Bahnstreik alternativ

hallo

ich habe da mal eine frage zum thema wie bahnstreiks organisert werden.

vermutlich ist es rechtens dass züge nicht fahren, aber was ich mich frage ist, wieso die gewerkschaften nicht nur die schlüsselabteilungen lahmlegen sondern den gesamten verkehr.

bei privaten firmen seh ich das ja noch ein, aber bei grundversorgern oder öffentlichen unternehmen finde ich das eigentlich nicht in ordnung.

könnte man denn nicht die streiks so organisieren, dass alle züge fahren, so daß der normale bahnuser keinen nachteil daraus zieht?
der konflikt besteht ja zwischen vorstand und arbeitern, und nicht zwischen arbeitern und bahnfahrenden, wieso also müssen die, die die bahn brauchen, dafür büßen.

meiner meinung nach würde es doch genügen, würde man die kassen, kontrollen, und vor allem die verwaltung lahmlegen.
dann würde auch nix in die kassen der bahn kommen, aber alle könnten die bahn gratis nutzen.
würde die verwaltung und buchhaltung bestreikt, dann bekäme zb. auch der vorstand seinen lohn nicht ausbezahlt, keine provisionsabrechnungen, keinen heißen kaffee hingestellt in der früh und kein chauffeur der ihn abholt, das büro saukalt, niemand der ihn an seine termine erinnert… das fände ich einen streik, der die richtigen treffen würde…

aber vermutlich gibts da ja gesetzte wieso das nicht erlaubt ist - oder?

danke

mikey

Hi,

vermutlich ist es rechtens dass züge nicht fahren, aber was
ich mich frage ist, wieso die gewerkschaften nicht nur die
schlüsselabteilungen lahmlegen sondern den gesamten verkehr.

Das Stichwort ist öffentlicher Druck und die Erwartung/Hoffnung, daß in der öffentlichen Wahrnehmung nicht die Mitarbeiter sondern die Führung für die Unannehmlichkeiten verantwortlich gemacht wird.

könnte man denn nicht die streiks so organisieren, dass alle
züge fahren, so daß der normale bahnuser keinen nachteil
daraus zieht?

Wenn man wollte, sicher.

meiner meinung nach würde es doch genügen, würde man die
kassen, kontrollen, und vor allem die verwaltung lahmlegen.
dann würde auch nix in die kassen der bahn kommen, aber alle
könnten die bahn gratis nutzen.

Bei der Bahn gibt es das zusätzliche Problem, daß es mehrere Gewerkschaften gibt (für einzelne Berufsgruppen) und die sich untereinander spinnefeind sind.
Auch würde diese Taktik keinen öffentlichen Druck erzeugen…

würde die verwaltung und buchhaltung bestreikt, dann bekäme
zb. auch der vorstand seinen lohn nicht ausbezahlt, keine
provisionsabrechnungen,

Du glaubst ernsthaft, daß es eine Führungskraft mit entsprechendem Einkommen interessiert, wenn mal einen Monat das Gehalt ein paar Tage/Wochen später kommt?

keinen heißen kaffee hingestellt in
der früh

Sofern sich seine „gute Seele“ überhaupt an einem Streik beteiligen würde…
Und auch hier: glaubst Du ernsthaft, daß das Eindruck macht?

und kein chauffeur der ihn abholt,

Sofern er streikt…
Und wieder: glaubst Du ernsthaft, daß es ihn stört mal ein paar Wochen selbst zu fahren?

das büro saukalt,

Also, daß Heizungsanlagen streiken, habe ich wirklich noch nicht erlebt. Und wenn der hauseigene Klimamensch streikt, wird halt eine externe Firma beauftragt…macht man zuhause doch auch.

niemand der ihn an seine termine erinnert

Also, mich erinnert mein Computer. Unter den heutigen Führungskräften dürfte der Anteil an absoluten Technikmuffeln und -verweigerern (die nicht in der Lage sind für absehbare Zeit auf die gute Seele zu verzichten), gegen null gehen.
Und wie gesagt, die Damen und Herren auf diesen Stellen findet man selten unter den Streikenden…

… das fände ich

einen streik, der die richtigen treffen würde…

Naja…

aber vermutlich gibts da ja gesetzte wieso das nicht erlaubt
ist - oder?

Erlaubt schon, taktisch aber nicht besonders klug.

Gruß Stefan

Hallo,

ob es ein Gesetz dagegen gibt, weiß ich nicht. Aber diese Aktionen wären halt nicht so öffentlichkeitswirksam (was für ein Wort).

Und außerdem müßten sich die Herrschaften in den Gewerkschaften dann mal etwas anderes überlegen.

