Basaltemperatur: Einflüsse und Nutzen

Moin liebe Damen,

ich hoffe, ich kann das in diesem Brett posten – sonst gerne verschieben (Wohin? Medizin?).

Ich habe in der Mitte des letzten Zyklus’ angefangen, zwecks Kinderwunsch die Basaltemperatur zu messen, um Aufschluss über den Temperaturwechsel etc. zu bekommen. Da ging’s so mit 34°C los, stieg dann auf 36,8°C. In diesem Zyklus stelle ich fest, dass meine Temperatur viel zu niedrig für „Post-ES“ ist.

Jetzt bin ich die letzten 2 Tage früher aufgewacht als sonst, habe die letzten Wochen EM-bedingt erst sehr spät die Nachtruhe eingeläutet, Medikamente (Ibu, Buscopan) genommen und abends einmal einen Schnaps getrunken. Überhaupt ist mein Tagesrhythmus durch die Arbeit immer sehr unterschiedlich.

Deshalb frage ich mich jetzt, ob diese Methode überhaupt annähernd aussagekräftig ist bei so vielen Unregelmäßigkeiten?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Grüße
sgw

Hallo Schwarzweißgrau,

bei dieser Methode ist es sehr wichtig, einen gleichmäßigen Lebenswandel zu haben. Bei Schichtarbeit zum Beispiel ist die Methode nicht aussagekräftig. Am aussagekräftigsten ist es, wenn man immer zur gleichen Zeit aufwacht (die Messung vornimmt) und auch gleichmäßige Schlafzeiten hat. Die Basaltemperatur kann durch sehr viele Faktoren beeinflusst werden. Neben den von Dir aufgezählten, z.B. auch eine Erkältung (dann ist die Temperatur höher).
Hilfreich ist, erst einmal ein paar Zyklen „durchzumessen“, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Wesentlich aussagekräftiger ist die Methode, wenn Du sie mit der Beobachtung des Cervixschleims und der Position des Gebärmundes kombinierst. Diese beiden Parameter unterliegen natürlich auch Schwankungen. Aber wenn Du diese drei Dinge kombinierst, erhältst Du, mit ein bißchen Erfahrung, ein äußerst aussagekräftiges Bild Deines „Status“.

Viele Grüße und viel Erfolg!

Aquilegia

Die Temperaturmethode ist nicht sehr aussagekräftig, als Verhütungsmethode sollte man sie nie allein anwenden, nur vielleicht in Kombination mit anderen Parametern.
Wie man aber sieht, besteht trotzdem ein Temperaturanstieg in der Lutealphase, also von dem hormonellen her sollte es eigentlich passen.
Soweit ich das jetzt verstanden habe, liegt ein Kinderwunsch vor.
Das Problem kann aber auch wo anders liegen. Vielleicht sogar bei Ihrem Partner.
Bei einem/einer Gynäkologen/Gynäkologin kann möglicherweise abgeklärt werden, wo das Problem liegt.

Ein kleiner Tipp:
Auf Alkohol sollten Sie ebenfalls verzichten, vor allem in der Zeit, wo Sie nicht sicher sind, ob Sie schwanger sind oder nicht - das ist nämlich die für Embryopathien anfälligste Zeit.

Vielen Dank für die Antwort.

Die Temperaturmethode ist nicht sehr aussagekräftig, als
Verhütungsmethode sollte man sie nie allein anwenden, nur
vielleicht in Kombination mit anderen Parametern.

Sie wird von mir nicht als Verhütungsmittel praktiziert. Da habe ich mich lieber auf „handfeste“ Methoden verlassen.

Wie man aber sieht, besteht trotzdem ein Temperaturanstieg in
der Lutealphase, also von dem hormonellen her sollte es
eigentlich passen.

Klingt gut.

Soweit ich das jetzt verstanden habe, liegt ein Kinderwunsch vor.

Jepp.

Das Problem kann aber auch wo anders liegen. Vielleicht sogar
bei Ihrem Partner. Bei einem/einer Gynäkologen/Gynäkologin kann möglicherweise
abgeklärt werden, wo das Problem liegt.

