Hallo Barbara!
Ich würde gerne deine Meinung zu dem folgenden
Artikel wissen:
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.p…
Nolte ist doch dein Liebling! 
Probleme habe ich z.B. mit folgenden Abschnitten:
"War der Historikerstreit nicht die Mutter aller
Feuilletondebatten? Aber schon sein nächster
Versuch in dieser Richtung, 1994 unternommen, als
er parallel zum Erfolg von „Schindlers Liste“
ausgesuchte historische Taktlosigkeiten in die
Talkshows setzte, Mussolini rehabilitierte und
sich in Interviews um Kopf und Kragen redete,
endete mit einem persönlichen Desaster: Sein
altes Mutterschiff, die FAZ, ließ ihn über Bord
gehen.
Damit endeten auch die Versuche, Nolte als
Konservativen zu integrieren. Sie hatten sowieso
auf einem Missverständnis beruht. Die Linke war
scharfsichtiger gewesen, als sie Nolte nach dem
Erscheinen seines bedeutenden Erstlings, „Der
Faschismus in seiner Epoche“ (1963), als einen
der ihren und später als verlorenen Sohn
betrachtet hatte.
Wer schon zu Zeiten des Historikerstreits den
Verdacht hegte, dass sich in Noltes Suche nach
„rationalen Kernen“ ein pathologischer Kern
manifestierte, sieht sich vom Spätwerk auf
skurrile Weise bestätigt. In seinen jüngsten
comicartigen Visionen („Historische Existenz“,
1998) entbrennt ein endzeitlicher
Geschlechterkampf zwischen unersättlichen
Weibern, die nach babylonischem Vorbild 6000
Männer „haben“, und einem nervlich zerrütteten
Aufgebot von Männern: Wenn das Woody Allen liest.
Ernst Nolte ist vermutlich der letzte
Intellektuelle der Bundesrepublik, der über ein
„Weltbild“ im starken Sinn verfügt; die jüngeren
leben mit heftigen Meinungen und beweglichen
Ideologemen. Doch die Entropie der Jahre hat
davon wenig mehr übrig gelassen als die Paranoia
des weißen Mannes. Wer sagte, das sei
Altersmarxismus?"
Liebe Grüße