Hallo liebe Wissende,
habe einen Bandscheibenvorfall (Prolaps L4/5). Es war kein plötzlicher Vorfall bei einer spontanen Bewegung, sondern ich hatte schon den ganzen Sommer wandernde Schmerzen, die mich mittlerweile hauptsächlich nachts vom Schlafen abhalten, weil ich mich nur unter Schmerzen umdrehen kann. Tagsüber, wenn ich mich bewege, wird es besser, bin aber nie schmerzfrei. Es sind drückende, brummende Schmerzen, aber nicht solche, bei denen man augenblicklich zusammenbricht und gar nichts mehr tun kann. Die Schmerzen ziehen zwar ins Bein, hatte bis jetzt aber noch keine Lähmungserscheinungen.
Mein Orthopäde hat sich die Bilder aus der Röhre angeschaut und gemeint, es käme nur eine OP in Frage. Ich habe irre Angst vor einer OP.
Jetzt meine Frage an Euch:
Wer hatte ähnliches und hat es ohne OP in den Griff bekommen???
Was gibt es noch für Möglichkeiten???
Ich weiß einfach nicht, wie ich mich entscheiden soll und vielleicht helfen mir Erfahrungen anderer bei der Entscheidungsfindung.
Vielen Dank schonmal und viele Grüße
Andrea
Liebe Mitbetroffene,
sollten es Zeit und Schmerzen erlauben, dann lass’ unbedingt noch weitere Fachleute deinen Rücken ansehen. Operiert wird ja heutzutage nur noch in Ausnahmefällen, oft kann eine spezielle Gymnastik Besserung bringen. Gymnastik, Wärme, richtige Körperhaltung - viel mehr Möglichkeiten sind mir bei Bandscheibenvorfall nicht bekannt.
Weiterhin stünde evtl. noch Homöopathie als Zusatzmaßnahme zur Verfügung.
Von den hier lesenden und schreibenden „Alleswissern und Alleswisserinnen“
wird niemand für deinen speziellen „Fall“ Rat geben können, sondern nur allgemeine Ratschläge erteilen.
Soweit mir bekannt, sollte sehr genau abgewogen werden, ob eine Operation WIRKLICH erforderlich ist.
Welche Dinge überwiegen? Die derzeitigen Beschwerden oder die Risiken und Nebenwirkungen, die eine solche Operation mit sich bringt? Denn soweit ich weiß, gibt es selbst nach einer Operation nicht selten Vernarbungen, die dann wiederum zu Schmerzen führen können.
Ob diese Beschwerden schlimmer sind oder gleichwertig mit den Beschwerden VOR einer solchen Operation, das kann ich nicht beurteilen.
Alles Gute für dich!
Hi
Ich habe auch einen leichten Bandscheibenvorfall.
Hat ebenso wie bei Dir begonnen. Nicht plötzlich, sondern schleichend. Ausstrahlung bis in die Füße runter, Schmerzen beim Umdrehen und auch sonst ständig mehr oder weniger starke Schmerzen.
Sowohl mein Orthopäde als auch mein Hausarzt meinten, daß eine OP heutzutage nur in Extremfällen gemacht wird. Also wenn man tatsächlich vor Schmerz nicht mehr krauchen kann oder so ähnlich 
Jedenfalls habe ich bereits eine Therapie mit Ultraschall, Strom und Moorpackungen hinter mir.
Ich mache verstärkt Bewegung, fahre am Heimtrainer, habe einiges an Gewicht verloren, behandle mich abends mit Wärme und es geht mir schon viel besser.
Im Büro stehe ich immer wieder auf und gehe „spazieren“. Meine Kollegen sind es mittlerweile schon gewöhnt, daß ich immer wieder mal im Stehen telefoniere.
Nächste Woche geht es für drei Wochen auf Kur, da hoffe ich auch die restlichen Schmerzen in den Griff zu bekommen.
Was gibt es noch für Möglichkeiten???
Ich würde mir auf jeden Fall ein zweite Meinung einholen.
Gruß
Edith
Hallo Andrea,
gute Erfahrung hat man wohl mit der Fachklinik Enzensberg
gemacht (ich war auch schon dort).
Man kann sich dort auch akut einweisen lassen.
Zumindest kann man dich dort gründlich untersuchen und
wird dir dann Therapievorschläge machen können.
Alles Gute
LG
D
Hallo Andrea,
ich hatte zwei Prolapse bei L2/L3 und L3/L4. Geholfen hat mir nach vielem erfolglosem Experimentieren des Orthopäden und des Physiotherapeuten nur drei radixnahe Depots von kristallinem Cortison CT-unterstützt durch den Radiologen.
Machte danach MedX bei Kieser und anschließend bis heute Rückentraining daselbst. Das ist nun gute drei Jahre her. Nahezu schmerzfrei, muss aber auf die Qualität der Betten außer Haus sehr achten.
