Bandscheibenvorfall

Hallo,ich habe aktuell einen Sequester L4/L5,der auf jeden Fall operativ entfernt werden muss.Nun ist es bei mir so,das bei L4/5 und L5/S1 praktisch keine Bandscheiben mehr vorhanden sind.Zudem starke Arthrose der gesamten LWS.

Frage:Ist es sinnvoll in einem Abwasch die LWS bei der OP zu versteifen,bzw. wird der Neurochirurg das empfehlen?Wie lange liegt man im KH?

Was ist in der Zeit nach einer großen Versteifung?Wie lange bin ich kampfunfähig?

Ich habe gehört, das manche bis zu einem halben Jahr nur liegen und stehen durften,aber nicht sitzen.

Vielen Dank für die Antworten.

Wodan :smile:^

Frage:Ist es sinnvoll in einem Abwasch die LWS bei der OP zu
versteifen,bzw. wird der Neurochirurg das empfehlen?Wie lange
liegt man im KH?

Hi,

das hört sich jetzt bei dir ein wenig unbefangen an. Eine Versteifung ist für manche ein Segen. Allerdings ist das keine kleine OP. Sie sollte gut durchdacht sein und ich würde es nur machen, wenn es sonst keinen anderen Ausweg mehr gibt. Informiere dich gut, hol dir am besten noch eine weitere Meinung ein.

Die Kampfunfähigkeit ist unterschiedlich, von mehreren Monaten würde ich auf allen Fällen erstmal ausgehen. Erfahrungsberichte findest du u.a. hier: http://spondylodese.darkbb.com/forum.htm

Viel Erfolg
Monroe

Moin,

bei mir wurde letztes Jahr im juli der Bereich L5/S1 mit Schrauben und Stäben und zusätzlichem Dübel versteift. Ich wurde am Dienstag operiert und bin am Mittwochabend das erste mal an der Bettkante gesessen. Donnerstag Vormittag habe ich am Gehbock die ersten Schritte im zimmer gemacht, Freitag durfte ich mit dem Gestell schon nach draußen und am Samstag hab ich das Ding in die Ecke gestellt. Ab Samstag gab es auch schon Krankengymnastik mit Spannungsübungen und Treppensteigen. Nach 10 Tagen durfte ich nach Hause. Dann allerdings erstmal 3 Monate keine Belastung, also „5-Kilo-Schein“, nix heben, nicht bücken oder drehen, viel liegen oder gehen, kein flaches sitzen z.B. auf dem Sofa, sondern immer schön auf einen festen Stuhl. War schon nervig die Zeit.
Habe auch noch lange, lange danach Schmerzen gehabt, allerdings andere wie vor der OP. Da die mir von hinten rangegangen sind, wurden sehr viele kleine Muskel- und Nervenstränge durchtrennt, die sioch erstmal wieder finden mußten. Nach 4 Monaten habe ich 12x Krankengymnastik bekommen, und durfte auch schon mal vorsichtig Fahrradfahren, was mir aber noch nicht so gut bekommen ist. Jetzt im Februar war ich zur Röntgenkontrolle im Krankenhaus. Es sah alles super aus, war aber immer noch schmerzhaft. Habe allerdings keine Tabletten mehr genommen, weil ich mit und auch ohne Pillen
Schmerzen hatte. Bewegen kann ich mich mittlerweile wieder richtig gut, schmerzhaft wird´s halt nur noch, wenn ich längere Zeit schwere Sachen machen oder im Garten in die Beete gehe. Aber OK, man ist halt keine 20 mehr.

Für mich war es trotz aller Schmerzen und der langen Heilungsphase trotztdem der richtige Weg und ich würde es immer wieder machen lassen. Meine Bandscheibe war quasi auch nicht mehr vorhanden und Athrose war auch an den Wirbeln, deshalb hat der Doc auch versteift und keine künstliche eingesetzt.

