Baby wird 'misshandelt' , was soll ich tun ?

hallöchen alle zusammen !
Ich habe eine ehemalige Nachbarin, die zur gleichen Zeit wie ich schwanger war und im November ein Mädchen entbunden hat.
Nun folgendes Problem: Sie ist 19 Jahre alt, raucht, schmeisst Pillen, Pilze, kifft etc… In deren Wohnung, wo sie mit ihrem Freund lebt, treffen sich täglich 5-8 Jugendliche und machen den ganzen Nachmittag und Abend „Party“. Das Kind liegt dazwischen und bekommt den ganzen Kifferqualm ab.
Nun habe ich auch wöchentlich Kontakt zu dieser Person und sie erzählt mir immer alles:
Sie haut ihrer Tochter auf die Finger, sie gibt ihr Bier zu trinken (so 1-2 Schluck, mehr nicht…), sie gibt ihr Chips zu essen; vom Mittagsteller, egal ob scharf oder nicht bekommt das Kind auch…, die Kleine bekommt die Flasche indem ihr ein Kissen auf den Brustkorb gelegt wird und ihr einfach die Flasche in den Hals gesteckt wird (Flasche lehnt an Kissen) und dann wird das Kind sich selbst überlassen (habe ich schon selbst gesehen…)
So, das war nur ein Teil von den Vorkommnissen. Das Jugendamt wurde schon informiert und befand die Wohnung und den Zustand des Kindes als OK !
Da ich nun auch keine Beweise habe, frage ich mich , was ich unternehmen kann um diesen armen Kind zu helfen !
Bitte gebt mir ein paar Tipps ! ! !
Liebe Grüße
Sanny

Bleib dran!
Hallo, Sanny!

Klasse, daß du dich engagierst und nicht die Augen verschließt nach dem Motto: „Geht mich nix an.“ Die Mühlen mahlen langsam, auch (und manchmal gerade) im Jugendamt. Wenn du dich nicht persönlich kümmern kannst (oder möchtest), z.B. indem du ihr anbietest, die Kleine stundenweise zu betreuen oder ihr sonstwie unter die Arme zu greifen, solltest du auf jeden Fall immer wieder Sachbearbeitern & Co. auf die Füße steigen. In einem ähnlichen Fall habe ich die Erfahrung gemacht, daß das Jugendamt seinen ersten Besuch ankündigte und den betroffenen Eltern auch sagte, daß eine Anzeige aus dem Haus vorlag. Klar, an dem Tag war alles in bester Ordnung… (Andererseits muß man halt auch sehen, daß es wahrscheinlich auch Fälle gibt, wo solche Anzeigen vollkommen ungerechtfertigt aus was für Gründen auch immer erfolgen.) Geh zum Jugendamt und sprich mit den zuständigen Leuten noch einmal. Wende dich in deiner oder der nächstgrößeren Stadt an den Kinderschutzbund und frage dort um Unterstützung nach. Die Mutter ist sehr jung und vielleicht von der Situation mit Kleinkind überfordert. Wenn sie Unterstützung bekäme durch Jugendamt, Kinderschutzbund o.ä. würde sie sich vielleicht besser in ihrem Leben zurechtfinden. Es geht ja gar nicht in erster Linie darum, ihr das Kind wegzunehmen, sondern ihr zu ermöglichen, ein zufriedenes Leben mit und für ihr Kind zu führen. Es gibt jede Menge Hilfe in solchen Situationen: Man muß sie nur a) kennen und b) annehmen können. Ansprechpartner könnten auch sein: Diakonie, Caritas, Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen der Städte. Du findest die meisten Adressen unter diesen Stichworten in den Gelben Seiten oder bekommst sie über Sozial- und Jugendämter.

Ich wünsche dir das nötige Durchhaltevermögen -
Sams

Hi!

Wende dich an eine Erziehungsberatungsstelle oder an den Kinderschutzbund!

