Automatische Steuerung meiner Jalousie

Ich möchte gerne die Jalousie an meinem Fenster automatisch steuern, so dass ich am Bildschirm nicht geblendet werde und andrerseits mir nicht zu viel Sonne weggenommen wird.Um den Bildschirm nicht zu beleuchten, soll die Jalousie durch ein Programm gerade so hoch gezogen werden, dass die Schattenkante auf die Tischkante fällt.
Der Tisch ist im Abstand a von der Jalousie. Das Fenster zeigt genau nach Süden.
Für die Steuerung wäre die Berechnung der Höhe über der Tischkante erforderlich
h = f(geografische Breite, Uhrzeit t)

Durch die geografische Länge verschiebt sich die Uhrzeit um t1 (habe ich bei t schon berücksichtigt).
Noch eine Beobachtung: Besonders im Winter muss die Jalousie morgens und abends besonders weit unten sein, mittags dann viel weiter oben.

Mein Versuch mit Sin() und Cos() hat nicht geklappt, könnte mir bitte jemand helfen. Recht herzlichen Dank im Voraus.

Hallo!

Als erstes brauchst Du den Sonnenstand zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dafür gibt es Tabellen, Formeln oder http://ephemeriden.com/ (erst „Standort für Berechnungen festlegen“, dann „Aktuelle Ephemeriden - Für die Sonne“.

Nun gilt tan alpha = h/a*.

h: Höhe der Unterkante der Jalousie
a*: Entfernung Fenster-Schreibtisch (allerdings nicht der Abstand gemessen in Nordsüdrichtung, sondern gemessen in Richtung des Schattenwurfes).
alpha: Höhe der Sonne über dem Horizont.

a* = a / cos (Azimut-180°)

Gruß, Michael

Recht herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Der Link ist jedenfalls sehr hilfreich zur Kontrolle der von der SPS errechneten Werte.

Meine bisherige Berechnung sieht wie folgt aus - ersichtlich viel zu komliziert für das kleine Rechnerchen:

Diese Formeld gelten für „mäßige Anforderungen“ als die „stark vereinfachte Methode“ (!). Eine genauere Methode nach VSOP87 erfordert 2425 periodische Terme (laut J. Meeus „Astronomische Algorithmen“, eine geringe Genauigkeit nach Bretagnon und Simon hat allein für Delta Lambda 21 Terme.

  1. Zeitpunkt in Weltzeit UT umrechnen:
    Für die Zeit vom letzten Sonntag im März bis letzen Sonntag im Okt.
    UZ = MESZ - 2h
    sonst
    UZ = MEZ - 1h
  2. JD = Anzahl der Tage seit dem Standardäquinoktium J2000.0 (1. Januar 2000, 12 Uhr TT ≈ 12 Uhr UT) inclusive Tagesbruchteil.
  3. Zeitvariable n = JD - 2451545,0
  4. berücksichtigen der Bahnelliptizität und der Geschwindigkeitsschwankungen
    mittlere ekliptikale Länge der Sonne
    L = (280,46° + 0,9856474° * n) Modulo 360°
  5. anwachsende mittlere Anomalie g. Diese wächst um 360° in einem anomalistischen Jahr
    g = (357,528° + 0,9856003° * n) Modulo 360°
  6. für die Sonne entlang der Ekliptik gezählte ekliptikale Länge Λ
    Λ = L + 1,915° * sin(g) + 0,020° * sin(2g)
  7. Mit der Schiefe der Ekliptik epsilon
    epsilon = 23,439° - 0,0000004 * n
  8. entlang des Himmelsäquators gezählte Rektaszension α
    α = atan2(cos(epsilon)*sin(Λ), cos(Λ) )
  9. senkrecht zum Himmelsäquator gezählte Deklination δ
    Deklination δ = arcsin( sin(epsilon) * sin(Λ))
  10. Julianische Tageszahl T_0
    T_0 = (J D_0 - 2451545,0) / 36525 in jul. Jahrhunderten
  11. mittlere Sternzeit θG für den Zeitpunkt T --> Greenwich-Stundenwinkel des Frühlingspunkts
    θG = ( 6,697376 + 2400,05134 * T_0 + 1,002738 * T ) * 15°
  12. tau für die geographischen Länge gL bezogen auf die Rektaszension α (Pkt.8) ist
    tau = θG + gL - α
  13. Azimut a der Sonne bei der geographischen Breite phi
    a = arctan(sin(tau) / (cos(tau)*sin(phi) - tan( δ)*cos(phi) )) + ggf. 180°
  14. und Höhenwinkel h der Sonne
    h = arcsin(cos( δ) * cos(tau) *cos(phi) + sin( δ) * sin(phi))
  15. Korrektur der Luftbrechung R
    R = 1,02 * cot(h + 10,3 / (h + 5,11)) und
  16. scheinbare Sonnenhöhe hR = h + R/60 (Temperatur und Luftdruck noch nicht berücksichtigt)

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Fragewurm,

Recht herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Der Link ist
jedenfalls sehr hilfreich zur Kontrolle der von der SPS
errechneten Werte.

Meine bisherige Berechnung sieht wie folgt aus - ersichtlich
viel zu komliziert für das kleine Rechnerchen:

Die Rechnerei machst du auf den PC. Danach legst du Stützpunkte fest und erstellst eine Tabelle.

Also z.B. für jeden Monat den Wert für Sonnenaufgang und den für den Sonnenhöchststand. Möglicherweise brauchst du noch eine Tabbel für den Tagesverlauf. Die Zwischenpunkte kannst du dann linear interpolieren.
Vernünftigerweise legst du die Tabelle gleich in cm oder wie der Storen angesteuert wird an.

Das Programm auf dem PC kannst du dann so erstellen, dass du nur Längen-, Breiten-Grad und die Himmelsrichtung eingeben musst. Bei der Installation wird dann die Tabelle in das Rechnerchen übertragen.

Im allgemeinen verändern Gebäude recht selten ihren STandort :wink:)

MfG Peter(TOO)

Im allgemeinen verändern Gebäude recht selten ihren STandort

Recht herzlichen Dank Peter(TOO),
das ist die entscheidende Idee! Damit kann ich den größten Teil der Rechnung außerhalb erledigen. Hätte ich wirklich auch selbst drauf kommen können (:wink:
Gruß isi