Wie kann es an meinem Partner liegen, wenn ich eine niedrige Temperatur messe? Vielleicht bekomme ich da einen Zusammenhang nicht hin?

Auf Alkohol sollten Sie ebenfalls verzichten, vor allem in der
Zeit, wo Sie nicht sicher sind, ob Sie schwanger sind oder
nicht - das ist nämlich die für Embryopathien anfälligste
Zeit.

Das habe ich schon oft gelesen. Aber weil ich einmal in Monat zur Feier eines besonderen Tages ein Glas Schnaps trinke, mache ich mich da nicht verrückt. Mit einer absoluten „Enthaltsamkeit“ bzgl. aller potenziellen Gefährdungen setzt man sich als Frau mehr unter Druck, als es dem Kinderwunsch förderlich ist. Durch die Phase bin ich schon. :wink:

Wobei es mich aber sehr interessieren würde, was in Maßen genossener Alkohol effektiv anrichten kann. Vielleicht ändere ich meine Meinung dann. Man liest ja oft absolute Horrormeldungen, aber die scheinen sich auf übermäßigen Genuss zu beziehen… Falls Sie in dieser Richtung noch ein paar Informationen aus Ihrer fachlichen Sicht haben? Das wäre sehr nett.

Herzliche Grüße

Hallo,

Wobei es mich aber sehr interessieren würde, was in Maßen
genossener Alkohol effektiv anrichten kann. Vielleicht ändere
ich meine Meinung dann. Man liest ja oft absolute
Horrormeldungen, aber die scheinen sich auf übermäßigen Genuss
zu beziehen… Falls Sie in dieser Richtung noch ein paar
Informationen aus Ihrer fachlichen Sicht haben? Das wäre sehr
nett.

Auch nur ein einziges Schlückchen Alkohol zur falschen Zeit (in der frühen Schwangerschaft) getrunken kann eine Schädigung des Embryos verursachen, muss aber nicht. Genau da liegt das Problem. Es gibt keine Grenze, von der man sagen kann: darunter passiert nichts.

Wenn eine Frau aktiv daran arbeitet, ihren Kinderwunsch zu erfüllen, sollte sie aus diesem Grunde ab sofort und bis zur hoffentlich bald erfolgenden Niederkunft keinen Alkohol mehr trinken. Aus Vorsorgegründen, da sie Anfangs noch nicht weiß, ob sie schwanger ist (in der Zeit sind Embryos besonders gefährdet) und da niemand ihr verbindlich sagen kann, ob der Schluck Alkohol von gestern Abend das Kind geschädigt hat oder nicht.

Soviel Verstand und Vernunft sollte man von einer erwachsenen Frau erwarten können, denke ich.

LG Barbara

„Wie kann es an meinem Partner liegen, wenn ich eine niedrige Temperatur messe? Vielleicht bekomme ich da einen Zusammenhang nicht hin?“
Soweit ich das verstanden habe versuchen Sie nun schwanger zu werden, es klappt aber nicht.
Ich meine damit nicht die Temperatur, sondern dass die Möglichkeit besteht, dass vielleicht der Partner bedingt fruchtbar/ unfruchtbar ist.
In der Bevölkerung sind rund 2% aller Menschen unfruchtbar, aus welchen Gründen auch immer.

Ich erinnere mich daran, dass mein Prof. uns gesagt hat, das sogar ein einzelner Alkoholkonsum das Kind in seiner Entwicklung schädigen kann.
Es gibt haufenweise Noxen in der Welt, wenn man sich um alle kümmern würde, dann würde man wie Sie es sagen zu sehr unter Druck stehen.
Man kann aber gewisse Sachen vermeiden und so die Wahrscheinlichkeit von Fehlbildungen gering halten.

Hallo,

Genau da liegt das Problem. Es gibt keine Grenze, von der man sagen kann:
darunter passiert nichts.

