Barenboim

Hallo zusammen.

Der Dirigent Barenboim lässt sich immer ['ba:renboim] aussprechen.
Irgendwie sagt mir das Gefühl, dass das ‚i‘ ein Dehnungs-i ist, ähnlich wie in ‚Grevenbroich‘ (['gre:venbr o: ch]), wo auch nicht das ‚i‘ ausgesprochen wird.
Wäre ['ba:renbo:m] nicht richtiger?

☼ Markuss ☼

P.S.: Klar, dass Eigennamen ‚irgendwie‘ ausgesprochen werden können. Da gibt es den Herrn Gewalt (['gewalt] Betonung auf dem ‚e‘) und die Frau Mueller ([mu-eller]). Aber wäre vom Ursprung her nicht ['ba:renbo:m] richtiger?

ahoi

Aber wäre vom
Ursprung her nicht ['ba:renbo:m] richtiger?

barenboim = birnbaum (jiddische aussprache)

gruß
dataf0x

Der Dirigent Barenboim lässt sich immer ['ba:renboim]
aussprechen.

er wird es wissen, oder?

Irgendwie sagt mir das Gefühl, dass das ‚i‘ ein Dehnungs-i
ist, ähnlich wie in ‚Grevenbroich‘ (['gre:venbr o: ch]),
wo auch nicht das ‚i‘ ausgesprochen wird.

oder ein diphthong? ist für jiddisch nicht gerade untypisch…

es ist eh so eine sache mit den namen… ich kenne genug menschen, die in einer umgebung leben, die ihre namen nicht richtig aussprechen kann. was macht man da am besten? soll man seinen eigenen trotzdem immer richtig aussprechen oder die aussprache den gewohnheiten des landes anpassen? ich persönlich stehe auf ersteres, aber zweiteres fände ich ebenso legitim. und wem der name gehört, darf nun mal bestimmen, wie er ausgesprochen wird.

Hi Markus,

das Dehnungs-i (oder auch -e) ist auch in Deutschland recht wenig im Gebrauch. Außer im Westfälischen kennt man das kaum - und selbst da nicht überall.

Gruß Ralf

X für ein U

Der Dirigent Barenboim lässt sich immer ['ba:renboim]
aussprechen.

er wird es wissen, oder?

Das ist absurd. Unten sagst du, „wem der name gehört, darf nun mal bestimmen, wie er ausgesprochen wird“, und hier kommst du mit der Logik „er wird es wissen“.
Wenn jemand etwas ‚bestimmt‘, kann es kein ‚wissen‘ geben; er bestimmt einfach.

Irgendwie sagt mir das Gefühl, dass das ‚i‘ ein Dehnungs-i
ist, ähnlich wie in ‚Grevenbroich‘ (['gre:venbr o: ch]),
wo auch nicht das ‚i‘ ausgesprochen wird.

oder ein diphthong? ist für jiddisch nicht gerade untypisch…

es ist eh so eine sache mit den namen… ich kenne genug
menschen, die in einer umgebung leben, die ihre namen nicht
richtig aussprechen kann. was macht man da am besten? soll man
seinen eigenen trotzdem immer richtig aussprechen oder die
aussprache den gewohnheiten des landes anpassen?

In unserem Land gibt es die ‚Gewohnheit‘ ein Dehnungs-i nicht auszusprechen.

ich persönlich stehe auf ersteres, aber zweiteres fände ich ebenso
legitim. und wem der name gehört, darf nun mal bestimmen, wie
er ausgesprochen wird.

Ganz so einfach ist das auch nicht, wie du es darstellst. Sonst könnte ja ein Herr Mueller sagen, dass er dass ‚ue‘ wie ein ‚[ai]‘ ausspricht, und das Doppel-‚L‘ wie ein ‚[j]‘ (wie im Spanischen).
Und schon nennt sich Herr Mueller ‚Meier‘…

☼ Markuss ☼

Hallo Markuss,

Der Dirigent Barenboim lässt sich immer ['ba:renboim]
aussprechen.
Irgendwie sagt mir das Gefühl, dass das ‚i‘ ein Dehnungs-i
ist, ähnlich wie in ‚Grevenbroich‘ (['gre:venbr o: ch]),
wo auch nicht das ‚i‘ ausgesprochen wird.

