Backofen Hygiene

Hallo,
Ist ein leidiges Thema, das Reinigen eines Backofens. Vor allem dann, wenn er mehrmals benutzt wurde und die Rückstände verhärtet sind.
Im Internet gibt es zahllose Empfehlungen, von denen ich einige probiert habe, ohne richtigen Erfolg. (… 30Min warten, dann abwischen etc. : Fehlanzeige :hot_face:)

Deshalb frage ich hier in unserem Forum.
Ich suche ein Mittel/Vorgehen um die eingetrockneten Rückstände in einem relativ neuen (2 Jahre alt) Backofen zu entfernen.

Es wäre schön, wenn jemand ‚vom Fach‘ mir einen Tipp geben könnte. Mit ‚vom Fach‘ meine ich jemanden, der vielleicht in einer Reinigungsfirma bei Umzügen gearbeitet hat und die entsprechenden ‚Profi-Mittel‘ kennt.

Danke und Gruss
Zeder

Moderne Backöfen verfügen über eine sog. Pyrolysereinigungsfunktion. Hierbei werden Rückstände durch starkes Aufheizen „verdampft“. Zuvor müssen ggf. Einbauten wie Halterungen für Backbleche entfernt werden, wenn sie die Hitze nicht vertragen.

Näheres sollte im Handbuch nachzulesen sein!?

Im Supermarkt gibt es jede menge Backofenreiniger. Schaum aus der Dose, Gel aus der Spritzflasche, und so weiter. Im Netz findet man auch immer Tipps, was davon am besten sei. Meiner Erfahrung nach… ist das alles gut für relativ leichte, frische Verschmutzungen, aber wenn es um monate- oder jahrealte Verschmutzungen bei ständiger Nutzung geht, kratzt das alles nur an der Oberfläche.

Mir wurde dann mal Prowin Backofenreiniger empfohlen. Ist ne einfache Flasche, kostet auch 30€, der Vertriebsweg sieht zunächst zweifelhaft aus.
Aber: Ich habe nen echten Härtefall damit eingepinselt und dann mit Frischhaltefolie gegen das austrocknen ausgekleidet.
Der Pinsel mit seinen Naturborsten sah danach recht… gerupft aus. Verständlich, die Zusammensetzung ist ähnlich wie bei Haarentfernungscreme, nur… deutlich aggressiver. Dafür sind die Borsten widerstandfähiger.
Am nächsten Tag ließ sich der ganze Dreck wirklich einfach mit nem nassen Lappen weg wischen.

Die 30€ sind happig. Andererseits bekommt man den Ofen damit 10x sauber, mit den üblichen Schaumdosen geht gefühlt eine Dose pro Grundreinigung drauf.

Ich hätte jedenfalls nicht gedacht, dass das Zeug so eine Wirkung hat.

Man sollte die Warnungen mit Handschuhen und so aber wirklich ernst nehmen, bei dem anderen Zeug hat man das Gefühl, es steht drauf, damit man den Hersteller nicht haftbar machen kann, wenn doch mal was passiert…

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Servus,

wenn Du magst, kannst Du öfter mal Brot backen - Anbacken bei 250 °C führt dazu, dass sich die Rückstände von niedrigeren Temperaturen bald als Kohlebröselchen mit dem Handfeger aus dem Ofen kehren lassen.

Hygieneprobleme gibt es beiläufig auch schon bei den üblichen 160 - 180 °C nicht, egal was da alles im Ofen hängt.

Schöne Grüße

MM

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Definiere mal modern. Pyrolyse gibt es seit den 70ern. Und standard ist das auch nicht. Hab mal spaßeshalber nachgesehen in einschlägigen Onlinequellen.
. Selbstreinigend, es gibt neben Pyrolyse auch noch katalystische Selbstreinigung, ist jeder zweite.

Ich bin da leider kein Experte. Aber ein Blick ins Handbuch hätte doch sicherlich geholfen?

Hallo,

da hat Dir die Konsumgüterindustrie aber einen schönen Floh ins Ohr gesetzt. Hygienisch ist es in dem Ofen auf jeden Fall, weil dort bei den üblichen Temperaturen nichts überlebt, was Mensch oder Tier irgendwie gefährlich werden könnte. Wenn es beim nächsten Gebrauch nach dem riecht, was vorher darin erhitzt wurde, so geht das auch vorbei, weil das irgendwann verbrennt. Was bleibt, sind Asche und angebranntes Zeug: Fett, Zucker, Tomate, Käse usw. Was man halt in einen Ofen schiebt.

Der Garraum, die Bleche und der ganze Rest sind Gebrauchsgüter, die nach Gebrauch aussehen dürfen. Wenn man mag, kann man die Bleche mit einem Glaskeramikschaber reinigen, aber alles andere…das ist doch nur Optik.

