Hallihallo,
kann mir wohl Jemand sagen,was Babtisten sind?
Vielen Dank im voraus…
Lieben Gruss
Christina
Hallihallo,
kann mir wohl Jemand sagen,was Babtisten sind?
Vielen Dank im voraus…
Lieben Gruss
Christina
Hallo Christina,
Baptisten sind freikirchliche Protestanten, die die Kindstaufe ablehnen. Ganz grob verinfachend gesagt 
Aus dieser Seite zitiert:
Diese Glaubensgemeinschaft gibt es seit dem 17. Jahrhundert.
Sie entstand unter englischen Religionsflüchtlingen in Holland, die sich dem Staatskirchentum verweigerten und Gemeinden von Gläubigen bilden wollten. Ihren Namen „Baptisten“ (Täufer)
erhielten sie von ihren Gegnern, weil sie die Kindertaufe als unbiblisch ablehnten und die Gläubigentaufe
praktizierten. Die erste deutsche Baptistengemeinde wurde 1834 von dem Kaufmann Johann Gerhard Oncken in Hamburg gegründet.
Beste Grüße,
Barbara
Hallo Christina!
E-Mail folgt mt 3 Seiten.
Gruß Werner
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hallo, Barbara,
das mit der Taufe hört sich ja ganz vernünftig an!
Die Kindstaufe ist doch eigentlich eione Vergewaltigung des Kindes.
Es kann noch gar nicht logisch denken und wird schon in eine Gemeinschaft gezwungen… aus der er dann später evtl. austritt.
Ich weiß noch gut: als ich meine Konfirmation hinter mir hatte, hat mich die Kirche nicht mehr gesehen (nur zu meiner Hochzeit: der Frau und den Schwiegereltern zuliebe).
Hier passt auch sehr gut die zwangsweise Abgabe von Kirchengeldern (Steuer), die einmalig auf der Welt ist. Die Kirchen anderer Länder müssen was tun, um zu ihrem Geld (Unterhalt) zu kommen. Bei uns wird es ihnen nachgeworfen. Zum Glück gehört es heute schon fast zum gutem Ton, aus der jeweiligen Kirche auszutreten. Deswegen fangen die etablierten Kirchen langsam an, zu denken.
Grüße
Raimund
Hallo Raimund,
das wir zweimal an einem Tag gleicher Meinung sind, wird mir jetzt fast unheimlich
))
Ich bin für die Taufe/Konfirmation eines Erwachsenen und ich persönlich habe kein Problem damit, wenn dann weniger Leute Kirchensteuer zahlen, weil sie nicht durch Konventionen sich dazu verpflichtet fühlen. Ich hätte als Pfarrerin auch keine große Lust, Kinder zu konfirmieren, nur weil deren Eltern das wollen und weil es ja soviele Geschenke gibt.
Eine alte Freundin von mir ist Baptistin und ich war sowohl bei ihrer Taufe als auch bei einigen Bekenntnissen zum Glauben, so eine Art „öffentlicher Taufwunsch“- ich weiß nicht, wie das bei den Baptisten offiziell heißt- dabei und das hat mich sehr beeindruckt. Sehr authentische und ehrliche und würdevolle Glaubensbekenntnisse bekam ich da zu hören, wenig vorgefertigtes, vieles holprig formuliert, aber echt.
Hier passt auch sehr gut die zwangsweise Abgabe von
Kirchengeldern (Steuer), die einmalig auf der Welt ist. Die
Kirchen anderer Länder müssen was tun, um zu ihrem Geld
(Unterhalt) zu kommen. Bei uns wird es ihnen nachgeworfen.
Die Geschichte mit der Kirchensteuer sehe ich diffenrenzierter. das wird auch in der evangelischen Kirche stark diskutiert.
Meistens zahlen Baptisten übrigends ganz schön viel- wenn auch freiwillig- an ihre Kirche.
Mein Fazit: Es gibt vieles schönes bei den Baptisten, viel Heimat und Familie für die Seele (ich meine das absolut nicht ironisch!). Aber auch Ausgrenzungsmechanismen und Lebenskonzepte, die nicht meine sind. Deshalb bleib ich in meinem guten alten Verein der badischen Landeskirche
),
beste Grüße,
Barbara
Hallo
In Ergänzung noch ein paar Details, die Aussenstehende etwas verwirren können.
