Autokauf ohne Probefahrt

Hallo,

ich bin auf der Suche nach einem Gebrauchtwagen / Winterauto. Ich möchte etwas um 1000 - 2000 EUR ausgeben.

Nun habe ich einen freien Händler gefunden, der scheint sich auf auf VW zu spezialisieren. Der hat mehrere Golf 2 etc. Der Händler scheint seriös zu sein.

Jedoch wurde meine Frage nach Probefahrt mit „Ist problematisch“ beantwortet. Der Mann hat keine ‚rote Tafeln‘ permanent präsent. Sollte mich es misstrauisch machen, oder kann ich ihm vertrauen, wenn er sagt „Das Auto ist OK“ und mit dem Auto nur auf dem Hof fahren.

Rein menschlich macht der Händler einen positiven Eindruck auf mich.

Wie ist es mit der gesetzlichen Gewährleistung beim Kauf beim Gewerbetreibenden? Kann ich beim guten Angebot zuschlagen oder sollte man die Finger von lassen?

Gruß,

Robert

Klingelingelingeling!

Das sind meine Alarmglocken, eigentlich müssten jetzt schon Sirenen losheulen.

Ein Autohändler der keine Probetafeln hat? Wie seriös ist das?

Du könntest ihm aber den Vorschlag machen, selber Tafeln zu organisieren.
Mal sehen, was er dazu sagt.

Wegen Gewährleistung udergl. wäre ich sehr vorsichtig. Du weisst nicht, wie es um die Firma bestellt ist. Sollte der Laden pleite gehen, kannst du dich in der Schlange der Gläubiger einreihen.

Grüße
Dusan

Hallo,

ich bin auf der Suche nach einem Gebrauchtwagen / Winterauto.
Ich möchte etwas um 1000 - 2000 EUR ausgeben.

Wenn wir in Afrika wären würd’ ich sagen: kein Problem, dafür bekommt man landestypische Autos. Aber wir sind in Deutschland, hier gibt es den TÜV, Gewährleistung und solchen blabla, und da bekommt man in dem Segment nur Gurken, bei denen man generell immer Pech haben kann. Insofern ist genaues Auf-den-Zahn-fühlen unumgänglich.

Nun habe ich einen freien Händler gefunden, der scheint sich
auf auf VW zu spezialisieren. Der hat mehrere Golf 2 etc.

Ich habe im letzten Jahr wochenlang nach einem optisch und technisch gut erhaltenen Golf 2 gesucht und habe nichts gefunden. Irgendwas war immer. Oft lag es daran dass ich hinsichtlich des Gesamtzustands und der Optik zu pingelig bin weil man in diesem Preissegment einfach keine „guten“ Autos mehr bekommt. Aber es waren auch viele Schrottkisten dabei, wo ich unterstellen mußte dass sie auch motormäßig „abgefahren“ sind.

Mein Fazit: einen wirklich gut erhaltenen Golf 2 zu finden ist nicht mehr drin. Die, die einen haben, fahren ihn oder geben ihn in der Verwandschaft weiter weil das eben begehrte Wagen sind. Auf dem freien Markt findet man zu 99,9% Autos, die abgestossen werden weil sie so langsam aber sicher ihrem Autoleben nahe kommen.

Golf 2 sind inzwischen einfach zu alt geworden…

Der Händler scheint seriös zu sein.

Es wird kaum auf seiner Stirn stehen „ich bin unseriös“. Insofern - das ist vielleicht dein Eindruck, aber darauf würde ich erstmal generell wenig geben, bei einem Autohändler sowieso nicht und wenn er keine roten Nummern hat schon hundert Mal nicht…

Jedoch wurde meine Frage nach Probefahrt mit „Ist
problematisch“ beantwortet. Der Mann hat keine ‚rote Tafeln‘
permanent präsent. Sollte mich es misstrauisch machen, oder
kann ich ihm vertrauen, wenn er sagt „Das Auto ist OK“ und mit
dem Auto nur auf dem Hof fahren.

Ein Gebrauchtwagenhändler ohne rote Nummern? Nee sorry, das kann ich kaum glauben. Eine Auto ohne Probefahrt kaufen? Niemals. Das kann man bei einem Neuwagen machen, aber nicht bei einem Gebrauchten, und erst Recht nicht wenn es ein 15 Jahre alter Lastesel mit 250.000 km Laufleistung (oder so in der Art…) ist.

Rein menschlich macht der Händler einen positiven Eindruck auf
mich.

Klar, der will erstmal verkaufen. Wie positiv der noch ist wenn du merkst dass du Müll für 1000-2000 EUR gekauft hast?

Es kann ja sein dass ich ausgerechnet ihm Unrecht tue, aber das ist er dann selber schuld. Er bewegt sich eben in einem Geschäftsfeld, in dem zu viel Schindluder getrieben wird und wo es durch die Bank weg zu unseriös zugeht als dass man da irgendwem vertrauen könnte.

Wie ist es mit der gesetzlichen Gewährleistung beim Kauf beim
Gewerbetreibenden? Kann ich beim guten Angebot zuschlagen oder
sollte man die Finger von lassen?

