Backzeit Christstollen

Hallo in die Runde,

ich backe seit über 30 Jahren einen Dresdner Christstollen nach dem Rezept meines Großvaters. Die Backzeit beträgt 50 Minuten bei Umluft. Der Backofen wird auf 250 Grad vorgeheizt und dann auf 180 Grad runtergestellt, wenn der Stollen in die Röhre kommt.

Ich habe mir in diesem Herbst nach 35 Jahren eine neue Herd/Ofenkombination geleistet, die ganz viele tolle Sachen kann. Das Problem ist allerdings, dass der Stollen, den ich in diesem Jahr gebacken habe, viel zu trocken geraten ist.

Woran kann das liegen? Muss ich künftig eine geringere Hitze einstellen? Oder muss ich die Backzeit verkürzen? Oder beides? Oder liegt es an etwas ganz anderem?

Für einen Tipp bin ich dankbar!

Viele Grüße
Matthias

Ich wage zu bezweifeln, dass dein Opa mit Umluft gebacken hat. Das würde ich bei Backwerk wie einem Stollen auch nicht tun, weil der austrocknet.
Ich wüsste auch nicht, warum man so hoch anbacken sollte. Meinen backe ich eine knappe Stunde bei 175 Grad ohne Umluft und muss meist abdecken, damit der nicht zu dunkel wird.

Woran es liegen könnte? Weil der alte nicht das gemacht hat, was er sollte? Hast du da mal mit Thermometer gebacken?

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Ein Ofenthermometer habe ich leider nicht. Ich vermute auch, dass der alte Ofen die Werte nicht erreicht hat. Würdest Du dann Ober- und Unterhitze empfehlen? Mein Opa hat soweit ich weiß immer nach etwa einer halben Stunde Alufolie auf den Stollen gelegt.

Hallo Matthias,

an allem Möglichen.

Vielleicht ja, vielleicht nein.

Ich habe heute nach diesem Rezept gebacken: https://www.youtube.com/watch?v=hvtlJ-Smbrs

Wir brauchen nicht darüber zu reden „das ist gar kein Dresdner Stollen“, "nicht mal „Dresdner Art“ etc., darüber haben sich schon etliche in den Kommentaren ausgelassen. Aber:

  1. Der Stollen dort wird nur 35-40 Minuten gebacken, bei 200 Grad Ober-/Unterhitze. Meiner war nach 35 Minuten fertig (Backofen ist fünf Jahre alt).
  2. Außerdem legt der Bäcker sehr viel Wert darauf, dass man die Rosinen mit dem Zitronat über 12-14 Stundeb
    n einweicht, weil ansonsten die Rosinen auch Feuchtigkeit entziehen, wodurch der Stollen trockener wird.

Keine Ahnung, ob dein Stollen direkt nach dem Backen oder nach einer gewissen Zeit, in der du ihn hast „ziehen“ lassen, trocken war, denn das hast du nicht verraten, aber das wäre auch eine mögliche Ursache. Also dass die Rosinen nicht genug Flüssigkeit hatten und dem Stollen Flüssigkeit entzogen haben.

  1. Wenn du ihn direkt nach dem Backen als zu trocken empfunden hast, kann es wiederum daran liegen, dass er nicht „gezogen“ hat.

Was ich auch gemacht habe, wie im Video empfohlen, beim Hineinschieben des Stollens Wasser in den Ofen gekippt, um Dampf zu erzeugen.

Ich mag keine Rosinen im Kuchen (auch nicht im Stollen), meine Tochter auch nicht, schon gar nicht mit Rum, deswegen habe ich nur einen Stollen mit Rosinen für meinen Mann gemacht, die anderen beiden ohne, nur mit Zitronat und Orangeat. Ich habe heute bereits vom Stollen ohne Rosinen gegessen, und ich fand selbst den nicht zu trocken.

In diesem Video wiederum, mit dem „Original Dresdner Stollen“, sagt der Bäckermeister, dass er 45-60 Minuten bei Anfangstemperatur von 200 Grad, was dann (wie auch immer und in welcher Zeit auch immer!) auf 180 runtergeht. Meiner wäre schon nach 45 Minuten definitiv zu dunkel gewesen.

Deine 250 Grad kommen mir auch definitiv viel zu hoch vor!

Gruß
Christa

Hi

250° Umluft entspricht ca. 270° Ober/Unterhitze - das nehme ich nichtmal zum Pizza backen

Wahrscheinlich war dein vorheriger Ofen schlicht undicht und hat eher die Küche als den Stollen beheizt

Mit dem neuen Ofen würde ich auf Ober-/Unterhitze und vorgeheizt auf 180° gehen

Gruß h.

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