'avanio' Gebührenbetrug - lohnt der Anwalt?

Hallo allerseits,

sicher kennt der eine oder andere bereits das Problem mit „avanio Internetzugängen“ - über den Web.de Smartsurfer, den ich vor längerem zur Einwahl ins Internet benutzt habe, hat sich die extrem unseriöse Firma 01075-Telekom berufen gefühlt, mir heimlich still und leise eine „Mitgliedschaft“ anzuhängen.

Ohne dass ich jemals irgendeinen Vertrag geschlossen oder eine Vereinbarung akzeptiert hätte, berechnet der Verein mir monatlich rund 5 EUR - seit 12 Monaten.

Ich weiß, ich bin ganz schön dämlich dass ich das erst jetzt merke - ist aber leider so. Nun habe ich bei avanio angerufen; sie werden mir zukünftig angeblich nichts mehr berechnen. (Sie nennen das „Kündigung“ - ich nicht, weil ich nie einen Vertrag eingegangen bin!)

Die Frage ist nun: die 60 EUR hätte ich natürlich gerne zurück, nicht nur wegen des Geldes sondern auch aus Prinzip. avanio stellt da auf stur - klar, so machen die ja ihr Geld. Habe schon mit Anwalt gedroht, half nichts.

Ist es sinnvoll, tatsächlich einen Anwalt einzuschalten? Ich würde an sich gerne und bin auch rechtschutzversichert, aber hab auch keine Lust auf ewiges Geziehe. Wenn es aber mit einem anwältlichen Brief oÄ erledigt wäre, würde ich es machen, einfach weil ich gar nicht einsehe, dass ich Betrügern Geld in den Rachen schmeißen soll.

Hat jemand Erfahrungen?

Vielen Dank für eure Hilfe!

Kurz und Knapp:
Geh ins Rechts-Forum, beachte die strengen Regeln und stelle eine verallgemeinerte Fallschilderung ein.

Hallo,

Erfahrung zwar keine aber man fand jenes dazu;
http://www.honma.de/blog/?p=18

http://www.netzeitung.de/wirtschaft/ratgeber/365833…

möglicherweise hilft es weiter.

Gruß

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Kurz und Knapp:
Geh ins Rechts-Forum, beachte die strengen Regeln und stelle
eine verallgemeinerte Fallschilderung ein.

Ach, und noch was:
Grundsätzlich kann ein Vertrag durch viele Arten zustande kommen.
Schriftlich, mündlich und auch durch konkludentes Verhalten.

Die Meinung, ein Vertrag käme grundsätzlich nur schriftlich zu Stande, ist falsch.

Hi,

du hättest nach der ersten Abbuchung alle Möglichkeiten gehabt.
Tja. Da du stillschweigend die weiteren Abbuchungen erlaubt hast, ist ein Vertrag zustande gekommen.
(Auch durch Schweigen kann man einen Vertrag bestätigen - nicvht üblich aber möglich)

Ich schätze mal, dass deine Rechtsschutzversicherung die Kosten nicht übernehmen wird. Kosten-/Nutzen-Verhältnis ist zu gering für Prozess.

Auf diese Tour reiten ja die meisten den Abzocker.

Mir stellt sich jetzt die Frage: Wie sind die an die Kontodaten gekommen ?
Wenn du sie nicht selbst gegeben hast, liegt ein Gesetzesverstoß vor. DANN könnte man mit einer entsprechenden Anzeige denen das Leben schwerer machen als mit einem Zivilprozess.

Frag mal einen Anwalt, was da machbar ist.

Gruß
BJ

Hi Carsten,

Geh ins Rechts-Forum, beachte die strengen Regeln und stelle
eine verallgemeinerte Fallschilderung ein.

Danke - werd ich mal versuchen…

Ach, und noch was:
Grundsätzlich kann ein Vertrag durch viele Arten zustande
kommen.
Schriftlich, mündlich und auch durch konkludentes Verhalten.

Die Meinung, ein Vertrag käme grundsätzlich nur schriftlich zu
Stande, ist falsch.

Das ist mir klar - nur dass es wie in diesem Fall auch durch so offensichtlich betrügerische Absicht heimlich passieren kann, finde ich sehr sonderbar. Laut einem Artikel auf Teltarif.de, den ich zwischenzeitlich gefunden habe, hat es auch bereits ein Urteil gegen avanio gegeben, in dem sie die unrechtmäßig erhobenen Gebühren zurückzahlen mussten.

Aber klar - sie machen ihr Geld dadurch, dass sie weiterhin darauf bauen, dass der Großteil der Betrogenen wegen so geringen Beträgen nicht vor Gericht geht.

Hi BJ,

du hättest nach der ersten Abbuchung alle Möglichkeiten
gehabt.

tja, wenn ich es denn bemerkt hätte - ich hatte es zuvor gar nicht gesagt, aber der Betrag wurde von der Telekom eingezogen, unter Dienstleistungen von Drittanbietern. Da mir damals per Web.de smartsurfer tatsächlich von allen möglichen Drittanbietern kleine Internetzugangs-Summen rechtmäßig berechnet wurden, ist es mir eben nicht aufgefallen. Aber es stimmt, das war nachlässig von mir, und ich ärgere mich auch schon die ganze Zeit…

In Sachen Vertrag, ja oder nein: Pumuckl hat mich auf diesen Artikel aufmerksam gemacht, der die Sachlage gut schildert:
http://www.netzeitung.de/wirtschaft/ratgeber/365833…

Zitat: „Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Düsseldorf reicht aber eine einfache Einwahl als Bestätigung nicht aus, um automatisch Mitglied in einem Club zu werden. Bei Internet-by -Call könne keine Vertragsbindung verlangt werden.“

Ein gültiger Vertrag ist da in meinem Fall also nicht zustande gekommen. Hinter der ganzen Masche liegt eindeutig - obwohl Avanio das natürlich abstreitet - eine betrügerische Absicht.

