Baby weint wenn ich weggehe, Abschied nehmen?

Hallo,

Ich habe eine Frage bezüglich meiner kleinen 9-monatigen Tochter. Seit ein paar Wochen hat sie angefangen zu weinen, wenn ich das Haus verlasse. Manchmal reicht es sogar schon, wenn ich nur das Zimmer verlasse. Bis anhin war sie diesbezüglich sehr unkompliziert. Sie geht in die Kita und wird regelmässig von meinem Mann (=Papa) betreut und das hat bis jetzt auch super geklappt.
Ich habe gelesen, dass das das typische Alter fürs Fremdeln ist. Allerdings weint sie nur, wenn ich weggehe. Nicht bei meinem Mann!

Bis jetzt habe ich es so gehalten, dass ich mich von ihr verabschiede, wenn ich das Haus verlasse. Mein Mann jedoch hätte es jetzt lieber, dass ich das nicht mehr tue, weil er sie anschliessend wieder beruhigen muss. Ich finde das jedoch irgendwie unfair der Kleinen gegenüber.

Was meint ihr dazu?

Liebe Grüsse,
coco

Ich finde das jedoch irgendwie unfair der Kleinen gegenüber.

Wieso unfair?
Die Kleine kriegt nicht mit, dass sich Mama verabschiedet, sondern merkt, dass die Mama irgendeinen Brimborium um irgendwas macht, also irgendwas nicht normal sein kann-also wird gebrüllt.

Hi,

ich würde nicht wortlos gehen im Gegenteil. Ich würde gehen und sagen, Mama geht jetzt…… ich komme dann und dann wieder.

Das Kinder die Mutter als Bezugsperson höher schätzen wie den Vater ist normal. Wenn ich gehe bekomme ich ein kurzes „Tschüß“ und für die Kinder ist die Welt damit in Ordnung. Es ist normal das ich zur Arbeit gehe (und damit auch wenn es verschiedene andere Termine sind) aber bei der Mutter, puh….

Wichtig ist, dass das Kind lernt, Mama (und natürlich auch Papa) kommt wieder. In sofern bietet es sich an, in dieser Phase mit kleinen Abständen anzufangen. Mama geht mal eben einkaufen, Mama geht mal eben….

Das der Vater in der ersten Zeit viel und manchmal auch wenig erfolgreich trösten muss gehört dazu. Kinder müssen lernen, dass die Eltern gehen und wiederkommen und genauso wie man sich freut wenn man sich wiedersieht ist es auch normal traurig zu sein wenn jemand geht.

Dieser „Lernprozess“ kann sich übrigens ein paar Jahre hinziehen und selbst Kinder mit 5 Jahren können noch weinen wenn Mama mal abends auf eine Feier oder sonst was geht und „nur“ Papa da ist.

Viele Grüße
Me

Hallo,

natürlich ist sie mitten in der Fremdelphase. Und es ist auch normal, dass sie weint wenn du das Zimmer verlässt. Sie kann ja keine Entfernung abschätzen oder Zeit verstehen. Sie merkt bloß, dass du weg gehst. Laß sie einfach. Laß die Türen auf und halte über Sprache Kontakt zur ihr. Nimm sie immer wieder mal hoch, aber mach deine Sachen.
Das ist einfach ein Lernprozess.

Und das sei mehr an der Mama hängt wie an dem Papa ist auch normal. Stillst du? Wer betreut die Kleine hauptsächlich? Natürlich ist der Papa auch eine ganz wichtige Bezugesperson, aber von ihm ist sie es gewohnt , dass dieser am Morgen zur Arbeit geht und Abends wieder kommt.

Ich würde mich auch weiterhin von ihr verabschieden, wenn du gehst. Wenn du es nicht tut, wird ihr irgendwann auffallen, dass du nicht da bist und dann bekommt sie richtig Panik. So verabschiedest du dich und sie weiß, die Mama ist jetzt weg. Das dauert ein bisschen, aber dann merkst sie, dass du auch wieder kommst.

So wird es in allen Kitas zur Eingewöhnung gehandhabt und so ist es auch richtig!
Sag ihr, du gehst jetz und dass du wieder kommst. Und dann geh aber auch. Kein rumgetue oder gezerre, sonder einfach gehen. Und dein Mann soll sie auf den Arm nehmen, kann sein das sie sich wehrst oder strampelt und mit ihr zum spielen anfangen. Sie wird sicher noch kurz weinen, aber das hörst gleich auf. Be meinem Kleinen hat es ca. 1-2 Wochen gedauert, dann war es gar kein Problem mehr, ihn bei der Tagesmutter zu lassen.
Einfach rausschleich ist aber wirklich nicht gut, weil sie wie gesagt einen richtigen Schock bekommen wenn sie merken die Mama ist einfach weg.

Gruß

Hi,

theoretisch schließe ich mich MeToo an, praktisch jedoch hat sich bei uns die Variante „Mama-schleicht-heimlich-weg“ viel-viel-viel besser bewährt - und wir haben die ordentliche Verabschiedung wirklich monatelang versucht. Und ja, unter Beachtung aller klugen Hinweise, die es zu dem Thema gibt.

Jetzt, mit 21 Monaten, schleiche ich mich einfach raus, wenn meiner Tochter nach einiger Zeit auffällt, dass ich nicht da bin, fragt sie Pap/ Oma: „Mama?“. Sie bekommt dann die Antwort, wo ich bin, was ich mache und wann ich wiederkomme und spielt zufrieden weiter.