Gute Besserung
Hi Andrea,
wie meine Vorschreiber es schon schrieben:
Zweite Meinung einholen
Wärme, 90° Lagerung, Entspannungsübungen, Krankengymnastik, Massagen (je nachdem was dir guttut)
Chiropraktiker
Bei mir half das mal Wunder, denn meine Bandscheibenvorfall kam eigentlich nur von einer Fehlhaltung infolge einer Zerrung der Rückenmuskeln - ein wirklich guter Chriopraktiker würde dich auch nicht einfach einrenken und die Gefahr einer Verschlimmerung eingehen.
Kieser kann ich - nach der Besserung - auch emfpehlen.
Um eine OP kommst du nicht herum wenn der zweite oder dritte Arzt dies auch empfiehlt. Aber laß es dir ganz genau zeigen und erklären auf dem CT Bild. Und by the way - außer das nach der OP der Nerv noch etwas „singend weh tut“ und die OP Narbe schmerzt, ist das nicht wirklich schlimm. Das Schlimmste ist die OP Vorbereitung und der Gedanke was die an deinem Rücken machen werden. Ich habe ne OP seit 7 Jahren hinter mir und mir geht es seitdem sehr gut - keine Schmerzen mehr! Das Schlimmste waren auch die eigenen Nerven die man ließ, aufgrund der ständigen und zermürbenden Dauerschmerzen durch den Vorfall.
Gruß
Helena
Alles ist möglich
Hi,
beides ist möglich, Heilung ohne OP mit den schon vorgenannten Möglichkeiten wie Sport und krankengymnastischen Maßnahmen, aber auch eine OP kann angeraten sein. Bei Lähmungserscheinungen z.B. gibt es manchmal dann doch keine andere Möglichkeit als eine minimalinvasive OP. Da bist Du nach 1-2 Wochen wieder arbeitsfähig und nach 6 Wochen wieder fast vollständig belastbar.
Mehrere Meinungen einholen von verschiedenen Fachleuten, Neurochirurgen, Orthopäden, etc. pp.
Ich habe mir gegen den rat von vielen zwei Bandscheibenprothesen einsetzen lassen, zusätzlich zu einer bereits vorhandenen Versteifung. Übrigens hat man mir hier im Forum gesagt, dass eine Versteifung eine Kontraindikation sei. Soviel zur Fachkenntnis von einigen selbsternannten Fachleuten hier.
In meinem Fall konnte mir aber kein Arzt eine Alternative aufzeigen die ich noch nicht erfolglos ausprobiert hatte, daher habe ich mich zur OP entschlossen. Nach 3 Wochen war ich wieder im Büro und nach einem halben Jahr bin ich fast komplett schmerzfrei. Selten bin ich Morgens noch ein bisschen steif. Aber der Gewinn an Lebensqualität ist unbezahlbar. Ob ich in 20 Jahren die Dinger erneuern muss ist mir jetzt völlig egal. 1. weiss kein Mensch was in 20 Jahren alles möglich ist und 2. kennt keiner die Lebensdauer der Prothesen, weil es keine langzeiterfahrungen gibt.
Laß Dich also nicht verrückt machen und fälle Deine Entscheidung nach ausreichender Recherche und Information bei verschiedenen Ärzten. Falls Du Dich operieren läßt informiere Dich und wähle genaustens den Arzt der die OP machen wird, genau wie Du sorgfältig das Krankenhaus aussuchen solltest.
Gruß und viel Erfolg
C.
Hallo,
mein Tipp:
physikalische Therapie: Fango, Massage 3x/ Woche mit 1 Tag Pause
Physiotherapie: Rückenschule, Schlingentisch, Kräftigung Rückenstrecker und Bauchmuskulatur. Unter pofessioneller Anleitung 2x / Woche und jeden Tag selber 30 Minuten zu Hause
Am Anfang bitte gerne Schmerz- und muskelrelaxierende Medikamente.
Nach etwa 1/2 bis 3/4 Jahr sollte es deutlich besser gehen. Ich selbst war nach 2 Jahren anhaltend beschwerdefrei.
Eine OP ist erst dann UNUMGÄNGLICH und SOFORT durchzuführen, wenn neurologische Ausfälle auftreten: Kribbeln im Bein, Taubheitsgefühl und Versagen der „Wasser - Land - Trennung“ (D.h. beim Stuhlgangpressen kommt unwillkürlich Urin mit).
Und eine Bitte: Der Bandscheibenvorfall fällt in ein Grenzgebiet: Orthopädie oder Neurochirurgie? Ich würde den Neurochirurgen vorziehen, der hat das feinere Instrumentarium. Wie gesagt, meine persönliche Meinung. Übrigens ist das Diagnostikum der Wahl das MRT (Kernspin) und nicht das CT.