Meine Adressdaten usw haben die avanio-Leute (nach Aussage vom avanio Callcenter) auch über die Telekom. Toll, dass die Telekom so schön mit Betrügern kooperiert.

Ich muss sagen, dass ich bei der ganzen Sache auch wenig Verständnis für die Telekom aufbringe - die Mitarbeiter bei der Telekom-Hotline seufzen alle schon ganz müde, wenn avanio nur erwähnt wird, und meinen, sie hören den ganzen Tag nur Beschwerden über unrechtmäßige Forderungen dieses Vereins. Da frage ich mich allerdings, warum die Telekom sich nicht einfach weigert, in Zukunft diese unrechtmäßigen Forderungen einzutreiben…?

Ich schätze mal, dass deine Rechtsschutzversicherung die
Kosten nicht übernehmen wird. Kosten-/Nutzen-Verhältnis ist zu
gering für Prozess.

Das denke ich leider auch.

Danke für deine Tipps!

Hallo pumuckl,

danke für die Links! Besonders der von der Netzeitung hilft mir wirklich weiter - so eine klare Darstellung der Sachlage hatten meine eigenen Google-Künste noch nicht hervorgebracht. :smile:

Danke!

Hallo,

du hättest nach der ersten Abbuchung alle Möglichkeiten
gehabt.
Tja. Da du stillschweigend die weiteren Abbuchungen erlaubt
hast, ist ein Vertrag zustande gekommen.

falsch.

Ich schätze mal, dass deine Rechtsschutzversicherung die
Kosten nicht übernehmen wird. Kosten-/Nutzen-Verhältnis ist zu
gering für Prozess.

Auch falsch.

Mir stellt sich jetzt die Frage: Wie sind die an die
Kontodaten gekommen ?
Wenn du sie nicht selbst gegeben hast, liegt ein
Gesetzesverstoß vor.

Welcher denn?

Überaus neugierig,

Christian

Hi Sylphe,

gut, dass ich nochmal gelesen habe… länger nicht drin gewesen.

Ist natürlich eine völlig andere Sachlage…

Verbraucherschutzverbände empfehlen nicht immer optimal… aber in diesem Fall:
OK

Abbuchung zurück gehen lassen und sofort den unstrittigen Betrag überweisen. Telekom informieren. Damit hat sich der Fall für dich.

Wenn die was von dir wollen, müssen sie sich direkt an dich wenden.
… und wenn sie vor Gericht wollen… lass dich nicht abschrecken.
Wenn ein Mahnbescheid kommt, nimm ihn mal zur nächsten Verbraucherschutzzentrale mit und lass dich näher informieren.
In bestimmten Fällen werden auch eigene Rechtsanwälte für den Verbraucher tätig um Grundsatzurteile zu erwirken.

Gruß
BJ

Hallo Sylphe,

schade, dass ich deinen Artikel jetzt erst finde, aber vielleicht hilft dir weiter, dass es noch andere Betroffene gibt.

Auch mir wurden eineinhalb Jahre lang monatlich um die 5 Euro belastet. Solange wir noch über den Smartsurfer online gingen, konnten wir ja die einzelnen Posten nur schwer kontrollieren. Heraus kam alles, als wir DSL bekamen, avanio aber weiter berechnete.

Nun sagt ja avanio auf seiner Homepage, das mit der Einwahl über eine bestimmte Nummer ein Vertrag zustande kommt, damit eine indivituelle Emailadresse eingerichtet wird, über die, und nur über die die Abrechnung erfolgt.
Hier habe ich angesetzt: ich habe diesen Leuten ihre Angaben kopiert, sie gefragt, wo diese Emailadresse wäre, warum ich nie eine Rechnung bekommen hätte, dem Vertrag nie zugestimmt hätte… alles so was eben.
Außerdem war meine Tochter damals noch keine 18, es könnte nur sein, dass sie mal zu viel „OK“ gedrückt hat… schließe ich aber eigentlich aus…
Am Ende hat mir avanio etwas mehr als die Hälfte des strittigen Betrags erstattet und wenn ich damals nicht beruflich total eingespannt gewesen wäre, hätte ich zumindest einen Anwalt mal einen Brief schreiben lassen.

In einem ähnlichen Fall bezüglich eines Klingelton Anbieters fürs Handy habe ich im letzten Jahr jedenfalls mein Geld komplett zurück bekommen. (dies mit anwaltlicher Hilfe)

Die Rechtsschutzversicherung hat gezahlt und selbst der Anwalt hat damals gesagt: Wenn niemand wegen, wenn auch kleiner Beträge, etwas gegen solche Leute macht, geht das immer so weiter. Er hätte mir gesagt, wenn ich keine Aussicht auf Erfolg gehabt hätte, dann dann hätte auch die Rechtsschutzversichrung nicht gezahlt.

Also ab zum Anwalt und viel Erfolg!
Uta