Natürlich kann man sich den Mittelchen von Henkel & Co. anvertrauen. Das meiste davon funktioniert auch ganz leidlich, aber dann sind da ja noch die Unterseiten der Bleche, der Rost, die Spritzer an der Seite, die Innen- und Außenseiten der Glasscheiben usw. Das ganze regelmäßig nach Gebrauch wieder in den Originalzustand zu versetzen grenzt schon an eine Sisyphos-Aufgabe. Ich hab’s irgendwann drangegeben. Sauber hat das zu sein, was in Kontakt mit Lebensmitteln und dem menschlichen Körper kommt. Alles andere wird grob sauber gehalten und wie @Aprilfisch schon schrieb: wenn man das Ding gelegentlich mal wirklich aufheizt, wie das für ein gutes Brot oder eine richtige Pizza eh nötig ist, geht das meiste von selbst in Asche und Rauch über.

Gelassenheit wünscht

C.

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Dem Rest beipflichtend da noch zur Ergänzung: ich finde allemal besser, dass da angebrannter Käse riecht, als der ganze Chemiekram, der da in den Backofenreinigern ist. Mag sein, dass das auch Vorurteile sind. Aber davon möchte ich weder Spuren im Essen noch in der Lunge haben.

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Ja, das ging wohl vielen so, so dass die Hersteller seit einiger Zeit auch mit absolut geruchsfreien Produkten werben. Ob die wirklich - auch in der späteren Hitze - geruchsfrei sind, weiß ich nicht, aber doof sind die Produktentwickler bzw. Marketingfritzen ja nicht.

Man könnte vielleicht, damit die Seele Ruhe hat, mit dem guten alten Wiener Kalk (z.B. „Schmitzol“) da drangehen, von dem das Wort „wienern“ kommt.

Calzium-Magnesium-Carbonat aka Dolomit - riecht nur, solange feucht, nach feuchtem Stein (was es ja auch ist…).

Schöne Grüße

MM

Ich bin insoweit „vom Fach“, dass ich meine beiden Backöfen sicherlich deutlich häufiger nutze, als dies in vielen Haushalten der Fall ist. Und da ich u.a. im großen Ofen auch Brot backe, kann ich @Aprilfisch nur beipflichten: Nach dem Brotbacken ist da nur noch loses verkohltes Zeug an den Wänden, das man hin und wieder mal rein mechanisch soweit abnehmen kann, wie dies ohne große Kraftanstrengung möglich ist, und Staub, den man bei Gelegenheit mal wieder raus fegen kann. Und alles andere, was sich in so einem Ofen abspielt ist für die Zubereitung von Lebensmitteln allemal deutlich besser als eine möglichst schwere Chemiebombe für das trügerisch „gute Gefühl“ eines sauberen Ofens.

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  • beiläufig: Falls hier die Hygiene bemüht wird, um ästhetische Bedenken ein bisselchen ernster erscheinen zu lassen - hier ist ein Thread vom Grillsportverein, in dem ein paar Bilder von einem Backofen in Betrieb zu sehen sind, der keinesfalls die Bedingungen eines Hochreinlabors erfüllt, dafür aber richtig schön ist - samt den schönen Sachen, die darin gebacken werden:

Schöne Grüße

MM

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Liebe Forumkameraden,
Nachdem einige sich hier ‚kritisch‘ zum Begriff ‚hygienisch‘ geäussert haben, (@Aprilfrisch), sei
dies präzisiert:

Vergesst den Begriff ‚Hygiene‘!!!

Ich wollte ‚Backofenreinigen‘

nehmen, aber der Titel war schon besetzt.

Deshalb……

Es geht nur um die Reinigung.

@Fips: In der Bed. Anleitung steht nur: ‚… nehmen sie ein Reinigungsmittel…‘

Auch habe ich mir schon überlegt, die Seitenwände mit AluFolie etwas abzudecken…

Ich bleibe offen für Vorschläge!

Danke :pray:

Servus,

wofür sollte das gut sein?

Veranstaltest Du in dem Backofen Verpuffungen von Giftstoffen, die einerseits bei 250 °C stabil bleiben, andererseits aber bereits bei 130 °C verdampfen, so dass sich ihr Kondensat auf z.B. Zwetschgenkuchen niederschlagen kann?

Glück auf!

MM

@Aprilfisch,
Danke ! Wusste ich nicht.
(Habe soeben im ‚Netz‘ nachgeschaut…)
Es gibt aber spezielle Backofen-Folien, die ich beim früheren Ofen verwendet habe.
Boden damit abgedeckt, was zugelassen war. Beim neuen B-Ofen ist das aber verboten.

So das war’s.
Nachdem ich relativ wenige und teilweise etwas zynische Antworten erhalten habe,
schliesse ich dieses Thema.
Wobei das eine Ausnahme und das erste mal geschehen ist.
Bei anderen Themen/Fragen von mir, waren die Antworten fair.

Danke und allen eine gute Zeit :four_leaf_clover:
Zeder