Danke, Barbara. So etwas leuchtet doch ein. Mir ist natürlich klar, dass man Alkohol meiden sollte, und ich lege es wirklich nicht darauf an, Fehlbildungen zu provozieren. Gottlob war mein Gläschen in der ersten Zyklushälfte. *puuuh*

Aber ich finde, einige Damen in Kinderwunsch-Foren unterwerfen sich doch sehr sklavisch der Hoffnung, dass da etwas sein könnte und stellen vom einmaligen Glas Sekt zum Anstoßen bis zum Kampfsport alles ab – und was , wenn wirklich irgendetwas Gesundheitliches die Empfängnis blockiert? So eine Diagnose kann sich ja über Monate hinziehen – und dann auf alles Mögliche verzichten? Neee, „so eine“ möchte ich dann auch nicht sein… Aber wie gesagt, nicht nach dem Eisprung würde ich sowieso nicht trinken…

Wenn eine Frau aktiv daran arbeitet, ihren Kinderwunsch zu
erfüllen, sollte sie aus diesem Grunde ab sofort und bis zur
hoffentlich bald erfolgenden Niederkunft keinen Alkohol mehr
trinken.

Im Idealfall, ja. Und nach der sicheren Empfängnis sowieso nicht.

Soviel Verstand und Vernunft sollte man von einer erwachsenen
Frau erwarten können, denke ich.

Ui, das war jetzt aber ein moralischer Zeigefinger, der unnötig war… :wink:

Viele Grüße
sgw

Soviel Verstand und Vernunft sollte man von einer erwachsenen
Frau erwarten können, denke ich.

Ui, das war jetzt aber ein moralischer Zeigefinger, der
unnötig war… :wink:

Das war ein Riesenrundumschlag, gerichtet an alle Frauen, die Kinder bekommen wollen oder gerade austragen :wink:. Denn es ist leider noch sehr verbreitet, dass „das Gläschen Süffelchen“ nichts schaden kann. Auch du hast was geschrieben, das vermuten läßt, dass du dir eventuell nicht ganz bewußt bist, worum es geht:
Das habe ich schon oft gelesen. Aber weil ich einmal in Monat zur Feier eines besonderen Tages ein Glas Schnaps trinke, mache ich mich da nicht verrückt. Mit einer absoluten „Enthaltsamkeit“ bzgl. aller potenziellen Gefährdungen setzt man sich als Frau mehr unter Druck, als es dem Kinderwunsch förderlich ist. Durch die Phase bin ich schon. :wink:
Das kann man verschiedenlich interpretieren. Solange du um den Zeitpunkt der Zeugung herum vernünftig bist und erst wieder süffelst, wenn du (leider) ganz sicher sein kannst, dass du nicht schwanger bist, ist Alkoholgenuß deine Sache. Wenn du schwanger sein könntest, eben nicht mehr, dann trinkt das Kind mit. Alkohoverzicht in der Schwangerschaft hat nichts mit „sich unter Druck setzen lassen“ zu tun, es ist eine relativ einfache Form der Gesundheitsfürsorge für das Kind (einfach, sofern man nicht abhängig ist).

Damit jetzt alle wissen, wovon geredet wird, hier Wiki zum Einlesen. Weitere Treffer bei Google mit „Embryopathie Alkohol“.

Ich drücke die Daumen, dass es bald klappt. Wobei … die Vorbereitungen sind ja nicht das schlechteste am Kinderkriegen. Eine Kollegin von mir war mal bitter enttäuscht, dass es innerhalb von 6 Wochen geklappt hat, wo sie doch so viel Spaß gehabt hat.

In diesem Sinne :wink:
Barbara

Ich meine damit nicht die Temperatur, sondern dass die
Möglichkeit besteht, dass vielleicht der Partner bedingt
fruchtbar/ unfruchtbar ist.

Ah, dann war das wirklich nur ein kleines Missverständnis.

Ich erinnere mich daran, dass mein Prof. uns gesagt hat, das
sogar ein einzelner Alkoholkonsum das Kind in seiner
Entwicklung schädigen kann.

Danke für diese Information.

Man kann aber gewisse Sachen vermeiden und so die
Wahrscheinlichkeit von Fehlbildungen gering halten.

Ja, das stimmt wohl.

Vielen Dank für die Ausführungen.

Viele Grüße
sgw