habe ein kleines Problem.
Ich habe dieses Jahr meine Ausbildung zum Immobilienkaufmann erfolgreich bestanden. Mir wurde vom jetzigen Arbeitgeber ein befristeter Vertrag für 7 Monate zu Azubi-Konditionen angeboten. Ich arbeite 35 Stunden die Woche und verdiene sage und schreibe 633 Eur.
Das ganze mache ich nun seit 3 Monaten mit und merke dass ich damit psyschisch absolut nicht klar komme. Ich habe den vertrag tatsächlich nur zugestimmt, weil mir versprochen wurde, dass ich auf mein betriebliches Zeugnis eine 1 bekommen werde…
Im Vertrag wurde keine Ausstiegsklausel vereinbart.
Ich bin momentan einfach total überfordert, die Chefin bombadiert mich mit Aufgaben, arbeite nicht auf Provisionsbasis bin also die billigste Arbeitskraft…
Wie kann ich aus diesem vertrag aussteigen???
Wäre echt für jede Hilfe dankbar…
Sorry,da kann ich leider nicht weiterhelfen.
Viele Grüße
Hallo,
ich bin leider kein Arbeitsrechtsexperte, aber dazu
fällt einem eigentlich nichts mehr ein! Eigentlich, denn mir fällt so einiges dazu ein.
Warum grade 7 Monate? Kann es sein, daß der Betrieb in
irgend einer Form Geld bekommen hat, wenn er ausbildet?
Und es deswegen weiter gehen muß, daß man dieses Geld nicht zurückzahlen muß.
Das mit dem Versprechen im betrieblichen Zeugnis eine
eins zu bekommen, ist ja schon wie ich meine Erpressung.
Der Vertrag als solches aus meiner Sicht sitten-widrig. Dies würde ich durchs Arbeitgericht klären lassen.
Kostet nichts und geht soweit ich weiß ohne Anwalt.
Ein Gehalt von 633€ (womöglich noch brutto)denke ich ist unterhalb des Existenzminimums. Das unser Staat solche Arbeitgeber ja auch noch subventioniert, würde ich diebezüglich auch bei der ARGE wegen Aufstockung
vorsprechen.
Was die Kündigungsfrist angeht, wenn es keinen schriftlichen Vertrag gibt, ist eine Kündigung zum
1.oder 15.des Monats möglich (14tägige)soweit ich
weiß vom Gesetz her vorgesehen.
Ich würde allerdings nicht einfach kündigen, denn wer Menschen so gnadenlos ausbeutet, sollte in seine Schranken verwiesen werden.
Tut mir leid, daß ich nicht 100%ig weiterhelfen konnte.
Viele Grüße
Karin
Hey,
vielen Dank für deine recht ausführliche Antwort.
Der Vertrag wurde tatsächlich schriftlich abgeschlossen.
Eine ordentliche Kündigung ist somit von beiden Seiten aus ausgeschlossen.
Mit der Chefin reden ist sinnlos, da Sie an den Vertrag definitiv festhalten will.
Ich schaffe dass aber einfach nicht mehr, ich habe von allen Angestellten die meisten Besichtigungen, den meisten Arbeitsaufwand und kriege 1/4 des Gehaltes.
Ich werde Gnadenlos ausgenutzt sodass mir der Beruf, den ich anfänglich echt toll fand, keinen spass mehr macht.
Bin am überlegen ne fristlose Kündigung zu provozieren, weiß nur net ob ich mir so meine berufliche Zukunft ruiniere.
Mein Abschlusszeugnis habe ich bereits und dasss das Arbeitslosengeld für 3 Monate entfällt wäre mir schnuppe, da ich definitiv direkt wieder Arbeiten möchte…
Wie würde ich aus dieser Sitauation am besten raus kommen?
vielen Dank im voraus
Denis
Hallo Denis,
Hallo Denis,
kann schon verstehen, daß es einem vor jedem Tag den
man arbeiten muß graust, aber dennoch solltest Du nichts
unüberlegtes tun. Wenn Du die Kündiung provzierst, könnte es Dir u.U. schon mal nachteile bringen.
Also dieses Gehalt oder wie immer man sowas nennen will, ist denke ich auf jeden Fall sittenwidrig.
Außerdem verstößt es meines Erachtens gegen das Gleich-
handlungsprinzip, wenn alle anderen zig mal soviel ver-
dienen.
Ich würde an Deiner Stelle auf jeden Fall beim Arbeits-
gericht dagegen vor gehen, daß kostet Dich wie gesagt nicht und Du brauchst da auch keinen Anwalt.
Wegen solchen Ausbeutern (anders kann man es nicht sagen, würde ich auf keinen Fall eine 3 monatige Sperr-
zeit beim Arbeitslosengeld hinnehmen.
Hab mal ein wenig gegoogelt und Dir ein paar Links
rauskopiert. U.a. habe ich da gelesen, daß die
Befristung begründet sein muß. Wie hat man die den
bei Deinem Vertrag begründet (abgesehen von der Sache
mit dem Zeugnis, was ja sowieso nicht geht?)Warum
gerade 7 Monate? Ich hab echt das Gefühl, daß die
dafür irgendwelche Gelder abgegriffen haben.
Das Du es unter diesen Umständen nicht schaffst,
dort noch so lange dort hinzugehen, glaube ich
wird jeder verstehen. Sicher auch Dein Arzt, wenn
Du mit ihm darüber redest.
Auf jeden Fall, bevor ich eine fristlose Kündi-
gung provozieren, oder 3 Monate Sperrzeit in Kauf
nehmen würde, würde ich das Geld eher noch in
ein Gespräch mit einem Anwalt investieren. Auskünfte
von einem Anwalt gibt es ja auch online, für verhältnis-
mäßig wenig Geld.
Ich an Deiner Stelle würde allerdings zum Arbeitsgericht
gehen und den Vertrag wegen Sittenwidrichkeit anfechten
lassen. Wenn der Vertrag auf Grund dessen für nichtig
erklärt wird, bist Du auch raus und das ohne das Du die
Zeche zahlst.
Wünsch Dir einen schönen Sonntag. Wäre schön, wenn Du
mich auf dem Laufenden halten würdest.
Viele Grüße
Karin
http://arbeits-abc.de/arbeitsvertrag-wie-sie-richtig…