Barenboim entstammt einer russisch-jüdischen Familie. Warum sollte sein Name irgendwelchen deutschen Ausspracheregeln genügen?

(Übrigens wurde er in Argentinien geboren und hat heute die israelische Staatsbürgerschaft. Das nur nebenbei.)

Grüße
Wolfgang

Das ist absurd. Unten sagst du, „wem der name gehört, darf nun
mal bestimmen, wie er ausgesprochen wird“, und hier kommst du
mit der Logik „er wird es wissen“.
Wenn jemand etwas ‚bestimmt‘, kann es kein ‚wissen‘ geben; er
bestimmt einfach.

er weiß, wie sein name in seiner sprache ausgesprochen wird, darf aber, wenn die umstände dafür sprechen, selbst entscheiden, auf welche art sein name „vergewaltigt“ wird. was ist daran absurd?
oder: er weiß, wie er seinen namen ausgesprochen hören möchte…

In unserem Land gibt es die ‚Gewohnheit‘ ein Dehnungs-i nicht
auszusprechen.

das siehst du falsch. in „unserem“ land gibt es kein natives dehnungs-i, nur in irgendwelchen dialekten, benachbarten sprachen usw. - und da wir gewohnt sind, die entsprechenden wörter so auszusprechen, wie es in der originalsprache gehört, sprechen wir das dehnungs-i in diesen fällen nicht. das hat aber weder mit „unserem“ land, noch mit der deutschen sprache sehr viel zu tun.
allerdings ist nicht jedes i ein dehnungs-i, und in diesem besonderen fall ist es etwas ganz anderes, nämlich ein diphthong. somit kannst du die (an sich schon falsche) aussage von oben nicht als begründung für irgendwas nehmen…

Ganz so einfach ist das auch nicht, wie du es darstellst.
Sonst könnte ja ein Herr Mueller sagen, dass er dass ‚ue‘ wie
ein ‚[ai]‘ ausspricht, und das Doppel-‚L‘ wie ein ‚[j]‘ (wie
im Spanischen).
Und schon nennt sich Herr Mueller ‚Meier‘…

tja, genau so einfach ist es. wenn das jemand wirklich möchte, dann macht er das - allerdings handelt er sich damit wesentlich mehr schwierigkeiten und erklärungsnotstände ein, als wenn er einfach seinen namen ändert.

Warum
sollte sein Name irgendwelchen deutschen Ausspracheregeln
genügen?

wenn man „deutsch“ nur weit genug faßt, dann fällt auch jiddisch unter deutsch. es ist dann sowas wie ein deutscher dialekt. :smile: für die ableitung der vokale gibt es in jedem dialekt bestimmte regeln. aus dem laut au wird im jiddischen eben oi. daher heißt der baum boim. heraus ist arois usw usf.

die ganze debatte hier ist überflüssig weil überhaupt nicht relevant.

gruß
dataf0x

Nabend,

Der Dirigent Barenboim lässt sich immer ['ba:renboim]
aussprechen.
Irgendwie sagt mir das Gefühl, dass das ‚i‘ ein Dehnungs-i
ist, ähnlich wie in ‚Grevenbroich‘ (['gre:venbr o: ch]),
wo auch nicht das ‚i‘ ausgesprochen wird.

Wahrscheinlich gibt’s da keine Regel. In der Gegend, wo ich früher wohnte, gab es z.B. ein Roisdorf und ein Troisdorf. Das Erstere wurde ['rois|dorf] ausgesprochen, das Zweitere ['tro:s|dorf] (jeweils mit offenem o).

Gruß,
Stefan