Frage: Ist der angebliche BaföG-Betrug vielleicht auf willkürlich und illusorische Grenzbeträge zurückzuführen?
Werden fleissige Studenten, die sich schon im Vorfeld des Studiums Beträge erspart haben, um damit einen Auslandaufenthalt im Rahmen ihres Studiums, also Sprachlehrgänge bzw. Praktika, zu finanzieren, mit den 1999 geltenden, absolut willkürlich gesetzten Grenzen von DM 6000, nicht gerade in den Bafög-Betrug getrieben?
Warum werden in Deutschland fleissige Studenten, die durch berufliche Erfahrung einen hohen Stundensatz haben dafür bestraft indem für alle ein Maximalsatz von ca. 350 Euro an Zusatzverdienstmöglichkeit festgesetzt wird?
Sind diese Maximalgrenzen (also ca 500 Euro Bafög + 350 Euro Maximalverdienst = 850 Euro)für einen älteren Studenten, der allein in einer teuren Großstadt lebt, höhere Ausgaben hat als Abiturienten,
nicht geradezu illusorisch, absolut nicht einhaltbar?
Was macht man wenn man mehr Ausgaben hat und diese 850 Euro einfach nicht ausreichen um den Lebensunterhalt zu decken?
Wer mir diese Fragen zufriedenstellend beantworten kann erhält eine Belohnung!
Frage: Ist der angebliche BaföG-Betrug vielleicht auf
willkürlich und illusorische Grenzbeträge zurückzuführen?
Ja, deshalb wird jetzt auch diskutiert, diese Grenzbeträge hochzuschrauben.
Warum werden in Deutschland fleissige Studenten, die durch
berufliche Erfahrung einen hohen Stundensatz haben dafür
bestraft indem für alle ein Maximalsatz von ca. 350 Euro an
Zusatzverdienstmöglichkeit festgesetzt wird?
Weil die Deutschen so „sozial“ sind. Fleiss wird bestraft und am besten lebt es sich, wenn man nichts oder sehr wenig hat, die Solidarität mit finanziellen Hilfen ist dir gewiss.
Sind diese Maximalgrenzen (also ca 500 Euro Bafög + 350 Euro
Maximalverdienst = 850 Euro)für einen älteren Studenten, der
allein in einer teuren Großstadt lebt, höhere Ausgaben hat als
Abiturienten,
nicht geradezu illusorisch, absolut nicht einhaltbar?
Stimmt, in München nicht machbar. Alleine meine Fixkosten waren damals höher.
Was macht man wenn man mehr Ausgaben hat und diese 850 Euro
einfach nicht ausreichen um den Lebensunterhalt zu decken?
Wer mir diese Fragen zufriedenstellend beantworten kann erhält
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Die Sozis bescheissen. Ich kenne Fälle, in denen dann im Büro offiziell die Mutter gearbeitet hat, tatsächlich aber die Tochter. Manche arbeiten mit den Papieren der Schwester. Manche nehmen weniger Stundensatz, dafür aber „cash“.
Hi,
sicher ist es ärgerlich, wenn du mit Bafög und Nebenverdienst quasi zu viel verdienst. Es ist ein leichtes, Bafög nicht mehr zu beantragen, sondern dir dein Studium komplett selbst zu verdienen.
Ich verstehe die Jammerei über die zu geringen BAfög-Grenzen nicht ganz. Schliesslich steht es doch jedem frei, die Beihilfe zu beantragen oder nicht. Ebenso wie es mir freistand mein Studium selbst zu finanzieren oder eben den Unterhalt von meinen Eltern zu verlangen. Ein nur teilweise rückzahlbares Darlehen hätte ich sicherlich zu Studizeiten (oder auch meine Eltern) gern gehabt. Gibts/gab es aber nicht.
Was ist deine Frage? Wie du das Bafögamt am besten hintergehst? Die Möglichkeiten brauche ich hier ja wohl nicht aufführen, da gibt es genug Möglichkeiten, nur solltest du dann auch die Konsequenzen tragen, wenn du erwischt wirst.
Und nein, ich finde auch, dass vorab Erspartes in gewissem Rahmen (zB zur Finanzierung eines Auslandssemesters… nur wie willst du beweisen, dass es hierfür gedacht ist?) berücksichtigt werden sollte. Über die Höhe der Beträge lässt sich sicherlich auch streiten, dennoch…
Gruß
Xelya
hi,
den einzigen fehler am bafög (als gesetz) den ich noch ändern würde ist, dass man auf den darlehensanteil verzichten könnte. wenn man zwar anspruch auf xxx hat, aber nur einhalb davon wirklich braucht, wird man zwangsweise (als gescheiter mensch) die darlehenshäfte irgendwie sparen um sie später zurückzahlen zu können.