Siân

Hallo

Meine Frau und Ich hatten einmal ein ähnliches Problem,nur nicht so heftig.Ist schon ein paar Jahre her.Die Dame vom Jugendamt hat da nicht viel gemacht,im
Gegenteil.Wir waren die bösen Nachbarn.
Bis wir eines Nachts die Polizei holen mußten,weil die beiden (1 & 2 Jahre )
schon über eine Stunde geschriehen haben und niemand bei den Kindern war.Die Mutter war auf Disco - Tour. Danach kam die Sache ins laufen.
Vielleicht solltest Du also ruhig den Schritt gehen.Wenn beim Nachbarn wieder eine Kifferparty steigt ,die Polizei zu holen.

Gruß Nino

Ach so,die Dame vom Jugendamt wurde wohl in einen anderen Aufgabenbereich versetzt,denn Sie war nicht mehr zu sehen.

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Hilfesuche bei folgenden Adressen
Hallo Sanny,

hier habe ich eine List mit Links (Nike sei Dank), die dir hoffentlich weiterhelfen können. Vielleicht magst du die Seiten einmal durchlesen, und findest auch Adressen für kompetente Gesprächspartner und Ratgeber. Ich würde mich an deiner Stelle nicht scheuen, eine Mail mit Bitte um Hilfe an die eine oder andere Institution schicken.
http://www.kidcarenet.de/berat.htm
http://www.sonnenfee.de/start2.htm
http://www.kinderschutz-zentren.org/
http://www.dksb.de/
(der Kinderschutzbund)

Ich schließe mich Sams an: super, dass du dir um das Baby Gedanken machst. Vielleicht braucht auch nicht nur das Baby Hilfe. Du kannst also mit deinem Engagement nichts verkehrt machen.

mit lieben und aufmunternden Grüßen
grilla

Hallo,

da muss ich euch auch erzählen, was vor einigen Monaten in unserer Stadt passierte:

Alleinerziehende Mutter, Alkoholikerin, drei Kinder, 13, 6 und 4 Jahre.

Nach mehreren Hinweisen der Nachbarschaft, dass die Kinder misshandelt und vernachlässigt werden und das Jugendamt wohl dauernd nach angekündigten Besuchen nichts Auffälliges vorfand und das Alkoholproblem der Mutter nicht sehen wollte, geschah nichts.

So lange nicht, bis die Mutter vor einigen Monaten mit einem Messer auf ihren 13jährigen Sohn einstach und erst nach 1/2 Stunde bereit war, einen Arzt zu holen. Mit demselben Messer, mit dem sie vor einigen Jahren schon mal versucht hat, eine Erwachsene in ihrer Wohnung zu erstechen.

Das Junge starb zwei Tage später in der Klinik.

  • Und nun das für mich Empörendste: Noch in der Gerichtsverhandlung vor wenigen Tagen fühlte sich das Jugendamt bzw. die zuständigen Mitarbeiter im Recht.

Gruß
Gisela

Frage?
Hi!

Hast du etwas unternommen Sanny?

*besorgt/nachdenklich*

Liebe Grüße
Siân

Hallöchen !
Gestern hab ich versucht zu antworten, ging aber leider nicht :frowning:
Erstmal ein dickes Dankeschön für alle Antworten und Tipps !
Habe einen Internet-Notruf gestartet und warte auf Antwort.
Wenn meine Kleine Tochter gleich eingeschlafen ist, werde ich den Kinderschutzbund in unserer Region anrufen und in Erfahrung bringen, was ich alles unternehmen kann.
Sobald sich was neues ergibt, werde ich das hier ins Forum schreiben !
Vielen lieben Dank nochmal für Eure Hilfe !
Bis bald
Eure Sanny

