Banken und Existenzgründungen

Hallo,
hatte heute einen Termin bei meiner Hausbank bezüglich Existenzgründung. Dabei stellte ich meine Geschäftsidee anhand von div. Unterlagen 1,5 Stunden den beiden Mitarbeitern der Bank vor und kam am Schluß auf die Finanzierungsfrage. Diese wurde in dem Gespräch ca. 10 Minuten abgéhandelt wobei es eigendlich nur um die Fragen ging: „Wieviel Geld und wieviel Eigenkapital/Sicherheiten“. Natürlich zu wenig wobei dann auch prompt die Antwort kam das ganze aus diesem Grunde nicht machbar wäre.
Was ich eigentlich damit sagen möchte ist, dass mein „Gesabbere“ von wegen gute Idee und so eigendlich null Eindruck hinterlies und es letztlich nur um harte Fakten (Geld) geht und der inovative Gedanken auch überhaupt nicht berücksichtigt wurde.
Kann mir jemand sagen, wie es da in Deutschland vorangehen soll?

Auch hallo.

Hallo,
hatte heute einen Termin bei meiner Hausbank bezüglich
Existenzgründung. Dabei stellte ich meine Geschäftsidee anhand
von div. Unterlagen 1,5 Stunden den beiden Mitarbeitern der
Bank vor und kam am Schluß auf die Finanzierungsfrage. Diese
wurde in dem Gespräch ca. 10 Minuten abgéhandelt wobei es
eigendlich nur um die Fragen ging: „Wieviel Geld und wieviel
Eigenkapital/Sicherheiten“. Natürlich zu wenig wobei dann auch
prompt die Antwort kam das ganze aus diesem Grunde nicht
machbar wäre.

Umgekehrt: die Bank hat zuviele faule Kredite und will jetzt kein Risiko mehr eingehen. Oder es fehlt ganz einfach das KnowHow in der Bank bzgl. des (neuen) Produkts. Siehe auch http://www.sap-press.de/download/dateien/675/sappres…
Oder sonstwas lässt die Bank das Risiko nicht eingehen.
Hier eine weitere Seite: http://www.vdi-nachrichten.com/allgemein/full_search…
(im Guten wie im Schlechten)

Was ich eigentlich damit sagen möchte ist, dass mein
„Gesabbere“ von wegen gute Idee und so eigendlich null
Eindruck hinterlies und es letztlich nur um harte Fakten
(Geld) geht und der inovative Gedanken auch überhaupt nicht
berücksichtigt wurde.
Kann mir jemand sagen, wie es da in Deutschland vorangehen
soll?

So natürlich nicht. Aber von der guten Idee bis zum erfolgreichen Produkt gibt es noch ein paar andere Variable (gute MA, Glück, Marktakzeptanz, Produktionskosten,…) die auch kalkuliert sein wollen. Und da scheint sich die Bank die Finger nicht verbrennen zu wollen.

HTH
mfg M.L.

Hallo Michael!

"Wieviel Geld und wieviel

Eigenkapital/Sicherheiten".

Kann mir jemand sagen, wie es da in Deutschland vorangehen
soll?

Dein Gesprächspartner bei der Bank stellt sich - wenn überhaupt - viel schlichtere Fragen. Es ist nämlich nicht seine Aufgabe, für das Gemeinwesen zu handeln. Er hat die Interessen der Bank zu vertreten.

Aus Sicht der Bank stellt sich die Sache so dar: Der Kunde möchte eine Aktivität starten und hat kein eigenes Vermögen, so dass die Bank das Risiko der für sie fremden Aktivität ganz alleine trägt. Das hört sich in den Ohren des Bankmenschen überhaupt nicht gut an. Darüber hinaus wird die Bank die Eignung des Kunden zum Unternehmer nicht beurteilen können und den vorgelegten Geschäftsplan womöglich gar nicht verstehen. Dieses Unverständnis kann mehrere Gründe haben. So hat längst nicht jede Bank geeignete Leute, die ein Konzept mit seinem Zahlenwerk verstehen, auf Stichhaltigkeit überprüfen und kritisch hinterfragen können. Aber vielleicht wurden Geschäftsplan mit Zahlenwerk nicht hinreichend verständlich und professionell aufbereitet.
Die Prüfung eines derartigen Kreditwunsches, der sich nicht schematisch wie ein Autokauf beurteilen läßt, verlangt besonders qualifiziertes Personal und ist arbeitsintensiv. Damit sich diese Arbeit jemals rechnet, muss das benötigte Kreditvolumen groß genug sein. Wenn jemand nur wenige zig T€ braucht, wird schon dieser Punkt zum Problem. Ein paar T€ sind zu viel, um sie zu verlieren, bringen aber nicht genug ein, um damit längere Zeit Spezialisten zu beschäftigen, sofern die Bank überhaupt über geeignete Leute verfügt.