Baptisten gehören der evangelisch-freikirchlichen Gemeinschaft an und sehen die Erwachsenentaufe als Voraussetzung zur Mitgliedschaft in ihrer Kirche an. Da diese freiwillig erfolgt, sammeln sich dort in der Regel keine Karteileichen, d.h. der Glaube wird ehrlich und überzeugt gelebt. Christen aus anderen Religionstraditionen, die nicht Erwachsenen-getauft sind, werden herzlich willkommen geheissen und können auch aktiv am Gemeindeleben teilnehmen (wie bei mir), können aber normalerweise keine Mitglieder sein.
Dagegen gibt es auch die freikirchlich-evangelische Gemeinschaft (sog. Freikirchen), die auch die Erwachsenentaufe bevorzugt, diese aber nicht als Voraussetzung für Mitgliedschaft setzt. Die christliche Ausprägung ist aber ähnlich wie bei den Baptisten.
Beide Gemeinschaften leben ausschliesslich von Spenden der Mitglieder und sind in den einzelnen Gemeinden sehr viel unabhängiger als die Staatskirchen. Dadurch kann es von Gemeinde zu Gemeinde zu durchaus erheblichen Unterschieden kommen.
Viele Grüße
Thomas
Hallo,
also, wenn Du die Taufe als eine „Vergewaltigung des Kindes“ bezeichnest - mit Verlaub, Du tickst wohl nicht ganz richtig !!
Auch wenn ich Dir unterstelle, daß Du mit dem Begriff „nur“ meinst, man täte dem Kind etwas an, wogegen es sich im Moment nicht wehren kann, dann tust Du das Gleich mit jedem Baby-Gläschen wo Fleisch drin ist, vielleicht wille es ja mal Vegetarier werden. Also Raimund das geht mir, auch als Kirchenkritiker, zu weit. Aber ich habe zur Taufe auch eine Meinung:
Die Kirche verbindet mit der Taufe andere Dinge, als ein Kind in eine Gemeinschaft „zu zwingen“. Es wird rituell in die Gemeinde aufgenommen und erfährt sein erstes Sakrament. Das soll ein Privileg, ein Zugewinn sein, keine Last oder gar ein Opfer. Das es zur Kindstaufe kam, war nicht unbedingt ein Zwang der Kirche; es hatte viel mehr den praktischen Hintergrund, daß bei der hohen Kinder-Sterberate vergangener Jahrhunderte der Mensch dann wenigstens getauft war.
Ich habe mein Kind auch taufen lassen, aus einer praktischen Überlegung heraus, die ich selbst miterlebt habe: es ist leichter, in der Gemeinde der Christen aufgenommen zu sein und sich später abzuwenden, als später einzutreten. Das meine ich nicht technisch, sondern hinsichtlich der Lebensumstände, mit denen man als Mitglied einer Kirchengemeinde Kontakt bekommt. Man hat einfach mehr Konatkt zu Kirchenleuten, zu Jugendgruppen, man macht Kinderfreizeiten, und ich kann nur von mir selbst sagen, ich glaube, es hat nicht geschadet. Schließlich habe ich, wie ich meine, eine gruppendynamische Grundeinstellung, Pazifismus und kritisches, politisches Denken gelernt. Und das beobachte ich durchaus eher an Leuten, die in Ihrer Jugend in Kirchengemeinden aktiv und auch verantwortlich gearbeitet haben, als an Leuten, die eher nur ne Clique hatten.
Ich selbst bin aber mittlerweile (im Erwachsenenalter)ausgetreten und habe eine sehr kritische Meinung zur Amts-Kirche. Ich war lange genug aktiv, um diese Meinung auch jederzeit zu untermauern. Ich würde mich aber auch durchaus als Atheisten bezeichnen, im Sinne von Ablehnung des Glaubens an die Existens Gottes.
Trotzdem werde ich meinem kleinen Sohn jeden Zugang zum Glauben und zur Kirche ermöglichen und eher noch motivieren. Kontroverse Diskussionen wird es wie von selbst geben, und der Kleine wird sein Verbleiben oder sein Abwenden vom Glauben und der Kirche wissender und mit mehr Backround als die meisten Anderen entscheiden.
Gruß, Stephan