hallo aus berlin
unser leon 6 mon alt bekommt sein flaeschen mit gefiltertem abgekochtem wasser aus der leitung. nun habe ich mitbekommen das der natriumwert bei bis zu 36 liegt (25-36 um genauer zu sein) statt die oftmals zu lesenden 20 mg - ein grund auf mineralwasser umzusteigen? ich hoffe nicht 
alle anderen werte sind gut bis sehr gut, es aergert mich das ich ueberall nur tabellen finde mit rigiden grenzwerten, mE muss es doch eine grauzone geben in der es sich noch leben laesst - und einen wert ab dem das wasser abzulehnen ist. ich nehm nun nicht an das wasser ueber 20 mg schon automatisch shclecht ist oder?
gruesse
peter leon eleni
Hallo Peter,
unser leon 6 mon alt bekommt sein flaeschen mit gefiltertem
abgekochtem wasser aus der leitung. nun habe ich mitbekommen
das der natriumwert bei bis zu 36 liegt (25-36 um genauer zu
sein) statt die oftmals zu lesenden 20 mg - ein grund auf
mineralwasser umzusteigen? ich hoffe nicht
alle anderen werte sind gut bis sehr gut, es aergert mich das
ich ueberall nur tabellen finde mit rigiden grenzwerten, mE
muss es doch eine grauzone geben in der es sich noch leben
laesst - und einen wert ab dem das wasser abzulehnen ist. ich
nehm nun nicht an das wasser ueber 20 mg schon automatisch
shclecht ist oder?
was möchtest Du denn nun hören?
Erstens ändern sich Grenzwerte je nach Gesetzeslage und Wissensstand. Mach Dir klar, wenn für Seefisch noch die Grenzwerte von 1965 gelten würden, müssten wir alles, was wir aus dem Meer verzehren, heute auf den Sondermüll werfen. Soviel dazu.
Zweitens: die Gesundheit Deines Kindes sollte Vorrang vor allem anderen haben. Wenn Du Bedenken hast, stell Deinen Nachwuchs dem Kinderarzt vor und frage damit einen ausgewiesenen Experten.
Oder machs noch einfacher: kaufe und verwende künftig nur noch Mineralwasser.
Ganz davon wie hast Du denn „mitbekommen“, dass der Natriumwert zu hoch ist? Berliner Stadtwerke gefragt? Wert selbst gemessen?
Lass Dich nicht verrückt machen. Geh den Dingen auf den Grund.
viele Grüße
Angelika
Hi ihr drei,
keine Panik. Mit jeder Prise Kochsalz nehmt ihr mehr Natrium zu euch als in einem Liter Wasser.
Zudem ist Na nicht gefählich, zumindestens nicht in diesen Mengen. Da müßtest Du schon konsequent alle salzhaltigen Lebensmittel rausschmeißen und derer gibt es viele (schau mal wieviel Salz in Brot, Käse … ist)
Zu allerletzt:
In vielen Mineralwässern ist ein Vielfaches an Na drin, bezogen auf Deinen Wert!
Gandalf
Zur Trinkwasserqualität in Deutschland
Hallo aus München,
vorab - ich bin selber Mutter und kann Eure Besorgnis gut verstehen. Außerdem habe ich mich in den letzten zwei Jahren im Rahmen eines beruflichen Projekts intensiv mit der Trinkwasserqualität in Deutschland beschäftigt.
Fakt ist, dass bis auf wenige Ausnahmeregionen (v.a. bestimmte Gebiete in Nordbayern mit intensiver Landwirtschaft und durchlässigen Böden) das Trinkwasser für Säuglinge völlig unbedenklich ist. In vielen Regionen ist das Trinkwasser qualitativ sogar besser als Mineralwasser, wobei als Referenz die Trinkwasserverordnung herangezogen wird. Sie legt einen Natriumgrenzwert von 200 mg/l fest.
Einschränkungen kann es allerdings geben, wenn im Haus alte Blei- oder Kupferleitungen verlegt sind, da Wasser, das bestimmte Verbindungen enthält, das Blei bzw. Kupfer herauslösen kann. Über Eure Hausinstallationen müsstet Ihr Euch, falls Ihr in einem Altbau wohnt, ggf. informieren.
