Ich bin beruflich mit der Sicherung von freilaufenden und auffälligen Tieren beschäftigt. Dazu benutze ich in Notstandssituationen ( wie Hunde im Strassenverkehr ) ein CO2 Betäubungsgewehr. Der Druck wird manuell je nach Abstand zum Tier eingestellt. Das Problem ist, das ich diesen Druck bei sich bewegenden Zielen ständig von Hand nachkorrigieren muss und so oft viel Zeit verliere.
Meine Idee: Ein auf der Zieleinrichtung installierter Entfernungsmesser " schickt" die jeweilige Entfernung per Knopfdruck an einen Mikroprozessor, der diese Angabe umrechnet und selbstständig den aktuell benötigten Druck einstellt. Ich benutze das Gewehr bei Abständen von ca. 5 bis 50 Metern. Eine Abstufung in 5 Meter Schritten wäre völlig ausreichend.
Ich hoffe, ich habe das jetzt verständlich ausgedrückt.
Frage : Ist das möglich ?
Danke und Gruss,
Frank Weisskirchen
Hallo,
der Teil Mikroprozessor usw. ist sicher nicht das Problem, sondern die Entfernungsmessung selbst - die in Digitalkameras üblichen Methoden (teilweise auch schon recht aufwendig) werden nicht funktionieren, wenn du sagen wir mal in 50 m Entfernung einen Waschbären in einer Baumkrone anvisierst.
Das einzige, was ich mir als halbwegs zuverlässig vorstellen kann, wäre ein Laser-Entfernungsmesser. Bei sichtbarer Laserstrahlung könntest du das auch als Hilfe beim Zielen benutzen (wie Arnie in „Eraser“). Nur wenn du den Laserfleck auf dem Ziel siehst, ist auch die Entfernung gültig. Der Aufwand ist aber sehr gross.
Gruss Reinhard
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Hallo,
Wie gross ist sehr gross?
Das mit den 50 Metern wäre ein Extremfall, der bis dato auch noch nicht da war, aber mir ein bisschen luft nach oben gibt. Der Pfeil wäre bei einer solchen Entfernung zwei Sekunden unterwegs und wahrscheinlich hätte ich dann nur einen „müden“ Baum.
Realistisch wäre 30 Meter, freie Schusslinie.
Was ist mit digitalen Entfernungsmessern aus dem Jagdzubehör, bzw. Golfsport?
Gruss,
Frank
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Das Problem ist wie bei der Fotografie auch, dass der Autofokus dann nicht genau weiß, auf welches Objekt er scharfstellen soll. Wobei man bei modernen Digitalkameras ja oft vorgeben kann, dass die Bildmitte genommen werden soll. Bei einer Kamera mit starkem Tele (also am besten mehr als die üblichen 3-fach Zooms) könnte das evtl. bei dir ausreichen.
Problem ist aber, wie kommst du an die Info aus der Kamera? Halte ich für extrem schwierig.
Am sinnvollsten düfte wirklich ein Laser-Entfernungsmesser sein, ist aber wahrscheinlich nicht billig.
Andere Geräte (für Jagd etc) kenne ich nicht. Nur etwas die Ultraschall-Distanz-Messer, aber die funktionieren meines Wissens nur gegen eine große Fläche (z.B. Wand), was dann hier nicht helfen würde.
Hast du dir eigentlich schon Gedanken gemacht, wie der Prozessor dann den Druck einstellen soll? Wenn da nur irgendwo ein kleines (vielleicht noch schwergängiges) Rädchen sitzt, ist das auch schon eine Herausforderung für sich alleine…
Hallo,
Die jagdlichen Entfernungsmesser arbeiten mit einer punktuellen Anvisierung. Auf Knopfdruck erscheint ein Fadenkreuz und man kann punktgenau messe.
Das mit der Umsetzung ist genau mein Problem. Die manuelle Einstellung ist zwar sehr leichtgängig, aber wie ich das umsetzen kan, ist mir ein Rätsel.
Das preisliche ist zwar nicht egal, aber ich ich glaube schon, das das nicht ganz billig wird. Aber es wäre eine Riesen erleichterung und da kann man schon mal was investieren.
Vielleicht fällt Dir ja noch was ein.
Gruss,
Frank
Das mit der Umsetzung ist genau mein Problem. Die manuelle
Einstellung ist zwar sehr leichtgängig, aber wie ich das
umsetzen kan, ist mir ein Rätsel.
Dafür fällt mir eigentlich nur eine sinnvolle Idee ein:
Einen Motor einem starken Getriebe dahinter (du brauchst ja keine 10000 U/min sondern nur Drehmoment). Ich schätze mal, bei Conrad, Pollin etc. könnte man da was fertiges bekommen.
Am besten Schrittmotor; falls Gleichstrommotor, sollte am Ende ein Potentiomoter dran sein, damit du die Position lesen kannst.
Problem ist dann halt die Verbindung zur Einstellschraube - da kannst du z.B. kleben / schweißen / Legobauteile verwenden …
Nochmal zum Aufwand: Ich weiß nicht wieviel Ahnung du von Elektronikbasteln, Microcontroller-Programmieren (und nicht zu vergessen das Feinmechanikerdingens mit der Schraube) hast. Aber wenn du jeweils kaum Erfahrung hast (und auch keinen erfahrenen Kumpel etc), würde ich eher die Finger davon lassen, weil das ganze schon ein relativ anspruchsvolles Projekt zu sein scheint.