Da steht dann schnell „gekauft wie gesehen“, „Bastlerauto“ oder sonstwas im Kleingedruckten weil Händler auf solche Autos normalerweise keine „Garantie“ geben. Klar, streng genommen müssen sie im Rahmen der Gewährleistung haften wenn du Privatkunde bist, aber andererseits verdienen die an einem solchen Auto nicht genug und ist die Wahrscheinlichkeit von Mängeln zu hoch als dass sie wirklich für Probleme gerade stehen. Im Zweifel wirst du es kaum schaffen deine Ansprüche durchzusetzen. Recht haben und Recht bekommen sind 2 Paar Schuhe…

Überleg’ vielleicht nochmal wegen einem Polo oder einem Fiat Punto. Letzterer ist in den einschlägigen Tests immer ganz Fiat-untypisch gut weggekommen. Wenn du einen Tick drauflegst kannst du zwischen 2000-3000 EUR wirklich gut erhaltene Wagen aus Hausfrauenhand bekommen, die im Gegensatz zu vergammelten Golf 2 schnell 5-10 Jahre jünger sind, weniger als die Hälfte gelaufen, und vor allem schon mit Airbags ausgerüstet.

Gerade die Fiats sind relativ preiswert zu bekommen und wie gesagt, gelten als sehr zuverlässig und preiswert obendrein.

Gruß,

MecFleih

Hi!

Probefahrt und genaue Untersuchung sind bei solchen Autos allein aus Gründen des Selbstschutzes schon unverzichtbar.
Ich würde wissen wollen, wie die Kiste bei 120 Km/h bremst, ob die Spur gerade ist und ob alle Gänge durchschaltbar sind. Ferner wäre für mich interessant, ob der Kühler/Thermostat funktioniert.
Das alles kann man nur bei einer Probefahrt herausfinden.

Will er das nicht, vergiss es.

Gewährleistung: kein Mensch bei Verstand gewährleistet Mängelfreiheit bei solchen Autos. Der Händler wird sich über die Vertragsgestaltung herauswinden. Würde ich auch tun, ehrlich gesagt.

Mein Tip: http://suchen.mobile.de/fahrzeuge/showDetails.html?i…

Mit so einem Auto fährst Du immer besser und es hat sogar eine Klimaanlage. Einfach mal bei mobile.de suchen, es gibt hunderte Autos bis 2000 Eur, die sogar noch recht ordentlich zu sein scheinen. Da muss man sich nun wirklich keinen vergammelten uralt-Golf antun, der die evtl. Preisdifferenz nach 2 Jahren allein an Mehrkosten für Steuer und Versicherung „aufgefressen“ hat.

Wer Golf 2 für den genannten Preis von 1-2 TEur anbietet, ist ohnehin völlig daneben.
Für einen normalen Golf 2 in sauberem Zustand mit neuem TÜV bezahlt heute kein vernünftiger Mensch mehr als 500 Eur.
Höchstens noch ein gepflegter GTI 16V mit sehr wenig Kilometer bringt 2000 Eur.
Und der kostet dann ordentlich Versicherung.

Grüsse,
M.

Hallo Robert,

einerseits reihe ich mich in die Schlange derer hier ein, die ohne Probefahrt (mit Autobahn, Kurven, Bremstest und unter das Fahrzeug schauen) keinen Gebrauchtwagen kaufen würden.

Andererseits sehe ich es auch so, dass du für 1.000 bis 2.000 eigentlich nur Schrott auf Rädern bekommen kannst, und wenn du das Auto als Winterauto haben willst, müsstest du neue Winterreifen drauf haben / kaufen, die Heizung sowie die Scheiben-wisch & wasch-Anlagen müssen tip-top sein, und die Fahrgastzelle muss wasserdicht sein. Gerade diese Sachen sind bei alten Autos (auch wenn zwar xx Jahre alt, aber wenige xxxx km gelaufen) aber meist „fällig“.

Beispielsweise habe ich mir vor einem halben Jahr einen 9 Jahre alten Ford Escort gekauft, der die letzten 2 Jahre „als Winterauto“ gelaufen war. Da war das Blech unter der Batteriebefestigung durchgerostet, deshalb lief Regen und Schneeschmelzwasser in den Fußraum der Beifahrerseite, und das Auto war permanent nass, schimmelig und bei Kälte waren die Scheiben dauernd beschlagen.

Gruß
BT

Hallo,

was einige hier nicht schrieben:

Die Versicherung der roten Nummern ist teuer und die Handhabeung sehr streng: Selbst mein Toyota-Händler mit dem ich „per Du“ bin, gab sie mir nicht, denn wenn was passiert und eine unberechtigte Person ist damit gefahren, oder das Fahrtenbuch ist nicht korrekt ausgefüllt oder was weiß der Geier, dann ist er sie los… und das kann er sich nicht erlauben.

Aber ich denke es komtm bei dem „Bakschisch-Dealer“ eher die Kostenfrage bei den Schildern auf…

gruß
dennis