Automatisiertes sinnloses Zählen

Huhu!

Eben ist mir mal wieder bewusst geworden, dass ich, wenn etwas stupide Abläufe verspricht, anfange zu zählen. Eben habe ich z.B. 54 kleine Kamillepflänzchen für die Kaninchen gepflückt. Oder die Treppe im Haus meiner Kindheit hatte 16 Stufen und ich habe sie jedes einzelne Mal gezählt, wenn ich sie hochstieg. Wie beknackt - ich kannte das Ergebnis doch schon *g* Es geht also nicht um das Ergebnis, sondern um das Zählen an sich.
Dass ich das mache, fällt mir erst auf, wenn ich schon mittendrin bin. Außerdem vergesse ich das Ergebnis (bis auf die Ausnahme mit der Treppe) in aller Regel sofort wieder. Ziemlich sinnlos also das Ganze. Ein Zwang ist das aber nicht, soweit ich das Wort „Zwang“ richtig verstehe. Soll heißen: Ich leide nicht, wenn ich nicht zähle und ich muss auch eine Treppe nicht erneut gehen, wenn ich aufgrund eines anregenden Gesprächs „vergessen“ habe, die Stufen zu zählen.
Gibt es für sowas eine psychologische Erklärung?

Mücke

Hallo Mücke

Ein Zwang ist das aber nicht,
soweit ich das Wort „Zwang“ richtig verstehe. Soll heißen: Ich
leide nicht, wenn ich nicht zähle

Mglicherweise handelt es sich um die „Vorstufe“ eines Zwanges. Diese Dinge sind ja im Übergang von der „Normalität“ zur „Pathologie“ zu sehen. Fast alle Menschen zeigen gewisse Neigung zu Zwangsverhalten, Ritualen, beruhigenden Begleitvorstellungen usw.
Gruß,
Branden

Hallo Muecke,

das mache ich auch immer. Habe mir aber noch nie Gedanken darüber gemacht, ob das Zählen einen „ernsten“ Hintergrund hat.
Ich mach`s einfach und gut ist.
Als Zwang sehe ich das, für mich, nicht an.

Liebe Grüße,

Maria

Mach Dir mal keine Sorgen, Mücke, erstens mache ich das auch, vor allem, wenn ich irgendwo lange warten muß.
Aber verschärfend kommt bei mir hinzu, daß ich mich freue, wenn eine durch drei teilbare Zahl herauskommt.

Ansonsten bin ich ganz normal. Freilich habe ich mir auch schon Gedanken über diese Marotte gemacht und bin für mich zu dem Ergebnis gekommen, daß dies mein Weg und meine Art ist, das Chaos in mir zu strukturieren.

Gruß - Rolf

Hallo Branden, vielleicht ist es auch nur ein Konditioniertes Verhalten, aus der Zeit als der Fragesteller eben mit dem Zählen anfing, da hat er halt alles gezählt was sich anbot. Und nu ist es eben eine Marotte geworden, genauso, wie ich immer bevor ich das Haus verlass etwas erledigen muss, damit es nicht unterwegs pressiert. (der eigene Thron ist doch der liebste)
Erst wenn er sich allzuviel Sorgen um das Zählen an sich macht und Panik bekommt, wenn er es unterdrückt, verpasst oder dabei durcheinanderkommt ist es IMHO Zeit sich an einen Therapeuten zu wenden.
Gruß Susanne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Susanne

vielleicht ist es auch nur ein Konditioniertes
Verhalten, aus der Zeit als der Fragesteller eben mit dem
Zählen anfing, da hat er halt alles gezählt was sich anbot.
Und nu ist es eben eine Marotte geworden

Ja, das mag sein, aber diese Marotte dient nun auch der Beruhigung o.ä., hat also einen unbewussten Sinn. Sonst würde sie wahrscheinlich nicht so regelmäßig stattfinden und aufrecht erhalten werden.

Erst wenn er sich allzuviel Sorgen um das Zählen an sich macht
und Panik bekommt, wenn er es unterdrückt, verpasst oder dabei
durcheinanderkommt ist es IMHO Zeit sich an einen Therapeuten
zu wenden.

Das sehe ich genauso. Nicht jede kleine Marotte muss in Therapie gebracht werden. :wink:
Gruß,
Branden

Hallo,

es gibt also noch mehr Leute, die das machen :smile:.

