Bar Eröffnen?

Hallo miteinander,

ich spiele schon seit längerem mit dem Gedanken eine eigene Bar zu eröffnen, weil ich denke dass mir das richtig viel Spaß machen würde und ich meine Kreativität bei der Eröffnung des Ladens auch voll ausüben könnte und vieles selber machen kann. Ich habe etwas im Internet herumgestöbert und ich habe quasi NICHTS gefunden, wie eine derartige Eröffnung ablaufen würde. (Zwecks anmelden, Gesundheitsamt, Businessplan, Standortfaktoren etc.)
Hat irgendjemand eine Ahnung von dem ganzen?? Kann man von soetwas eigentlich hauptberuflich (gut und sorgenfrei) leben?

Danke schonmal
Grüße
Hias

wer nichts wird, wird Wirt
Hallo Hias,

ich glaube Du unterschätzt das Gastrogewerbe gewaltig. Mit ner kreativen Idee bei der Einrichtung hälst Du keine Kunden, bißchen mehr Konzept sollte schon sein.

Kannst Du kochen? Drinks mixen? GUTEN Kaffee aus der Maschine ziehen?
Kannst Du überhaupt im Service arbeiten? Kellnern oder hinterm Tresen ist ein hartes Brot.

Man kann vom Ertrag einer Bar leben, ob sorgenfrei sei mal dahin gestellt. Gutes Personal und davon lebt Dein Laden ist rar.

Von Deinem Konzept hängt dann die Standortwahl ab. Was kannst Du finanzieren? Wieviele Läden gibts da schon? Wie ist die Gästesituation?
Ist dein Wunschladen gefunden und stimmt das drumherum, mußt Du schauen, ob das Ding den behördlichen Anforderungen entspricht. Die Aufzählung sprengt hier den Rahmen.

Ich habe einfach mal drauflos geschrieben, Nach langen Jahren in der Kellnerei habe ich einen ganz guten einblick hinter die Kulissen erhalten. Gute Gastronomen, mit guten Einkommen sind auch sehr sehr kompetente Leute.
P

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Hallo Pat,

danke erstmal für die schnelle Antwort!
Es ist schon klar, dass man nicht so mir nichts dir nichts einfach eine Bar eröffnen kann, aber ich mache derzeit eine kaufmännische Ausbildung und habe danach auch an eine Bar Management Schulung gedacht. Ich kenne jemanden, der besitzt 2 Bars (eine mobile und eine feste UND eine Bar Tender Schule und würde quasi auch etwas an der Quelle sitzen :wink: Ich stelle mir das ganze halt richtig abwechslungsreich vor? Wie gesagt befinde ich mich gerade in der Ausbilung und habe festgestellt, dass so ein Bürojob mal GAR nichts für mich ist?Aber ich wüsste auch nicht was ich sonst machen soll? Studieren? ODER etwas Kapital ansparen und eine Bar eröffnen:wink:
Ich hätte allerdings echt Schiss, dass das alles Pleite geht und mein Leben somit verbaut ist (Schulden)

Bin auch immer für aufregende Berufstipps offen, die KEINE Bürojobs sind (aber gut verdienen, und das Abitur will ich auch nicht umsonst gemacht haben :wink: schwieriger Fall ich weiss!!)

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Guten Morgen Hias,

ich kann Deine Angst vor Bürojobs gut verstehen. Hatte ich selber nie Bock drauf. Nun sitze ich in meinem eigenen Büro und findes es großartig. Routineabläufe gibt es auch, aber meine Arbeit ist sehr sehr abwechslungsreich. In der Veranstaltungsbranche weißt Du nie was passiert.

Ob ich nun damit zum Großverdiener werde ist sehr fraglich, allerdings war das nie meine Intention.

Geld im Party- und Gastrogeschäft zu verdienen, sieht leicht aus, dahinter steckt aber viel viel mehr. Und gerade in diesem Gewerbe sind staatliche Kontrollen sehr hoch, also mal eben drei Bier über ne Ladentheke schieben und die Freundin nebenbei als Kellnerin beschäftigen, ist nicht unbedingt ein Erfolgsrezept.

