Bandscheibenvorfall

_Hallo, ich mach mir große Sorgen.
Meine Freundin, 51 Jahre, ist am 8.11.10 wegen wahnsinnigen Rückenschmerzen ins Krankenhaus. Man hat einen Bandscheibenvorfall von 12 mm festgestellt.( Dritten Lendenwirbel)
Bisher hat sie 2 Schmerzspritzen in die Bandscheibe bekommen. Nun soll sie ab 26.11. zur Kur. Sie hat aber das gesamte linke Bein taub. Kann nur mit Krücke gehen, da sie sonst wegknickt. Dazu liegt sie noch auf der Inneren. Denke, dass das auch nicht richtig ist.
Gestern war ich bei meiner Physiotherapeutin zum Sport und die sagt, dass das so schnell, wie möglich operiert werden muss. Der Nerv ist sonst unwiderbringlich tot. Nach 4 Wochen Kur ist dann nichts mehr zu machen, da 12 mm sehr viel ist.
Bitte antwortet mir.
Liebe Grüße Gabi

sorry aber deine Physiotherapeutin ist ohne die genauen Befunde und Aufnahmen zu sehen nicht berechtigt so eine Aussage zu treffen.

Hallo Frazima,

da muß ich meiner Vorschreiberin recht geben. So eine Op-Aussage kann nicht gemacht werden.

Operiert sollte auch nur die letzte Möglichkeit sein. Das wird eher dann gemacht, wenn es Auswirkungen auf Blase und Darm gibt. Dann ist Eile geboten. Aber bis dahin ist es möglich, dass die Bandscheibe wieder zurückrutscht.
Ich kenne Patienten, bei denen dauerte die Taubheit mehrere Monate an und alles hat sich wieder regeneriert.

Sicher kann es sein, dass sie jetzt nicht auf der richtigen Station ist, Neurologie wäre hier wohl günstiger. Die gibt es aber nicht in jeder Klinik. Aber, Krankengymnasten gibt es auf jeder Station und diese sind auch alle auf diesem Gebiet ausgebildet. Ärzte…denke ich mal…auch, denn, Rückenprobleme sind sehr weit verbreitet, also auch auf der Inneren.

Ich denke auch, dass sie die Rückenprobleme schon länger hat, denn so ein Prozeß ist meist schleichend. Deshalb sollte sie jetzt auch mehr Geduld aufbringen. Alles kommt in einer gewissen Zeit und kann auch nicht auf Schlag wieder gehen, vielleicht in seltenen Fällen. Aber dann kommt es auch schnell wieder.

In der Zeit bis zur Reha, die ja schon nächste Woche beginnt, könnte sie ja schon mal aktiv sein und mit einer Krankgymnastin auf der Station Übungen zur Entlastung des Nerves beginnen. Das wäre ein Rat von mir, denn Spritzen alleine werden die Bandscheibe nicht zurückdrücken, dass macht die Muskulatur und eine verbesserte Haltung.

Inwieweit der Nerv jetzt komplett geschädigt ist, kann der Arzt am besten sagen. Aussagekräftige Aufnahmen wurden ja gemacht.

Oft sieht es bei einem akuten Bandscheibenvorfall schlimmer aus, als es ist, weil die Schmerzen so extrem sind und natürlich auch Ängste um die eigene Gesundheit auftreten. Denn, man hört ja auch so viel von anderen und auch von den Medien.

Also, wie schon oben erwähnt, wenn es Probleme mit Blase oder Darm gibt, ist das eine Indikation zur Op. Alles anderen Op-Überlegungen sollten genau überlegt werden.

Eine vorschnelle Op macht es nicht unbedingt einfacher. Erst einmal kann es Probleme mit Narbenverwachsungen geben und es ist auch nicht gesagt, dass sie dann ihr Rückenproblem los ist.
Denn, durch die Bandscheibenentnahme entsteht eine Lücke, die dann durch Muskeltraining stabil gehalten werden muß. Meine Erfahrung sagt mir aber, dass die meisten Menschen später nicht ausreichend trainieren und erneut dieses Problem, dann evtl. in einem anderen Ebene der Wirbelsäule, wieder auftritt und so kann es sich immer weiter fortsetzen.