Gerhard

hai

Das Stichwort ist öffentlicher Druck und die
Erwartung/Hoffnung, daß in der öffentlichen Wahrnehmung nicht
die Mitarbeiter sondern die Führung für die Unannehmlichkeiten
verantwortlich gemacht wird.

wozu braucht man dazu die öffentlichkeit?

wenn ich mit meinem nachbarn probleme hab, dann geh ich ja auch nicht zu irgendjemand, mach bei dem was kaputt, in der hoffnung das der meinen nachbarn verantwortlich macht…

mikey

Das Stichwort ist öffentlicher Druck und die
Erwartung/Hoffnung, daß in der öffentlichen Wahrnehmung nicht
die Mitarbeiter sondern die Führung für die Unannehmlichkeiten
verantwortlich gemacht wird.

wozu braucht man dazu die öffentlichkeit?

Die Frage hat im Rechtsbrett nichts mehr verloren. Aber ich bin mir sicher, die Gewerkschaften warten nur auf jemanden wie Dich, der ihnen erklärt wie man erfolgreich einen Tarifkonflikt bestreitet…

wenn ich mit meinem nachbarn probleme hab, dann geh ich ja
auch nicht zu irgendjemand, mach bei dem was kaputt, in der
hoffnung das der meinen nachbarn verantwortlich macht…

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich…

Gruß Stefan

warum gleich so aggressiv?

darf man nicht mal nachdenken und sehen wie andere drüber denken ohne gleich niedergemacht zu werden?

mikey

Hallo

bei privaten firmen seh ich das ja noch ein, aber bei
grundversorgern oder öffentlichen unternehmen finde ich das
eigentlich nicht in ordnung.

Solche wichtigen Unternehmen sollten einfach nicht privatisiert werden -> alles Beamte -> kein Streik!

Gruß,
Markus

Hallo,

warum gleich so aggressiv?

Warum gleich so empfindlich?

darf man nicht mal nachdenken und sehen wie andere drüber
denken ohne gleich niedergemacht zu werden?

Wenn Du nicht willst, das Deine Kommentare kommentiert werden, darfst Du sie nicht in einem öffentlichen Forum äußern.

Btw., das ist hier das Brett ‚allgemeine Rechtsfragen‘. ‚Politik‘ ist woanders.
Gruß
loderunner

Auch wenn’s zum Rechtsbrett nicht mehr gehört, aber ich denke auch, dass die Austragung des Streits auf dem falschen Rücken erfolgt.

Wenn eine Firma bestreikt wird, dann setzt sich ja auch keiner auf die Autobahn damit die, die im Stau stehen sich dann bei dem entsprechenden Unternehmen beschweren.

Aber bei der Bahn und z.B. auch bei Fluglinien/Flughäfen geht das…

würde die verwaltung und buchhaltung bestreikt, dann bekäme
zb. auch der vorstand seinen lohn nicht ausbezahlt,

Welch absurde Idee, ein Vorstand der Bahn würde nach Kassenlage ausbezahlt. Noch verrückter als die alte sozialistische Wahnvorstellung, jemand in Mehdorns Stellung müsse etwas leisten, bezahlt zu werden!

TssTss…

Dir ist schon klar, dass diejenigen die streiken, das direkte „Bahnpersonal“ also Lok-Führer und Fahrbegleitmenschen (sorry, mir fällt gerade das richtige Wort nicht ein…) sind?

Also wenn der Lok-Führer streikt… Dann soll wer den Zug bewegen?

Viele private, mittelständige Unternehmen werden genausso öffentlich wirksam bestreikt (man bemerke: es sind bis auf wenige Ausnahmen immer Gewerkschaften, die streiken), wie die Bahn (z.B. wenn die IG Metall mal wieder unterwegs ist oder die Milchlaster quer stehen).
Der Unterschied besteht lediglich darin, wieviele Menschen (Angestellte und Nutznießer) davon betroffen sind!

Wenn ein regionales Verkehrsunternehmen streikt, und die Busse nicht fahren, wird darum kein großes Geschrei gemacht - weil es nur regional die Leute betrifft.

Die Bahn jedoch ist ein bundesweit agierendes Unternehmen mit bundesweit angestellten Personen. Deswegen tangiert dies auch bundesweit die Menschen! Aber auch nur die, die im Normalfall mit der Bahn fahren, den Rest interessiert das auch recht wenig.

Wird bei VW gestreikt, bringt das nur ein Achselzucken mit sich - erst wenn die Streiks sich so ausweiten würden, dass keine VWs mehr zum Verkauf stehen würden (extrem weit weit weit her geholt), würde es wirklich ins Interesse der Bundesbevölkerung rücken. Kurzfrisitig, weil wenn kein VW mehr, dann eben ein anderes Auto…

Gruss