Angenommen, jemand hat einen Auffahrunfall, beide Personen sind alleine im Fahrzeug, keine Polizei, keine Zeugen. Beide tauschen ihre Telefonnummern. Der der hinten aufgefahren ist,nennen wir ihn A behauptet vor der Versicherung des Anderen,nennen wir ihn B, B wäre A rückwärts draufgefahren. B behauptet das Umgekehrte. Irgendwann bekommt B Post von seiner Versicherung, die jetzt von 100 auf 200 % den Beitrag erhöht hat. 2Monate später bekommt B wieder einen Brief der Versicherung, dass diese gegenüber A alle Ansprüche ablehnt. Auf telefonische Nachfrage von B, wann denn nun sein Beitrag wieder runtergestuft werden würde, und wohin, denn eigentlich wäre der Anfang des Jahres auf 80 % gegangen, bekommt er zu hören, dass die Erhöhung prophylaktisch bestehen bleibt, weil es ja noch sein könnte, dass A ja theoretisch noch klagen könnte und dann Ansprüche auf die Versicherung zukommen könnten. Wie lange diese Prophylaxe anhalten solle, läge im Ermessen der Versicherung.
Wäre das alles rechtmässig, und wie sollte B sich verhalten, wenn er den erhöhten Beitrag jetzt schon für ein halbes Jahr gezahlt hätte?
Derjenige, der sicher ist, dass er im Recht ist, sollte bei seiner Versicherung die Begutachtung der Fahrzeuge durch einen Gutachter veranlassen (das Gericht macht im Falle einer Klage nichts anderes, es dauert nur ewig). Sollte dies nicht möglich sein, z.B. weil Fahrzeug verkauft oder repariert, dann bleibt dem „Ehrlichen“ nur die Erfahrung, das nächste Mal die Polizei oder zumindest Zeugen hinzuzuziehen.