Wenn ich Abschied nehme (egal ob mit großem Brimborium oder mit einfachem Tschüß haben wir bis heute noch nicht einmal erlebt, dass sie nicht heult.

Irgendwann habe ich die Theorie dann beiseite gelegt und mich der Praxis gebeugt…

Viel Erfolg und alles Gute

Ramona

Hallo,

mangels Zeit ganz kurz:

Stichwort URVERTRAUEN

Entscheidend und prägend sind besonders die ersten drei Lebensjahre und ganz besonders das erste davon.

Das Urvertrauen sollte nie enttäuscht werden. Ein 9 Monate altes Kind versteht schon sehr viel. Deshalb plädiere ich für IMMER verabschieden vom Baby mit den entsprechenden Worten.

Gruß,
Christiane

Hallo Ramona,

ich hänge mich da bestätigend an und darf noch hinzufügen, dass mitnichten das Urvertrauen meines Nachwuchses durch diese Methode gestört wurde.

Irgendwann mal später, als dann auch etwas Gefühl für Zeit da war, haben wir das dann wieder mit Tschüss gemacht, dann war es auch OK.

LG Petra, die damals mit ihrer besten Freundin pseudoempirische Langzeitstudien zu dem Thema gemacht hat und zu dem Schluss gekommen ist, dass der Kausalzusammenhang umgekehrt ist: Das Urvertrauen wird durch das Verabschiedungsbrimborium gestört, nicht durch das Weggehen…

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hallo coco,

Mein Mann jedoch

hätte es jetzt lieber, dass ich das nicht mehr tue, weil er
sie anschliessend wieder beruhigen muss. Ich finde das jedoch
irgendwie unfair der Kleinen gegenüber.

darf ich mal fragen ob ihr das so schon mal probiert habt oder warum is dein mann so sicher, das es für IHN besser sei, wenn du dich davon schleichst? ich finde mit fairnes der kleinen gegenüber hat das wenig zu tun. es macht dem vater wohl eher etwas mehr mühe sich um die tochter zu kümmern. nimm ihn ruig in die pflicht. er schafft das schon.
happy baby

seute

Hallo,

natürlich ist sie mitten in der Fremdelphase. Und es ist auch
normal, dass sie weint wenn du das Zimmer verlässt. Sie kann
ja keine Entfernung abschätzen oder Zeit verstehen. Sie merkt
bloß, dass du weg gehst. Laß sie einfach. Laß die Türen auf
und halte über Sprache Kontakt zur ihr. Nimm sie immer wieder
mal hoch, aber mach deine Sachen.

Ja, so halte ich es bis jetzt. Allerdings fällt es mir schwer, sie weinen zu hören. Ich halte es meist nicht lange aus und nehme sie wieder. Ich muss da aber hinzufügen, dass sie allgemein gesehen ein extrem liebes und unkompliziertes Kind ist.

Und das sei mehr an der Mama hängt wie an dem Papa ist auch
normal. Stillst du?

Ja, ich stille noch (2-3x pro Tag)

Wer betreut die Kleine hauptsächlich?

Die Kleine geht zu 70% in die Kita, die restliche Zeit teilen mein Mann und ich etwa zu gleichen Teilen auf.

Natürlich ist der Papa auch eine ganz wichtige Bezugesperson,
aber von ihm ist sie es gewohnt , dass dieser am Morgen zur
Arbeit geht und Abends wieder kommt.

Nein, ich bin es die normalerweise am Morgen zur Arbeit geht und Früh-Abends wiederkomme.

Ich würde mich auch weiterhin von ihr verabschieden, wenn du
gehst. Wenn du es nicht tut, wird ihr irgendwann auffallen,
dass du nicht da bist und dann bekommt sie richtig Panik. So
verabschiedest du dich und sie weiß, die Mama ist jetzt weg.
Das dauert ein bisschen, aber dann merkst sie, dass du auch
wieder kommst.

Ja, ich denke auch, dass das die bessere Lösung ist. Bis jetzt hat es immer gut geklappt (bei meinem Mann, in der Kita, auch bei der Grossmutter). Sie war aber krank, vielleicht braucht sie jetzt einfach einen neuen Anlauf.

Danke und liebe Grüsse,
coco

Hallo,

ich finde deine Antwort sehr gut. Ich hatte mein Kind früh in der Krippe und die Erzieher winkten mir, dass ich schnell rausgehen sollte. Das machte ich dann lieber nicht und verabschiedete mich. Es war dann oft katastrophal. Jetzt beim 2. Kind, mache ich es anders.

Allerdings fand ich auch ok., dass er geweint hat. Dass er seinen Frust so raus lies und es sich nicht reinfraß. Ach, ich weiß auch nicht.

LG

Unbedingt!
Hallo!

Unbedingt würde ich Abschied nehmen. Kurz, ohne schlechtes Gewissen, mit reeller Ansage, was das Zurückkommen betrifft.

Stell Dir vor, Du schleichst Dich weg, das Kind verliert ja jede Sicherheit und es besteht meiner Meinung nach die Gefahr, dass es wirklich jedes mal, wenn Du den Raum verlässt, Angst hat, Du gehst weg.

Da müssen alle durch: Die Mama, die trotzdem weggehen muss, das Kind, dass erstmal mit der Trennung fertig werden muss und auch der Papa, der das Kind trösten und ablenken muss.

Grüße
kernig