Vor fünf Tagen wurde bei mir ein Bandscheibenvorfall 4./5. Wirbel
festgestellt, zeitgleich ging eine Fußhebeschwäche (re.) damit einher.
Merkwürdigerweise habe ich keinerlei Schmerzen, sondern fast nur
diese nervliche Beeinträchtigung. Mein Chiropraktiker sagt, dass ich in den nächsten Tagen zusehen muss, dass ich den Fußheber trainiere,
soweit dies möglich ist, damit eine evtl. OP vermieden werden kann,
außerdem muss ich mich natürlich schonen, also keine langen Spazier-
gänge, möglichst wenig sitzen, viel kühlen und wenn möglich Stufenlage,um den beeinträchtigten Nerv zu entlasten.
So versuche ich mit einem Gummiband immer wieder den Fuß gegen Wider-
stand zu ziehen, dass ist wirklich schwer und bisher kann ich subjek-
tiv gesehen keine Besserung feststellen, die Kraft liegt bei noch ca.
30%. Hat irgendjemand ähnliches erlebt und kann mir noch weitere An-
regungen geben, was ich noch alles tun kann, um diesem Zustand entge-
genzuwirken oder noch besser die Fußhebekraft wieder so zu stärken, um
letztendlich einen Normalzustand herzustellen ???
Vielen Dank!
Hallo—
aalso
Wenn ich das was du sagst mal so lese, fallen mir spontan ein paar Dinge ein. 1.) Du pickst aus einem ausführlichen Gespräch ein paar Sachen heraus, wie du sie gerne hättest. 2.) Du hast erfahren, dass du operiert werden musst, und hast nach einem alternativen Handaufleger gesucht, in der Hoffnung…
3.) Dieser dein Chiropraktiker hat seinen Schein irgendwo gekauft, hat null Ahnung und /oder ist geldgeil.— oder was ganz anderes. Denn:
Wie auch immer:
Die Fussheberschwäche ensteht dadurch, dass der motorische Teil der entsprechenden Nervenwurzel so beeinträchtigt ist, dass du quasi eine Lähmung hast.Du solltest sehr schnell operiert werden. Ganz ganz entfernt, kannst du das mit einer Teilquerschnittlähmung vergleichen, aber wie gesagt ganz entfernt!!
Und wenn die verruschte „BAndscheibe“ nur lange genug auf diesen Nerven drückt, geht er ganz kaputt und dir bleibt diese Lähmung.
Stufenbett ist eine homöopathische Hilfe und hilft manchmal gegen Schmerzen, aber die Lage, die einigermaßen was bewirken könnte, hält sowieso niemand aus…
Das was dir vorgeschlagen wird, bzw. so wie du das geschrieben hast, eine Lähmung zu trainieren, ist in meinen Augen ein Käse! Ehrlich. Wurde es wirklich genauso gesagt??? Wenn es so war, könntest du sogar… Wenn der Nerv freigelegt wurde, dann kannst du trainieren, aber nicht vorher.
An deiner Stelle würde ich morgen den Orthopäden oder Neurochirurgen aufsuchen, damit die Bandscheibe operiert wird. Sehr elegant sieht der Schritt nämlich nicht aus, wenn du auf den Boden klatscht und beeinträchtigt bist du auch.
Mein NCH-Wissen liegt schon ne Zeit zurück, vielleicht tummeln sich hier noch andere NCHler, die mich korrigieren müssen.
Jedenfalls alles Gute
gruss rico
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Hallo Hortenzia,
ich ergänze mal ein wenig das was Rico geschrieben hat, um es dir womöglich verständlicher zu machen.
Vor fünf Tagen wurde bei mir ein Bandscheibenvorfall 4./5.
Wirbel
festgestellt, zeitgleich ging eine Fußhebeschwäche (re.) damit
einher.
das heißt das ein Teil deiner Bandscheibe so verschoben ist, da´dabei ein Nerv komprimmiert wird, sodaß ein Teil des Nervens nicht mehr arbeiten kann.
So einen Spinalnerven kannst du dir vorstellen wie einen Kabelkanal im Haus. In einer relativ festen Umhüllung finden sich einzelne "Kabel"stränge mit unterschiedlichen Funktionen.
Einer der Stränge meldet Empfindungen aus dem Körper nach oben, also zum Beispiel Schmerz oder Kribbeln oder oder oder. Dieser scheint nicht beeinträchtigt zu sein.
Ein anderer der Stränge gibt den Befehl deines Gehirns an deine Muskeln weiter, sich zusammenzuziehen. Das heißt wenn dieser beeinträchtigt ist, dann sagt dein Gehirn zwar - Fußheber hebe den Fuß - aber dieser Befehl geht nur bis zu der Stelle im Rückenmark, die beeinträchtigt ist und kommt nicht beim Muskel am Fuß an.
