Hallo,
ich bin auf der Suche nach einem Gebrauchtwagen / Winterauto.
Ich möchte etwas um 1000 - 2000 EUR ausgeben.
Wenn wir in Afrika wären würd’ ich sagen: kein Problem, dafür bekommt man landestypische Autos. Aber wir sind in Deutschland, hier gibt es den TÜV, Gewährleistung und solchen blabla, und da bekommt man in dem Segment nur Gurken, bei denen man generell immer Pech haben kann. Insofern ist genaues Auf-den-Zahn-fühlen unumgänglich.
Nun habe ich einen freien Händler gefunden, der scheint sich
auf auf VW zu spezialisieren. Der hat mehrere Golf 2 etc.
Ich habe im letzten Jahr wochenlang nach einem optisch und technisch gut erhaltenen Golf 2 gesucht und habe nichts gefunden. Irgendwas war immer. Oft lag es daran dass ich hinsichtlich des Gesamtzustands und der Optik zu pingelig bin weil man in diesem Preissegment einfach keine „guten“ Autos mehr bekommt. Aber es waren auch viele Schrottkisten dabei, wo ich unterstellen mußte dass sie auch motormäßig „abgefahren“ sind.
Mein Fazit: einen wirklich gut erhaltenen Golf 2 zu finden ist nicht mehr drin. Die, die einen haben, fahren ihn oder geben ihn in der Verwandschaft weiter weil das eben begehrte Wagen sind. Auf dem freien Markt findet man zu 99,9% Autos, die abgestossen werden weil sie so langsam aber sicher ihrem Autoleben nahe kommen.
Golf 2 sind inzwischen einfach zu alt geworden…
Der Händler scheint seriös zu sein.
Es wird kaum auf seiner Stirn stehen „ich bin unseriös“. Insofern - das ist vielleicht dein Eindruck, aber darauf würde ich erstmal generell wenig geben, bei einem Autohändler sowieso nicht und wenn er keine roten Nummern hat schon hundert Mal nicht…
Jedoch wurde meine Frage nach Probefahrt mit „Ist
problematisch“ beantwortet. Der Mann hat keine ‚rote Tafeln‘
permanent präsent. Sollte mich es misstrauisch machen, oder
kann ich ihm vertrauen, wenn er sagt „Das Auto ist OK“ und mit
dem Auto nur auf dem Hof fahren.
Ein Gebrauchtwagenhändler ohne rote Nummern? Nee sorry, das kann ich kaum glauben. Eine Auto ohne Probefahrt kaufen? Niemals. Das kann man bei einem Neuwagen machen, aber nicht bei einem Gebrauchten, und erst Recht nicht wenn es ein 15 Jahre alter Lastesel mit 250.000 km Laufleistung (oder so in der Art…) ist.
Rein menschlich macht der Händler einen positiven Eindruck auf
mich.
Klar, der will erstmal verkaufen. Wie positiv der noch ist wenn du merkst dass du Müll für 1000-2000 EUR gekauft hast?
Es kann ja sein dass ich ausgerechnet ihm Unrecht tue, aber das ist er dann selber schuld. Er bewegt sich eben in einem Geschäftsfeld, in dem zu viel Schindluder getrieben wird und wo es durch die Bank weg zu unseriös zugeht als dass man da irgendwem vertrauen könnte.
Wie ist es mit der gesetzlichen Gewährleistung beim Kauf beim
Gewerbetreibenden? Kann ich beim guten Angebot zuschlagen oder
sollte man die Finger von lassen?
Da steht dann schnell „gekauft wie gesehen“, „Bastlerauto“ oder sonstwas im Kleingedruckten weil Händler auf solche Autos normalerweise keine „Garantie“ geben. Klar, streng genommen müssen sie im Rahmen der Gewährleistung haften wenn du Privatkunde bist, aber andererseits verdienen die an einem solchen Auto nicht genug und ist die Wahrscheinlichkeit von Mängeln zu hoch als dass sie wirklich für Probleme gerade stehen. Im Zweifel wirst du es kaum schaffen deine Ansprüche durchzusetzen. Recht haben und Recht bekommen sind 2 Paar Schuhe…
Überleg’ vielleicht nochmal wegen einem Polo oder einem Fiat Punto. Letzterer ist in den einschlägigen Tests immer ganz Fiat-untypisch gut weggekommen. Wenn du einen Tick drauflegst kannst du zwischen 2000-3000 EUR wirklich gut erhaltene Wagen aus Hausfrauenhand bekommen, die im Gegensatz zu vergammelten Golf 2 schnell 5-10 Jahre jünger sind, weniger als die Hälfte gelaufen, und vor allem schon mit Airbags ausgerüstet.
Gerade die Fiats sind relativ preiswert zu bekommen und wie gesagt, gelten als sehr zuverlässig und preiswert obendrein.
Gruß,
MecFleih