Hallo,
ich habe eine kurze Frage: wie viel Banknoten (inkl. Münzen) darf die Zentralbank in den Umlauf geben? Früher war es ja so, dass der Banknotenumlauf dem Goldreserven und Goldforderungen entsprach, wie ist es heute?
Danke,
Robert
Hallo,
ich habe eine kurze Frage: wie viel Banknoten (inkl. Münzen) darf die Zentralbank in den Umlauf geben? Früher war es ja so, dass der Banknotenumlauf dem Goldreserven und Goldforderungen entsprach, wie ist es heute?
Danke,
Robert
Hallo Robert,
ich habe eine kurze Frage: wie viel Banknoten (inkl. Münzen)
darf die Zentralbank in den Umlauf geben? Früher war es ja so,
dass der Banknotenumlauf dem Goldreserven und Goldforderungen
entsprach, wie ist es heute?
Die Menge an bedruckten Papier und geprägten Metall wird allein durch die Anforderung der Geschäftsbanken bestimmt. Man beachte aber das die Geldmenge nur zu einem Teil real (als Scheine/Münzen) im Umlauf ist. Der grössere Teil wird nur virtuell in Umlauf gebracht, dies ist sowohl Kostensparend (Kosten für Banknoten bei endlicher Lebenszeit) als auch eine Folge der in Europa/westl. Welt üblichen Kontowirtschaft und dem bargeldlosen Zahlungsverkehr (Wann hast Du/deine Eltern deine Miete das letzte mal bar bezahlt ? Wann holst Du Bargeld vom Bafög-Amt ?).
Die Geldmenge selbst wird von der EZB indirekt über den Leitzinsen festgelegt. Kurzgesagt orientiert sich der Zins für das von der Zentralbank an die Geschäftsbanken (Dresdner, deutsche,…) verliehene Geld (primär virtuelles Geld) an einen der Leitzinsen (es gibt mind. zwei).
Je höher die Zinsen, desto weniger Kredite können die Banken ihren Kunden verkaufen und desto weniger Kredite gehen daher sie bei der Zentralbank ein.
Dies ist nur eine extreme Kurzfassung. Entweder googelst du mal mit „Europäische Zentralbank“ Leitzins Geldmenge und postest danach mal detailierten Fragen. Da haben können die dann die Banker und Volkswirtschaftler mal so richtig volltexten.
ciao maxet.
Die EZB leget legt einen sog. Zielkorridor für das Wachstum der Geldmengen M1 bis M3 fest. Gesteuert wird der Korridor über die bereits erwähnten Zinsen.
Die EZB leget legt einen sog. Zielkorridor für das Wachstum
der Geldmengen M1 bis M3 fest. Gesteuert wird der Korridor
über die bereits erwähnten Zinsen.
Das gilt nur für das Sekundärgeld, d.h. durch den Teil der Geldmenge, daß durch die Geschäftsbanken durch Kreditvergabe „erzeugt“ wird und durch die Zinsvorgaben der Notenbanken kontrolliert wird/werden soll. Das klappt allerdings auch nur bedingt und zwar in beide Richtungen. Bestes Beispiel: Japan.
Gruß,
Christian
Servus Leute!
Wenn man die Steuerung der Geldmenge in einer Volkswirtschaft genau betrachtet, dann funktioniert die ganze Geschichte etwas anders:
Die Geldmenge in einer Volkswirtschaft wird durch mehrere Faktoren bestimmt. Zum einen haben wir hier die Geldmenge, die die EZB an die Geschäftsbanken (Deutsche Bank, Sparkassen, Raiffeisenbanken, usw.) abgegeben haben. Die Geschäftsbanken geben das von der EZB erhaltene Geld in Form von Kredite an ihre Kunden weiter. Diese zahlen mit dem Geld ihre täglichen Verpflichtungen (Miete, Rechnungen, usw.). Derjenige, die dieses Geld erhalten, geben evtl. einen Teil davon wieder aus (Konsum) und der andere Teil davon wird auf das Sparbuch gelegt. Mit dem Ersparten der Kunden gibt die Bank Kredite an andere Kunden heraus. Obwohl vielleicht nur 100 Euro von der EZB an die Geschäftsbank herausgegeben wurde, kann so die Geldmenge durch den beschriebenen Prozess beispielsweise auf 250 Euro anwachsen. Diesen Effekt nennt man Geldschöpfung. Je mehr und schneller aber das Geld von einem Bürger zum anderen weitergegeben wird (=Umlaufgeschwindigkeit des Geldes), desto höher ist die Geldschöpfung und somit die Geldmenge in der Volkswirtschaft. Und dies ist unabhängig davon, wieviel Geld die EZB tatsächlich an die Geschäftsbanken abgegeben hat. Daraus kann man sehen, daß die EZB die Geldmenge nur über die Menge steuern kann, die sie an die Geschäftsbanken abgibt. Alles andere ist von der Wirtschaft, den Bürgern und Konsumenten und anderen abhängig. Wie kann die EZB nun messen, wieviel Geld im Umlauf ist bzw. wieviel Geld in Form von Sparkonten und Krediten vorliegen? Hierzu hat die EZB folgende Geldmengendefinitionen erstellt:
M0 = Bargeldumlauf (entspricht z.Zt. ca. 7 %)
M1 = M0 + tägl. fällige Einlagen wie z.B. Girokonten, Geldmarktkonten (ca. 33 %)
M2 = M1 + Spareinlagen mit einer Laufzeit bis zu 2 Jahren (ca. 20 %)+ Spareinlagen mit einer Kündigungsfrist bis zu 3 Monaten (ca. 28 %)
M3 = M2 + Repogeschäfte [Geld der EZB an die GEschäftsbanken) (ca. 4 %) + Geldmarktfondsanteile/-papier (ca. 6 %) + Schuldverschreibungen bis zu 2 Jahren (2%)
Über Statistiken der Geschäftsbanken stellt die EZB immer die Geldmenge M3 fest. Dies ist die entscheidende Größe für die Steuerung der Geldmenge. Zur Steuerung der Geldmenge ändert sie den Zinssatz für das Geld, das sie an die Geschäftsbanken abgibt. Das hat maxet bereits richtig beschrieben. Ob die EZB nun den Zinssatz anhebt und somit die Geldmenge reduziert, oder ob sie den Zinssatz senkt um somit die Geldmenge zu erhöhen, liegt an vielen Faktoren. Primär hält sich die EZB an die Inflationsrate im Euroland. Die Grenze liegt hierbei bei 2 %. Nähert sich die Inflationsrate der 2 % bzw. liegt drüber erhöht die EZB i.d.R. den Zinssatz. Ist keine Inflation vorhanden, sprich die Inflationsrate ist unter 2 % und die Wirtschft kommt kaum in Schwung, so senkt sie den Zins. Allerdings spielen bei der Entscheidung ob der Zins erhöht oder gesenkt werden soll noch viele andere Faktoren eine Rolle, über die man extra schreiben könnte …
Wenn noch fragen offen sind, bin ich gerne bereit diese zu beantworten!
Grüße
Andreas