Badezimmer- Frage zur Abdichtung bzw. Atmung der nicht befliesste Fläche

Hallo,

Ich habe jetzt voller eifer reichlich „Baddichtungsmaterial“ also z.b. Lastogum, Dichtungsbänder und Grundierungen usw. für mein Bad gekauft. Und frage mich ob das jetzt doch etwas zu viel war. Mein Badezimmer wird höchstwahrscheinlich nicht komplett verfliesst. Sondern nur dort wo es auch nötig ist (Duschbereich, Waschbecken, Badewanne usw.). Nun den Rest würde ich verputzt lassen. Der Grundputz ist ein Kalkzementputz (im gesamten Haus). Was auch nicht verfliesst wird ist die Dachschräge im Bad welche aus (Knauf) Diamant Platten besteht. Die Decke ebenfalls. Aber wo soll ich Abdichten und wo nicht, lieber alles grundieren und mit Lastogum bestreichen(auch Dachschrägen?) oder nur dort wo gefliesst wird ? Ich frage deswegen, weil auch einige immer schreiben, dass gerade im Badezimmer eine „Atmungaktive Mauer/Wand“ von Vorteil ist, nur wenn ich alles mit den Zeugs überstreiche ist wohl vorbei damit? Früher wurde doch das gesamte Bad verfliest also bis zur Decke. Sozusagen war hier auch der vorherige Kalkzementputz ohne Funktion, da alle Fläche befliesst wurden? Aso auf den Grundputz, (zumindest dort wo später nicht verliesst wurde) sollte nochmals ein > Reibe/Strukturputz aufgetragen 2-4 mm werden.

Danke Gruss Tom

Hallo!

„Atmungsaktiv“ meint hier, es muss im Bad auch Wände geben, die Wasserdampf aus der Nutzung (Duschen, Baden) kurzzeitig aufnehmen, speichern und dann auch wieder an die Raumluft abgeben können. Man lüftet sie dann weg.

Das sind im Grunde alle Flächen, die nicht mit Fliesen belegt sind und zusätzlich die Textilien im Raum (Handtücher, Vorhänge).

Zum Untergrund hin abgedichtet werden die komplette Duschecke, also Boden ganzflächig( auch und besonders UNTER der Dusche/Wanne) und Wände. Mit dem Dichtanstrich und Dichtbändern an den Übergängen Wand/Boden und Raumecken.

Im Bereich Waschbecken ist aus meiner Sicht keine Dichtung erforderlich. Je nach Lage zu Dusche und Wanne kann man es halt mitmachen. An gegenüberliegender Raumwand müsste man es nicht machen.

Im Bereich Wanne schon, unten drunter sowieso und an der Langseite der Wanne so hoch wie das Plattenschild. Meist also türhoch 2 m.

Die Dichtung soll verhindern das stehendes Wasser(Boden) oder Strahlwasser aus Handbrause in die Wände eindringen kann und sie so durchfeuchten kann.
An Wand/Deckenflächen, die dem nicht ausgesetzt sind besteht also auch kein Gefahr der Durchfeuchtung.

MfG
duck313

hi,

Duck hat schon alles gesagt was wichtig ist.

Ergänzend wäre noch: wenn eine Duschwanne vorhanden ist, kann man die Badewanne auch nur bis 1,50m hoch abdichten und wie beschrieben unter der Wanne.
Rohre nicht vergessen, dass kann knifflig sein, muss aber 100% dich werden. Ist der Estrich ausgespart muss wieder bis Oberkante Estrich alles dicht sein.

Will man unter Dusch und/oder Badewanne nicht abdichten, da es die Gegebenheiten nicht zulassen oder unnötig erschweren, kann jeweils ein selbstklebendes Wannendichtband verwendet werden. Dann ist nur eine Abdichtung ab Wannenoberkante nach oben hin angesagt.
Empfiehlt sich in vielen Fällen, wenn man um Rohe keine dichte Abdichtung anbringen kann oder die Wand teilweise unverputzt ist.

Fußboden: Bei Holz, Fermacell (aus Gips) oder Anhydrit ist der komplette Boden mit umlaufenden Dichtbändern abzudichten. Bei Zementestrich kann man darauf verzichten, sofern sich kein Bodenablauf im Bad befindet.

Alles was Abgedichtet wird, wird auch grundiert. Den Rest der Grundierung vorzugsweise am Boden verwenden, sonst auch an den anderen Fliesenflächen.

grüße
lipi

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Hi,

Leute vielen Dank für die Info bzw. Erklärung was zu tun ist.

Besten Dank nochmal an euch! :smile:

Gruss
Thomas