Bachelor of Law - Fernuni Hagen

http://www.fernuni-hagen.de/VERWALTUNG/dez21/studien…

Hi und hallo,

ich bin über dieses Studienangebot gestolpert und habe mich gefragt was man denn mit so einem Abschluss eigentlich ist?
Entspricht das einem herkömmlichen Jurastudium?
Vielleicht weiss ja einer der Rechtsgelehrten hier im Forum was dazu.

Viele Grüße
Sue

Entspricht das einem herkömmlichen Jurastudium?

Hi,

nein. Das kann man z.Zt. (leider) nicht mit einem „normalen“ Jurastudium (Rechtswissenschaften universitär) vergleichen. der Bachelor ist vergleichbar mit vielen FH Studiengängen die sich „Wirtschaftsrecht“ nennen. Hier wird man Dipl. Wirtschaftsjurist (FH). Freunde der Ausbildung sagen, es sei ein praxisrelevanter Studiengang für Tätigkeiten in der Wirtschaft. Böse Zungen sagen, der WJ ist nichts ganzes und nichts halbes. Kein Dipl. Kaufmann / Volkswirt und kein Jurist. Insoweit kenne ich 2 Personen die sich mit einem solchen FH Abschluß seit 2 Jahren um Arbeit bemühen…

Der Bachelor wäre nur für die Tätigkeit in der Wirtschaft möglich als sogen. http://de.wikipedia.org/wiki/Syndikus Syndikus-Anwalt. Er darf aber nicht vor Gericht auftreten oder selbstständig arbeiten.

Das Problem (zur Zeit) ist, dass der Bachelor nicht für einen staatlichen Vorbereitungsdienst (Referendariat) geeignet ist. Die Juristenausbildungsgesetze der Bundesländer haben Zugangskriterien (für das 1. Staatsexamen) die auf die Ausbildung an der Uni ausgelegt sind:

  1. Studium an einer Uni (meistens 2-4 Semester)

  2. diverse Scheine die man nur in der Uni machen kann

  3. Schwerpunktbereichsprüfung

  4. Inhalte

  5. und 2. kann man vielleicht im Rahmen von „Anerkennungen“ bekommen, aber der Rest wird schwer. Die Schwerpunktbereichsprüfung an der Uni (während 2 Semester im Hauptstudium) zählt zu 30% in die Note des 1. Staatsexamens.

Es wäre also aktuell zwingend nach dem Bachelor-Abschluss noch 2 Semester an der Uni „nachzulegen“ um eine Schwerpunktbereichsprüfung zu machen.

Dann 4.: die Inhalte an der Uni sind m.E. sehr viel umfangreicher. Das kann, muss man aber nicht überbewerten, weil viele Studenten auch heutzutage 6 Semester „vor sich her“ studieren und dann im Blick auf das 1. Staatsexamen erst richtig anfangen. Hauptberufliche Repititorien wie Alpmann & Schmidt haben sich darauf spezialisiert Studenten fürs Examen fitt zu machen (10-15 Monate).

Also werden nach dem Bachelor entweder nur geringe Berufschancen stehen (da es auch genug Volljuristen gibt, die Ahnung vom Wirtschaftsrecht haben) oder es folgen m.E. 3-4 Semester harte Arbeit und dann das 1. Staatsexamen.

Mfg vom

showbee

P.S. der Master zum Bachelor ist nicht vergleichbar mit dem 1. Staatsexamen oder dem Vorbereitungsdienst, auch sowas liest man immer wieder…

Danke :smile:
hi,

danke für die ausführliche Antwort - irgendwie ist das ja eine rechte Mogelpackung…

Grüße
Sue

danke für die ausführliche Antwort - irgendwie ist das ja eine
rechte Mogelpackung…

Hi,

naja, Mogelpackung würde ich es aus Respekt vor den Absolventen nicht nennen, auch in dem Bachelor steckt ne Menge Arbeit, wie auch in einem FH Studium. Man muss halt vor Beginn des Studiums wissen, was man will. Wenn man eh nicht vor Gericht will und Angestellter bleiben möchte, ggf. noch Prüfungsangst hat, dann wäre das Studium und die Ausbildung zum Volljuristen zwar schön, aber wohl nicht zweckdienlich.

Mfg vom

showbee