Balanced Scorecard

Hallo,

der Begriff ist mir in Ausbildung und Fortbildung nicht untergekommen, allerdings ist er jetzt immer öfter zu hören.

Über google habe ich ein paar Dokumente gelesen um mal Ansatzweise zu erfahren, worum es geht.

Bei uns im Unternehmen gibt es sowas nicht… In welchen Unternehmen wird es eingesetzt? Ist es z.B. in einigen Branchen ein absolutes „muss“? Ist so eine BSC nur bei Unternehmen ab gewisser Größe sinnvoll einsetzbar?

Solche Projekte können doch nur Sinn machen, wenn sie auch leben. Gibt es Richtwerte für den Aufwand für die Erstellung und Weiterentwicklung oder „werfen“ gängige Softwareprodukte vielleicht sowas wie eine Standardversion aus?

Vielleicht kann jemand aus eigenen Erfahrungen berichten?

Danke und vG
Monroe

Hallo Monroe,

um die Unternehmensstrategie erfolgreich umzusetzen, ist dieses Werkzeug schon sehr sinnvoll. Denn es bricht diese Strategie auf einzelne Bereiche, setzt Maßnahmen und Ziele und v.a. Meßwerte für die Erfolgskontrolle. Zusammen ist es wichtig, die Firma auf dem richtigen Kurs zu halten. In Großunternehmen und Konzernen, wo es keine direkten Kommunikationswege zwischen den Hierarchien gibt, ist dieses tool sicher sehr sinnvoll. Wie soll man sonst die Visionen umsetzen und greifbar machen? Die BSC hilft dank ihrer Systematik sehr weiter. Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen erachte ich das als extrem zu aufwendig!

Um die BSC zu leben, muss das Personalmanagement in Zusammenarbeit mit dem COntrolling entsprechend aktiv sein und die Vorgesetzten einerseits zu schulen und die „normalen“ Mitarbeiter andererseits zu ermutigen. Jeder MA sollte sich im Idealfall mit der Firma identifizieren können und schon von sich aus für den Firmenerfolg plädieren. Tut er das nicht, besteht eine mangelhafte Beziehung zwischen diesem AN und dem AG. Wer daran „Schuld“ ist, müsste man abwägen.

Praktische Erfahrung kann ich leider nicht bieten.

Viele Grüße
Daniela

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Hallöchen,
Eine Scorecard ist ein extrem mächtiges Steuerungswerkzeug, was allerdings voraussetzt, dass sie richtig konzipiert wurde und eben so richtig eingesetzt wird.

Die Schwierigkeiten, die man hauptsächlich bekämpfen muß, wären: Wie sorgt man dafür, dass das Ding wirklich „balanced“ ist? Wie sorgt man dafür, dass dem Manager klar wird, wann echter Handlungsbedarf besteht? Wie bringt man die Mitarbeiter dazu, das Ding mit den richtigen Daten zu füttern… blablub…

Eine sinnvolle Scorecard erfordert ein nicht unerhebliches Maß an Statistik, und dort stehen wieder größere Mengen an Daten hinter - und die müssen ja irgend wo her kommen.
Es muß also einerseits der Manager grundlegend fit in Statistik sein, aber das macht auch erst Sinn, wenn das Unternehmen statistische Prozesskontrolle etabliert (hat), ein vernünftiges BI Konzept besitzt und idealerweise noch bedarfsgerecht zugeschnittene BI Software einsetzt.

Hat man das nicht, wie für kleinere Unternehmen üblich, wäre man sicherlich mit einem 15min offenen Gespräch über einer Tasse Kaffee besser bedient: Die Informationen sind oft auch genau, mit etwas Menschenkenntnis spürt man den Handlungsbedarf - und die Kosten sind sicher geringer!

Solche Projekte können doch nur Sinn machen, wenn sie auch leben.

BSC ist kein „Projekt“ sondern eine Sammlung von Werten bezogen auf Metriken zur Prozess-Steuerung. Und diese Metriken hängen vom einzelnen Unternehmen ab: deswegen kann auch kein Standard-Tool eine universelle Scorecard generieren.

Im Endeffekt machen die meisten Unternehmen so etwas Ähnliches wie BSC, nur die kleineren erheben dazu keine formellen Daten und erstellen keine Spreadsheets, sondern der Prozess läuft im Oberstübchen der Geschäftsführung ab.

Gruss,
Michael

Ich habe für meine analytische Tätigkeit zur Bewertung von Regionen und Branchen ein Scoring-System entwickelt, was mir gute Dienste leistete.
Grob gesagt, hatte ich verschiedenen Kriterien für die jew. Regionen mit einer a) Gewichtung versehen und darauf b) eine note (von 1-6) abgegeben.
Diesen gewichteten Durchschnitt pro Region habe ich dann verglichen und ein Ranking gemacht.
Der Vorteil eines solchen disziplinieten Scoring-Modells liegt darin, dass man „Bauchentscheidungen“ minimiert und nicht die GERADE scheinbar AKTUELL vermeintlcih wichtigen Informationen übergewichtet.

Gruss
MultiVista