Wenn Dich das alles nicht abhält, such Dir nen job als Barkeeper und probiers erstmal ohne Eigenverantwortung aus.
P

Hallo Hias,
für ein größeres Projekt wären die Informationsmaterialien und -veranstaltungen des Branchenverbandes zu empfehlen, in diesem Falle die dehoga.
Einführungsmaterial zur Gastronomie gibt es ansonsten bei den Volks- und Raiffeisenbanken, dort gibt es Branchenbriefe zur Gastronomie mit viel Wissenswertem.
Ansonsten hast Du neben einem grossem Risiko, das gründlich abgeklärt werden muss, auch noch einen ziemlich großen Aufwand im rechtlichen Vorfeld:
Was Du vorhast ist erlaubnispflichtig. Das bedeutet, dass man eine Konzession benötigt- i.d.R. zu beziehen beim Ordnungsamt- bevor man überhaupt sein Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden kann.

Die Konzession ist personen-, betriebsart- und raumbezogen.

Vorlegen mußt Du als Person
Polizeiliches Führungszeugnis und Auszug aus dem Gewerbezentralregister (beim zuständigen Einwohnermeldeamt zu erhalten)

Unbedenklichkeitsbescheinigung vom zuständigen Finanzamt und der Gewerbesteuerbehörde (Nachweis: keine Schulden aus einer vormaligen selbständigen Tätigkeit)

Wichtigste persönliche Voraussetzung: die Arbeit gut & gerne machen, wird nicht abgefragt. Pat hat da ganz Recht: vorm Tresen sieht die Arbeit anders aus, als hinterm Tresen.

Außerdem sind notwendig:
Teilnahme an einer IHK-Unterrichtung über lebensmittelrechtliche Vorschriften. (Wenn die nicht schon abgeschafft oder ersetzt ist? Genaueres in der neuen Broschüre vom dihk: was der Gastwirt wissen muss)

Bescheinigung der Erstbelehrung des örtlichen Gesundheitsamtes nach dem Infektionsschutzgesetz, nicht älter als drei Monate

Raumbezogen:

Vorlage des Miet- bzw. Kaufvertrages.

Nachweis darüber, dass die Räumlichkeiten für die Bar nutzbar sind(Vorlage von Plänen, Bauzeichnungen, etc.)

Für Gaststätten gibt es eine Vielzahl von Bestimmungen (Arbeitsstättenverordnung etc.), die sich mit der Größe, Höhe,Beleuchtung, Belüftung, Schallschutz, Fluchtwege… und Ausstattung und Beschaffenheit der Gasträume, der Toiletten, der PKW-Stellplätze und der Küche usw. beschäftigen.

Es kann sehr lange dauern, dies alles zu klären…
Die KOnzession kostet dann auch was, und gar nicht mal wenig… (zwischen mehreren Hundert bis mehrere Tausend €)
Da wir trotz Globalisierung noch in Fürstentümern leben, kosten Konzessionen - je nach Gegend und Berechnungsschema - unterschiedlich viel.
Bitte vor Ort erkundigen, vielleicht bei der IHK.

Also, das zu Deinen Meldefragen…
Viel Spass beim Forschen!
Birgitt

Tach…

und gerade das Metier, in dem eine Bar angesiedelt ist, hat eine gewisse Nähe zum Rotlichtsektor. Daraus können sich Probleme ergeben, z. B. Besuche von der Konkurrenz, die andere Argumente als juristische einsetzen, um jemanden von der Aussichtslosigkeit seines Tuns zu überzeugen.

Das Problem der Kriminalität in diesem Sektor sollte man nicht unterschätzen, denke ich. Wenn man sich in der Branche auskennt ok…ich hätte da nen Bammel

Hallo,

du sitzt in deinem eigenen Büro, das dir gehört oder du hast nur einen eigenen Raum zur Verfügung?Darf man fragen was du machst? :wink:
Also reich werden habe ich auch nicht unbedingt im Auge, aber vernünftig leben können schon. Aber Zufriedenheit steht bei mit auf jeden Fall im Vordergrund. Ich mache meine Ausbildung bei Siemens und man kann nicht unbedingt behaupten, dass ich hier glücklich und zufrieden bin, hört sich hart an ist aber so ;-(

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Meinen eigenen Raum. Ich arbeite gerade für ein großes Unternehmen im Messe- und Kongreßbereich und fühle mich sehr wohl. Ich kann operativ schalten und walten, mich kreativ einbringen naja Budgetvorgaben gibts auch.