hier schneiden sich die grenzen (sie verdienen xxx —> sie bekommen soviel, davon 50% darlehen und basta).
und wenn man nun die anderen 50% spart, kommt man wieder über die vermögensgrenzen… alles nicht so einfach.
dennoch: das BaföG ist eine sehr gute sache. ohne bafög könnte ich nicht mein studium in der art machen. ich müsste locker 30 stundne mehr pro monat arbeiten gehen. das würde zulasten der lernerei gehen, also mein studium um 1-2 semester verlängern.
mfg vom
showbee
Hallo Xelya,
das sehe ich etwas anders.
sicher ist es ärgerlich, wenn du mit Bafög und Nebenverdienst
quasi zu viel verdienst. Es ist ein leichtes, Bafög nicht mehr
zu beantragen, sondern dir dein Studium komplett selbst zu
verdienen.
Ist es das? Wenn man noch bei den Eltern wohnt oder gerade erst von der Schule kommt mag das ja eventuell stimmen. Aber was ist mit den Leuten, denen es vom Elternhaus nicht ermöglicht werden konnte zu studieren, und die sich erstmal ein gefestigtes Leben aufbauen mussten. Da ist ein Sicherheitsdenken drin. Manche würden ohne ein finanzielles Polster von dem man leben kann, so ein Studium gar nicht aufnehmen. Ich fände es schade wenn sich hier wieder eine Zweiklassengesellschaft aufbauen würde. Diejenigen die ihr Studium nicht selber verdienen müssen, somit schnell fertig werden können und noch jung die Jobs abgreifen. Und diejenigen die nebenbei arbeiten, ein längeres Studium haben (der Tag hat nur 24 h), älter aus dem Studium kommen und … nix mit Job.
Dieser Fall ist nicht fiktiv, sondern aus dem Leben gegriffen.
Natürlich könnte man anmerken, das Leute die sich ohne selbsterarbeites finanzielles Polster nicht in ein Studium trauen, auch nicht studieren sollten. Schließlich braucht Aldi ja noch Verkäufer.
Die jetzigen Grenzen sind realitätsfern. Am Besten ist es wirklich wenn man Schulden hat. Aber wehe Du bist sparsam, das wird gleich bestraft.
Selbst mit Bafög und Erasmus ist ein Auslandsaufenthalt nicht so einfach zu bezahlen. (Auch hier liegen Erfahrungen vor.)
Ich finde, das selbsterarbeitetes Kapital anders bewertet werden muß, als Kapital das von Eltern oder so kommt.
Alles Gute
olli
Hallo olli,
kurz vorweg. Ich stehe nicht auf dem Standpunkt, es solle sich nur der bilden können, der es sich leisten kann. Mich ärgert nur immer wieder diese Anspruchshaltung. Bafög ist, wie ich unten weiter auch schreibe, eine Hilfe zum Lebensunterhalt und ist nicht dazu gedacht, ein "Luxus"leben zu finanzieren.
Ist es das? Wenn man noch bei den Eltern wohnt oder gerade
erst von der Schule kommt mag das ja eventuell stimmen. Aber
was ist mit den Leuten, denen es vom Elternhaus nicht
ermöglicht werden konnte zu studieren
Verstehe ich nicht. Wieso kann das Elternhaus es nicht ermöglichen? Weil derjenige arbeiten gehen muss, um seine Eltern zu unterstützen?
Manche würden ohne ein finanzielles
Polster von dem man leben kann, so ein Studium gar nicht
aufnehmen. Ich fände es schade wenn sich hier wieder eine
Zweiklassengesellschaft aufbauen würde. Diejenigen die ihr
Studium nicht selber verdienen müssen, somit schnell fertig
werden können und noch jung die Jobs abgreifen. Und diejenigen
die nebenbei arbeiten, ein längeres Studium haben (der Tag hat
nur 24 h), älter aus dem Studium kommen und … nix mit Job.
Nun… die Leute, die kein Bafög bekommen, haben es also besser? Weil sie nicht in Ihrem Einkommensmöglichkeiten während des Studiums begrenzt werden? Allerdings bekommen die Bafög-Bezieher auch die Hälfte (zu meiner Zeit wars alles) als Nicht-Darlehen, dh quasi geschenkt. Wäre Bafög ein Volldarlehen, dass vollständig zurückgezahlt werden müsste, würde ich das auch noch anders sehen.
Dieser Fall ist nicht fiktiv, sondern aus dem Leben gegriffen.
