüchtigen, betagten Fahrer ausgeht ? Das wäre schon eine realistischere Entscheidungsgrundlage, als hier durch den tiefen Blick ins Weinglas die Fakten zu ersehen und jmd. zu verkaufen. Wie sieht es mit Verwandten von ihm aus ? Wäre ein Gespräch mit ihnen nicht sinnvoller - oder z.B. ihm den Kutscher-Service anzubieten, ohne die Behörden einzuschalten ? Mir scheint hier durchaus eine Reihe von allgemeinverträglicheren Optionen zu existieren aber die werden in dieser Diskussion ja gar nicht erst ins Kalkül gezogen - was nicht wundert, das Rechtsbrett ist für seine obrigskeithörigen, spießigen Diskussionsteilnehmer ja bekannt. Der Mann ist sicher zu alt, um noch heftig auf ein solches Vorgehen zu reagieren, daß ganze wird letztlich nur in einer nachbarschaftlichen Eiszeit münden aber bei jedem halbwegs körperlich fitten Bürger mü0te sie danach die Türen und Fenster gut verriegeln.

Gruss
Enno

Hallo,
nehmen wir an sie hat wirklich versucht ihren Nachbarn davon zu überzeugen (das glaube ich ihr, da ich einen ähnlich gearteten Fall im nahen Bekanntenkreis habe - rationale Argumente kommen da mindergut an). Nächster Schritt wären Verwandte des alten Mannes und das Angebot ihm Fahrten abzunehmen. Der Schritt mit den Behörden wäre für mich nicht gangbar, nicht weil mir der Nachbar am *rsch vorbei gehen würde, sondern weil es ein massiver Vertrauensbruch ist.

Genau die Haltung „Was geht mich an, was mein Nachbar tut, wie
es ihm geht.“ führt zu der sozialen Kälte an der unsere
Gesellschaft zunehmend leidet, das ist die gleiche Haltung,
die dazu führt wegzusehen, wenn z.B. Rüpel in der U-Bahn
andere Menschen belästigen oder gar bedrohen und verletzen.

Nein, daß ist eine Frage der Zivilcourage. Courage bedarf es wenig, jmd. scheinbar anonym zu verpfeifen.

Und wenn man dann versucht, die Nachteile, die dadurch
entstehen nach Kräften abzumildern, ist das nicht scheinheilig
und hat auch nichts mit „Gewissen beruhigen“ zu tun.

Es gibt durchaus noch Handlungsoptionen, die den Behördenweg überflüssig machen.

Gruss
Enno

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Hallo Enno,
wo möchtest Du den break even ansetzen? Vielleicht auf 10.000 ältere
unfähige Fahrer ein totes Kind? oder darf es doch etwas mehr sein?
Vielleicht auf 1.000 Fahrer? Ein Unfall durch Altersstarsinn ist
schon zuviel.
Gruß
TeeBird
vermutlich hättest Du keine Probleme, wenn das in Deiner
Nachbarschaft passiert. Außer es wäre Dein Kind…

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Moien!

Naja, du findest also besser wenn er sich bzw. andere zu Tode fährt, aber „anschwärzen“ ist ja nicht erlaubt…irgendwie lächerlich und du wunderst dich über die Meinung die man von dir hat… *gg

Bernd

Och nee - der schon wieder …
Hallo,

wunderst dich über die Meinung die man von dir hat…

Du wolltest wohl schreiben „die männchen oder Berndi von dir hat“ - nein darüber wunder ich mich nicht.

Gruss
Enno

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Hallo,
ehrlich gesagt stellt sich für mich die Frage nach dem break even nicht. Der Behördenweg wäre für mich nicht gehbar - selbst bei 100% Trefferquote. Was natürlich nicht heißt, daß mein Weg optimal ist. Der Fragestellerin empfehle ich nur Alternativen ins Kalkül zu ziehen, denn ungeachtet von dem für mich ekligen Beigeschmack einer „staatlichen Lsg.“, sollte sie sich darüber im klaren sein, daß der Nachbar mit Sicherheit weiß wer den Behörden den Tip gab.

Gruss
Enno

Da gibt es ja eine rege Diskussion ueber mein Thema und ihr wisst garnicht, wie schwer mir die Entscheidung fällt! Maike

Nurmal zu den Fakten…
Hallo Maike,

kannst Du Deine Einschätzungen noch ein wenig konkretisieren?

Wir haben einen 74 jährigen Nachbarn, der
selber zugibt, dass er nicht mehr richtig sehen und auch nicht
richtig hören kann.

gut, wer kann das noch.

Er erkennt mich nicht, wenn ich 20 m von ihm entferne stehe!

heisst das eher, er sieht dich nicht, oder eher er erkennt Dich nicht, oder vielleicht, er verwechselt Dich mit Bäumen / Laternen.

Und dieser Nachbar fährt immer noch Auto.

Fährt er auffällig?

Jedem Autofahrer, der 3 Glas Bier getrunken
hat, wird der Führerschein genommen - aus Sicherheitsgründen -

Ich persönlich kenne keinen, der nicht näher an 3 Liter war.

Ansonsten kann ich nur Enno beipflichten. Führerschein-Entzug ist ein scharfes Schwert, das ich nicht schlagen möchte. Nach den Reaktionen der anderen bin ich mir aber sicher, dass er mir in den nächsten 10 Jahren auch abgenommen wird.

Gruß
achim

P.S.: vielleicht sollten wir alle mal beobachten, wieviel gute Bekannte wir alkoholisiert „dann letztendlich doch noch“ fahren lassen. Und für einen jungen Menschen wären ein paar Monate ohne Fleppe meist nicht mehr als ein Denkzettel, danach geht das LEBEN ja weiter.

Hallo,

Zur
Entscheidungsfindung könnten Statistiken, wie häufig diese
Personengruppe einen Sach- vs. Personenschaden anrichtet
hilfreich sein.

Ja ja die Statistiken, die gabs schon beim Adolf.

Schon mal daran gedacht, dß solche alten Leute wegen Demenz das selbst nicht mehr ganz kapieren ? Ich fahre alte Leute im Bus oft genug spazieren und manche sind irgendwann so weit, daß sie nichts mehr kapieren, nicht mehr wissen wo sie wohnen und ich die Polizei rufen muß.

Ich hätte den Alten Mann auch bei der Führerscheinstelle gemeldet, wenn er selbst zugegeben hätte, nichts zu sehen, zu hören und dann noch fahren würde. Du wärst wahrscheinlich erst dann darauf gekommen, wenn Dein Kind überfahren wäre. Schon mal was von sozialem Verantwortungsbewußtsein gehört ?

So wie in der Bild: Die Bundesbahn war dann schuld, daß die drei Buben bei Bremen auf die Gleise gingen und zu Tode gefahren wurden. Weil der Zaun dauernd zerstört wird ist die Bahn schuld, wenn die drei (albanischen) Bengel nicht richtig beaufsichtigt oder erzogen werden. Erziehung ist sowieso kulturell stark unterschiedlich.

gruß

dennis