Autorenhonorar

Hallo Wissende,

mit wieviel Prozent des Netto-Verkaufspreises wird wohl ein Autor eines Sachbuches (Taschenbuch) bei Erstauflage und Erstlingswerk beteiligt? Ich habe im Netz Angaben zwischen 5 und 10 Prozent gefunden, weiß jemand Genaueres? Gibt es außer den Freiexemplaren noch andere „Vergünstigungen“ oder Extraleistungen, die dabei eine Rolle spielen?

Vielen Dank!
Susan

hallo susan,

die angaben, die du gefunden hast (zwischen 5 und 10%) sind korrekt. für alles weitere kommt auf den verlag, das thema, die ausführung und das verhandlungsgeschickt des autors an.
desgleichen gilt für die anzahl der freiexemplare und andere vergünstigungen (z.b. autorenrabatt bei nachkauf der eigenen bücher)

viele grüße
ann

book-on-demand?
Hallo,

das ist kein Tipp, weil ich damit keine Erfahrung habe, eher ist es eine Zusatzfrage:

bei book-on-demand-„Verlagen“ ließe sich der prozentuale Anteil des Autors am Verkaufspreis recht frei festsetzen, jedenfalls weit über 5-10%.

Frage nun: ist bod so jenseits von gut und böse, dass ein so erschienenes Sachbuch schlicht nicht ernst genommen wird, oder könnte es u.U. eine Alternative sein?

Viele Grüße
Franz

hallo franz,

Frage nun: ist bod so jenseits von gut und böse, dass ein so
erschienenes Sachbuch schlicht nicht ernst genommen wird, oder
könnte es u.U. eine Alternative sein?

das kann man nicht vergleichen. BoD funktioniert nicht wie ein richtiger verlag, der autoren aufbaut und betreut, rechte kauft, seine bücher bewirbt und einen vertrieb hat, sondern BoD _ver_kauft eine dienstleistung. nämlich den druck eines buches zwischen zwei (relativ) feste pappen.

das kann in manch einem fall vielleicht sinnvoll sein (z.b. bei wissenschaftlichen veröffentlichungen mit geringen und/oder stark schwankender auflage), besonders wenn man den vorteil, beliebige anzahlen von exemplaren jederzeit abrufen zu können, braucht. die preisgestaltung ist dem auftraggeber auch weitestgehend selbst überlassen. meines wissens gibt es da nur empfehlungen in form von rechenbeispielen.
aber weder entwickelt man bei BoD mit dem autor zusammen ein manuskript, noch gibt es ein lektorat (es sei denn als extra zu bezahlende, meist externe leistung), noch gibt es irgendeine zum thema passende covergestaltung, werbung geschweige denn vertrieb. dem auftraggeber bleibt es also selbst überlassen, wie er sein buch bekannt macht und letztlich an den leser bringt.

wenn man das weiß und in kauf nimmt, ist BoD den üblichen druckkostenzuschußverlagen (die eigentlich auch nix anderes tun, als diese dienstleistung zu verkaufen - nur wesentlich unflexibler, ungleich teurer und meist als selbstloser dienst an der literatur und dem vermeintlich vielversprechenden autor verbrämt) bei weitem vorzuziehen.

schöne grüße
ann

Hi Ann,

danke für die Info bisher!

das kann man nicht vergleichen. BoD funktioniert nicht wie ein
richtiger verlag

ok

aber weder entwickelt man bei BoD mit dem autor zusammen ein
manuskript, noch gibt es ein lektorat (es sei denn als extra
zu bezahlende, meist externe leistung), noch gibt es
irgendeine zum thema passende covergestaltung, werbung
geschweige denn vertrieb. dem auftraggeber bleibt es also
selbst überlassen, wie er sein buch bekannt macht und
letztlich an den leser bringt.

Das Buch, in diesem Fall ein Sachbuch, wird ja nun über BoD im Buchhandelskatalog aufgelistet, und kann damit wohl bei allen größeren Online-Versandhäusern wie Amazon, etc. gefunden werden, wenn man zum Thema des Sachbuchs recherchiert.