Ja, ich will hier gar nicht gegen BAfög wettern. Das ist schon eine gute Sache. Was mich nur immer wieder stark irritiert ist die Anspruchshaltung, die dahinter steckt. Dieselben Leute, die jetzt jammern, dass die Grenzen zu niedrig sind, sind oftmals die, die dann aufgrund eines kurzen Studiums (sie haben ja recht wenig gearbeitet während des Studiusm… zwangsweise) schnell einen netten Job bekommen und schnell ihr Bafög zurückzahlen können (je schneller gezahlt wird, desto weniger wird zurückgezahlt). Und dann sitzen sie da und jammern, dass sie ihr Bafög zurückzahlen müssen und sich nach den kargen Studentenjahren nicht endlich mal was leisten können.
(Das ist nicht die Regel, ich weiss)
Natürlich könnte man anmerken, das Leute die sich ohne
selbsterarbeites finanzielles Polster nicht in ein Studium
trauen, auch nicht studieren sollten. Schließlich braucht Aldi
ja noch Verkäufer.
Hierauf erwartest du wohl keine Antwort.
Die jetzigen Grenzen sind realitätsfern. Am Besten ist es
wirklich wenn man Schulden hat. Aber wehe Du bist sparsam, das
wird gleich bestraft.
Darum geht es mir nicht! Ich habe an keiner Stelle etwas gegen die Höhe der Grenzbeträge gesagt.
Selbst mit Bafög und Erasmus ist ein Auslandsaufenthalt nicht
so einfach zu bezahlen. (Auch hier liegen Erfahrungen vor.)
Ich finde, das selbsterarbeitetes Kapital anders bewertet
werden muß, als Kapital das von Eltern oder so kommt.
Hierzu schrieb ich in meinem ersten Posting:
Und nein, ich finde auch, dass vorab Erspartes in gewissem Rahmen (zB zur Finanzierung eines Auslandssemesters… nur wie willst du beweisen, dass es hierfür gedacht ist?) berücksichtigt werden sollte. Über die Höhe der Beträge lässt sich sicherlich auch streiten, dennoch
Selbstverständlich sollten die Einkommensgrenzen den tatsächlichen Erfordernissen angepasst werden. Da ist eine regionale Anpassung sicherlich auch überlegenswert. Nur… aus welchen Gründen sollte jemand mit einem wirklich üppigen Sparbuch o.ä. Bafög bekommen.
Zum Thema Förderung von Bildung:
Entschliesse ich mich, ein postgraduales Weiterbildungsstudium zu absolvieren, dann zahle ich nicht nur die Semestergebühren, die das Studium eh kostet, sondern (möglicherweise, je nach Bundesland) auch noch die Studiengebühren, weil es als Zweitstudium (und es handelt sich um ein Fernstudium) gilt. Dadurch verdoppeln sich meine Kosten für die Weiterbildung. Und ich arbeite vielleicht nicht mehr Vollzeit, weil ich das Lernpensum sonst nicht schaffe. Das bedeutet für mich, dass ich mich eben etwas einschränken muss. Und das erwarte ich eigentlich von jedem anderen auch. Ist aber möglicherweise auch eine unpopuläre Haltung.
Gruß
Xelya
Hallo,
„in den Betrug getrieben“ erinnert mich irgendwie an die Aussage eines Vergewaltigers, von wegen: „Sie hat sich so aufreizend angezogen, da konnte ich nicht anders, außerdem wollte sie es doch auch“…
Das Prinzip ist doch folgendes in unserem Staate: Jeder ist für sich selbst verantwortlich und finanziert sich folglich auch selbst. Wer das nicht oder nur bedingt kann, dem wird vom Staat unter die Arme gegriffen. Ein guter Kompromiss zwischen „Wer nix hat, hat Pech“ (Freie Marktwirtschaft) und „Wir sind alle gleich“ (Kommunismus).
Wenn nun jemand Geld hat, warum auch immer, und dann lamentiert, man müsse ihm, wenn er sich an einer Uni einschreibt, doch trotzdem Bafög geben, denn es sei ja schließlich unfair, wenn er sein eigenes Geld verwenden müsse, dann hat er das o.g. Prinzip nicht verstanden. Der Staat ist nicht dafür da, Studenten wohlhabend zu machen. Er hilft den Studenten, die der Hilfe bedürfen. Ich als (zukünftiger) Steuerzahler würde mich jedenfalls sehr ärgern, wenn ein Student mit hohem Guthaben von mir noch unnötige Zuschüsse für seinen Privatluxus erhielte… Und ich bin wahrlich nicht grundsätzlich gegen Beihilfen, im Gegenteil, meinetwegen könnte man Bafög deutlich ausweiten, insbesondere auch den Empfängerkreis.
Der von dir erhobene Vorwurf der Willkür ist für mich schwer nachzuvollziehen. Welche Ersparnisgrenzen wären denn angemessen, weil nicht willkürlich? Wie genau soll nachvollzogen werden, welches Guthaben nun den Wert hat, angerechnet zu werden? Ersparnisse nein, hohe Erbschaften ja? Oder wie?
fragt mal:
Levay