Also, ich drücke Dir die Daumenm, das alles gut klappt. Wenn noch spezielle Fragen sind, immer her damit ;o)

Hallo Wodan,

Was ist in der Zeit nach einer großen Versteifung?Wie lange
bin ich kampfunfähig?

das hängt davon ab, was du als „einsatzfähig sein“ bezeichnest.
Ich kenne etliche Patienten, die innerhalb der letzten fünf Jahre sehr langstreckig (Brust- und Lendenwirbelsäule, wegen Skoliose) versteift wurden und z.T. nach sechs Wochen wieder die Schule besucht haben oder nach drei, vier, fünf… Monaten wieder ganztags im Büro gearbeitet haben.
Wie gesagt: Das sind Versteifungen über deutlich mehr Wirbel - bei dir kann’s weniger lang dauern.

Erwartest du von dir aber als „nicht mehr kampfunfähig sein“, schwere Einkäufe zu schleppen, Zelten gehen, mit dem Motorrad durch die Gegend zu heizen, auf der Baustelle mitzuhelfen…, dann kann das schon länger dauern.

Ich habe gehört, das manche bis zu einem halben Jahr nur
liegen und stehen durften,aber nicht sitzen.

Ich selbst habe seit 13 Jahren, konkret seit meinem 13. Lebensjahr eine Versteifung Th3 - L5, also ab dem dritten Brustwirbel. (Ursache war Skoliose.)
Damals durfte ich tatsächlich ein halbes Jahr lang nicht sitzen und nur liegen und stehen.
Ich kenne aber heutige Patienten mit selber Versteifungsstrecke; die dürfen zumeist innerhalb von einer Woche nach OP vorsichtig (d.h. mit Keilkissen) wieder sitzen.
Gut, dass es das Sitzverbot nicht mehr gibt, denn das ist eine echte Quälerei weil ja alles aufs Sitzen ausgerichtet ist.

Viele Grüße,
Nina

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Es gibt Alternativen zur Versteifung
Hi,

ich habe beides. Versteifung L2/L3 und Bandscheibenprothesen L4-S1.

In wie weit man nach der Versteifung nicht sitzen darf, hängt maßgeblich von der Methode ab. Bei mir wurde mich Knochenspan versteift, damit wurde die Versteifung mittels Fixateur intern ersetzt. Das wurde alles nach einer Luxationsfraktur der Wirbelsäule notwendig, bei der die eine Bandscheibe völlg zerstört wurde.

Ich musste nach der VersteifungsOP ca. 3 Monate liegen oder stehen, sitzen war nicht. Das ist allerdings bereits 20 Jahre her, es mag heute bessere Methoden und/oder Therapiemassnahmen geben.

Die Alternative ist die Prothese. Wurden bei mir nach 15 Jahren unterhalb der Versteifung eingesetzt, da beide Bandscheiben weg waren. Ich könnte nicht glücklicher sein über diese Entscheidung, auch wenn es ein Kampf mit der privaten KK war, die Prothesen ins Reich der experimentellen Medizin verbannen wollte. Ich könnte ein Gutachten posten, bei dem sich jedem Mensch der über logisches Denkvermögen verfügt die Haare sträuben. Nach der Prothesen OP war ich ca. 1 Woche im Krkhs, am ersten Tag post OP leichte KG, nach 2-3 Wochen wieder im Büro mit 2-3x KG pro Woche.

Ob Prothesen bei Dir in Frage kommen, hängt massgeblich vom Zustand Deiner Restwirbelsäule ab. Sind die kleinen Wirbelgelenke i.O.? Wie ist die Knochensubstanz, der sonstige Verschleiss? Lass Dich nicht sofort abspeisen, sondern recherchiere selber im Netz, es gibt Tonnen von Informationen und schenke den Horrorberichten in manchen Foren nicht übermäßig viel Bedeutung. Ich habe über ein Jahr Infos gesammelt, bevor ichmich zu dieser irreversiblen OP entschlossen habe. Obwohl eine Prothese immer noch rausgenommen und durch eine Versteifung ersetzt werden kann. Anders herum ist wirklich Schluss.

Hoffe, dass Dir meine Erfahrungen etwas helfen.

Gruß
C.