Gruß
Dr. W. Evermann
Hallo,
ich hatte auch schon einen Bandscheibenvorfall an L4/5 allerdings schon vor 11 Jahren.
Bei mir hat es auch langsam angefangen und war zeitweise wieder verschwunden bis es nach einem Hausputz akut wurde.
Geholfen hat mir eine dreiwöchige Teekur mit Teufelskralle, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt. Damals gab es noch keine Kapseln. Zusätzlich habe ich noch Vitamin-B-Komplex genommen.
Bei Akutstadium habe ich 2 x täglich von eine Krankenschwester Schmerzmittel gespritzt bekommen, Massagen mit Fango, Streckbank - heute verwendet man eher spezielle ausziehbare Therapietische um die Wirbelsäule zu dehnen. Das zog sich alles einige Monate hin.
Dann habe ich mich doch entschlossen, den damals noch ganz neuen minimal-invasiven Eingriff mit örtlicher Betäubung machen zu lassen. Hatte leider zu hohe Beckenknochen, dass man an die Bandscheibe nicht herankam und war diese schon sehr dünn. Also eigendlich kein Erfolg.
Vor dem Eingriff wurde jedoch ein Rötgenkontrastmittel in die Bandscheibe gespritzt, was diese etwas aufgebläht hat und damit waren die Schmerzen erst mal weg. Dann habe ich noch über 6 Wochen ein speziell angefertigtes Stützkorsett getragen.
Jetzt bekomme ich nur noch Schmerzen wenn ich zu viel Streß habe.
Am schlimmsten waren die Schmerzen und die psychischen Probleme. Alle haben mich damals für verrückt erklärt, weil ich mich an der WS operieren lassen wolle. Aber die hatten nicht die Schmerzen. Nur eine Frau aus einem Bettenhaus, wo wir eine neue Matratze kaufen wollten , hat mir zugeraten, weil sie selbst operiert worden war.
Lass Dich nicht zu schnell operieren, probiere erst andere Möglichkeiten aus und suche Dir Hilfe für Deine Psyche. Mit den Schmerzen geht ein veränderter Stoffwechsel der Neurotransmitter einher, welche auch die geistigen Prozesse verändern und eine Menschen in eine tiefe Krise stürzen können. Dies ist den Ärzten wahrscheinlich nicht bewußt. Es gelang mir erst ein Jahr danach im Rahmen eine Kur eine psychologische Behandlung zu bekommen. Mir wäre viel Leid erspart geblieben, wenn damals gleichzeitig zur Behandlung eine psychologische Betreuung erfolgt wäre.
Gruß Kerstin
Hi,
Soviel zur Fachkenntnis von einigen selbsternannten Fachleuten
hier.
Ob
ich in 20 Jahren die Dinger erneuern muss ist mir jetzt völlig
egal. 1. weiss kein Mensch was in 20 Jahren alles möglich ist
und 2. kennt keiner die Lebensdauer der Prothesen, weil es
keine langzeiterfahrungen gibt.
also deine Meinung würde ich nach dem was du hier so von dir gibts nicht mal in die Liste der möglichen Lösungen für ein Problem aufnehmen.
Grüße,
J~
Hallo Andrea,
guck mal hier:
http://www.biokinematik.de/Allgemeines/Einleitung.html
Klick Dich mal durch die verschiedenen Themen. Ist natürlich viel zu lesen, aber sehr interessant und aufschlußreich.
Gruß
Stefanie
Hi,
also deine Meinung würde ich nach dem was du hier so von dir
gibts nicht mal in die Liste der möglichen Lösungen für ein
Problem aufnehmen.
Das bleibt Dir unbenommen, deswegen habe ich ja auch nur meine Meinung geäußert. Ich hätte auch noch viele Jahre mit Schmerzmitteln leben können. Wäre auch ein Lösung gewesen, stimmt. Um als pseudowissenschaftlich gelten zu können, hätte ich meine Antwort nicht so allgemeinverständlich wiedergeben dürfen. der Tenor ist aber der gleiche wie der der Aussagen von ca. 10 Ärzten von denen eigentlich keiner damit rechnen durfte mich zu operieren.
Sind die nun auch alle unfähig fragt sich langsam zweifelnd
Ich hätte aber auch schreiben können, dass
a. im besten Fall die Prothesen den Rest meines Lebens halten
b. im wahrscheinlichsten Fall die Kerne der Prothesen in einer OP ausgetauscht werden müssen
c. im schlimmsten Fall die Prothesen kaputt gehen und die Segmente versteift werden
Oder ganz anders, man vielleicht in 20 Jahren ganz andere Methoden verwendet um solche Schäden zu beheben. Bei der Innovationsgeschwindigkeit der Medizin insb. der Prothetik ist mir da gar nicht so bange.
Viele Grüße
C.
Vielen Dank, seid mir eine große Hilfe gewesen.
o.w.T.