AZ 'Kontaktfreudigkeit'= immer geschwätzig?

Hallo ihr da draussen!

Um so öfter ich folgendes Arbeitszeugnis lese um so schwerer fällt es mir es, zu deuten… wer kann helfen?
(…insbesondere Initiative, Kontaktfreudigkeit)

Mr. xxx arbeitete 13 Monate in dem Unternehmen

Zeugnis

Mr. xxx, geboren am xxx, war in der Zeit vom xxx bis xxx in unserem Unternehmen als Sachbearbeiter in der Abteilung Transport und Buchung tätig.

Mr. xxx war mit der Ausführung aller Arbeiten betraut, die Gegenstand unseres täglichen Geschäftes sind.
Zu den Aufgaben von Mr. xxx gehörten:

  • Angebotserstellung und- Abgabe,
  • Kundenbetreuung,
  • Vor und Nachlauforganisation,
    -Email und Telefonkorrespondenz in englischer Sprache mit den Reedereien, Agenten und Kunden im europäischen Ausland,
  • Dokumentation,
  • Container Disposition und Rechnungsprüfung

Mr. xxx arbeitete sich überall schnell und gewissenhaft in die ihm übertragenden Aufgaben ein, erledigte selbstständig und zum Teil eigenverantwortlich zu unserer vollsten Zufriedenheit. Er zeichnete sich durch Initiative und Kontaktfreudigkeit aus und arbeitete stets umsichtig und immer korrekt.

Bei seinen Vorgesetzten und Kollegen war er aufgrund seines freundlichen und hilfsbereiten Wesen allgemein beliebt.
Sein Verhalten gegenüber Kunden war stets einwandfrei.

Mr. xxx verlässt uns auf eigenen Wunsch zum xxx Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.

Datum
Unterschrift

Warum diese negative Einstellung?
In Bezug auf deine Frage lässt sich das Zeugnis auch ohne Probleme so lesesn, dass Mr. xxx keine angst hatte, auf die internationale Kundschaft zuzugehen und ihr neben den geschäftlichen Details das Gefühl zu vermitteln, als Person wahrgenommen zu werden.
Die Initiative würde ich dahingehend bewerten, dass Mr. xxx Geschäftskontakte selbständig aufgebaut hat und Prozessoptimierungen anregte.
Grüße,
JPL

Analphabet???
Sorry, JPL, aber das Zeugnis ist 'ne böse Falle! Da ist eventuelle Geschwätzigkeit das geringste Problem… Mr. X war stets korrekt??? *eyesroll*

Grüße
Renee

Hi Renee,
keiner lässt sich gerne als Analphabet bezeichnen, also würde ich dich bitten, dich gemäß der Regeln auszudrücken.
Was mich aber viel mehr interssiert: Worauf stützt du deine Ablehnung von Mr. X?
JPL

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Hallo JPL,

ähm - du kennst dich mit allgemein üblichen Termini von Arbeitszeugnissen aus???

Aber wenn ein Vorgesetzter in einem Zeugnis tatsächlich schreibt, dass Mr. X weitgehend „selb stst ändig“ arbeitet, zeichnet er sich vor allem selbst wenn auch nicht als Analphabet aber denn doch als Rechtschreibmuffel aus.

Gruß
Demenzia

hi,

zu dem anderen will ich mal nix sagen. aber

(…) Er zeichnete sich durch Initiative und
Kontaktfreudigkeit aus (…)

schrieben wir immer den kollegen ins zeugnis, die alles ge***** haben, was bei 3 nicht auf den bäumen war. wie will man das sonst ausdrücken, ohne gerichtlich belangt zu werden?

schöne grüße
ann

Hallo Demenzia,

„selb stst ändig“ […] doch
als Rechtschreibmuffel aus.

mein Schwiegervater hat meinen Jungs zu Weihnachten einen aktuellen Duden geschenkt, in dem genau diese Schreibweise als Dudenempehlung genannt wird.

Gandalf

…tja, der Rechtschreibmuffel bin wohl ich. Bisher habe ich nur negative ‚Übersetzungen‘ gefunden was die Kontaktfreudigkeit betrifft…von 'geschwätzig bis hin zu ‚belästigend‘. Bin ich da auf dem falschen Pfad?..und, ‚er zeichnete sich durch Initiative aus‘…in was?..im Kaffeekochen?