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Hallöle,

tja, jugendämter und ihr nicht einschreiten (können)
das problem ist wirklich das jugendämter oft nicht viel machen können, da werden kinder wieder nach hause geschickt wo sie vom vater/bruder/onkel/opa missbraucht werden, da kommen die sozialtanten angemeldet um nichts vorzufinden da wird sich bei blaune flecken mit hingefallenen erklärungen zufrieden gegeben…

das problem ist denke ich mal das diese ämter, wie andere institutionen, zuwenig personal haben und zu wenig motiviert sind.

ich glaube das die wirklich einzige möglichkeit die ist, die polizei zu rufen wenn da wieder ne drogenparty steigt.

ich finde es auch klasse das du dich kümmerst, denn wer wegschaut macht mit!

lieben gruß

sonja

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Sanny Hallo Nino

Hier noch ein paar Anmerkungen von einer Mitarbeiterin im Jugendamt:
Für die von Sanny geschilderte Problematik ist das Jugendamt schon die richtige Adresse.
Andere andere Institutionen müssen sich letztendlich ebenfalls dorthin wenden.

tja, jugendämter und ihr nicht einschreiten (können)
das problem ist wirklich das jugendämter oft nicht viel machen
können, da werden kinder wieder nach hause geschickt wo sie
vom vater/bruder/onkel/opa missbraucht werden, da kommen die
sozialtanten angemeldet um nichts vorzufinden da wird sich bei
blaune flecken mit hingefallenen erklärungen zufrieden
gegeben…

Das Problem besteht darin dass wir aufgrund eines Hausbesuches eine komplexe Situation
zubeurteilen haben. Deshalb fahren wir bei uns im Amt bei akut klingenden Sachen auch immer
sofort unangemeldet und zu zweit hin. Aber wenn sich die Mutter sich dann gut verkauft und es
von anderer Seite wie z.B. Schule, Kindergarten nicht noch Hinweise gibt kann es sehr
schwierig sein die Situation zu beurteilen. Oftmals bekommen wir eben auch Meldungen wo es
sich eher um Familien- oder Nachbarschaftsstreitigkeiten handelt

das problem ist denke ich mal das diese ämter, wie andere
institutionen, zuwenig personal haben und zu wenig motiviert
sind.

Ja wir haben tatsächlich häufig sehr viel zu tun und können nicht den Detektiv spielen.
Nachbarn oder Leute die jeden Tag mit den Eltern zu tun haben kriegen da oftmals mehr mit.
Trotzdem sollte so ein Fall wo es um ein Baby geht natürlich allerhöchste Priorität haben.
Zur Motivation nur soviel: Wer diese oft belastende Arbeit für dieses relativ zum
Hochschulabschluss miese Gehalt tut,der tut dies aus Interesse und/oder Berufung’. Ohne eine
hohe Motivation kann man meiner Meinung nach in diesem Beruf nicht „überleben“. Aber wie
überall gibt es auch dort schwarze Schafe.

Ich möchte Dir folgendes raten:
Informiere das Jugendamt nochmals über den Fall, am besten schriftlich dann kannst Du sicher
sein dass deine Angaben so auch in der Akte landen. Wenn sich nichts ändert und Du immer noch
in Sorge bist rufe ruhig nochmals dort an. Wenn es etwas Akutes ist und dort niemand mehr zur
erreichen ist, ist die Polizei zuständig.

ich glaube das die wirklich einzige möglichkeit die ist, die
polizei zu rufen wenn da wieder ne drogenparty steigt.

Das würde ich Dir auch raten. Dann hat das Jugendamt auch etwas in der Hand.

Nur zur Info: Oftmals passiert vom Jugendamt schon einiges ohne dass das Umfeld davon
Kenntnis hat (Datenschutz) z.B. sind schon mehrere Hausbesuche erfolgt aber eine Hilfe zur
Erziehung wird abgelehnt und für den Gang zum Gericht reicht es dann doch nicht aus (da gibt
es sehr hohe gesetzliche Hürden) aber dann heißt es wieder: Das Jugendamt tut ja nichts…

viele Grüße
Antje

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