Die Sache sieht bei einem bestehenden Unternehmen, das z. B. einen Erweiterungsbau plant, ganz anders aus. Unter einer neuen Werkshalle kann sich der Bankmensch etwas vorstellen. Außerdem kennt er das Geschäftsgebaren des Kunden, kann die Verläßlichkeit seiner Aussagen einordnen und hat die Bilanzen der letzten Jahre auf dem Tisch und nicht nur Wunschdenken und Prognosen.

Richtig schwierig wird es bei ganz neuen Ideen und Produkten. Naturgemäß kann der Banker davon nichts verstehen und Erfahrungswerte gibts auch nicht. In solchem Fall - hinreichend großer Kapitalbedarf vorausgesetzt - können Beteiligungsgesellschaften eine Lösung bringen. Die Szene ist inzwischen recht bunt, so dass es eine Chance gibt, eine geeignete und entsprechend spezialisierte Gesellschaft zu finden. Aber: Eine zu gründende Unternehmung, die letztlich nur den Lebensunterhalt für einen Gründer und seine Familie erwirtschaften soll, bewegt sich regelmäßig in einer um Zehnerpotenzen zu kleinen Größenordnung für Beteiligungsgesellschaften.

Fazit: Wenn es um die eigene Existenzgründung geht, brauchst Du eigenes Vermögen in Form von Bargeld, Ersparnissen, einer Immobilie und was auch immer. Du darfst nicht mit ganz leeren Händen zur Bank gehen. Dein Geschäftskonzept und seine Zahlen solltest Du selbst erstellen, aber professionell aufbereiten lassen. Wenn Du nur wenige T€ brauchst, gehe nicht zur Bank. Solche Beträge musst Du selbst irgendwie aufbringen. Womöglich bleibt nichts anderes übrig, als das Konzept zu überdenken und so zu verändern, dass es mit irgend privat aufzubringenden Mitteln realisierbar wird. Dann müssen eben anfänglich kleine Brötchen gebacken werden.

Es gibt viele Förderprogramme für Existenzgründungen. Soweit damit Kredite z. T. besichert werden, tun sich viele Banken trotzdem damit schwer, weil bei zu kleinen Darlehensbeträgen zu wenig für die Bank übrig bleibt. Kommt es bei einer Bank zur Ablehnung, versuche die Gründe für die Ablehnung zu hinterfragen. Das gelingt vermutlich nur, wenn Du nicht versuchst, eine getroffene Entscheidung zu revidieren. Sonst verstecken sich Banken gerne hinter Allgemeinplätzen aus Textbausteinen. Vielleicht gibt es Mängel, die sich abstellen lassen. Das machst Du und gehst dann schon etwas schlauer geworden zur nächsten Bank.

Gruß
Wolfgang

Hallo.

hatte heute einen Termin bei meiner Hausbank bezüglich
Existenzgründung. Dabei stellte ich meine Geschäftsidee anhand
von div. Unterlagen 1,5 Stunden den beiden Mitarbeitern der
Bank vor und kam am Schluß auf die Finanzierungsfrage. Diese
wurde in dem Gespräch ca. 10 Minuten abgéhandelt wobei es
eigendlich nur um die Fragen ging: „Wieviel Geld und wieviel
Eigenkapital/Sicherheiten“. Natürlich zu wenig wobei dann auch
prompt die Antwort kam das ganze aus diesem Grunde nicht
machbar wäre.
Was ich eigentlich damit sagen möchte ist, dass mein
„Gesabbere“ von wegen gute Idee und so eigendlich null
Eindruck hinterlies und es letztlich nur um harte Fakten
(Geld) geht und der inovative Gedanken auch überhaupt nicht
berücksichtigt wurde.
Kann mir jemand sagen, wie es da in Deutschland vorangehen
soll?

Wolfgang hat mit seinen Ausführungen vollkommen recht, trotzdem möchte ich diese aus Banksicht noch etwas ergänzen. Viele Neugründer kommen mit einer tollen Idee und präsentieren diese – mitunter gern auch etwas selbstverliebt – den meist technisch wenig versierten Bankmenschen. Die Idee steht im Vordergrund und Zweifel werden schon mal als persönlicher Angriff aufgefaßt.