Gruss
der rote Pirat

Hi Demenzia,

ähm - du kennst dich mit allgemein üblichen Termini von
Arbeitszeugnissen aus???

wenn du mich so fragst: Ich bin nicht vom Fach, du etwa?

Denn über den Terminus „korrekt“ gibt es aber verschiedene Ansichten, die von „nicht ganz so perfekt“ (aber immerhin noch gut) bis hin zu „möglicherweweise zu weich in Verhandlungen gehen“, was man noch nicht als böse Falle beizeichnen kann.

Aber wenn ein Vorgesetzter in einem Zeugnis tatsächlich
schreibt, dass Mr. X weitgehend
„selb stst ändig“ arbeitet, zeichnet er sich
vor allem selbst wenn auch nicht als Analphabet aber denn doch
als Rechtschreibmuffel aus.

Hier hast du natürlich recht, aber davon mal abgesehen würde mich auch bei dir interessieren, warum du dem Zeugnis eine schlechte Note erteilen würdest.

Im einzelnen:

Eigeninitiative / Leistungsbereitschaft: „… arbeitete sich überall schnell und gewissenhaft in die ihm übertragenden Aufgaben ein …“ Note 2

Arbeitserfolg: " … erledigte selbstständig und zum Teil eigenverantwortlich … " Note 3

Arbeitsweise: „… zu unserer vollsten Zufriedenheit.“ Note 2

Eigeninitiative / Leistungsbereitschaft: „Er zeichnete sich durch Initiative …“ Note 3

„… und Kontaktfreudigkeit aus …“ Hinweis auf: auch mal länger quatschen, anstatt zu arbeiten.

Arbeitserfolg: „… und arbeitete stets umsichtig und immer korrekt.“ Note 3-4

Sozialverhalten: „Bei seinen Vorgesetzten und Kollegen war er aufgrund seines freundlichen und hilfsbereiten Wesen allgemein beliebt.“ Note 1, auch wenn ein Hinweis fehlt, dass der Umgang mit den Vorgesetzten einwandfrei war.

Kundenumgang: „Sein Verhalten gegenüber Kunden war stets einwandfrei.“ Note 1

Vorgesetzte, Kollegen, Kunden, ist die übliche Reihenfolge, auch kein Splitting der Aussagen in Form zwischen Vorgesetzten und Kollegen ist nicht gegeben. Kündigungsgrund, Ausstieg ebenfalls normal.

Ein Gesamturteil ergibt sich aber nur aus dem ganzen Text (meine Meinung): Kein Überflieger, vielleicht eine latente Quatsche, aber ganz okay in der Arbeit.

Grüße,
JPL

Hi Demenzia,

dass Mr. X weitgehend
„selb stst ändig“ arbeitet, zeichnet er sich
vor allem selbst wenn auch nicht als Analphabet aber denn doch
als Rechtschreibmuffel aus.

So weit ich weiß, wird das seit der Rechtschreibreform geduldet. Müsste man mal im Deutschbrett fragen…

Gruß,

Anja

Hallo Gandalf,

mein Schwiegervater hat meinen Jungs zu Weihnachten einen
aktuellen Duden geschenkt, in dem genau diese Schreibweise als
Dudenempehlung genannt wird.

ist ja gruselig…

man ist also ständig selbst…
das werde ich sicherlich nicht übernehmen, wie so vieles, was die Rechtschreibreform empfiehlt.

Gruß und Dank für die Aufklärung
Demenzia

Hallo JPL,

wenn du mich so fragst: Ich bin nicht vom Fach, du etwa?

naja, ich hab schon einiges gesehen und durchaus auch die dazu gehörigen „Klartexte“ gelesen.

Denn über den Terminus „korrekt“ gibt es aber verschiedene
Ansichten, die von „nicht ganz so perfekt“ (aber immerhin noch
gut) bis hin zu „möglicherweweise zu weich in Verhandlungen
gehen“, was man noch nicht als böse Falle beizeichnen kann.

Von dem „korrekt“ sprach ich nicht, wobei ich diesen Ausdruck nicht besonders adäquat für ein qualifiziertes Arbeitszeugnis empfinde.