Meine Frage nun:
Werden solche Sachbücher denn ernst genommen (ich meine jetzt nicht unbedingt in Wissenschaftskreisen, denn dort läuft sowieso alles über Reputation, sondern im Kreis der durchschnittlich am Sachthema Interessierten), oder ist „BoD“, wegen des Fehlens eines Lektorats, etc. ein weitgehend sicheres K.o.-Kriterium für ein Buch?

Und wie halten es große Bibliotheken mit BoD-Titeln?

Anders gefragt: Gilt BoD noch immer als Not-Veröffentlichungsmethode für Bücher geringer Qualität, für die sich kein Verlag interessiert hat, oder ist es einigermaßen akzeptiert als Alternative zum traditionellen Verlagswesen für die sich ein Autor schlicht der Gestaltungsfreiheit wegen (oder weshalb auch immer) entschlossen hat?

Nochmal anders: wenn ich ein Buch beispielsweise über den Welpenschluckauf von Dobermännern publizieren möchte (auf den Kreis der Interessierten, nicht auf ein Fachpublikum ausgerichtet); bringt mir da der traditionelle Verlag mit seinem Marketingprogramm eigentlich so viel mehr als die Hoffnung, dass es der Interessiert schon finden wird, wenn man gegenrechnet, dass ich pro verkauftem Buch via BoD deutlich besser verdiene?

Sorry, die Fragen sind bestimmt reichlich konfus, aber sie interessieren mich halt :wink:

Viele Grüße
Franz

hi franz,

ich kann nur für den belletristischen bereich sprechen, kann mir aber vorstellen, daß BoD im allgemeinen auch der seriosität von sach- und fachbüchern nicht unbedingt zuträglich ist. aber es gibt es sicher ausnahmen, bei denen eine veröffentlichung darüber sinnvoll sein mag. (von den wissenschaftlichen veröffentlichungen will ich jetzt mal gar nicht reden.)

Das Buch, in diesem Fall ein Sachbuch, wird ja nun über BoD im
Buchhandelskatalog aufgelistet, und kann damit wohl bei allen
größeren Online-Versandhäusern wie Amazon, etc. gefunden
werden, wenn man zum Thema des Sachbuchs recherchiert.

ja, gut. aber vertrieb ist das noch lange nicht.

Meine Frage nun:
Werden solche Sachbücher denn ernst genommen […]

siehe oben.

oder ist „BoD“,
wegen des Fehlens eines Lektorats, etc. ein weitgehend
sicheres K.o.-Kriterium für ein Buch?

ich denke, ja.

Und wie halten es große Bibliotheken mit BoD-Titeln?

da mag @geli öhrlein was zu sagen.

Anders gefragt: Gilt BoD noch immer als
Not-Veröffentlichungsmethode für Bücher geringer Qualität, für
die sich kein Verlag interessiert hat,

in der regel: ja.

oder ist es
einigermaßen akzeptiert als Alternative zum traditionellen
Verlagswesen für die sich ein Autor schlicht der
Gestaltungsfreiheit wegen (oder weshalb auch immer)
entschlossen hat?

nein.

Nochmal anders: wenn ich ein Buch beispielsweise über den
Welpenschluckauf von Dobermännern publizieren möchte (auf den
Kreis der Interessierten, nicht auf ein Fachpublikum
ausgerichtet); bringt mir da der traditionelle Verlag mit
seinem Marketingprogramm eigentlich so viel mehr als die
Hoffnung, dass es der Interessiert schon finden wird, wenn man
gegenrechnet, dass ich pro verkauftem Buch via BoD deutlich
besser verdiene?

laß mich bei deinem beispiel bleiben:
wenn konventionelle verlage mit all ihren instrumenten (ich nenne nur immer wieder werbung und vertrieb) deinem welpenschluckaufbuch marktchancen einräumen würden, dann brauchtest du ja gar nicht erst den weg über BoD zu gehen. wenn nicht, kannst du eigentlich davon ausgehen, daß du ausschließlich zu deinem eigenen vergnügen veröffentlichst und keinesfalls für interessierte leser/käufer.

Sorry, die Fragen sind bestimmt reichlich konfus, aber sie
interessieren mich halt :wink:

nö, ist doch ok :smile:

schöne grüße
ann

.

Danke! * owt
owt