Guten abend,
danke für deine Antwort! Ich verstehe die Aussage mit dem
Bilanzleser allerdings nicht. Was hätte denn ein KI für
Vorteile davon, dass es bei der EZB weniger Verbindlichkeiten
hat und dafür bei Kunden/Anlegern mehr?
Kundeneinlagen sind deshalb „besser“ als andere (Fremd)Finanzierungsmittel, weil sie davon zeugen, daß das KI „richtiges“ Kundengeschäft betreibt. Es waren ja gerade die Institute, die eben nicht über nicht über ein stabiles Privatkundengeschäft mit entsprechenden Einlagen verfügen, die in Deutschland als erstes in Schwierigkeiten kamen: IKB, Landesbanken, HRE. Diese finanzierten sich vor allem über den Kapitalmarkt und/bzw. über andere Kreditinstitute.
Außerdem sind Kundengelder in der Regel günstiger als EZB-Mittel, was auch positiv ausgelegt wird, auch wenn die Kundeneinlagen derzeit gelegentlich auch mal teurer sind (was ja Anlaß Deiner Frage war).
Und noch zwei Fragen zur Verdopplung des Finanzierungsvolumens
(woher hast du diese interessante Information?):
Von der Internetseite der EZB: http://www.ecb.eu/stats/monetary/res/html/index.en.html
Ist es so, dass die KI bei der EZB Kredite aufnehmen, um die
hohen Abschreibungen „auszugleichen“, die in den letzten
Monaten angefallen sind?
Nein, Abschreibungen sind nur eigenkapital- aber nicht liquiditätswirksam, d.h. wegen der Abschreibungen braucht man kein neues Geld. Die Liquidiät von der EZB wird benötigt, weil die Institute sich untereinander kein Geld mehr leihen und überschüssiges Geld - sofern vorhanden - lieber bei der EZB anlegen. So stehen den 400 Mrd. neuer Liquidität derzeit rd. 200 Mrd. Geldanlagen bei der EZB gegenüber.
Akzeptiert die EZB Anlagegelder von Anlagern als Sicherheiten
bei der Kreditvergabe oder was wären Beispiele für
Sicherheiten, die die EZB akzeptiert?
Es handelt sich dabei im Regelfall um Wertpapiere. Die vollständige Liste der derzeit akzeptierten Papiere gibts hier:
https://mfi-assets.ecb.int/dla_EA.htm
Ratinguntergrenze ist derzeit m.W. A.
Gruß
Christian