blödsinn (sorry)
hi,
Das klingt gut, was du schreibst. Wirklich!
da stimme ich dir allerdings zu.
Anscheinend ist es
für jeden Romanautor das beste, erstmal Literaturwissenschaft
zu studieren, wie es ja auch manche erfolgreiche Autoren tun.
das ist unsinn. und zwar in doppelter hinsicht:
1.) die wenigsten leser, die einen mit heutigen maßstäben als erfolgreich gewerteten (also gut verkaufen) roman lesen, haben das rüstzeug, um das überhaupt zu beurteilen, sprich: sie wollen lesen, was ihnen spannend erscheint, ihre alltagsprobleme thematisiert oder in anderer weise ihren interessen entspricht. (by the way: „roman“ das war einst die literatur für die einfachen leute in der stadt, im sinne von „gebrauchsanleitungen für das leben“ - im gegensatz zu poetischen gattungen, die ausschließlich der erbauung dienten.)
2.) die wenigsten guten autoren würde man nach heutigen maßstäben als erfolgreich bezeichnen. es sind nämlich nicht die, die am meisten kasse machen. dafür haben aber gute autoren die chance auf ein gutes stück unsterblichkeit.
Wenn der Autor, so wie ich, aber keine Zeit dazu hat,
bücher schreiben und keine zeit zu haben ist ein widerspruch in sich.
und :bisher noch keinen Roman geschrieben hat, sondern vielleicht
nur Sachbücher, so wie ich,
auch sachbücher sollten gut zu lesen sein. das geht aber nicht, wenn man sich nicht mit dem leser und seinen erwartungen beschäftigt.
sollte er dann überhaupt
versuchen, einen Roman zu schreiben, oder hat man ohne
Literaturwissenschaft studiert zu haben, keine Chance?
nochmal: die wenigsten autoren haben literaturwissenschaft studiert. allerdings öffnet diese wissenschaft dem interessierten schreiberling eine neue dimension, das stimmt schon. aber er darf eben nicht erwarten, dass das 1:1 vom leser honoriert wird (vielleicht noch nicht mal vom verleger, der ja marktorientiert die manuskripte auswählen muss, um sein unternehmen erfolgreich zu führen).
was aber auf keinen fall schadet, ist, wenn sich ein angehender autor etwas mit dem handwerk und der theorie des schreiben befasst und weiß, wie er die worte einzusetzen hat, um sympathie, empathie, spannung, ruhe oder thrill beim leser zu erzeugen.
es reicht NICHT, ein manuskript einfach nur geschrieben zu haben. das ist bestenfalls der rohstoff für einen roman, vergleichbar dem holz für eine truhe oder farbe und leinwand für ein bild - auch hier ist das material für das fertige werk nur ein kriterium. ob das bild ein kunstwerk (oder wenigstens „schön“) wird, entscheiden andere faktoren.
schöne grüße
ann