Automatischer Zeitschalter für Tastschalter

Hallo

Hier ist zwar viel Text, aber nur um mein Anliegen möglichst genau zu beschreiben. :smile:

Ich bin ein totaler Anfänger was elektrische Schaltungen angeht. Naja, Lampen, Schalter, Dimmer und Co. sind kein Problem, aber nun habe ich eine etwas schwere Frage/Anliegen.

Ich habe drei Wandlampen, die alle von einem normalen Lichtschalter mit Strom versorgt werden. Die drei Wandlampen haben einen „Tast-Dimmer“ (Die Lampe hat einen kleinen Tastschalter. Wenn man ihn kurz drückt, geht die Lampe an bzw. aus. Wenn man in gedrückt hält, wird die Lampe langsam dunkel und wenn sie fast aus ist, wieder hell, dann wieder dunkel usw. . Wenn man dann den Schalter los lässt, behält die Lampe die Lichtstärke, die sie beim loslassen hatte).
Das Problem nun ist, dass wenn man den Hauptschalter an der Wand einschalten, sind alle drei Lampen aus, und man muss zur jeder hinlaufen und jede einzeln anmachen (kurzes drücken auf den Tast-Dimmer-Schalter), denn der Anfangszustand der Lampen ist „aus“.
Ich möchte aber, dass wenn ich den Hauptschalter an der Wand anmache, alle drei Lampenan sind und ich je nach bedarf eine oder meher Lampen dunkeler mache.
Mein Ansatz dieses Problem zu lösen sieht so aus:
Ich wollte in jede Lampe ein zusätzliches elektrisches Schaltsystem einbauen. Dieses Schaltsystem sollte das erste kurze Drücken auf den Tast-Dimmer um die Lampe einzuschalten ausführen.
Also: Ich mache den Hauptschaler an, die drei Lampen bekommen Strom, sind aber leider aus, dann schaltet sich das zusätzliche Schaltsystem jeder Lampe ein, wartet z.B. 0,25 Sekunden und simuliert ein kurzes drücken auf den Tastschalter.

So nun ist eure hilfe gefragt, gibt es sollche system schon fertig zu kaufen? Oder muss ich mir selber drei Stück bauen? Wenn ja wie?

Oder bin ich hier falsch? Wenn ja, wo (Internet-Seite) finde ich die richtigen Ansprechpartner? Kennt ihr ein Forum für Profi Elektriker, die mir helfen können.

Ich war bereits in allen Elektrofach- und Lampengeschäften in meiner Stadt, leider konnte mir keiner helfen.

Danke

Drei Lösungsvorschläge
Hallo Squicky,

Es gibt meiner Meinung nach drei Lösungen für Dein Problem:

a) Du baust die Tast-Dimmer aus den Lampen aus, und ersetzt diese durch externe, mechanisch einstellbare Dimmer. Diese besitzen einen größeren Knopf zum Einstellen der Helligkeit statt einer Sensortaste. Der Vorteil ist, dass diese keinen „Anfangs-Impuls“ benötigen. Natürlich ist es dann erforderlich, dass Du diese mechanischen Dimmer irgendwo befestigst, und da es diese in der Regel nur für Unterputz-Installation gibt, bedeutet das unter Umständen zusätzlichen Aufwand.

b) Du bastelst Dir eine Schaltung, bzw. lässt Dir eine basteln (denn die wird es auf dem Markt nicht geben), die nach dem Einschalten der Netzsspannung die Sensortaste an jedem Lift-Dimmer kurzzeitig auf Erd-Potential (grüngelber Schutzleiterkontakt) legt. Denkbar wäre z.B. ein Relais mit drei Kontakten (pro Lift-Dimmer ein Kontakt), das beim Einschalten der Netzspannung kurzzeitig bestromt wird. Da die Relaiskontakte keinen nennenswerten Strom schalten müssen (weniger als 200Mikroampere), dürften kleine (Dual-in-Line) Relais ausreichen. Als zusätzliche Schutzmaßnahme solltest Du vielleicht noch einen hochohmigen Widerstand in Reihe zu jedem dieser Relaiskontakte schalten (z.B. 560.000 Ohm), der jedoch wenigstens 350V Spannungsfestigkeit besitzen sollte (der Widerstand). Es könnte sein, dass die Relaiskontakte ebenfalls für eine Spannungsfestigkeit von mehr als 100V (DC) ausgelegt sein müssen, weil sonst vielleicht Teilentladungen stattfinden, die eine ungewollte Betätigung bewirken könnten. Das müsstest Du einfach ausprobieren.

Die nächste Frage ist, wie Du dieses Relais möglichst einfach ansteuerst. Denkbar wäre z.B. dass Du die 6, 12 oder 24 Volt DC für die Relais mittels einer trafolosen, elektronischen Gleichrichterschaltung mit Spannung versorgst (ca. 10 Bauteile). Diese Schaltung versorgt das oder die Relais nur für kurze Zeit mit Strom. Ansonsten käme ein kleiner Trafo mit nachgeschaltetem Brückengleichrichter in Frage - das wäre die (ungefährlichere) Standardlösung für die Erzeugung einer Gleichspannung.

Auf keinen Fall solltest Du in Zusammenhang mit einer trafolosen Spannungsversorgung Halbleiterschalter (z.B. TRIAC, IGBT oder MOSFET) an die Sensortasten anschließen, da in diesem Fall keine galvanische (elektrische) Trennung zwischen Impulsschaltung und Sensortaste vorhanden ist, und ein Stromunfall passieren könnte (jemand bekommt einen elektrischen Schlag) falls in der Impulsschaltung ein Fehler auftritt und dann einer die Taste berührt.

Als weitere Schwierigkeit kommt hinzu, dass Du den Lift-Dimmer öffnen , und einen (dünnen, isolierten) Draht an den richtigen Kontakt (oder das richtige Bauteil) anlöten musst, der (das) für die Tastenbetätigung zuständig ist. Diesen Draht führst Du dann an den Relaiskontakt. Vom Relaiskontakt gehst Du über den 560.000 Ohm-Widerstand dann auf den Schutzleiter.

c) Frag bei Firmen nach, die Profis in Sachen Beleuchtungstechnik sind. Die „normalen“ Elektriker haben möglicherweise kaum eine Ahnung, was es mittlerweile für „intelligente“ Beleuchtungssteuerungen auf dem Markt gibt. Es wird dann aber kaum vermeidbar sein, dass Du den Lift-Dimmer aus Deinen Lampen ausbaust, denn diese sind nicht für eine „Gruppensteuerung“ ausgelegt. Und ob es Modelle gibt, die einerseits Gruppensteuerung beherrschen und andererseits genau in Deine Lampen hineinpassen, bezweifle ich sehr.

Hoffe das hilft Dir weiter
Gruß, Alexander

Hallo,

wie es der Zufall so will, gibt es bei Conrad zumindest für Hutschienenmontage (Verteilerschrank) Einsätze, mit denen man eine Tasterschaltung dimmbar machen kann. Und, oh Wunder, davon gibt es genau zwei unterschiedliche Ausführungen. Ausführung 1 mit dem von dir beschriebenen Verhalten, dass die Lampen beim Einschalten vollständig herunter gedimmt sind, Ausführung 2, bei der die Lampen beim Einschalten die zuletzt eingestellte Helligkeit haben.

Ich weiß jetzt nicht, ob in deinem Fall der Einsatz der Hutschienenvariante in Frage kommt (alle Leitungen der Lampen müssten getrennt in den Verteilerkasten geführt sein, wo Du dann pro Lampe ein Modul der Ausführung 2 brauchst), aber zumindest könntest Du dir mal die Unterschiede der Schaltungen der beiden Varianten ansehen, und dann bei dir ebenfalls von Variante 1 auf 2 umrüsten.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

@ Alexander

a) Unterputz oder neue Kabel legen ist unmöglich
b) ist für zu kompliziert
c) habe den Hersteller der Lampen angerufen: Mein anliegen ist laut ihnen nicht möglich

@ alle :smile:
Hier ist eine Kleine Skizze des Standard Schaltsystems (Auslieferungszustand):
http://squicky.privat.t-online.de/plan1.JPG

Ich habe mir dass dann so gedacht:
http://squicky.privat.t-online.de/plan2.JPG

Dabei muss soll das Schaltsystem möglichst klein sein, damit es in die Lampe passt!

Danke für eure Hilfe

Kondensator parallel zum Taster
Hallo Squicky,

vielleicht würde es ausreichen, wenn Du lediglich einen Kondensator parallel zum Taster löten würdest.
Funktionsweise:
Im Einschaltaugenblick (Dimmer bekommt Netzspannung) ist der Kondensator entladen und wirkt wie eine betätigte Taste. Nach einer Weile (abhängig vom Innenwiderstand der Sensorschaltung und der Kapazität des Kondensators) ist der Kondensator aufgeladen, und wirkt wie eine geöffnete Taste. Die Kondensatorkapazität sollte so ausgelegt werden, dass der Ladevorgang ca. 250ms dauert.
Wenn die Taste während des Betriebes gedrückt wird, entlädt sich der Kondensator schlagartig über die geschlossene Taste. Wenn die Taste losgelassen wird, wirkt der Kondensator wie eine künstliche Verlängerung der Tastenbetätigung, doch das muss nicht unbedingt ein störender Effekt sein.
Wichtig für die Auswahl des Kondensatortyps (ob Elektrolyt oder Folienkondensator) ist, welche Spannung (AC oder DC) an der Taste anliegt, und wie hoch diese Spannung ist.
Mess diese Spannung am besten mit einem Oszilloskop, denn so erhältst Du den tatsächlichen Maximalwert, falls es sich um eine gepulste Gleichspannung oder um eine Wechselspannung handelt. Der verwendete Kondensator muss für den maximalen Spannungswert ausgelegt sein, besser ist es (längere Lebensdauer), wenn die Nennspannung des Kondensators ca. 20% oder 50% über der Maximalspannung liegt (gilt nicht für Folienkondensator).

Nachteil dieser Lösung:
Nach Abschaltung der Netzspannung (alle Lampen aus) kann es sein, dass der Kondensator für mehrere Minuten seine Spannung behält, so dass der gewünschte Effekt beim nächsten Einschalten nicht mehr vorhanden ist. Entweder muss also eine lange Wartezeit in kauf genommen werden, oder Du lötest noch einen hochohmigen Widerstand parallel zum Kondensator, damit er sich schneller entlädt. Dieser Widerstand darf aber nicht so niedrig sein, dass die Elektronik dies als Tastenbetätigung interpretiert. Ich schätze mal, dass dieser Parallelwiderstand 10 oder 20 Megaohm groß sein sollte.

Wenn an der Taste eine Wechselspannung anliegt, ist das nächste Problem, dass ein Kondensator Wechselspannung „durchleitet“. Er wirkt dann wie ein niederohmiger Widerstand. Wenn dies der Fall ist, musst Du vor die Tastenkontakte einen Brückengleichrichter schalten. Die Taste mit dem Kondensator und dem Widerstand hängst Du dann an den Ausgang des Brückengleichrichters. Der Widerstand ist in diesem Falle unverzichtbar, denn sonst existiert keine Entlademöglichkeit für den Kondensator.

Wenn das mit dem Kondensator nicht funktioniert, gibt es noch die Idee, dass es evtl. innerhalb des Dimmers eine Spannungserzeugung gibt, die für eine externe Zusatzelektronik angezapft werden könnte. Dann würdest Du nur noch ca. 5 elektronische Bauteile benötigen, die den Einschaltimpuls zuverlässig und ohne die Nachteile der Kondensatorlösung erzeugen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass das GND-Potential der internen Spannungserzeugung des Dimmers in Bezug zu einem Potential an einem der Tasterkontakte steht. Wenn dies nicht der Fall ist, brauchst Du einen potentialfreien Schaltkontakt, der evtl. mittels Halbleiterrelais (wesentlich kleinere Bauform als ein mechanisches Relais) realisiert werden könnte.

Zum Schluss noch etwas wichtiges: überprüfe mal, ob die „Sensortaste“ tatsächlich zwei Leitungen besitzt, denn Liftdimmer werden üblicherweise dadurch heller oder dunkler geschaltet, indem ein Strom über den menschlichen Körper nach Erde abfließt. Wenn das der Fall ist, gibt es keine zwei Tasterkontakte, und dann würde nur noch ein potentialfreier Kontakt helfen. Das mit dem Kondensator und dem Brückengleichrichter könntest Du dann vergessen. Du kannst das überprüfen, indem Du mit einem sehr gut isolierenden Gegenstand (möglichst aus Kunststoff) auf die Taste drückst (z.B. Plastiklöffel) und schaust, ob sich die Helligkeit verändert.

So, ich hoffe das hilft Dir weiter.
Gruß, Alexander

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]