Ich mache es einfach, um mich zu beschäftigen, wenn mir langweilig ist.

Chrissie

Hallo, ich mache das auch…
eine Freundin sagte mal: typisch Jungfrau, die müssen alles messen wiegen und zählen.

Gruß
Kosmo

eine Freundin sagte mal: typisch Jungfrau, die müssen alles
messen wiegen und zählen.

Das stimmt mich jetzt nachdenklich. Ein Glück, dass ich nicht anfällig für Astrologie-Verschwörungen bin.

Mücke

Hallo,

ich mach das auch, habe mir aber noch nie Gedanken drum gemacht.

Vielleicht liegt es daran, sich selbst zu zeigen, dass man schon etwas geschafft hat. Gerade bei stupiden Arbeiten fragt man (ich) sich ja manchmal wozu man das eigentlich macht und wenn man dann weiß, dass man bspw schon 30 oder 40 Pflänzchen gepflückt hat merkt man, dass man weiter (und damit auch irgendwann zum Ende) kommt.

Nur so ne Vermutung…

Grüße
Sue

hi mücke,

während des lesenes deines beitrages habe ich mich erinnert - ich habe sowas auch mal gemacht - wenngleich wohl seltener und auch nur in bestimmten situationen - nach reiflicher überlegung würde ich sagen, ich habe es dann gemacht wenn ich mich gelangweilt habe - die zeit "überbrücken wollte - also z.b auf die ubahn gewartet habe und mir gegenüber ein grosses werbeplakat an der wand hin mit z.b div. büchern darauf - also hab ich die bücher gezählt - oder was auch immer zählbar war. - heute würde ich sagen, ich habe damit meine ungeduld im griff gehalten - denn es gab eine art von ungeduld, die war damals echt übel - spürbar als wenn eine spirale sich dreht - ne endlose.

um diese „nicht abwartenb können“ nicht zu spüren, mehr im hier und jetzt zu sein vielleicht (wobei ich mal sage, heute habe ich bessere methoden wirklich im hier und jetzt zu sein*g) oder den eindruck zu haben es sei so - kam das zählen gerade recht.

ich glaube ich habe das lange jahre gemacht. aber eines tages war das vorbei - warum weiss ich aber gar nicht.
nur fällt mir auf grund deines postings auf, wenn ich heute in einer ähnlichen lage bin zähle ich eben nicht mehr oder was man noch in diesen rahmen stecken könnte.

und so kann ich von mir wohl sagen - für mich hatte diese art eine funktion ein gefühl zu deckeln das mir nicht gutgetan hat - ne art ablenkung - stagnation war einst fast unersträglich und ich empfand sitzen und warten als so eine art stagnation.

ich denke mir mal so - habe die bisherigen antworten ja gelesen - das dieser grund schon etwas anders ist als man zunächst vermuten könnte als möglichen hintergrund für so ein verhalten.

übrigens - war ich z.b aufgeregt oder fühlbar ungeduldig - dann ging das nicht funktionierte nicht wirklich. - wobei ich damit nicht sagen will, das es keine anderen gründe geben darf - aber das ist das was mir dazu für mich selbst einfällt - ein gewisses zwangsdingsbums kann ja dennoch dabei sein - bin da sicher nicht anders als alle anderen.

schon lustig - vorher hatte ich nie darüber nachgedacht - muss mich direkt bedanken bei dir :smile:

LG
nina

hummm…ich bin auch Jungfrau und zähle, mit Vorliebe Stunden, Buchstaben und Kacheln…

*beunruhigt*
Sonja

hummm…ich bin auch Jungfrau und zähle, mit Vorliebe Stunden,
Buchstaben und Kacheln…

*beunruhigt*
Sonja

Hi, ich falle oft durch solche Fragen auf wie : Wie lang ist das denn ? Wie weit ist es von hier bis Island ? Wieviele Steine sind in einer Reihe? usw.
Ich zähle ganz viele Sachen ab, z. B.wieviele Fenster in der Front am Schloß in xxx und auch Treppenstufen, Punkte auf der Jacke von der Frau die mir in der Bahn gegeüber sitzt usw. Bin noch nie auf die Idee gekommen, dass das bescheuert ist. Ist einfach ne Beschäftigung und oft auch ein " Maßnehmen " um mir einen Überblick zu verschaffen.

Gruß
Kosmokatze