Hallo Fragewurm,
Dafür fällt mir eigentlich nur eine sinnvolle Idee ein:
Einen Motor einem starken Getriebe dahinter (du brauchst ja
keine 10000 U/min sondern nur Drehmoment). Ich schätze mal,
bei Conrad, Pollin etc. könnte man da was fertiges bekommen.Am besten Schrittmotor; falls Gleichstrommotor, sollte am Ende
ein Potentiomoter dran sein, damit du die Position lesen
kannst.
Eigentlich muss nicht unbedingt der Druck verstellt werden, sondern man kann es über die Gasmenge regeln, wenn der Druck konstant ist.
Man kann also z.B. 3 Druckspeicher nehmen mit unterschiedlichem Volumen (z.B. 1x,2x,4x), welche über Drosseln auf einen bestimmten Druck aufgeladen werden. Der Schuss wird dann über 3 Magnetventile ausgelöst, wodurch sich dann in diesem Beispiel 7 Stufen ergäben. Mit 4 Ventilen und Speichern ergäben sich schon 15 Stufen.
Der Vorteil dieser Lösung wäre, dass sich die Einstellzeit auf die Messzeit der Entfernung und etwas Rechenzeit beschränkt, sich also im ms-Bereich bewegen sollte. Desweiteren wird auch kein Gas beim Zielen verbraucht (Bei einer normalen Druckregelung muss ja Gas abgeblasen werden, wenn der Druck verringert werden muss, was zusätzlich auch Zeit benötigt). Desweiteren würde sich auch der Stromverbrauch (Batterien) verringern.
MfG Peter(TOO)
Hallo,
am besten schilderst du uns mal, wie der Druck bei deinem Gewehr eingestellt wird. Nebenbei: man braucht ja nicht nur einen Motor, um z.B. einen Einstellknopf zu drehen, sondern dazu auch eine Rückmeldung, welcher Druck aktuell eingestellt ist.
Ich wusste übrigens nicht, dass es Laser für Jäger auch schon gibt - irgendwie finde ich das unfair. Demnächst kommt das selbständig zielsuchende Geschoss… Ich muss meine Spaziergänge mit dem Hund wohl noch mehr aufs freie Feld verlagern.
Gruss Reinhard
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Hallo,
was ich bisher rauslese, ist das es prinzipiell möglich ist. Wenn auch mit Aufwand.
Zur Frage mit dem Laser. Der Laser ist laut dtsch. Jagdgesetz nicht erlaubt. SEKs benutzen ihn, also kommt man auch ran. Ich sollte auch erklären, das ich kein Jäger bin, sondern eher im Gegenteil versuche, schneller als die zu sein. Wenn ich treffe, steht die „Beute“ wieder auf.
Dafür ist mein Pfeil bedeutend langsamer als deren Kugel und deshalb muss ich mir was einfallen lassen, um effektiver zu sein.
Der jetzige Druckaufbau läuft über ein kleines ( leichtgängiges) Stellrad an der Seite des Gewehrs. Heisst: Druck ist permanent da und ich öffne nur ein Ventil, das die benötigte Menge ins System lässt.
Peters Antwort hört sich gut an, braucht aber wahrscheinlich relativ viel Platz und den habe ich nicht. Auch das gewicht darf nicht unterschätzt werden.
Ich weiss, ich bin anstrengend, aber vielleicht könnte man den Faden noch ein bisschen weiterspinnen :.)
Danke und Gruss,
Frank
Hallo,
was ich bisher rauslese, ist das es prinzipiell möglich ist.
Wenn auch mit Aufwand.
…
Danke und Gruss,
Frank
Hallo Frank,
normalerweise dient der Laser nicht nur zur Entfernungsmessung, sondern auch zum Zielen selbst, das setzt aber voraus, das die Zieleinrichtung ebenfalls motorisch verstellt wird (weiter entfernt -> Kimme rauf -> höhere Flugbahn). Zum einen heisst das Komplettumbau des Gewehrs.
Zum andern ist es durchaus fraglich, ob das überhaupt geht: dein Geschoss ist ja um vieles langsamer als beim SEK und die Flugbahn daher viel stärker überhöht - ich bezweifle, dass man bei 50m überhaupt noch direkt zielen kann, ich sehe das eher wie eine Mörserflugbahn. Die Frage, bis zu welcher Entfernung du noch mit Kimme und Korn oder Zielfernrohr zielen kannst, kannst du sicher beantworten oder zumindest ausprobieren.
Ein anderes Problem mit der Geschwindigkeit, bei dem der Laser garnichts hilft: wenn es 1 Sekunde dauert, hat das Ziel ja auch eine ganze Sekunde Zeit abzuhauen, wenn es den Mündungsknall oder Plop hört, deine Geschosse liegen ja weit unter der Schallgeschwindigkeit. Abgesehen von Elefanten oder Nilpferden reicht das dicke.
Bevor wir hier komplexe Systeme erfinden, würde ich erst mal ganz einfach anfangen:
Stufe 1: geh in einen Baumarkt und probier mit einem Laser-Entfernungsmesser, ob du auf einer entfernten Wand den Punkt noch sehen kannst, und ob die Entfernung zur Wand korrekt angezeigt wird.
Stufe 2: Wenn ja, häng dir das Ding bei der Arbeit um den Hals, lasere dein Ziel an und stell das Gewehr entsprechend ein. Wenn sich das bewährt, kann man über mehr Komfort nachdenken.
Gruss Reinhard