Ich wollte nur sagen, Bürojob ist nicht gleich Bürojob. Und auch das Sitzen in einem Büro kann Spaß machen. Und nur weil man davor Angst hat, sollte man nicht gleich ne Kneipe aufmachen.
P

neineiiiiiiiiiin, nicht „irgendeine“ Kneipe
eine tooooooolle Kneipe, würde ja keine Spelunke aufmachen wollen sondern schon was besonderes ,-) achja, das Jobleben is schon schwer ^^

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Na jetzt noch ein letztes Wort, ich habe einfach zuviele Leute in der Gastronomie ins Unglück laufen sehen…

toll ist ein sehr vages Wort. Und toll für den Gast hängt nur marginal von der Inneneinrichtung ab, sondern von Qualität und Service. Hier muß man allerdings abwägen, auf welchem Preisniveau Du was bieten möchtest. Das kann man nicht eben mit ner kreativen Minute erledigen, dazu gehört konkrete Marktkenntnis und vorallem Gastro-KnowHow. Daher erneut mein Tipp, geh ins Geschäft und arbeite dort erstmal.
P

Moin…,
so wie sich das anhört, hast du noch nie in der Gatsronomie länger gearbeitet. Wenn das der fall ist, solltest du AUF JEDEN FALL abstand davon nehmen, denn man muss ersteinmal wissen ob man dafür geeignet ist, als Dienstleister im Gastrobereich zu arbeiten. Denn oftmals unterscheidet eine gute Bar sich von einer schlechten von der Personalpolitik gelebt durch die Mitarbeiter, vorgegeben vom Inhaber :wink:
Ich war wirklich schon in vielen Bar`s, Restaurants Hotels tätig und weiß dass selbst ein gutes Konzept nichts bringt, wenn der/die hinter der Bar unfähig, unfreundlich etc ist. Andersrum, kann ein schleches konzept bei einem genialen Barkeeper auch erfolgreich sein :wink: - sollte aber nicht dein Ziel sein!
Wenn du doch erfahren bist und dir das wirklich zutraust, dann sollte die Standortwahl, d.h. Parkmöglochkeiten, Passantenverkehr, Anbindung an öffentl Verkehrsmittel allerhöchste Aufmerksamkeit genießen. Ausserdem die struckturelle (demografische Gesichtspunkte!) BEschaffenheit der Stadt/Region
& der Wettbewerb.
Und nichtzuletzt nat dein Konzept!
-Bar mit o ohne Essen–>bauliche Gegebenheiten + Personal–>Kosten, welches Essen: TIP: Baukastenprinzip/Finger&FastFood/Convenience?–>weniger Kosten, mehr DB, geringer Qualifikation an Personal, „kleine karte“

  • was für ne Bar? Weinothek?Cocktail?Milch? KAFFE!!! (da is noch richtig Geld zu holen:wink:)
  • Kundenbindungsprogramme? Rabataktionen (einkalulieren!) Specials? Events? MARKETING!!
  • Kosten: s.o. und GEMA!!! (pro Lautsprecher wollen die!)
  • BAuliche Auflagen & Konzession (s.o.!)
  • persönliche Eignung, Gastroliebhaber?stressresistent? KEIN Wochende? KEINE FEiertage? KEIN Silvester? Geburtstag am Samstag?=PECH!,…
  • und…und…und

letzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass es wirklich sehr schwer ist in Gastrobranche viel Geld zu verdienen, v.a. wenn man selbst höchste Ansprüche hat - dann gehts näm gar nicht. Wer auf gut deutsch „was hinwixen“ will und dies mit sich vereinbaren kann, der hat Chancen zu überleben, sofern er keine Gourmets im Haus haben will - klingt paradox , is aber so!
Fürs Geldverdienen ist ne Kaffebar das mit Abstand beste und leichteste und hat auchnoch die geringsten Investitionskosten und die größten Ertragsaussichten & Rentabilität:wink:

So denne, greetz
Mike:wink: