Tempel (ich glaube so nennen die Bahai ihre Versammlungsorte zwar nicht aber wie sie sie nennen weiß ich auch nicht) der Bahai gibt es in (fast) jeder größeren Stadt. Meine Erfahrungen sind durchweg positiv, niewurde ich irgendwie gedrängt etwas zu glauben oder anzunehmen und stets wurde ich respektvoll behandelt, obwohl ich nur Interesse gezeigt hatte und keine Intention hatte und habe der Gemeinschaft beizutreten.
Aber Du wolltest Informationen. Schau mal ob das das ist was Du wissen möchtest.
Gandalf
Bahaismus (Bahai-Religion), im späten 19. Jahrhundert aus dem Babismus hervorgegangene Religionsgemeinschaft. Ihr Begründer Mirza Husain Ali Nuri betrachtete sich als der von dem babistischen Propheten, dem Bab, verkündete Gottesbote. Mirza Husain wurde in Persien geboren und entwickelte sich zum Anhänger Babs. Nach dessen Märtyrertum 1850 übernahm er den Namen Baha Ullah (arabisch: Glanz Gottes) und wurde zum Leiter einer der babistischen Gemeinschaften. Unter der persischen Regierungspolitik waren die Anhänger Babs blutigen Verfolgungen ausgesetzt, 1852 wurden etwa 20 000 Mitglieder niedergemetzelt. Zwar kamen Baha Ullah und seine Familie mit dem Leben davon, er wurde jedoch gefangen genommen, gefoltert und schließlich nach Bagdad, das damals dem Osmanischen Reich angehörte, verbannt. Von den Osmanen wurde Baha Ullah zusammen mit seiner Familie und Anhängern auf harten Märschen zunächst nach Bagdad im Irak, dann nach Istanbul in der Türkei vertrieben und schließlich in eine Strafkolonie in Akko in Palästina (dem heutigen Israel) interniert, wo er starb.
Bei der Gründung des Babismus 1844 verkündete der Bab, dass in etwa 19 Jahren ein göttlicher Gesandter erscheinen werde, „der die Verkörperung Gottes sei". 1863 erklärte sich Baha Ullah in Bagdad zu jenem Fleisch gewordenen Gott. Die Anhänger seiner Religion, die als Bahai bekannt wurden, glaubten, dass er der letzte einer Kette von göttlichen Verkörperungen sei, wie vor ihm Zarathustra, Buddha, Jesus Christus und Mohammed, sowie dass die Welt durch ihn eine neue Offenbarung erfahre.
Baha Ullah war vor allem bestrebt, eine universelle Religion zu begründen. In seinen hauptsächlich durch seinen ältesten Sohn, Abbas Effendi, später als Abd al-Baha bekannt (arabisch: Diener des Glanzes), verbreiteten Lehren forderte er moralische und soziale Wiedergutmachung für die Unterprivilegierten. Sein Sohn verbrachte ebenfalls viele Jahre in Gefangenschaft und wurde erst wieder befreit, als sich 1908 viele Völker des Osmanischen Reiches gegen die Sultane erhoben und ihre Unabhängigkeit erlangten. Danach unternahm er Reisen nach Europa und Nordamerika, um die Lehren seines Vaters zu verkünden. Den Glauben der Bahai fasste er in einem Bekenntnis zusammen, das folgende Ziele beinhaltete: das Streben nach harmonischen Beziehungen zwischen den Rassen und Religionen, die Gleichstellung der Geschlechter, universelle Erziehung, einen allgemeinen, auf das Wesentliche der großen Religionen gestützten Glauben sowie eine universelle parlamentarische Regierung. Die heilige Schrift der Bahai setzt sich aus den Niederschriften Babs, Baha Ullahs und Abd al-Bahas zusammen und ist ihre einzige institutionelle Autorität. Im Bahaismus gibt es weder geistlicher Ämter noch Rituale. In seinem Testament setzt Abd al-Baha seinen ältesten Enkel, Shoghi Effendi Rabbani, als Beschützer des Glaubens ein.
Obwohl der Bahaismus ursprünglich in Persien entstand, erreichte er bis 1920 seine größte Anhängerschaft in den Vereinigten Staaten. Unter der Leitung von Shoghi Effendi (1921-1957) entwickelten die Bahai der Vereinigten Staaten ein Verwaltungssystem mit Hauptsitz in Wilmette ( Illinois). Überall, wo neun oder mehr Bahai leben, kann eine „geistige Gesellschaft" gegründet werden. Bei einer jährlich im nationalen Hauptsitz stattfindenden Versammlung treffen sich Abgeordnete der örtlichen Gesellschaften, um eine nationale geistige Gesellschaft zu wählen. Anfang der neunziger Jahre wurde die Gesamtzahl der Bahai weltweit auf 5,3 Millionen geschätzt, wobei es in den Vereinigten Staaten etwa 110 000 Mitglieder gibt. In Deutschland leben circa 1600 Anhänger; in Langenhain (heute Hofheim am Taunus) wurde 1964 die erste Andachtsstätte des Bahaismus in Europa eingeweiht. Seit der Iranischen Revolution 1979 sind die Bahai der islamischen Republik des Iran Verfolgungen ausgesetzt.
Der Bahaismus ist in mehr als 300 Ländern verbreitet und seine Schriften wurden in über 350 Sprachen übersetzt. Der Hauptsitz der Bewegung auf Weltebene wurde in Israel, auf den Hängen des Karmel mit Blick auf Haifa und Akko, eingerichtet, wo sich ein Schrein des Bab, ein Archiv und ein Verwaltungszentrum befinden.