Ich verstehe ja, dass sie ihre Beschwerden jetzt schnell loswerden will, wer wollte das nicht! Der Körper verlangt jetzt nach einer Auszeit und Regeneration, die sie ihm geben sollte, sonst gibt es kein Ende mit den Rückenbeschwerden.
In der Reha wird sie auch grundlegende Dinge lernen.

Alles Gute für Deine Freundin und vielleicht kannst Du ihr etwas von der Panik nehmen.
merkur3

Du hast schon Recht, aber das hilft mir mit meinen Sorgen auch nicht weiter.
Ich habe ihr schon gesagt, dass sie sich eine zweite Auskunft von einem Neurolgen geben lassen soll.

Hallo Merkur,
ich danke Dir für Deine ausführlche Antwort. Wie ich schon geschrieben habe, mach ich ihr den Vorschlag einen Neurologen hinzuziehen zu lassen. Hat bisher noch keiner drauf geschaut.
Man sorgt sich eben. Sportlich ist sie sehr aktiv.
Falls Du auch Feiertag hast, wünsche ich einen schönen.
Danke Gabi

Hallo Gabi,

eine zweite Meinung einholen ist immer gut. Es ist ja auch ganz wunderbar, dass Deine Freundin Dich hat. Denn, oft ist es leider so, dass der Patient sich um alles selbst kümmern muß, obwohl er mit seinen Beschwerden kaum dazu in der Lage ist. Und dann kann auch so einiges schief laufen, aber es läuft auch vieles gut ab. Man spricht eben meist nur von mißlungen Behandlungen.

Innerlich war ich gerade etwas aufgeregt, dass Therapeuten aus der Ferne diese Panikmache betreiben. Der Patient ist sowieso schon im Stress und dann wird er dadurch so angestachelt, Ängste und Symptome werden verstärkt. Das ist nicht hilfreich.

Alles in Ruhe angehen, denn es eilt ja nichts. Bandscheibenprobleme sind chronische Angelegenheiten und benötigen ihre Zeit.

Es freut mich, dass Deine Freundin sportlich ist, dann übt es sich vielleicht leichter.

Dennoch muß ich Dir dazu sagen, dass trotz ihrer Sportlichkeit, in der LWS eine Instabilität bestehen könnte, sonst würde die Bandscheibe ja nicht verrutschen. Vielleicht betreibt sie ja auch eine Sportart, die ungünstig für die LWS ist oder diese gar nicht dabei miteinschließt.

Es gibt aber auch noch andere Ursachen für Bandscheibenvorfälle. Die kann aber nur der behandelnde Arzt,durch einen genauen Befund, herausfinden.

Liebe Grüße und einen schönen freien Tag
Angeli

Hallo,

ich möchte mich meinen Vorrednern nicht in allen Punkten anschließen.

Zu klären… und zwar durch einen Neurologen oder Neurochirurgen… ist zunächst, ob eine Lähmung (Kraftminderung) im Bein vorliegt. Ich nehme an, dass hat die Physiotherapeutin vor Ort bereits getestet, und drängt deshalb zur Op. Wenn sich eine Lähmung bestätigt, dann ist damit zumindest eine relative OP-Indikation gerade bei sonst fitter Patientin gegeben. Auch gibt es heute recht schonende Verfahren endoskopischer Art.

Liegen höhergrade Lähmungserscheinungen vor oder gar Probleme beim Stuhlgang und Wasserlassen, dann ist die Indikation zur OP nochmals höher zu werten.

Ich glaube auch, der richtige Schritt ist es, einen Neurologen oder Neurochirurgen zu involvieren und mit diesem genau zu besprechen, welche Ausfälle vorliegen.

