Ende Dezember 2005 erlag ich einem schweren Bandscheibenvorfall im Bereich L5/S1. Folge waren natürlich starke Schmerzen im Bein aber auch eine Lähmung/Fußheberschwäche. Die Schmerzen sind weitgehend zurückgegangen, die Lähmung besteht nach wie vor.
Bisher wird mir mit Akupunktur und konservativer Krankengymnastik versucht zu helfen.
Meine Frage nun: Ist damit alles getan oder gibt es auch noch andere Methoden? Einer OP (zu der mir auch mehrfach geraten wurde) möchte ich in jedem Fall aus dem Weg gehen.
Hallo Christian! Erstmal Gute Besserung! Ich rate Dir zu einem Osteopaten zu gehen. Die haben „Goldene Hände“. Das geht in die Richtung Heilpraktiker u. Orthopäden. eine Behandlung kostet ca. 50.- Euro, die Kasse zahlt nix. Manche Patienten sind für immer nach 5-6 mal schmerzfrei (nicht immer geheilt), u. manche bleiben dann monatlich 1 mal dabei.Ich kenne 2 Patienten, die verzweifelt waren, und jetzt wieder ins Leben zurückgefunden haben. Das wünsche ich Dir auch! Gruß Erika
Ich kann Erika nur beipflichten. Seit ich ein Osteopath mich „abgehorcht“ hat, geht es stetig bergauf. Ich hab da allerdings auch vieles in Kombination ausprobiert… und Therapeut + Patient sollten nicht allzu schnell aufgeben, es kann u.U. ne Weile dauern, bis die richtigen Griffe gefunden sind (von daher, nicht unbedingt den ERfolg wie von Erika beschrieben sofort erwarten - ich hab jetzt 12 Sitzungen hinter mir und bin einigermaßen „gut“ drauf, was meinen Rücken angeht, aber lange nicht schmerzfrei!).
Übrigens kann man mit einigen Therapeuten sprechen, was die Kassenübernahme angeht.
Gruß und gute Besserung
Demenzia
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ich hoffe, Du bist dem BSV nicht erlegen sondern hast diesen erlitten… (konnte ich mir nicht verkneifen).
Wenn weiterhin eine Lähmung besteht, verstehe ich die Vorgehensweise nicht ganz - eine Lähmung muß immer angegangen werden. Im Vergleich zur gesunden Seite - wie hoch kannst Du denn den Fuß heben ?
Die effektivste Möglichkeit ist eine sog. „perineurale Umflutung“ unter CT-Kontrolle. Hierbei wird an die Nervenwurzel ein Gemisch aus Cortison und Anaesthetikum verabreicht. Dies bewirkt u.a. ein Shrinking der Bandscheibe, so dass der Druck von der Nervenwurzel genommen wird. Kein Arzt in der Praxis wird das Medikament so nahe und exakt an den Nerv bringen, wie mit dieser Methode. Die Erfolge sind (zumindest bei uns) hervorragend.
Verschwiegen werden soll aber nicht, dass dies die letzte konservative Methode der Therapie ist. Schägt dies nicht an, bleibt nur die OP, wobei diese auch wieder Komplikationen mitbringen KANN (Stichwort: Vernarbung, Post-Nucleotomie-Syndrom).
Also - ich würde da keine Zeit verplempern und mich in Behandlung begeben.
Gruß, Jürgen
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hallo Christian,
nicht nur die Vergleichsstatistik mit anderen Ländern sagt, in Deutschland wird zu oft operiert (bei Bandscheibenvorfällen). Auch die Erfahrung mit diesen „hartnäckig unblehrbaren“ unter den Patienten, die sich partout nicht operieren lassen wollen, zeigt,es gibt auch andere Möglichkeiten.
Wenn allerdings Deine Symptome auch Harnverhalt und Zunahme der Lähmungen beginnen sollten zu zeigen, dann kommst Du wirklich nicht um eine OP herum.
Die Fußheberschwäche weist auf die Wurzel L5 als beschädigt hin. Wäre es S1, könntest Du Dich nicht mehr mit (ebensoviel wie auf der gesunden Seite) Kraft auf die Zehenspitze stellen. Bei L5/S1-Vorfall wäre das wahrscheinlich die nächstfolgende Verschlechterung, falls eine eintritt, weil das Bandscheibenstückchen etwas tiefer rutscht.
Erstmal - übe die Fußhebung bewußt aktiv, und zwar am besten im warmen Wasser. Dadurch forderst Du die noch nicht beschädigten Fasern von L5 zu Aktivität auf und die beschädigten zu Reparatur. Wasser, weils da leichter geht und Du dieselbe Übung öfter machen kannst, und auf die Häufigkeit kommt es mehr an als auf die Kraft.
Die Idee mit osteopathischer Therapie halte ich für eine wahrscheinlich gute, verstehe aber nicht genug davon, um mich da eindeutig zu äußern.
Gute Besserung und Gruß, I.