Hallo,
vielleicht kann ich aus ärztlicher Sicht noch ein paar Dinge ergänzen, die vielleicht Stichpunkt zum Nachlesen liefern.
Relevanter als das Alter des Kindes ist unter anderem die Schwangerschaftswoche, in der euer Baby geboren wurde.
Wenn ihr Euer Baby beobachtet, werdet ihr bemerken, dass es nicht nur Atempausen sind, die Euer Baby macht, sondern dass es sehr periodisch atmet… dass heisst nach einer Atempause kompensiert es, in dem es sehr schnell atmet… dann kontinuierlich langsamer atmet und dann diesen kurzen „Atemaussetzer“ hat. Dies ist ein unreifes Atemmuster, dass sehr viele Babys zeigen - je jünger, je häufiger.
Dies ist unproblematisch, da die Babys in dieser Zeit zumeist keine relevanten Sauerstoffsättigungsabfälle machen, die für das Herz zum Problem werden.
Wenn ihr unsicher seid, dann bittet die Hebamme dies zu beurteilen oder sucht eine Mütter- und Väterberatung oder euren Kinderarzt auf. All diese Fachleute können euch am „lebenden Beispiel“ nochmals zeigen, was genau gemeint ist. Sie werden Euch beruhigen können.
Betreffend SIDS-Prophylaxe habt ihr sehr wahrscheinlich alle wichtigen Informationen erhalten. Empfohlen wird im wesentlichen die Rückenlage zum Schlafen im eigenen Bettchen, die eher kühle Umgebungstemperatur von 18 - 20°C, der Verzicht auf Plüschtier, Kissen, Decke, Mobile usw. im Bettchen als auch Passivrauchexposition zu vermeiden. In Infektphasen - nach ärztlicher Beurteilung - solltet ihr für offene Atemwege sorgen, das heisst die Nase regelmässig spülen und so vom Sekret befreien. Mit diesen wenigen Massnahmen könnt ihr selbst wesentlich das Risiko des plöztlichen Kindstodes reduzieren. Ein 0%-Risko gibt es in der Medizin leider nicht, so sehr wir uns alle dies wünschen würden.
Für diese „Ueberwachungsunterlagen“ besteht keine Indikation. Häufig schüren sie eher Aengste und Verunsicherung durch ihre Anfälligkeit. Andererseits vermitteln sie eine falsche Sicherheit. Ihr als Eltern - und das beweist ihr mit Eurer Frage - habt den besten Blick für euer Kind. Vertraut Eurem Gefühl. Wenn ihr beunruhigt seid, kontaktiert einen Fachmann. Er kann mit ein bisschen Distanz euer Kind beurteilen und euch vermutlich in den allermeisten Fällen beruhigen und euch für die Zukunft wichtige Hilfsmittel (Worauf muss ich achten? Was kann ich selbst zu Hause versuchen? Was sind ganz objektive Dinge auf die man achten kann?) an die Hand geben.
Eure Aengste sind auch Zeichen eurer Liebe … etwas wunderschönes.
Liebe Grüsse und ein erlebnisreiches, strahlendes neues Jahr.
(B)Engel