Bei Schmerzen und sehr geringen Lähmungserscheinungen kann man auch unter engmaschiger Kontrolle und medikamentöser und physikalischer Schmerztherapie zuwarten.

Die Größe des Bandscheibenvorfalls ist nicht unbedingt ausschlaggebend. Der eine hat mehr Platz im Spinalraum, der nächste ich dort schon Verengungen auf Grund von degenerativen Veränderungen… auch spielt die Lage des Bandscheibenvorfalls eine Rolle. Darum… eine entsprechende Beurteilung kann man nur in Zusammenschau der klinischen und technischen Befund erheben.

Viele Grüße,
(B)Engel

Ich nehme an, dass hat die
Physiotherapeutin vor Ort bereits getestet, und drängt deshalb
zur Op.

Öhm nö das ist die Physiotherapeutin der Fragestellerin, es geht um dessen Freundin, die eigentliche Patientin war nicht vorstellig.

Da ihr weder die richtigen Befunde noch Aufnahmen (CT, MRT etc) bekannt sind ist es sehr gewagt so eine These aufzustellen von der Physiotherapeutin.

2 „Gefällt mir“

ah Denkfehler… :smile:

Öhm nö das ist die Physiotherapeutin der Fragestellerin, es
geht um dessen Freundin, die eigentliche Patientin war nicht
vorstellig.

Da ihr weder die richtigen Befunde noch Aufnahmen (CT, MRT
etc) bekannt sind ist es sehr gewagt so eine These
aufzustellen von der Physiotherapeutin.

Ah… zwei Schritte zu viel für mich gewesen… :smile:

Hallo Angeli,
habe mich gerade sehr über Deine netten Zeilen gefreut. Ich antworte erst so spät, da wir Nachmittag walken und heute Abend zum Tanzkurs waren. ( machen wir schon 14 Jahre )Das sind die Sportarten, welche wir immer zusammen machen.
Ja, eine richtige Freundin ist wirklich was wert! Ich habe mir dieses Jahr die Schulter gebrochen und das auf dem Petersdom in Rom. Ohne sie wäre ich ganz schön erschossen gewesen.
Vielen Dank und noch einen schönen Abend.
Liebe Grüße Gabi

Hallo

Man sagte mir mal, Grund für eine schnelle Bandscheiben-Op seien sogenannte neurologische Beschwerden.
Eine Lähmung ist danach also ein guter Grund.
Die Schmerzen können auch ohne Lähmung entstehen.
Ich wunder mich, warum nicht sofort nach der Diagnose operiert wurde.
Vielleicht gibt es Hindernisse für einen Erfolg?
Über die Erfolgsrate einer solchen Operation und auch dazugehörig, die Überlebens- und auch Heilungschance kann ich aber nichts sagen.
Es mag auch verschiedene Arten von Operationen geben.
Hört sich bei mir nach Rollstuhl an, sorry.(Hinweis: Bin Laie)
Reha-Maßnahmen(wieso Kur?) sind gut, aber wenn da grobe mechanische Defekte sind, nützen Reha-Maßnahmen eigentlich nicht besonders, vermute ich.

MfG
Matthias

Hallo,

nein, die Lähmung ist kein Grund. Es gibt Patienten, die Monate z.B. ihr Bein hinterherzogen und jetzt wieder ganz normal laufen können.
Das sind Klinik- und Praxiserkenntnisse.
Rollstuhl…vielleicht mag es das geben, hatten wir noch nie.

Angst verbreiten, ohne wirklicher Erkenntnisse, ist nicht hilfreich.

Sie zieht einen Neurologen hinzu und der wird entweder bestätigen oder nicht.

Gruß
merkur3

1 „Gefällt mir“

Hallo

Angst verbreiten wollt ich nicht…
Wie wärs mit Panik?
Also ich hab jedenfalls nichts erfunden. Ein Bandscheibenvorfall und auch eine Operation sind gefährlich, wieso drumherumreden? Tu mal Massage?
Aber das mit dem Neurologen erscheint mir auch sinnvoll.

MfG