Du erkennst das Problem? Da nutzt es nicht Muskelkraft zu trainieren, denn diese fehlt jetzt am Anfang noch nicht.
Das heißt dein Eindruck du hättest noch 30% Muskelkraft bedeutet eher, daß (nur als Gedankenspiel) noch 30% der Muskelfasern dieses Muskels mit Befehlen versorgt werden und deshalb die anderen gar nicht mehr reagieren.
Das heißt, was passieren muß, ist den Druck der Bandscheibe von dem Nervenkanal wegzunehmen.
Früher wurde da sehr schnell operiert, mittlerweile werden andere Sachen bevorzugt. Allerdings kann ich und auf Entfernung nicht sagen, was du günstiges tun kannst.
Bitte geh bald (morgen!) entweder zu einem anderen kompetenteren Kollegen oder zu einem guten Physiotherapeuten oder nochmal zu deinem Arzt und laß dich beraten, dir Übungen zeigen, dich massieren oder oder oder.
Je länger du einfach abwartest, desto größer ist dein Risiko das der Nerv dauerhaft geschädigt bleibt.
Gruß und gute Besserung
Kerstin
Hallo
bin kein Neurochirurg, ich weiß aber, dass wir solche Ausfallerscheinungen als akuten Notfall auch nachts operieren
Da geht es um Stunden und nicht um Tage. Je länger die Schädigung, um so wahrscheinlicher ist ein bleibender Schaden.
Bei dir geht es erst einmal um eine gute Diagnostik und eine zeitgerechte Therapie.
Ab in eine Klink mit Neurochirurgie (Orthopädie ne ne)
Gruß Jens
schönen Gruß auch an deinen „Chirotherapeuten“
Hallo Hortenzia,
wie Du ja selber gemerkt hast, geht ein Bandscheibenvorfall nicht zwingend mit einem Schmerzereignis einher.
Wie rico schon geschrieben hat, hat Dein Chiropraktiker -mal ganz vorsichtig gesagt- nicht seinen besten Tag gehabt.
Wenn man mal Dein Krankheitsbild mit einem Auto mit leerem Tank vergleicht, so kannst Du stundenlang den Anlasser betätigen - er wird nicht anspringen. Nebenbei wird die Batterie leer.
Analog zu Deinem Problem bedeutet das, dass Du den Fußheber nicht trainieren kannst, da die motorischen Fasern des Nerven gereizt sind.
Die Bandscheibe ist jetzt so weit in den Rückenmarkskanal vorgefallen, dass eine Kompression der Nervenwurzel vorzuliegen scheint. Dies führt zu einer Entzündungsreaktion und einem Anschwellen dieser Wurzel, die sich dadurch im knöchernen Austrittsloch „einklemmen“ kann - sog. „Mononeuritis“.
Wie und wo ist denn dieser Vorfall festgestellt worden ?
Ist eine Kernspintomographie gemacht worden ?
Früher sagte man, dass bei einem Bandscheibenvorfall „die Sonne nicht untergehen darf“. Heute wetzt man die Messer nicht mehr so schnell, wobei es immer Ausnahmen gibt.
Ein Gang zum Orthopäden MORGEN ist dringend zu empfehlen ggf. zu einer Klinik mit Orthopädischer Ambulanz.
Man kann erstmal versuchen, unter CT-Kontrolle eine sog. „Perineurale Umflutung“ zu machen, also die Nervenwurzel mit einem Corticoid zu umspülen. Oft kann durch diese Therapie eine OP vermieden, zumindest hinausgezögert werden.
Je nach Schweregrad des Vorfalls und ggf. Sequesterbildung ist aber eine OP denkbar.
Gruß, Jürgen
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Hallo Jens,
wir wollen doch keine Grabenkämpfe zwischen Orth und NCH anzetteln… 
Natürlich empfiehlt sich keine „Feld-Wald- und Wiesenorthopädie“. Die Abteilung sollte schon eine Wirbelsäulenabteilung haben.
Wie Du ja weißt, wird nicht jeder NPP stante pede operiert. Es gibt eben „solche und solche“.
Eine klare Diagnostik -wie Du ja sehr richtig geschrieben hast- ist unumgänglich.
Gruß, Jürgen
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Sorry,
für mich gehört solch ein Krankheitsbild in die Hände der NCH.
So weit ich weiß, wir der Facharzt für Traumatologie und Orthopädie jetzt auch zusammengeführt. (Ich weiß auch, dass es von Ärztekammer zu Ärztekammer unterschiedlich sein kann…)
Aber diese Zusmmenlegung zeigt auch die Richtung in der das Betätigungsfeld zu sehen ist.
Gruß Jens