Auch wenn es Dir kleinkariert vorkommen wird, geht es bei einer Bank um zwei Dinge: Erträge und Risiko. Dem Existenzgründer obliegt es nun, die Gelüste der Bank in beiderlei Hinsicht zu befriedigen.

Das Risiko muß von der Bank eingeschätzt werden können. Dazu erstellt man einen Geschäftsplan mit mehreren Szenarien und fügt vor allem (ganz wichtig) die Annahmen bei, unter denen die Szenarien aufgestellt wurden. Dieser Geschäftsplan enthält Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen und einen Liquiditätsplan. Hinzu kommt, daß der Gründer darstellt, daß er nicht nur das Produkt herstellen, sondern es auch verkaufen und dazu noch die Finanzen des Unternehmens beherrschen kann. Daüber hinaus muß die Bank (d.h. die Mitarbeiter) das Produkt auch verstanden haben. Manche haben mehr technisches Verständnis, manche weniger. Es ist Aufgabe des Unternehmers den Mitarbeitern das produkt so weit zu erklären, daß sie das ganze nicht nur verstanden haben, sondern auch dem nächsten Entscheidungsträger erklären können. Das erfordert Geduld und vor allem die Fähigkeit, einem technischen Laien u.U. komplizierte Sachverhalte nachezubringen bzw. ihn dafür zu begeistern.

Mit den Erträgen ist dann schon ein bißchen kniffliger. Dem Vertrieb werden für jeden bearbeiteten Fall sog. Standardstückkosten in Rechnung gestellt, d.h. Kosten für die Arbeit der einzelnen Mitarbeiter, Verwaltungsumlagen usw. D.h. ohne daß auch nur ein Euro ausgezahlt ist, fallen auf der Vertriebsseite schon Kosten an, die irgendwie gedeckt werden müssen. Wenn man sich jeden Tag stundenlang mit Neugründern befaßt, produziert man zunächst mal nur Kosten, ohne daß dem Erträge gegenüberstehen. Wie Wolfgang so richtig schreibt, kommen bei einem Kredit von einigen zigtausend Euro so wenig Erträge bei gleichzeitig hohem Bearbeitungsaufwand zusammen, daß sich das im Zweifel schon per se nicht rechnet.

Entgegen der landläufigen Meinung, vereinnahmen Banken nicht die Zinsen als Nettoerträge, sondern lediglich die Differenz zwischen Kundensatz und dem, den sie am Markt bezahlen müssen, die sog. Marge. Diese liegt innerhalb einen breiten Spanne, wobei ich bei einem Existenzgründer schon ordentlich zulangen würde mit bspw. 4%. Der Kundensatz beträgt dann ca. 6,5 %. Bei einem Darlehen von 50.000 Euro bleiben somit bei der Bank pro Jahr 2000 Euro hängen, nach Abzug der internen Risikokosten bleiben davon bestenfalls noch 1.500 Euro übrig. Eine Neugründung betreibt erfahrungsgemäß keinen nennenswerten Zahlungsverkehr, schon mal gleich gar nicht mit dem Ausland, benötigt keine Devisenkurs- oder Zinsabsicherung und verfügt auch über keine Pensionskasse. Das zusätzliche Ertragspotential ist also beschränkt.

Die besten Chancen dürftest Du vermutlich bei einer Sparkasse haben, weil die meisten m.W. noch ein sehr eingeschränktes Controlling haben und vor allem eine etwas eigenwillige Art, ihre Liquiditäts- und Kapitalkosten zu berechnen. Dort wird es im Zweifel also eher etwas billiger.

Gruß,
Christian

ich weiß nix von deiner idee, aber vielleicht ist deine idee wirklich toll. dann solltest du versuchen, dich bei einem businessplanwettbewerb zu platzieren, oder bei einem unternehmensnetzwerk o.ä. da kann es sein, dass irgendwelche leute deine idee auch gut und ertragsträchtig einschätzen und dann bereit sind, dir geschäftskapital zu geben. kommt natürlich sehr auf die qualität an.
diese netzwerke/veranstaltungen können dich auch fit machen für einen weiteren termin bei einer anderen bank.

siehe z.b. www.bpwn.de oder www.netzwerk-nordbayern.de

gruß
marcus