Hier hast du natürlich recht,

neee - hatte ich nicht.

aber davon mal abgesehen würde
mich auch bei dir interessieren, warum du dem Zeugnis eine
schlechte Note erteilen würdest.

Ich habe mich überhaupt nicht zu einer Note oder Bewertung geäußert. Es gibt aber eben Termini in der Zeugnissprache, die für künftige potentielle Chefs - und natürlich auch für Arbeitnehmer, die sich damit auseinandersetzen - klar Hinweise darstellen auf das Verhalten des AN.

Immer wieder gibt es z.B. auch den Streit um den grammatikalisch nicht vorhandenen Superlativ von „voll“ - also zur vollSten Zufriedenheit. Da hab ich mich schon mit Vorgesetzten rumgestritten, noch und nöcher.

Zu einem Einser-Zeugnist gehört aber - bis zu meinem vorletzten Zeugnis - eben nun auch die vollSte Zufriedenheit des AG. Vielleicht ist das inzwischen allerdings auch überholt.

Gruß
Demenzia

Herrlich hier
Hi!

Nur mal kurz:

Die XXX für die genauen Daten von wann bis wann man beschäftigt war interessieren mich.

Es ist herrlich, dass hier Leute mit ach so tollen Notenübersetzungen kommen, die ohne diese Daten völlig unbrauchbar sind (Auch MIT den Daten sind sie das).

LG
Guido

KlugscheißA
Hallo,

also bevor man hier auf „dicke Hose“ und „KlugscheißA“ macht, sollte man sich vorher informieren.

Die Schreibweise Selbstständigkeit ist seit 1996 zugelassen und ebenfalls weit verbreitet, stellt jedoch lediglich eine Alternativschreibweise dar und entspricht nicht den Gesetzestexten. Quelle: Wikipedia.

Gruß

S.J.

Aber wenn ein Vorgesetzter in einem Zeugnis tatsächlich
schreibt, dass Mr. X weitgehend
„selb stst ändig“ arbeitet, zeichnet er sich
vor allem selbst wenn auch nicht als Analphabet aber denn doch
als Rechtschreibmuffel aus.

Lachhaft !!
Hallo JPL,

ziemlich daneben getroffen.

Gruss,
TR

Warum diese negative Einstellung?
In Bezug auf deine Frage lässt sich das Zeugnis auch ohne
Probleme so lesesn, dass Mr. xxx keine angst hatte, auf die
internationale Kundschaft zuzugehen und ihr neben den
geschäftlichen Details das Gefühl zu vermitteln, als Person
wahrgenommen zu werden.

Mag sein. Mit folgendem Schönheitsfehler :
Zitat :…
Mr. xxx arbeitete sich überall schnell und gewissenhaft in die ihm übertragenden Aufgaben ein, erledigte selbstständig und zum Teil eigenverantwortlich zu unserer vollsten Zufriedenheit. Er zeichnete sich durch Initiative und Kontaktfreudigkeit aus und arbeitete stets umsichtig und immer korrekt.
Zitat Ende

Er erledigte selbst. (Schreibweise unerheblich) u. z. T. eigenv. zu unserer vollsten Zufriedenheit Punkt!
Erledigte WAS DENN ? Hier ist die Botschaft !
Derartig abgebrochene Sätze kommen bei professionellen Unternehmen nur absichtlich vor.
Für mich ist das ein Lowperformer, hat schnell seinen Job und das Umfeld kapiert und macht dann Dienst nach Vorschrift. Wenn er doch gelegentlich zusätzliche Arbeiten übernimmt, dann wird garantiert lang und breit darauf hingewiesen, das es eigentlich nicht sein Bereich ist usw. Als Erster morgens dasein, um ungestört frühstücken zu können.
Das ist „umsichtig und korrekt“.
„Kontaktfreudig“ würde ich nicht als Womanizer verstehen sondern wirklich als Labersack und „Initiative“ hat er wahrscheinlich bei der Kaffeekasse oder beim Fußballwetten gezeigt.

Nur Alltagsarbeiten, aber selbst diese nur teilweise eigenverantwortlich, ein echter Pfeifenkopf.
Sein Weggang wird noch nichtmal einfach „bedauert“, das reicht eigentlich schon, um dem Herrn seine Unterlagen zurückzusenden.

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