Viel bedenklicher als Natrium sind folgende Stoffe:
Nitrat (Grenzwert 50 mg/l)kann die menschliche Gesundheit, v.a. die von Kleinkindern, durch die Reduktion zu Nitrit gefährden. Es stammt in erster Linie aus von Landwirten ausgebrachten überschüssigen Düngemitteln, aber auch aus natürlichem Eintrag, und ist in praktisch jedem Rohwasser zu finden. Besonders bedenklich sind auch Pestizide und Biozide, was sich in wesentlich niedrigeren Grenzwerten widerspiegelt (0,0005 mg/l). Eine gut gemeinte Desinfektion von Wasser, die Keime abtöten soll, kann ebenfalls ins Negative umschlagen: Möglicherweise entstehen Desinfection By-Products wie Bromat, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Auch Leitungsnetze, die Asbestzement- oder teergetauchte Rohre enthalten, können potenziell Krebs eregende Stoffe abgeben (z.B. Benzo-(a)-Pyren mit einem Grenzwert von 0,00001 mg/l - unvorstellbar wenig).
Was die Grenzwerte betrifft: Trinkwasser, das die TrinkWV erfüllt, ist gundsätzlich unbedenklich, mit Ausnahme des Nitratgehalts, der deutlich niedrige sein sollte. Man ist sich aber nicht einig, ob das jetzt 10 mg/l oder 25 mg/l sein dürfen. Woher dann die Warnungen?
Erstens sehen Babynahrungshersteller („Babywasser“) und Mineralwasserproduzenten natürlich Marktchancen für ihre Produkte. Was aber weniger bekannt ist und für den Verbraucher auch nicht zu erkennen: In Kommissionen, die Vorschläge für Grenzwerte erarbeiten, sitzen auch Wissenschaftler, die selbst an Nachweisverfahren für potenzielle Schadstoffe arbeiten. Wenn diese nun ein neues, genaueres Verfahren entwickelt haben, sind sie außerordentlich interessiert daran, dass niedrigere Grenzwerte propagiert werden, so dass diese Werte nur noch mit ihrem Verfahren nachgewiesen werden können.
In einem anderen Beitrag wurde ja schon darauf hingewiesen, dass die Grenzwerte sich laufend ändern, i.d.R. nach unten. Neue Messverfahren sind ein wichtiger Grund dafür.
Also, macht Euch nicht so viele Sorgen. Genaue Infos über Euer Wasser geben Euch die Berliner Wasserbetriebe, die haben ein so genanntes Wasserqualitätsgutachten, das öffentlich einsehbar ist.
Alles Gute für Euch und Leon
Katharina
Hallo,
Zweitens: die Gesundheit Deines Kindes sollte Vorrang vor
allem anderen haben. Wenn Du Bedenken hast, stell Deinen
Nachwuchs dem Kinderarzt vor und frage damit einen
ausgewiesenen Experten.
Oder machs noch einfacher: kaufe und verwende künftig nur noch
Mineralwasser.
Mineralwasser ist nicht immer besser als Trinkwasser, im Gegenteil. Für Trinkwasser gelten in Deutschland strenge Richtlinien, was drin sein darf und was nicht. Für Mineralwasser gelten auch strenge Richtlinien, es darf nämlich so gut wie nichts dran verändert werden ("enteisend und mit Kohlensüre versetzt ist schon das, was erlaubt ist)! Vielleicht erinnert sich mancher noch an die Diskussion um Radiaktive Stoffe in Mineralwasser. In Wässern aus Gebirgsregionen sind die nunmal enthalten und dürfen nicht aus dem Wasser entfernt werden, sonst dürfte es sich nicht mehr Mineralwasser nennen, und das, obwohl sie radioaktiv und folglich gesundheitsschädlich sind!
Fazit: Mineralwasser ist nicht gesünder als Trinkwasser, nur teurer. Natrium ist sicher weit weniger gefährlich als all das, was in Mineralwässern so enthalten sein darf.
(Ausnahme gelten natürlich, wenn z.B. die Stadtwerke vor akuten Problemen im Trinkwasser warnen)
Viele Grüße
Bianca